Graveyard Oak: Acoustic Thinline

Das Board für eure Bauberichte!

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Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#1

Beitrag von ugrosche » 28.02.2025, 14:25

Nach 1,5 Jahren Baupause zieht es mich wieder in die Werkstatt. Eine zweite Akustische soll es werden, damit sich die Wölbungsstöcke etc. auch lohnen.

Entwurf
Geplant ist eine handliche, ziemlich dünne Gitarre. Laut muss sie nicht sein, das wird eine reine "Sofa-Gitarre".
Diesmal sind auch keine Schnörkel vorgesehen, höchstens einfaches Binding am Korpus oben und evtl. am Griffbrett.
Die Grundform leihe ich mir bei Murray Kuun aus, aber mit leicht gefächerten Bünden und Arm-Bevel.

Material
In der Corona-Zeit haben wir alle 4 Elternteile verloren. Waren für uns persönlich sehr schwierige Jahre. Jetzt ist das aber Geschichte und auf dem Urnengrab der Schwiegereltern liegt inzwischen die finale Steinplatte. Die provisorischen Holzkreuze aus Eiche hatte ich mir sichergestellt. Daraus ist die Idee gereift, dieses Holz für eine Gitarre zu recyclen. Vielleicht etwas creepy, aber für mich eher eine schöne Erinnerung an die beiden.
2024-12-08 19.48.52.jpg
Mit dem Material muss ich gut planen, wenn es für Hals, Boden und Zargen reichen soll. Da meine Bandsäge nur 8 cm durchlässt, wird der Boden 4-teilig (genau genommen, 6-teilig, wenn man die kleinen Ohren mitzählt).
2025-02-27 18.24.17.jpg
Eigentlich mag ich gar keine Eiche, die hat für mich immer so einen rustikalen Oma-Möbel-Charme. Deshalb wird sie -friedhofsgerecht- schwarz gebeizt. Erste Versuche mit Stahlwolle in Essigessenz gelöst (Eisenacetat?) sind recht vielversprechend.
2024-12-17 14.17.07.jpg
Von links nach rechts: Eiche (Hals + Korpus), Fichte (Decke), Bambus (Griffbrett und Steg), Esche (Trennfurnier). Bemerkenswert finde ich die Wirkung der chemischen Beizung auf der Fichte: Anders als die üblichen Pigment-Beizen ein positives Beizbild und gleichmäßiger.
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#2

Beitrag von Yaman » 01.03.2025, 18:32

Super Idee, das Holz zu verwerten, bin gespannt.

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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#3

Beitrag von Poldi » 02.03.2025, 07:26

Dito. Gutes Gelingen.

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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#4

Beitrag von micha70 » 02.03.2025, 18:38

Zu Eiche habe ich ein ambivalentes Verhältnis. Was das Bleichen, Oxidieren oder Räuchern angeht ist es ein geniales Holz. Was Gewicht oder die Splitterfreudigkeit angeht…

Ich wünsche Dir auf jeden Fall allen erdenklichen Erfolg und Spaß dabei.

LG
Micha

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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#5

Beitrag von ugrosche » 02.03.2025, 19:51

micha70 hat geschrieben: 02.03.2025, 18:38 Zu Eiche habe ich ein ambivalentes Verhältnis. Was das Bleichen, Oxidieren oder Räuchern angeht ist es ein geniales Holz. Was Gewicht oder die Splitterfreudigkeit angeht…
...
Die Eiche Ist gefühlt nicht schwerer als das Mahagoni (oder Sapelli?) aus der Treppenstufe beim letzten Projekt.
Werde beim nächsten Mal im Keller Reststücke vermessen und wiegen.
Splittern? Ist das erste Mal, dass ich Eiche verarbeite, mal sehen ..
(think)

Heute wurden die "Ohren" an den Boden geleimt.
2025-03-02 18.06.34.jpg
Mein Vorgehen beim Verleimen der Teilstücke: Ein Teil spanne ich auf ein Abfallbrett. Nach Leimauftrag und Positionieren spanne ich weitere Zwingen im Abstand von 1-2mm als "Anschläge" auf. Mit den kleinen roten Fliesenlegerkeilen wird dann der Druck aufgebaut.

Dann weiter Material zusägen und auf Dicke schleifen. Da steht man schon mal ne Stunde am Dickenschleifer. Gut, dass wenigstens heute die Sonne einen Teil des Stroms dafür geliefert hat. (whistle)
2025-03-02 17.55.30.jpg
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#6

Beitrag von Simon » 03.03.2025, 06:54

Gutes Gelingen!! Ich lese gespannt mit :)

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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#7

Beitrag von olsi » 03.03.2025, 09:37

Sehr schöne Idee! Bei ein paar kleineren Möbel-Projekten habe ich auch schon teilweise gestaunt, wie stark man mit der Stahlwolle-Essig-Methode abdunkeln kann. Beim Instrumenten-Bau habe ich das bislang noch nicht ausprobiert.
Wünsche viel Spaß und Erfolg und ich werde auch auf jeden Fall über die Schulter schauen ;)

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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#8

Beitrag von ugrosche » 09.03.2025, 19:06

Trotz des traumhaften Wetters ging es zwischendurch ein paar mal in die Werkstatt.
Die Decke ist verleimt, grob ausgesägt und auf Dicke geschliffen.
2025-03-09 17.21.14.jpg
Aus dem Überschuss habe ich Streifen für die Fugenleisten geschnitten. Durch den Puzzle-Boden habe ich jetzt 3 durchgehende Fugen, die ich verstärken möchte.
Der Boden ist im selben Status. An einem Reststück, welches ich aufgrund der Dübel vom ursprünglichen Kreuz nicht verwenden kann, hab ich nochmal das Eisenacetat getestet. Wird richtig blauschwarz.
2025-03-09 17.17.27.jpg
Aus einem Rest Spanplatte habe ich noch eine Form gepuzzelt.
2025-03-08 17.49.08.jpg
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#9

Beitrag von ugrosche » 13.03.2025, 16:40

Aus den Schnipseln der Kreuze wird ein Halsrohling zusammengepuzzelt. Hier mal ein Zwingenbild zwischendurch:
20250313_120313.jpg
Das rechte Teil ist der Mittelstreifen. Der bekommt gerade seine Trennfurniere aufgeleimt.

Der Boden hat ein Loch bekommen:
20250313_112117.jpg
Nein, hier ist nicht das Schallloch auf die falschen Seite gerutscht. Ich werde eine Wartungsöffnung bauen, ähnlich wie @ValentinS das schon ein paar mal gemacht hat. Das Schallloch wird hier wieder in der oberen linken Schulter sitzen. Da wird es schwierig, an den Halsstab zu kommen und die Batterie vom Piezo Preamp zu wechseln und so ...

Es soll ja ein ziemlich dünner Korpus werden. Diese "Thinline"-Akustik-Gitarren klingen ja meistens ziemlich quäkig, also wenig im Tieftonbereich. Daher wollte ich um das Schallloch etwas reflexrohr-ähnliches drumbauen, mal sehen ...
(think)
In den letzten Tagen hatte ich in Verbindung mit der Wartungsöffnung noch eine andere Idee, die wahrscheinlich ziemlich bekloppt ist:
Ihr kennt doch sicher diese Bluetooth Speaker oder Alexas. Ich bin immer überrascht, wie viel Wumms aus so einer Cola-Dose kommt. So einen ausrangierten Bluetooth Speaker habe ich mal zerlegt:
20250313_112339.jpg
Das Geheimnis scheint hier die rückseitige Passivmembran zu sein (links unten im Bild). Vielleicht lässt sich das Prinzip irgendwie auf eine Akustik-Gitarre übertragen. Im Netz habe ich dazu noch nichts gefunden. Also einfach mal ausprobieren, die Wartungsöffnung baue ich so oder so. Die Membran ist gestern eingetrudelt, die Wartungsöffnung ist auf den Durchmesser angepasst. Wenn das gar nichts bringt, kommt eben nur ein Deckel drauf.
20250313_112133.jpg
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#10

Beitrag von ugrosche » 13.03.2025, 18:11

ugrosche hat geschrieben: 02.03.2025, 19:51 ...
Die Eiche Ist gefühlt nicht schwerer als das Mahagoni (oder Sapelli?) aus der Treppenstufe beim letzten Projekt.
Werde beim nächsten Mal im Keller Reststücke vermessen und wiegen.
...
Hier schulde ich noch eine Antwort:
Habe ein paar Reststücke vermessen und gewogen. Bei der Mahagoni-Treppenstufe komme ich auf 690 kg/m^3 und bei der Eiche auf 730 kg/m^3. Also ca. 6% schwerer. Eigentlich etwas schwer für einen Hals, wird aber trotzdem genommen.
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#11

Beitrag von ugrosche » 16.03.2025, 18:32

Hier geht es an diversen Kleinbaustellen weiter. Einen Gesamtfahrplan habe ich nicht, daher baue ich, was mir gerade im Kopf rumschwirrt und nicht chronologisch. Beim letzten Baumarktbesuch habe ich mir ein paar Leisten mit engen, stehenden Jahresringen ausgesucht. Die habe ich aufgesägt und auf Dicke geschliffen.
2025-03-14 16.37.13.jpg
Die kommen bis zur Weiterverarbeitung zum Nachtrocknen in den Heizungsraum. Aus den dünnen Streifen wird später eine gebogene Leiste laminiert.
2025-03-15 14.53.42.jpg
Dann wieder Eiche-Schnipsel zusammenleimen für den Rückseiten-Deckel.
2025-03-15 15.24.26.jpg
Mit viel Schleiferei entsteht daraus ein Ring für den Falz und der Deckel. Für die Befestigung habe ich in der PC-Grabbelkiste diese Steh-Hülsen gefunden. Die werden in kleine Holzklötzchen gepresst und diese aufgeleimt.
2025-03-16 17.07.23.jpg
Zwischenstand: In das Loch kommt entweder Deckel oder Membran
2025-03-15 18.40.49.jpg
Jetzt muss ich mich langsam mit Hals und Halsklotz beschäftigen. Hier das Halspuzzle (man kann noch die Beschriftung vom Kreuz erahnen)
2025-03-16 17.18.41.jpg
Beim Hals starte ich meistens mit dem Griffbrett. Das Bambus lässt sich überraschend gut hobeln.
2025-03-15 16.01.39.jpg
Das Griffbrett bekommt ein schwarzes Binding. Bei den Bundmarkierungen bin ich noch unsicher. Ein Versuch: Das schwarze Binding um einen weißen Schnipsel gewickelt; dieses Teil dann seitlich ins Griffbrett einlassen. Vielleicht kann aus dem Bild die Idee erkennen.
2025-03-15 15.48.18.jpg
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#12

Beitrag von ugrosche » 19.03.2025, 12:42

Hier geht es mit dem Griffbrett weiter. Erst wenn das Binding dran ist, weiß ich genau, wie breit es am Ende wird und kann die Halsbreite am Korpusübergang festlegen.
Zunächst nur die Bundschlitze. Nix Neus, abr ich zeige hier nochmal mein Vorgehen für Fächerbünde aller Art: Das Griffbrett lasse ich mir von FretFind2D berechnen und drucke es dann auf ein Klebe-Etikett, welches auf den Rohling kommt. Mit ein paar Resten habe ich mir dieses kleine Jig gebaut:
2025-03-18 17.50.36.jpg
Mit zwei Flügelschrauben klemme ich das Griffbrett im passenden Winkel auf einem Hilfsbrettchen fest und führe die die Säge an dem Winkel. Das Profil hat zufällig eine Nut, in welche diese viereckigen NeoDyms passen. Die führen die Säge schön am Winkel. Damit es nicht hakt, reibe ich mit dem Kerzenwachs-Rest im Bild die Säge ab und zu ein. Diese günstigen Japansägen, die es 1-2 mal im Jahr bei Aldi/Lidl gibt, scheinen genau die passende Breite für Bundschlitze zu haben.
2025-03-18 18.05.58.jpg
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#13

Beitrag von ugrosche » 26.03.2025, 14:41

Binding wurde angeklebt ...
2025-03-19 18.08.18.jpg
Und die Fugenleisten am Boden aufgeleimt. Den Boden habe ich vorher einmal chemisch gebeizt, da ich bestimmt mit dem Leim rumsaue und nicht sicher bin, ob dann das Eisenacetat noch so gut wirkt.
2025-03-19 18.12.16.jpg
Die Leisten noch etwas verrunden ...
2025-03-20 17.57.58.jpg
Zwischenstand:
2025-03-20 18.23.09.jpg
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#14

Beitrag von Poldi » 27.03.2025, 05:23

Ich lese gespannt mit, schöne Arbeit bis jetzt.

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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#15

Beitrag von ugrosche » 28.03.2025, 21:22

Die Aussparungen für die Bundmarkierungen wurden erst grob gesägt und dann am Anschlag-Säge-Jig (halbwegs) sauber gefräst.
2025-03-28 18.15.59.jpg
Die Markierungen aus Bindingresten konnte ich einpressen. Für zusätzliche Haftung habe ich etwas Aceton daran gepinselt.
2025-03-28 18.44.57.jpg
Bei genauem Hinsehen erkennt man leichte Unsicherheiten im Zahlenraum bis 24. (whistle)
Da muss ich wohl nochmal nachbessern ...
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#16

Beitrag von ugrosche » 30.03.2025, 12:54

Nee, das war nix. Griffbrett muss neu.
Da sind viele Unsauberkeiten, Lücken etc., das wird auch nach Schleifen und Spachteln nicht schön.
2025-03-29 18.14.10.jpg
Material habe ich glücklicherweise noch genug. Ich hatte mal für <5€ bei Ebay so ein Bambus-Schneidebrett geschossen, das reicht für 6 Griffbrettrohlinge.
2025-03-29 18.24.27.jpg
Der nächste Versuch bekommt kein Plastik-Binding und Markierungen aus dunklem Holz.
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#17

Beitrag von ugrosche » 01.04.2025, 11:50

In der Reste-Schublade habe ich einen Schnipsel gut duftendes dunkles Hartholz gefunden. Das reicht für die Bundmarkierungen. Hier der Test:
2025-03-30 13.51.53.jpg
Ich finde es gar nicht leicht, die Kante von so einem Brettchen schön gleichmäßig halbrund zu schleifen. Hier habe ich die Facettenmethode probiert: Erst zwei 45° Fasen geschliffen und dann verrundet. Damit war's einfacher.

Bei dem Bundschlitz-Jig flutschen oft die Magnete aus der Schiene. Nachdem ich sie mit den kleinen Keilen festgeklemmt habe, ging das Schlitzen Ratz-Fatz.
2025-03-30 16.27.45.jpg
Diesmal habe ich auch daran gedacht, die Schlitze kurz mit der Dreikantfeile zu streicheln, damit der Bunddraht besser reinflutscht.
2025-03-30 16.44.57.jpg
Dann wird wieder Binding angeleimt. Diesmal aus dem Griffbrett-Holz.
2025-03-30 17.09.10.jpg
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#18

Beitrag von ugrosche » 04.04.2025, 20:14

Hier gibt es ne Menge Bilder, die gar nicht soo spannend sind. Aber das ist hier ja auch sowas wie meine persönliche Baudoku.

Das Bundschlitz-Jig kann ich auch gut als Führung für die Mini-Fräse nutzen.
2025-04-03 10.46.13.jpg
Dann werden die Markierungs-Schnipsel eingeleimt.
2025-04-03 11.04.23.jpg
Zum Griffbrett-Radius-Schleifen klebe ich das Griffbrett provisorisch auf ein gerades Brett und nutze meinen Standard-Schleifklotz, gebaut nach Kochbuch-Methode. Das Papier halte ich einfach lose mit der Hand, das wird nicht verklebt.
2025-04-04 16.29.29.jpg
Nach dem Schleifen sieht das in etwas so aus, wie erhofft. :D
2025-04-04 16.36.27.jpg
Nebenbei schreitet das Hals-Puzzle voran. Im Bild kann man meine bevorzugte Verleimung für Kopfplattenstabilität erkennen: Der Mittelstreifen hat die durchgehende Maserung in Halsrichtung, die beiden äußeren Teile sind geschäftet. Ich bilde mir ein, das wäre stabiler.
2025-04-04 19.20.04.jpg
Und hier mal wieder ein Zwingenbild. :D
2025-04-04 19.25.15.jpg
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#19

Beitrag von ugrosche » 05.04.2025, 22:06

Nach dem Hals-Verleimen habe ich die Oberseite plan geschliffen und den Kanal für den Halsstab gefräst.
2025-04-05 20.07.18.jpg
Der Stab ragt ganz schön weit in den Korpus. Kann ich mir damit irgendwelche Probleme einfangen?
2025-04-05 20.12.56.jpg
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#20

Beitrag von micha70 » 06.04.2025, 07:49

Schaut alles wirklich sehr gut und sauber verarbeitet aus! Lese weiter gespannt mit :)

Ob das mit dem Truss-Rod Stress macht kann ich nicht wirklich sagen, weil das so mir noch nicht untergekommen ist. Persönlich würde ich mich wohler fühlen, wenn das Gegenlager an der Mutter auch einen Halt hätte und nicht das ganze Drehmoment über das Lager an der Kopfplatte übertragen werden müsste. Theoretisch sollte es dennoch reichen...

LG
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#21

Beitrag von jonneck » 06.04.2025, 09:18

Es gibt doch trussrods in etlichen Längenstufungen, u.a. auch 380mm, was für eine Akustik gerade richtig sein sollte.
Ja, ist natürlich blöd, wenn der Kanal dann ggf. nochmal nachgearbeitet werden muss, aber ist auf jeden Fall die sauberere Lösung.
Gruß

Frank

Handwerk ist Pfusch, aber gut gemachter Pfusch gereicht zur Ehre...…

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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#22

Beitrag von moon » 06.04.2025, 19:56

Bei dem Trussrod sind die beiden Stäbe am Ende ohne Stellmutter verschweißt. Man kann den Stab also auf die passende Länge einkürzen und neu verschweissen (lassen).

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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#23

Beitrag von ugrosche » 06.04.2025, 20:46

OK, überzeugt!
Schweißen kann ich nicht, deshalb ist der 38er Halsstab gerade bestellt ...
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#24

Beitrag von ugrosche » 11.04.2025, 08:44

Gestern wurde bundiert.
Hie zeige ich nochmal die Low-Cost Bundpresse: Ich hatte mir für'n schmalen Taler mal so einen Pressstempel mit einer Einlage aus Fernost bestellt. Den hänge ich mit ein paar NeoDyms lose an eine Schraubstockbacke. Auf die andere kommt ein Reststück Holz, auf welches ich eine kleine Wölbung gehobelt habe. Der Radius der Pressbeilage ist etwas größer als mein Griffbrettradius, sonst passt das nicht bei den schrägen Bünden der Fächerbundierung. Mit einer Hand führe ich das Griffrett rauf und runter, mit der anderen Hand drehe ich am Schraubstock, bis der Bund über die gesamte Breite sitzt.
2025-04-09 16.55.03.jpg
Ich habe vor-ausgeklinkte Edelstahlbünde verwendet. An der schmalen Stelle des Griffbretts muss ich ein paar Bünde kürzen. Hierfür habe ich mir eine primitive Einspannhilfe für den Bund gebastelt.
2025-04-10 18.31.06.jpg
Soweit so gut.
Jetzt müssen die Bundenden noch bearbeitet werden. Mag ich nicht, kriege diese Kugelenden auch nicht sauber hin.
2025-04-10 18.49.58.jpg
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#25

Beitrag von ugrosche » 13.04.2025, 18:02

Gestern kam bei mir ein China-Plastikbeutel mit Loch an. Darin war wohl mal ein 380 mm Halsstab, der jetzt in irgendeinem Lieferfahrzeug oder Zwischenlager bis zur Entsorgung liegt. :evil:
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Gibt ja noch genug andere Baustellen. Zargen Biegen zum Beispiel.
Die Holz-Streifen von den Kreuzen reichen nicht für eine komplette Zarge. Um zwei senkrechte Zargenstöße zu vermeiden, habe ich die Stücke so gesägt, dass ich sie schräg zusammen setzen kann.
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Erst zusammen leimen und dann biegen wird wohl nichts, also muss ich die Teile vorbiegen.
Hier mein Biegeeisen aus einem zweckentfremdeten Muffenschweißgerät:
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Biege-Impressionen:
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Die Verleimung ist etwas tricky. Mit zwei Zwischenblechen die beiden Teile in die Form gespannt und mit Zwingen etwas zusammen gepresst. Mal schauen, ob das klappt ...
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