Nach 1,5 Jahren Baupause zieht es mich wieder in die Werkstatt. Eine zweite Akustische soll es werden, damit sich die Wölbungsstöcke etc. auch lohnen.
Entwurf
Geplant ist eine handliche, ziemlich dünne Gitarre. Laut muss sie nicht sein, das wird eine reine "Sofa-Gitarre".
Diesmal sind auch keine Schnörkel vorgesehen, höchstens einfaches Binding am Korpus oben und evtl. am Griffbrett.
Die Grundform leihe ich mir bei
Murray Kuun aus, aber mit leicht gefächerten Bünden und Arm-Bevel.
Material
In der Corona-Zeit haben wir alle 4 Elternteile verloren. Waren für uns persönlich sehr schwierige Jahre. Jetzt ist das aber Geschichte und auf dem Urnengrab der Schwiegereltern liegt inzwischen die finale Steinplatte. Die provisorischen Holzkreuze aus Eiche hatte ich mir sichergestellt. Daraus ist die Idee gereift, dieses Holz für eine Gitarre zu recyclen. Vielleicht etwas creepy, aber für mich eher eine schöne Erinnerung an die beiden.
Mit dem Material muss ich gut planen, wenn es für Hals, Boden und Zargen reichen soll. Da meine Bandsäge nur 8 cm durchlässt, wird der Boden 4-teilig (genau genommen, 6-teilig, wenn man die kleinen Ohren mitzählt).
Eigentlich mag ich gar keine Eiche, die hat für mich immer so einen rustikalen Oma-Möbel-Charme. Deshalb wird sie -friedhofsgerecht- schwarz gebeizt. Erste Versuche mit Stahlwolle in Essigessenz gelöst (Eisenacetat?) sind recht vielversprechend.
Von links nach rechts: Eiche (Hals + Korpus), Fichte (Decke), Bambus (Griffbrett und Steg), Esche (Trennfurnier). Bemerkenswert finde ich die Wirkung der chemischen Beizung auf der Fichte: Anders als die üblichen Pigment-Beizen ein positives Beizbild und gleichmäßiger.
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