[Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

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Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#51

Beitrag von cabriolet » 22.11.2018, 17:06

Und weiter geht´s mit dem Center-Block:

Von der Fichten-Latte war gerade noch genug übrig, um auch die letzten Teile für den Block zu bauen und dabei den Riss in der Latte auszusparen.
Das Stück auftrennen (Wieder von Hand, auch hier musste ich wieder mehrfach umspannen. Den größten Teil habe ich hier mit Japanblatt in der Gestellsäge erledigt)
und in beide Teile die Wölbung gehobelt:
Beide Teile sind leicht ballig, damit sich an den Rändern beim Biegen von Decke und Boden kein scharfer Knick ergibt. Die beiden Teile sind ja nicht nur Teile des Center-Blocks, sondern auch Teil der Form zum Wölben.
Außerdem beginnt die Wölbung aus Richtung Hals flacher ansteigend und fällt dann zum Ende hin stärker ab. Damit habe ich dann den höchsten Punkt (etwa 13mm) ungefähr unter der Bridge.
So sieht das dann aus, wenn ein Teil mal auf dem bisherigen Block liegt (die Lücken für PU und Hals kommen dann, nachdem ich die Decke gewölbt habe):
Und das sind die Späne, die bei der Aktion auf dem Boden gelandet sind:
Gruß
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Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#52

Beitrag von Poldi » 23.11.2018, 05:46

Da bin ich ja echt mal gespannt ob das klappt. Die Wölbung scheint mir doch recht hoch zu sein.

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Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#53

Beitrag von cabriolet » 23.11.2018, 17:04

Ja, das kam mir auch recht viel vor. Vor allem, nachdem ich gestern abend mal beide Teile an den Centerblock gehalten habe; da sah das ganze doch recht "mopsig" aus :? . Insgesamt (mit Boden und Decke) wäre ich auf 78-79mm Korpus-Dicke gekommen.

Also vorhin erst einmal die Zargenhöhe reduziert, von 48-49mm auf jetzt 45mm. Fällt im Bild weniger auf als an Wirklichkeit, aber man kann es an den Reifchen erahnen. Die sind auf der Unterseite jetzt auch entsprechend niedriger.
Die ganze Aktion gestaltete sich garnicht mal so einfach. Zargen und Reifchen niedriger hobeln ist ja eigentlich kein Problem, aber der schon eingeleimte Centerblock und die Klötzchen in den Cutaway-Spitzen waren ja im Weg. Also an den Cutaways erst einmal die Säge angesetzt, den Centerblock mit dem Stechbeitel im Zargenbereich soweit weggeholzt, dass ich mit dem Hobel rundum die Zargen niedriger hobeln konnte. Zum Schluss dann noch den Centerblock auf Höhe gehobelt. Das Alles auf der späteren Korpus-Rückseite. Das muss noch ein wenig eben geschliffen und "schön" gemacht werden, aber so sieht´s jetzt mit einem aufgelegtem Wölbungs-Block-Teil aus:
Die Wölbungs-Teile selber habe ich auch noch um 2mm flacher gehobelt. Ich habe übrigens gerade mal ein wenig in den Pläne-Sammlungen gestöbert und dabei festgestellt, dass ich mit den jetzt etwa 11mm genau in dem Bereich liege, in dem sich auch verschiedene ES-Modelle und LP´s tummeln. Bei der gesamten Korpus-Dicke komme ich jetzt auf etwa 71mm.

Gruß
Markus

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Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#54

Beitrag von cabriolet » 24.11.2018, 18:07

Heute ging´s dann endlich an den spannenden Teil: Die Wölbung.

Dazu erst einmal eine "Vorrichtung" gebaut: Einfach auf einem Stück MDF den Korpus-Umriss aufgezeichnet und ganz grob ausgesägt.
Genauer muss das garnicht sein, nur die Schraubzwingen müssen später weit genug auf Decke bzw. Boden reichen.
Genauso verfahren bin ich dann mit dem 2mm-Sperrholz.
Auf das MDF dann mit gewöhnlichem Kreppband den als Form dienenden Teil des Centerblocks geklebt.
Den Sperrholz-Boden dann erst einmal mit wenig Zwingen in Position fixiert, Wasser im Wasserkocher erhitzt und darübergegossen. Schon jetzt ließen sich die weiteren gesetzten Zwingen leicht weiter anziehen. Um aber nicht nur den Leim im Sperrholz weich zu bekommen, sondern auch das Holz selber, habe ich dann noch mit dem Heißluftföhn auf größter Stufe möglichst gleichmäßig geheizt. Alle Zwingen ließen sich nun butterweich anziehen, bis das Sperrholz auf dem MDF auflag.
Ein paar Zwingen musste ich versetzen und noch weitere dazupacken, um Wellen am Rand wieder flachzudrücken. So durfte das Ganze dann ein paar Stunden auskühlen (das Wasser war schon durch den Föhn wieder ´raus).
Also erstmal in Ruhe Einkaufen und Kaffetrinken gefahren und danach die Zwingen entfernt und das Ergebnis betrachtet. Ok, an den Rändern kommt der Boden ein wenig hoch, lässt sich aber problemlos mit den Fingern bis auf das MDF herunterdrücken. Aber viel wichtiger: Die Wölbung ist richtig schön gleichmäßig geworden (dance a) .
Leider wollte meine Kamera überhaupt nicht mehr fokussieren, auch sagte sie mit frischem Akku dauernd: "Bitte Akku laden". Muss später mal die "gute" Kamera hervorkramen, die mir eigentlich für dem Bastelraum zu schade ist...
Nur ein Bild habe ich hinbekommen, da hatte ich aber schon einen 5mm-Leiste unter den Centerblock-Teil gelegt und das gewölbte Sperrholz mit befeuchteten Rändern wieder auf die MDF-Platte gezwungen, um die Ränder noch ein wenig herunterzubiegen. So darf das jetzt bis morgen bleiben.
Wenn das gelingt, wird die Decke auf die gleiche Weise gewölbt.

Gruß
Markus

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Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#55

Beitrag von Poldi » 25.11.2018, 10:16

Macht es nicht Sinn sich eine "Brille" aus dem MDF anzufertigen die dann den gesamten Rand mit den Zwingen runterdrückt. Da bleiben dann mit Sicherheit die Wellen weg.

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Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#56

Beitrag von cabriolet » 25.11.2018, 11:56

Ja, das wollte ich zunächst auch so machen. Würde ich auch definitiv, wenn ich eine (Klein-) Serienfertigung starten würde.
Ich hatte mich gestern spontan gegen die Brille entschieden, weil ich einfach den Einsatz von Stichsäge und Fräse umgehen wollte, ich mag einfach den Dreck und Lärm nicht. Klar wäre das auch von Hand gegangen, hätte aber unverhältnismäßig viel Zeit gekostet.

Am fertig gewöbten Boden habe ich zwar jetzt leichte Abdrücke der Zwingen, die sind aber so minimal, dass sie sich problemlos herausschleifen lassen.
So hat das dann heute morgen ausgesehen, nachdem die Zwingen entfernt waren:
Auf dem Bild sieht das recht ungleichmäßig aus, das wirkt aber nur so durch die sehr ungleichmäßigen Riegel und Wölkchen im Holz und die Brandflecken durch die Heißluftpistole.
Von der Innenseite sieht´s schöner aus, das gewölbte Centerblock-Stück liegt nur lose ´drin.
Ich habe mich dann gleich mit der kleinen Japan-Säge noch ein wenig näher an den Korpus-Umriss herangeknabbert und dann den Centerblock eingeleimt. Wichtig für die nächste Einkaufsliste: Mehr Zwingen mit weiter Ausladung.
Und wie ihr seht, funzt meine kleine Kamera wieder (dance a) ; war wohl ein defekter Akku, der lässt sich jetzt nichtmal mehr laden. Mit dem Ersatz-Akkus läuft´s.

Gruß
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Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#57

Beitrag von DoppelM » 25.11.2018, 12:20

Klasse! Komplexe Wölbungen a la 335 dürfte so vielleicht noch schwierig werden, aber für sowas wie ne Gretsch Jet scheint das ja zu reichen :)
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Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#58

Beitrag von cabriolet » 25.11.2018, 17:56

Schwierig mit Sicherheit, aber mit Brille und entsprechender Innenform sollte auch das gehen.

Einen Schritt weiter bin ich vorhin auch noch gekommen. Nachdem das Centerblock-Stück ein paar Stunden eingeleimt warten durfte, habe ich dann den Boden auf den Zargenkranz geleimt. Als ebene Auflagefläche diente wieder die zurechtgestutzte MDF-Platte; weil so die Zwingen einfacher zu setzen waren, durfte sie jetzt "Decke" spielen 8) .
Also wieder ein Zwingenwald:
Gruß
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Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#59

Beitrag von penfield » 26.11.2018, 07:40

Zwingenbilder sind untrügliche Zeichen des Fortschritts.

Gefällt mir, was du da machst/zeigst.
Gute Arbeit! (clap3)
SGmaster, Peacemaster 3P90, Double neck fretless/fretted,
Quickbird, Basslownia, FrameBird, Violin Bass Bausatz.
Sollte an Les Paulownia arbeiten, hat aber den Umbau der Mystery Guitar eingeschoben...

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Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#60

Beitrag von cabriolet » 26.11.2018, 10:23

Danke!

Nachdem der Zwingenwald gerodet war, habe ich dann den Boden mit verschiedesten Werkzeugen bis an den Zargenkranz herangearbeitet. Wichtigstes Werkzeug dabei: Eine mit Schleifleinen umwickelte Sprühdose.
Danach sah das dann so aus:
Ich hatte gehofft, bei reinem Tageslicht ein gutes Bild von der Wölbung hinzubekommen, war aber heute zu düster draußen :( .
Also mal schnell einen dunklen Hintergrund improvisiert (Isomatte) und Kunstlicht-Fotos gemacht:
Gruß
Markus

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Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#61

Beitrag von Yaman » 26.11.2018, 10:49

Auf dem zweiten Foto sehe ich einen blauen Balsa-Hobel. Kann man bei diesem die Klinge verstellen? ich habe drei verschiedene Balsa-Hobel aber bei jedem steht die Klinge zu weit heraus, um damit hobeln zu können (jedenfalls richtiges Holz und nicht Balsa).

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Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#62

Beitrag von cabriolet » 26.11.2018, 11:20

Ja, die kann man verstellen, wenn auch nur in einem geringem Bereich. Unter der Klemmschraube (bzw. Flügelmutter) ist ein Langloch, damit lässt sich die "Klappe", die gleichzeitig auch Anschag für die Klinge ist, um etwa 2mm verschieben.
Ich habe übrigens zwei baugleiche von diesen Hobeln, einen aus dem Globus-Baumarkt, der funktionierte von Anfang an problemlos, und einen aus dem Netz, den ich aber nacharbeiten musste. Da war die Auflage für die Klinge in der "Klappe" nicht eben und die Klinge, die ja nicht viel stabiler ist als eine Rasierklinge, hat sich krummgedrückt.
Bei Bedarf kann ich heute abend Fotos machen.

Gruß
Markus

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#63

Beitrag von thoto » 26.11.2018, 11:28

Das sieht ja echt richtig gut aus! Hätte ich niemals gedacht, dass das so gut klappt! Super! (clap3)
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Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#64

Beitrag von Poldi » 26.11.2018, 12:09

thoto hat geschrieben:
26.11.2018, 11:28
Das sieht ja echt richtig gut aus! Hätte ich niemals gedacht, dass das so gut klappt! Super! (clap3)
dito.

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Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#65

Beitrag von glambfmbasdler » 26.11.2018, 19:13

Schaut gut aus! (dance a)
Grüße
Eduard

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Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#66

Beitrag von cabriolet » 26.11.2018, 22:31

Danke! Wenn man gaaaanz genau hinsieht, ist an einer Seite am Centerblock ein leichter Knick entstanden, den man aber nur aus ganz bestimmten Winkeln wahrnimmt. Den bekomme ich weggeschliffen, wird ja sowieso deckend lackiert. Für die Decke sehe ich mir aber den Centerblock nochmal ganz genau an, bevor ich wölbe.

@Yaman : Habe das Balsa-Hobelchen mal auseinandergebaut
und von innen fotografiert, da siehst du auch an der vorderen Kante, wo ich nachgearbeitet habe. Da wo es jetzt lackfrei ist, war vorher dick und ungleichmäßig Lack drauf. Bei dem ersten Hobel war da von Beginn an entlackt/geschliffen.
Gut zu erkennen ist auch das Langloch.
Im letzten Bild habe ich dann mal die Klinge so weit wie möglich nach hinten gestellt. Sie erreicht so nicht einmal mehr das Maul.
Gruß
Markus

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Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#67

Beitrag von Goldschmied » 27.11.2018, 16:12

Genau den gleichen Hobel hab ich auch :D nehm ich gern um überstehende/herausgequollene Leimreste zu entfernen.

Saubere Arbeit! Die wölbungen ist richtig klasse geworden!

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Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#68

Beitrag von cabriolet » 03.12.2018, 19:19

Heute ging´s dann an´s Anpassen des Halses.

Dazu zuerst am späteren 21. Bund (an dem soll der Hals in den Korpus übergehen) eine Markierung gemacht, den Hals auf Centerblock und Zargen aufgelegt und markiert, wo ich den Hals kürzen muss. Außerdem an den Zargen die Breite des Halses markiert.
Ab diesem Punkt ist auch klar, dass die Gitte keinen Hals-Tonabnehmer bekommen wird.

Dann zur Säge gegriffen und etwa 1mm innerhalb der Markierungen (um noch Material zum Nacharbeiten stehen zu haben) senkrecht bis auf den Centerblock hinuntergesägt, das Zargenstück mit Säge, Beitel, Iwasaki und Schleifleinen beseitigt.
Weil ich den Hals nur grob auf Breite gesägt hatte, waren die Seiten noch nicht winklig. Das habe ich schnell mit dem Hobel auf Winkel gebracht. Dass der Hals noch etwa 3mm zu breit ist, stört mich nicht, da später ja deckend lackiert wird uns sowieso gefüllert werden muss.
Danach den Ausschnitt in der Zarge an die Halsbreite angepasst und den Hals an der Markierung gekürzt.
Zusammengesteckt sieht das dann schon mal nach Gitarre aus:

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Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#69

Beitrag von cabriolet » 03.12.2018, 19:58

Einen Halswinkel brauche ich auch noch, da die Decke ja gewölbt wird. Um nicht lange herumrechnen oder alles 1:1 aufzeichnen zu müssen, bin ich den einfachsten Weg gegangen:
Da ich den höchsten Punkt der Wölbung ja im Bereich der Brücke haben will und ich somit nahezu eine Gerade auf der Decke bis zur Brücke habe, betrachte ich die Decke einfach als flach :lol: . Bei flachen Gitarren hat der Hals üblicherweise ja keinen Winkel. Das heißt, bei üblichem Hals-Überstand über der Decke komme ich ohne Winkel in Bezug auf die Decke aus, um mit fender-artigen Brücken arbeiten zu können. Anders gesagt: Der Halswinkel muss gleich dem Winkel der Deckenwölbung zwischen Hals-Korpus-Übergang und Brücke sein.
Und genau diesen Winkel habe ich ja als Holzstück hier liegen: Den letzten noch nicht verleimten Teil des Centerblocks 8). Den habe ich dann genutzt, um an dem letzten verbliebenen Reststück von der zweiten Fichten-Latte genau diesen Winkel anzuzeichnen und einen Keil abzusägen.
Der ist absichtlich noch ein Stück zu lang, durch Kürzen kann ich dann genau festlegen, wie weit der Hals (dessen Rückseite ich im betreffenden Bereich plan gehobelt habe) dann noch aus dem Korpus heraussteht. Hier brauche ich an der Zarge genau 2mm Überstand, da ja noch die Decke auf die Zargen kommt.
Den Keil dann eingeleimt:
Jetzt musste noch der im Korpus liegende Teil des Halses weichen. Dazu zuerst einen 2mm tiefen Schnitt am Übergang in den Korpus gesägt. Dann den Hals eingesetzt und an der Oberkante des Centerblocks eine Markierung gesetzt. Den Hals wieder herausgenommen , die Markierung auf beiden Seiten des Halses mit der Unterkante des Sägeschnittes mit einer Geraden verbunden. Dann wieder zur Säge gegriffen und sehr langsam und vorsichtig gesägt. Der Winkel musste ja stimmen und Nacharbeiten mit dem Hobel geht da wegen der 2mm-Kante schecht.
Tatsächlich war der Schnitt genau genug, um letzte Feinheiten allein mit der Ziehklinge machen zu können.

Und dann war´s soweit: Der Hals konnte eingeleimt werden:
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Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#70

Beitrag von cabriolet » 04.12.2018, 17:33

Wölben, zweiter Teil: Die Decke.

Ging genauso vonstatten wie der Boden.

Die grobe Form angezeichnet und ausgesägt:
Klebeband-Kringel auf die MDF-Platte und den gewölbten Centerblock-Teil darauf befestigt:
Decke darauf ausgerichtet und zunächst mit 4 Zwingen in Position gehalten, dann mit heißem Wasser übergossen und mit dem Heißluftföhn bearbeitet:
Nach dem Abkühlen dann das Gleiche, wie schon beim Boden: Die Ränder kommen hoch. Also auch hier das Centerblock-Stück ein wenig unterlegt und die Decke wieder unter Einsatz von Wasser und Hitze ein wenig überbogen. So darf das bis morgen ruhen.
Gruß
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Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#71

Beitrag von cabriolet » 05.12.2018, 19:40

Nachdem die Decke aus ihrer Zwangslage befreit war, habe ich mich dann wie schon beim Boden mit der Säge näher an den Umriss herangeknabbert.
Am gewölbten Centerblock-Teil den Ausschnitt für den Pickup angezeichnet
und ausgesägt:
Dann das erste Stück angeleimt:
Währen der Leim anzieht, mit Schleifklötzen den Bereich der Decke bis an den Umriss ausgearbeitet, der später am Hals anliegt. Der steht ja 2mm über die Zargenhöhe hinaus.
Dann das letzte Centerblock-Stück angeleimt:
Ein paar Stunden später, nachdem die Zwingen aus dem Weg konnten, sicherheitshalber nochmal die Position des Tonabnehmer-Ausschnitts nachgemessen und notiert, damit ich sie später auch wiederfinde.
Und dann... :
Die Schachtel ist zu (dance a) :
Ein wenig ungewöhnlich vielleicht, dass das Ganze kopfüber steht. Das hat den einfachen Vorteil, dass mir der Leim nicht an den Zargen und am Centerblock herunterrinnt und einigermaßen da bleibt, wo er hingehört ;) . Dazu habe ich zuerst schnell vier lange Zwingen gesetzt, dann das Gebilde umgedreht und die Zwingen als Beine genutzt, um dann erst die restlichen Zwingen zu setzen.
Hier nochmal aus einer anderen Perspektive:
Gruß
Markus

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Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#72

Beitrag von cabriolet » 06.12.2018, 17:13

Nachdem ich die Gitte aus den Zwingen befreit hatte, habe ich den Überstand der Decke wieder mit Hobel, Schnitzmesser und Schleifklötzen beigearbeitet.
Bevor ich in den Cutaways weitermachen kann, muss ich allerdings erst neues Schleifleinen besorgen, weil sich inzwischen auch meine letzten Bestände auflösen :( :
Außerdem muss ich mir noch passende Schleifklötze basteln, mit meiner umwickelten Sprühdose komme ich dort ja nicht mehr hinein, weil jetzt der Hals im Weg ist.

Gruß
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#73

Beitrag von cabriolet » 07.12.2018, 19:17

Das mit dem Schleifleinen kaufen war heute nix :(
Mein Autoteile-Spezi hat zur Zeit nur Papier ab Körnung 1000 aufwärts. Also ab in den einem Baumarkt von dreien hier vor Ort, der Klingspor führt. Ergebnis: Schleifleinen ausverkauft. Billig-Papier hätte ich haben können, aber danke, nein.
Trotzdem habe ich dann in den Cutaways weiter gemacht. Zuerst mit der Säge:
Und dann mit dem halb auseinandergefallenen Schleifleinen-Rest von gestern, diesmal um eine kleinere Sprühdose und einen Edding gewickelt. Da das Leinen aber immer Körner verloren hat, habe ich den letzten Rest dann mit Schlüsselfeilen erledigt.
So sieht das jetzt aus:
Und da ich die Wölbung der Decke bisher noch nicht gezeigt hatte, hiervon auch noch zwei Bildchen (Brandflecken habe ich aber nicht herausgeschliffen).
Ab jetzt ist an dieser Gitte erstmal Pause angesagt, weil ich dringendst meinen Bastelraum neu "organisieren" muss. Mir wird nämlich langsam die Unfallgefahr zu hoch, bin die letzten Tage schon mehrfach über irgendwas was auf dem Boden herumliegt gestolpert, gefallen, umgeknickt etc., da ich bisher dort keine Regale habe und der Boden immer mehr "zuwächst" (whistle) .
Der Raum war ja eigentich nur als Provisorium gedacht, da ich aber die gesamte Raumaufteilung in meinem Häuschen über den Haufen geworfen habe, wird der Bastelraum dort bleiben.

Gruß
Markus

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