[Elektrisch] Kaizen Bass

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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#201

Beitrag von ugrosche » 23.07.2019, 20:08

Beim Bass stehen jetzt langweilige Schleifarbeiten an. Die PickUp-Rails müssen an die Korpusform angepasst werden.
Dann werden Ausbrüche am Body geflickt und beigeschliffen, alles etwas zäh.

Als Finnish hätte ich gerne etwas Mattes mit offenen Poren, ähnlich wie bei der Tao-Gitarre:
Quelle: http://www.taoguitars.com
Quelle: http://www.taoguitars.com
Mein fauler Quick&Dirty Plan war: Zwei mal Schellack und dann einfach Antikwachs drüber.
Jetzt überlege ich, ob ich besser Clou Holzsiegel matt oder seidenmatt nehmen sollte. Ich würde verdünnen und rollen, da ich keine Spritzvorrichtung habe.
Irgendwelche Empfehlungen oder Erfahrungen? Nimmt man besser matt oder seidenmatt? Poliert sich das Matt am Hals zu Glanz?

Heute habe ich noch den Hals mit dem Safe-T Planer auf Stärke gebracht. Dazu lege ich den Hals in den Radiusschleifklotz und klebe einen Leistenrest so drunter, dass es die gewünschte Steigung ergibt. Beim Rumsauen hatte ich keine Kamera dabei, daher nochmal hinterher nachgestellt:
Das untere Brett ist die Bohrtischverlängerung, die ich mit Flügelmuttern schnell befestigen kann. Darauf musste noch ein Hilfsbrett, um genügend Arbeitslänge für den Hals zu haben.

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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#202

Beitrag von zappl » 23.07.2019, 21:56

ugrosche hat geschrieben:
23.07.2019, 20:08
Jetzt überlege ich, ob ich besser Clou Holzsiegel matt oder seidenmatt nehmen sollte. Ich würde verdünnen und rollen, da ich keine Spritzvorrichtung habe.
Irgendwelche Empfehlungen oder Erfahrungen? Nimmt man besser matt oder seidenmatt? Poliert sich das Matt am Hals zu Glanz?
Bei meiner Dauerbaustelle (aktuell noch werkstattlos) hab ich den Hals mit Holzsiegel matt (leicht verdünnt) gefinished. Mit einem Lappen aufgetragen, den Überstand abgerubbelt, eigentlich identische Vorgehensweise wie beim Ölen. Ich glaub das Ergebnis dürfte deiner Vorstellung recht nahe kommen. Dazu würde ich vermuten, dass "gerollt" schon für einen zu dicke und sichtbar auftragende Schicht sorgen könnte.
Matt/Seidenmatt? Habe beide verglichen und fand "matt" noch glänzender als gedacht...

https://gitarrebassbau.de/viewtopic.php ... 17#p148717
Gruß, Sebastian
#1 #2 #3 #4

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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#203

Beitrag von ugrosche » 24.07.2019, 08:11

zappl hat geschrieben:
23.07.2019, 21:56
Bei meiner Dauerbaustelle (aktuell noch werkstattlos) hab ich den Hals mit Holzsiegel matt (leicht verdünnt) gefinished. Mit einem Lappen aufgetragen, den Überstand abgerubbelt, eigentlich identische Vorgehensweise wie beim Ölen. Ich glaub das Ergebnis dürfte deiner Vorstellung recht nahe kommen. Dazu würde ich vermuten, dass "gerollt" schon für einen zu dicke und sichtbar auftragende Schicht sorgen könnte.
Danke, an Lappenauftrag habe ich noch gar nicht gedacht, das habe ich bisher nur beim Ölen oder ein Mal bei Nitrolack (mit schlechten Erfahrungen) gemacht. Das werde ich probieren. :D

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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#204

Beitrag von ugrosche » 28.07.2019, 20:26

Ein Stündchen für den Keller war heute noch übrig. :)
Habe ich für den Hals genutzt. Das Griffbrett wurde fertig geschliffen und mit MicroMesh auf Glanz gebracht.
Ein Ölung mit Lemon Oil hat den Farbton kaum verändert.
Also direkt mal den ersten Bund reingedengelt.
Uiuiui! hier muss der Schlag besser sitzen. :shock:
Wenn der Bund zurückfedert, reißt er das Bamus hoch und es gibt Aussplitterungen.
Hier habe ich Sekundenkleber drunter laufen lassen und nachgehämmert. Dann mit Micro Mesh nachpoliert. Ist gerade nochmal gut gegangen. (Der 10. Bund, links im Bild)
Den Rest habe ich mit einem Holzklötzchen in Griffbrettradius und einem beherztem Schlag mit einem Hammer größerer Gewichtsklasse versenkt. Das fordert von mir höchste Konzentration, da der erste Schlag sitzen muß. Die andere Hälfte mache ich daher morgen.
Das Halsshaping habe ich bisher immer frei Hand nah Gefühl gemacht. Dabei bin ich immer zu vorsichtig und nehme oft nach ein paar Tagen noch mehr Holz weg. Diesmal probiere ich die "Tangenten-Methode". Die Hilfslinien sind schon mal da.
Die Methode hat @kehrdesign bei seiner Elisa schulbuchmäßig erklärt; vielen Dank dafür! :D

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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#205

Beitrag von cabriolet » 28.07.2019, 20:46

ugrosche hat geschrieben:
28.07.2019, 20:26
Uiuiui! hier muss der Schlag besser sitzen. :shock:
Wenn der Bund zurückfedert, reißt er das Bamus hoch und es gibt Aussplitterungen.
Wenn ich das Foto richtig deute, hast du in der Bundmitte angefangen. Noch dazu mit zu viel Kraft. Dann bekommst du die Enden niemals sauber im Holz verankert.
Fang´an beiden Enden mit vorsichtigen Hammerschlägen an, nicht "der Schlag" muss besser sitzen, sondern die Bund-Enden müssen zuerst sauber sitzen bevor du in der Mitte weitermachst. Auch wichtig: Den Bunddraht überbiegen. Sonst wirst du immer das Problem haben, dass der Bund, wenn du ihn an einem Ende einschlägst, am anderen Ende wieder hochkommt.

Gruß
und viel Erfolg bei den weiteren Bünden!

Markus

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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#206

Beitrag von Yaman » 29.07.2019, 06:50

ugrosche hat geschrieben:
28.07.2019, 20:26
Den Rest habe ich mit einem Holzklötzchen in Griffbrettradius und einem beherztem Schlag mit einem Hammer größerer Gewichtsklasse versenkt. Das fordert von mir höchste Konzentration, da der erste Schlag sitzen muß.
Zum Bundieren nehme ich einen rükschlagsfreien Hammer. Da wird die Schlagkraft gut auf dlas Bundstäbchen übertragen und der Kunststoffkopf macht keine Macken ins Metall oder Holz.

https://www.amazon.de/Wiha-Schonhammer- ... KFHX91ZR3H

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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#207

Beitrag von ugrosche » 01.08.2019, 11:37

cabriolet hat geschrieben:
28.07.2019, 20:46
... Wenn ich das Foto richtig deute, hast du in der Bundmitte angefangen. Noch dazu mit zu viel Kraft. Dann bekommst du die Enden niemals sauber im Holz verankert. ...
Ich gebe Dir recht, das sieht auf dem Foto so aus. Dabei dachte ich, über diese Anfängerfehler bin ich hinaus.
cabriolet hat geschrieben:
28.07.2019, 20:46
...
Fang´an beiden Enden mit vorsichtigen Hammerschlägen an, nicht "der Schlag" muss besser sitzen, sondern die Bund-Enden müssen zuerst sauber sitzen bevor du in der Mitte weitermachst. Auch wichtig: Den Bunddraht überbiegen. Sonst wirst du immer das Problem haben, dass der Bund, wenn du ihn an einem Ende einschlägst, am anderen Ende wieder hochkommt.
Ich setze den Bund in den Schlitz, halte ein Hartholzklötzchen mit Griffbrettradius drauf und dann kommt der Hammer. Hat bisher ganz gut funktioniert. Durch der Griffbrettradius und den schrägen Fächerbünden werden dabei (theoretisch) sogar die Bundenden zuerst reingedrückt. Leicht überbogen ist der Bunddraht sowieso, da "Rollenware".
Yaman hat geschrieben:
29.07.2019, 06:50
Zum Bundieren nehme ich einen rükschlagsfreien Hammer. Da wird die Schlagkraft gut auf das Bundstäbchen übertragen und der Kunststoffkopf macht keine Macken ins Metall oder Holz.
Ich habe nur einen "normalen" Kunststoffhammer. Den benutzte ich zum Nacharbeiten. So etwas rückschlagfreies habe ich noch nie benutzt. Das wollte ich immer schon mal als Selbstbau angehen.

Bisher habe ich die Bundschlitze vor dem Bundieren mit der Dreikantfeile etwas vorgekerbt, um den Ausbrüchen vorzubeugen. Habe ich diesmal schlicht vergessen. :oops:

Egal, jetzt sind alle drin und es gab keine weiteren Ausbrüche am Griffbrett. Hinterher prüfe ich, ob sich ein Papierschnipsel noch irgendwo unter einen Bund schieben lässt. Das gibt mir ein besseres Gefühl als die reine Sichtkontrolle. Wenn ich Stellen finde, versuche ich nachzuhämmern.
Wenn dann alles OK ist, zwicke ich die Enden ab und schlage nochmal leicht auf die Bundenden, damit da nichts hochsteht.
Die Schlitze mit der Einstrichsäge waren wohl recht eng, ich habe mir einen ganz leichten Backbow eingefangen.
Das wird sich aber sicher durch Saitenzug wieder ändern. Zur Not habe ich ja so einen 2-Wege-Trussrod verbaut. :badgrin:

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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#208

Beitrag von kehrdesign » 01.08.2019, 12:10

ugrosche hat geschrieben:
01.08.2019, 11:37
... und schlage nochmal leicht auf die Bundenden, damit da nichts hochsteht. ...
Kannst Du Dir sparen.

Falls die Enden nach dem kompletten Eindrücken noch etwas klaffen, hilft bestenfalls Kleber (Tip hierzu). Darum geht man auf Nummer sicher, dadurch dass der Biegeradius für Vorspannung sorgt und diese nicht durch anfänglichen Druck/Schlag auf die Bundmitte liquidiert wird.
Um etwas zu verhindern finden sich immer Gründe, um etwas zu erreichen findet man Lösungen.
______________________
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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#209

Beitrag von ugrosche » 01.08.2019, 13:02

kehrdesign hat geschrieben:
01.08.2019, 12:10
ugrosche hat geschrieben:
01.08.2019, 11:37
... und schlage nochmal leicht auf die Bundenden, damit da nichts hochsteht. ...
Kannst Du Dir sparen.

Falls die Enden nach dem kompletten Eindrücken noch etwas klaffen, hilft bestenfalls Kleber (Tip hierzu). Darum geht man auf Nummer sicher, dadurch dass der Biegeradius für Vorspannung sorgt und diese nicht durch anfänglichen Druck/Schlag auf die Bundmitte liquidiert wird.
(think) OK, bin etwas verwirrt, aber ich glaube Dir gerne. Und die Methode mit Sekundenkleber und Capo gefällt mir gut.
Ich dachte, die getang-nippten Enden können gerade beim Vorbiegen hinterher hochstehen, wenn man an den Enden zuerst einschlägt. Blöd zu erklären, deshalb eine schnelle Skizze mit übertriebener Darstellung:
Ist aber vielleicht auch völliger Quatsch.
Diesmal habe ich keine Edelstahl-Bünde, deshalb hat ein Hammerschlag an den beiden Stellen gereicht, an denen ich Papier unter das Bundende schieben konnte.
Edelstahl würde zu sehr nachfedern. Falls ich da mal in Probleme komme, kenne ich jetzt eine gute Sekundenkleber Methode. :D

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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#210

Beitrag von ugrosche » 01.08.2019, 20:59

Gemäß Kaizen, also "Wandel zum Besseren" habe ich beim Bundenden verrunden mal was neues ausprobiert. Ich habe vom Ben von Crimson Guitars mal zeigen lassen, wie man das macht. Dazu hatte ich mir für 10€ chinesische Fret-Radiergummis bestellt.
Fühlen sich an, wie normale Radiergummis und machen auch solche Krümel.
Ist zwar nicht viel schöner als bei meinen bisherigen Versuchen, ging aber viel schneller.
Fühlt sich gut an. Ich habe diesmal beim Abschrägen das Griffbrett leicht angeschliffen. Früher war das für mich ein No-Go, weiß gar nicht warum. Greift sich viel smoother so. :D

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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#211

Beitrag von ugrosche » 04.08.2019, 21:23

Nur wenig Zeit am Wochenende für Gitarrenbau. Habe die Bünde fertig gemacht.
Abgeklebt und mit Edding markiert:
Dann mit Aluklotz und P800 abgerichtet. Musste zum Glück kaum was runter. Dann noch mit MicroMesh un Polierpaste auf Glanz gebracht:
An den letzten Bünden habe ich einen minimalen Falloff eingeschliffen, obwohl sich mir der Sinn noch nicht erschließt.
Hat jemand von Euch das mit dem Falloff gecheckt oder ist das doch nur Vodoo?

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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#212

Beitrag von cabriolet » 05.08.2019, 10:49

ugrosche hat geschrieben:
04.08.2019, 21:23
An den letzten Bünden habe ich einen minimalen Falloff eingeschliffen, obwohl sich mir der Sinn noch nicht erschließt.
Hat jemand von Euch das mit dem Falloff gecheckt oder ist das doch nur Vodoo?
Bei einem "gesunden" Instrument, noch dazu mit Hals-Spannstab, würde ich das nicht machen. Stell´ dir einfach mal die Situation vor: Du hast durch den Saitenzug ja einen leichten Frontbow, der auch beabsichtigt ist, damit die Saiten nicht auf den Bünden hinter deinen Fingern klappern/sirren/schnarren. Mit Falloff machst du jetzt genau das Gegenteil. Spielst du nun in sehr hohen Lagen, z.B. dem 20. Bund, machen die Saiten am höchsten Punkt, also da wo dein Falloff beginnt, Geräusche.

Mmn. macht ein Falloff nur Sinn bei einem Instrument ohne Spannstab und mit (zu) weichem Hals, also deutlichem Frontbow unter Saitenzug und dadurch Scheppern auf den hohen Bünden beim Spiel in mittleren Lagen. Ist also eher Kompensation von Schwächen in der Konstruktion.

Gruß
Markus

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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#213

Beitrag von ugrosche » 06.08.2019, 08:05

cabriolet hat geschrieben:
05.08.2019, 10:49
...
Mmn. macht ein Falloff nur Sinn bei einem Instrument ohne Spannstab und mit (zu) weichem Hals, also deutlichem Frontbow unter Saitenzug und dadurch Scheppern auf den hohen Bünden beim Spiel in mittleren Lagen. Ist also eher Kompensation von Schwächen in der Konstruktion.
...
Danke für das Feedback, Markus. So ähnlich sehe ich das auch. Aber der Ben von Crimson Guitar scheint zu wissen, was er tut. Das hatte mich verunsichert.

Gestern habe ich kurz mit dem Hals-Shaping angefangen. Die "Tangenten-Methode" gefällt mir ganz gut. Man muss aufpassen, dass der Winkel konstant bleibt und man nicht zu früh die Rundung raspelt/schleift.

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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#214

Beitrag von DoppelM » 07.08.2019, 19:00

ugrosche hat geschrieben:
06.08.2019, 08:05
cabriolet hat geschrieben:
05.08.2019, 10:49
...
Mmn. macht ein Falloff nur Sinn bei einem Instrument ohne Spannstab und mit (zu) weichem Hals, also deutlichem Frontbow unter Saitenzug und dadurch Scheppern auf den hohen Bünden beim Spiel in mittleren Lagen. Ist also eher Kompensation von Schwächen in der Konstruktion.
...
Danke für das Feedback, Markus. So ähnlich sehe ich das auch. Aber der Ben von Crimson Guitar scheint zu wissen, was er tut. Das hatte mich verunsichert.

Gestern habe ich kurz mit dem Hals-Shaping angefangen. Die "Tangenten-Methode" gefällt mir ganz gut. Man muss aufpassen, dass der Winkel konstant bleibt und man nicht zu früh die Rundung raspelt/schleift.
2019-08-05 19.35.26.jpg
Hmnee. Es gibt ne ganze Reihe etablierter Gitarrenbauer die nen Falloff machen. Und zwar ab Korpusübergang, da dort der Spannstab nicht mehr wirkt.
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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#215

Beitrag von DoppelM » 07.08.2019, 19:03

https://youtu.be/gvUm0KbeO-E

In diesem Video zum Pleken erkennt man die Problematik deutlich. Der Falloff muss natürlich schon „vor“ dem Knick beginnen
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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#216

Beitrag von ugrosche » 08.08.2019, 08:18

DoppelM hat geschrieben:
07.08.2019, 19:03
In diesem Video zum Pleken erkennt man die Problematik deutlich. Der Falloff muss natürlich schon „vor“ dem Knick beginnen
Danke für das Video, Malte. Hab es nur mal überflogen. Das werde ich mir auf jeden Fall nochmal in Ruhe anschauen, weil ich nie richtig verstanden habe, wie das Pleken funktioniert. Für diesen Bau bin ich durch, die Bünde bleiben erstmal so mit dem Mini-Falloff.

Weiter geht es mit dem Shaping nach Tangenten-Methode. Erst die 45° Schrägen anbringen:
Dabei habe ich benutzt, was geeignet erschien. Von Raspel über Mini-Hobel, Ziehklinge, Schleifklotz und die guten alten Stanley Surfform Raspeln.
Wenn auf beiden Seiten glatte 45° Schrägen sind, komt ein Bleistiftstrich auf die Mitte dieser Fläche, der muss bleiben. Dadurch weiß ich bei der weiteren Bearbeitung "Bis hierhin und nicht weiter".
Dann kommt der schöne Teil, die Verrundung. Und gestern war der Kunz-Schweifhobel in der Post, den @Yaman mir zu einem Spottpreis überlassen hat. Das ist das Tool der Wahl für diese Arbeiten.
Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, die Tangenten-Methode funktioniert für mich. War ja auch ein Ziel des "Kaizen-Bass", neue Methoden auszuprobieren.
Als nächstes kommt die Volute und der Korpusübergang.

Gestern sind neben dem Schweifhobel auch noch ein paar Furniere eingetrudelt. Als Spinnerei wollte ich mir demnächst mal einen Fahrradrahmen aus Holz laminieren. Von dem schönen Riegelahorn werde ich hier wohl ein Stück für die Kopfplatte nehmen. :D

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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#217

Beitrag von cabriolet » 08.08.2019, 11:10

DoppelM hat geschrieben:
07.08.2019, 19:00
Hmnee. Es gibt ne ganze Reihe etablierter Gitarrenbauer die nen Falloff machen. Und zwar ab Korpusübergang, da dort der Spannstab nicht mehr wirkt.
Ja, dass es einige machen, ist klar... ob man´s braucht, ist aber eine andere Frage. Wenn du dir einen Hals in der Seitenansicht vorstellst, siehst du, dass bei einem minimalen Frontbow auch oberhalb des Hals-Korpus-Übergangs die Saitenlage von Bund zu Bund immer höher wird, die Saiten also niemals auf den nächsten Bünden scheppern (und durch den leichten Frontbow auch nicht hinter der Greifhand). Zwei Ausnahmen gibt es bei insgesamt niedriger Saitenlage:
1.: Ein zu starker Frontbow (1.a.: Knick am Hals-Korpus-Übergang)
2.: Ein zu hoher Sattel

Jetzt kann man natürlich hingehen, und bei einer Akustikgitarre von Anfang an einen Falloff einarbeiten, um die Gitarre spielbar zu halten, wenn der Hals im Laufe der Jahre seinen Winkel ändert bzw. ein Hals ohne Spannstab zur Banane wird.
Den Nachteil, wenn man den Falloff von Beginn an hat, habe ich oben schon beschrieben: Die Saiten können dann hinter der Greifhand für Geräusche sorgen.
Deshalb würde ich (ja, da spreche ich nur für mich) keinen Falloff machen. Wenn wirklich nötig (und um einen neuen Hals oder einen Neck-Reset zu umgehen), würde ich den eher bei eintretendem Bedarf nachträglich anbringen. Habe ich bei meiner alten namenlosen Jazz-Gitarre so gemacht, inzwischen aber den gesamten Hals begradigt und neu bundiert.

Zu Ben Crowe: Klar hat der Ahnung, und ich habe auch schon viel aus seinen Videos gelernt. Ich habe aber den Eindruck, dass er den Sattel immer recht hoch lässt, meiner Meinung nach könnte er deutlich tiefer kerben. Damit erreicht er zwar eine schön tiefe Saitenlage im 12. Bund, die nach oben hin nur wenig zunimmt (braucht dafür aber in den unteren Bünden viel mehr Kraft). Seine Gitarren sind wohl eher für eine leichte Bespielbarkeit in mittleren bis hohen Lagen ausgelegt. In den sehr hohen Lagen braucht er aber dann den Falloff.

Gitarren einstellen ist also immer in irgendeiner Form ein Kompromiss, aber gerade beim einem Bass, um den es hier ja geht, sehe ich einen Falloff als unsinnig an.

Gruß
Markus

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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#218

Beitrag von ugrosche » 11.08.2019, 13:54

Am Korpus gibt es noch eine Baustelle, die ich fast erfolgreich verdrängt hatte:
vor ein paar Wochen wollte ich "schnell mal eben" das Loch für die Buchse bohren. Obwohl mittig vorgebohrt, ist der Bohrer spazieren gegangen. :cry:
Das ist der Fluch von "mal eben".
jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:
1) Ich lass das jetzt mal so ... (und ärgere mich jedesmal, wenn ich das Kabel einstecke)
2) Ich versuche, es zu reparieren und ein "Feature" draus zu machen

Es sind noch 7 Wochen bis zur Deadline, bei meinem Tempo eher knapp. Trotzdem versuche ich, das zu verbessern. Aus dem schwarzen Material bastele ich eine Art Stöpsel, ähnlich wie bei den Potiknöpfen.
Buchse passt durch, jetzt muss ich irgendwie das Loch im Korpus passend symmetrisch aufweiten ...

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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#219

Beitrag von Yaman » 11.08.2019, 17:19

Ich hatte bei einer Gitarre den gleichen Fall und habe es auch mit einem Stöpsel repariert. Damit das Loch beim zweiten Mal exakt wurde, habe ich einen Forstnerbohrer (oder auch Kunstbohrer) im Bohrständer genommen, der ist nicht verlaufen.

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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#220

Beitrag von ugrosche » 12.08.2019, 20:37

Stöpsel eingeleimt ...
... beigeschliffen ...
... und aufgebohrt.
Ist zwar ganz gut kaschiert, hat aber in Summe locker einen Nachmittag gedauert. Kann man sich wirklich nur im Hobbybereich leisten.
Man sieht auch die vermackte China-Zargenbuchse. 3 Stück hatte ich bestellt aber 5 geliefert bekommen. Leider alle mit Macken und Kratzern. Vielleicht nehme ich doch eine gut verchromte, die ich noch irgendwo rumliegen haben müsste ...

Jetzt kommt auch bei mir viel langweiliges Schleifen. Da ist die Kopfplatte schon eine willkommene Abwechslung ...

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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#221

Beitrag von bea » 13.08.2019, 02:05

ugrosche hat geschrieben:
12.08.2019, 20:37
Ist zwar ganz gut kaschiert, hat aber in Summe locker einen Nachmittag gedauert. Kann man sich wirklich nur im Hobbybereich leisten.
Naja, Du hast ja gerade auch frisch mitbekommen, dass Urs zur Zeit mal eben gerade ein Griffbrett erneuert, nachdem ein vorausgegangener Kaschierungsversuch eines Fehlers nicht zum gewünschten Ergebnis führte. Das wird mehr als ein Nachmittag gewesen sein...

Oder stöbere mal in den Threads von Liz' Archtops - da gibt es ebenfalls aufwendige nachträgliche Verbesserungen.

M.E. sind derartige Aktionen auch bei Profis nicht ungewöhnlich, auch wenn sie idealerweise nicht auftreten sollten - es gibt eben genügend Fälle, in denen man notfalls sogar "geschickt pfuschen" oder umdisponieren muss.
LG

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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#222

Beitrag von Poldi » 13.08.2019, 05:24

ugrosche hat geschrieben:
12.08.2019, 20:37
Ist zwar ganz gut kaschiert, hat aber in Summe locker einen Nachmittag gedauert. Kann man sich wirklich nur im Hobbybereich leisten.
2019-08-12 19.09.27.jpg
Dafür ist das wirklich gut geworden, ein echtes Feature.

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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#223

Beitrag von ugrosche » 13.08.2019, 21:03

Vor Inlays habe ich mich bisher immer erfolgreich gedrückt. (Dots oder meine Alupinne zähle ich jetzt mal nicht zu Inlays)

Aber ich will ja neue Skills lernen, daher starte ich diesmal einen Versuch mit den Schriftzeichen für "Kaizen". Wenn's nix wird, kann ich das noch immer einfach komplett weglassen. Als Material nehme ich Alu, passend zu den Griffbrett-Dots. Das Aussägen mit der Laubsäge ging besser als erwartet. Aber ich brauche wohl die Lupenbrille, sonst habe ich zu viel Nacharbeit.
das "X" rechts im Bild ist der erste Alu-Versuch. Zum Nachschleifen passt keine der Schlüsselfeilen so richtig im Radius. Dafür werde ich mir Holzleisten mit Schleifpapier bekleben.

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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#224

Beitrag von ugrosche » 13.08.2019, 21:16

bea hat geschrieben:
13.08.2019, 02:05
Naja, Du hast ja gerade auch frisch mitbekommen, dass Urs zur Zeit mal eben gerade ein Griffbrett erneuert, nachdem ein vorausgegangener Kaschierungsversuch eines Fehlers nicht zum gewünschten Ergebnis führte. Das wird mehr als ein Nachmittag gewesen sein...

Oder stöbere mal in den Threads von Liz' Archtops - da gibt es ebenfalls aufwendige nachträgliche Verbesserungen.

M.E. sind derartige Aktionen auch bei Profis nicht ungewöhnlich, auch wenn sie idealerweise nicht auftreten sollten - es gibt eben genügend Fälle, in denen man notfalls sogar "geschickt pfuschen" oder umdisponieren muss.
Ja, die Fälle der Profis hier kenne ich natürlich.
Liz musste ja mal eine Archtopdecke komplett neu machen, nachdem er sie "mal eben" durchgebohrt hatte. :(
Bei Urs verbuche ich das auch schon mal unter "Prototyping". Urs probiert ja oft komplett neue krasse Sachen aus. Da ist dann leider auch schon mal Verschnitt dabei.
Schön finde ich, dass die Profis hier uns zeigen, dass auch bei ihnen nicht immer alles nach Plan läuft.

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ugrosche
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Re: [Elektrisch] Kaizen Bass

#225

Beitrag von ugrosche » 16.08.2019, 12:23

Das Aussägen der Inlays hat schon mal geklappt, obwohl meine letzten Laubsägearbeiten ca. 40 Jahre zurück liegen. Nur 2 Sägeblätter gerissen. :D
Etwas Nachfeilen muss ich noch. Aber zum Glück kennt ja fast niemand japanische Schriftzeichen so richtig, da wird keiner merken, wenn ein Strich zu lang, zu kurz, zu breit oder zu schmal ist. (whistle)

Jetzt mal eine Frage des guten Geschmacks zur Positionierung. Im Kopf hatte ich drei Varianten.
Hier mal schnell aufgelegt:

Nebeneinander:
Übereinander:
Diagonal:
Ich habe nur einen leichten Favoriten.
Was denkt Ihr?
(think)

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