Lapsteel angelehnt an Duesenberg

Das Board für eure Bauberichte!

Moderator: jhg

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Janelectro
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Lapsteel angelehnt an Duesenberg

#1

Beitrag von Janelectro » 30.07.2026, 09:34

Hallo zusammen,

Von meinen ganzen Plan-Träumereien möchte ich endlich mal wieder etwas umsetzen, und da nehme ich dann das, wo ich schon das meiste Material habe: ein Lapsteel.

Ich habe noch nie eines gespielt, mag die Dinger aber seit ich vor mehr als 25 Jahren Lance & Donna live in der Neuen Welt (Ingolstadt) gesehen habe. Ich junger Pimpf war begeistert von seinem Lapsteel, und nach dem Konzert sagte mir Lance, man könne sowas auch ganz leicht selbst bauen. Das blieb mir dann hängen.

Leicht wird der Bau aber wohl nicht, ich habe mir viel vorgenommen, auch um diverse Sachen beim Bau auszuprobieren:
  • Korpus: Vielschicht-Laminat aus Walnuss, Ahorn-Starkfurnier, schwarzem Tulpenbaumfurnier und Amaranthfurnier
  • Decke aus Walnuss-Splintholz und evtl. Amaranthfurnier
  • Das "Griffbrett" will ich mir auf gebürstetes Alu-Dibond drucken lassen
  • Sattel und Brücke als Selbstbau aus 5-mm-Aluplatten
  • Wenn mir am Ende nicht alles zu blöd ist, mache ich vielleicht auch die Potiknöpfe selbst...
Als Pickup habe ich einen Gotoh-P90 vorgesehen, die Stimmmechaniken sind von Harley Benton. Die Saiten verlaufen über die Mensur von 580 mm parallel.

Das einzige, was ich noch nicht da habe, ist ein Tonebar.

Ich habe das Ganze schon mal in Illustrator gezeichnet. Das Design ist an das Duesenberg-Fairytale angelehnt bis abgekupfert, jedoch asymmetrischer ausgelegt. Die Frage ist nun: Splintdecke solo (vielleicht bookmatched) oder noch Amaranth drauf?
Lapsteel_Walnutsplint.png
Lapsteel_Amaranth.png
Und noch ein 3d-Screenshot aus FreeCAD:
lapsteel_3d.png
Eine Warnung vorweg: dieser Bau kann sich in die Länge ziehen. Aber das gehört wohl dazu.
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Viele Grüße
Jan

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Re: Lapsteel angelehnt an Duesenberg

#2

Beitrag von Yaman » 30.07.2026, 10:18

Interessantes Projekt, ich bin gespannt.
Lapsteel-Projekte sind im Forum selten. Ich habe mich auch mal an eins gewagt:
https://www.gitarrebassbau.de/viewtopic ... 72#p166872

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Re: Lapsteel angelehnt an Duesenberg

#3

Beitrag von glambfmbasdler » 31.07.2026, 14:48

Als alter Lap Steel Bastler und -Spieler werde ich hier mal öfter reinschauen. :)

Zu deiner Frage - ich würde die helle Mitte bevorzugen. Amaranth wird unter UV-Einwirkung irgendwann unauffällig braun.

In welche Richtung tendierst du mit dem Tuning? Die Mensur zielt wohl eher auf C6 für Country als auf open D oder G für Blues.
Beim Halsdesign solltest du dir überlegen, ob du eventuell auch mal einen Capo verwenden willst. Dann musst du mit der Dicke und Breite des Halses in gewissen Grenzen bleiben.
Grüße
Edi

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Re: Lapsteel angelehnt an Duesenberg

#4

Beitrag von ValentinS » 01.08.2026, 14:22

Schön, dass Du genügend Träumereien hast damit Dir die Projekte nicht ausgehen 😀.
Viel Erfolg
lg val

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Re: Lapsteel angelehnt an Duesenberg

#5

Beitrag von Janelectro » 01.08.2026, 20:13

glambfmbasdler hat geschrieben: 31.07.2026, 14:48 Als alter Lap Steel Bastler und -Spieler werde ich hier mal öfter reinschauen. :)

Zu deiner Frage - ich würde die helle Mitte bevorzugen. Amaranth wird unter UV-Einwirkung irgendwann unauffällig braun.

In welche Richtung tendierst du mit dem Tuning? Die Mensur zielt wohl eher auf C6 für Country als auf open D oder G für Blues.
Beim Halsdesign solltest du dir überlegen, ob du eventuell auch mal einen Capo verwenden willst. Dann musst du mit der Dicke und Breite des Halses in gewissen Grenzen bleiben.
Danke für Deine Hinweise, das hat mir schon weitergeholfen. Dann wird es wohl eher das Walnusssplinttop.
Auch wegen des Kapodasters – da werde ich jetzt noch eine Längsnut unter dem Griffbrett einplanen und womöglich die Sattelposition anpassen, dann kann ich da später noch ein Kapo konstruieren. Aber jetzt erstmal ohne, das Griffbrett ist schon produziert und auf dem Weg zu mir.

Ich werde es erstmal C6 stimmen, da meine Recherchen das als gängiste Lapsteelstimmung ergeben haben.

@Valentin ich muss jetzt erstmal schauen, dass meine Fähigkeiten in der Werkstatt soweit kommen, dass ich die Träume gescheit umsetzen kann :D
Viele Grüße
Jan

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Re: Lapsteel angelehnt an Duesenberg

#6

Beitrag von Janelectro » 06.08.2026, 20:13

Diese Woche hatte ich sturmfrei und konnte nach der Arbeit am Abend in der Werkstatt krach machen. Also habe ich erstmal meine Nussbaumbohle aufgetrennt und eine Schablone gemacht.

Bild

Das Griffbrett ist auch geliefert worden. Leider war ich unter dem Mindestmaß, deswegen muss ich das Dibond noch schneiden. Ich muss noch Versuche machen ob ich es lieber mit der Bandsäge mache oder fräse.

Bild

Dann habe ich die Furniereinlagen laminiert und ca. 24 h gepresst.

Bild

Und dann einseitig plan gehobelt.

Bild

Zwischendrin war ich bei einem Bekannten und habe die Walnusskanteln abrichten und auf Dicke hobeln lassen. Ich konnte es nicht lassen, den Mittelstreifen schon mal probeweise einzusetzen.

Bild

Verleimt habe ich das noch nicht, mir ist aufgefallen dass ich in der Werkstatt keine einzige Fläche habe, die hierfür plan genug ist. aber da wird sich schon noch etwas finden.

Mit meiner Selbstbau-Schablone, gemacht auf Bandsäge und Spindelschleifer, bin ich nicht zufrieden. Ich habe die Symmetrie bei den beidseitig gleichen Teilen nicht hinbekommen. Also habe ich die Zeichnung nochmal überarbeitet und lasse mir dann auf der Arbeit ein Template lasern. Leider komme ich da vor dem Urlaub nicht mehr dran.

Aber es wird weitergehen.
Viele Grüße
Jan

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Re: Lapsteel angelehnt an Duesenberg

#7

Beitrag von Janis » 09.08.2026, 21:36

Sauber! Plane Fläche -> Steinfensterbank?
Viele Grüße,
Jan

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Re: Lapsteel angelehnt an Duesenberg

#8

Beitrag von Janelectro » 13.08.2026, 17:15

Ja, praktischer Weise renoviert mein Schwager, da bekomme ich eine. Ich habe bei mir nur Composit und alles verbaut.
Viele Grüße
Jan

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Re: Lapsteel angelehnt an Duesenberg

#9

Beitrag von Janelectro » 28.08.2026, 11:33

In der Zwischenzeit habe ich den Kopfplattenwinkel geschnitten und gehobelt (das Bild wurde während der Arbeit gemacht, die Unreinheiten sind weg).

Bild

Und ich habe endlich meine Schablonen lasern können. Weil das Bett des Geräts zu klein ist musste ich mit Passung arbeiten, hat nach minimalem Schleifen super geklappt.

Bild
Bild

Nach dem Zurechtschnitt der Kopfplatte habe ich dann auch noch die Flügel verleimt.
Viele Grüße
Jan

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Re: Lapsteel angelehnt an Duesenberg

#10

Beitrag von Titan-Jan » 29.08.2026, 23:38

Ziemlich cooles Projekt, ich hatte mir etwas ähnliches vorgenommen und lese gespannt mit!
Bei der Düsenberg finde ich den verschiebbaren Capo sehr smart, weiß aber nicht, ob man den im "Alltag" wirklich braucht... Machst du den auch?
Meine aktuelles Gitarrenbau-Projekt:
Fanned Frets Jazzmaster

Mein Dosengitarren-Projekt:
Vorstellungsthread Online-Shop YouTube-Kanal

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Re: Lapsteel angelehnt an Duesenberg

#11

Beitrag von Janelectro » 30.08.2026, 21:59

Ich habe es mir eine Weile überlegt, lasse es jetzt aber erstmal bleiben mit dem Capodaster. Ich muss erstmal überhaupt spielen lernen (whistle)

Heute habe ich ein wenig an der Bandsäge gestanden und den gröbsten überstand entfernt. Sieht schon mal schön aus, ich bin zufrieden.

Bild

Und dann hab ich als Vorschau mal die Schablone für’s Top und das "Griffbrett" aufgelegt.

Bild

Der nächste Arbeitsschritt wird jetzt entweder das Fräsen der Kopfplatte oder das Planfräsen der Oberseite sein, da muss ich Platz für das Top machen, aber die Schräge der Kopfplatte stehen lassen (vgl. 3d-Bild im ersten Beitrag).

Ich bin derzeit aber auch am Überlegen, den Korpus ein wenig zu Chambern. Das Ding ist nicht leicht und wenn ich eh ein Top aufleime könnte ich da Material einsparen. Oder ist ein Lapsteel besser etwas massiger? Könnte ein Hohlraum in Verbindung mit dem P90 schaden?
Viele Grüße
Jan

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Re: Lapsteel angelehnt an Duesenberg

#12

Beitrag von Janelectro » 08.09.2026, 09:39

Janelectro hat geschrieben: 30.08.2026, 21:59 Der nächste Arbeitsschritt wird jetzt entweder das Fräsen der Kopfplatte oder das Planfräsen der Oberseite sein, da muss ich Platz für das Top machen, aber die Schräge der Kopfplatte stehen lassen.
Wow, das ging in die Hose. Aber anders. Erst wollte ich noch die Mechanikenlöcher bohren. Das lief auch super, alles symmetisch, keine Ausrisse, mega. Aber mit 10 mm statt 8 mm. Ich hatte wohl das Template falsch gezeichnet oder mir dabei etwas gedacht, was ich dann vergaß. (wall) Ich glaube inzwischen, ich habe das Template mit 10 mm angelegt um die Löcher dann mit Kopierring zentriert zu fräsen.

Und weil wir schon bei zu kompliziertem Denken sind habe ich die Löcher natürlich nicht mit Walnuss gestopft, warum auch, sondern mit Ahorn. Aus Fehlern ein Feature machen und so. Coole Kontrastringe um die Mechaniken. Nur ist der Durchmesser der Muffen auch 10 mm und wenn man nicht perfekt die Mitte trifft gibt es Blitzer. So geschehen.

Bild

Also, back to the drawing board. Die Kopfplatte bekommt jetzt auch ein Furnier aus Wallnusssplint. Das spart mir dann auch, die Schräge stehen zu lassen, sodass ich das ganze Ding statt zu fräsen einfach durch den Dickenhobel schieben konnte.

Bild

Weil ich dann mal wieder ein Erfolgserlebnis brauchte habe ich den Korpus ausgefräst und das Elektronikfach gefräst, das ging soweit ohne größere Patzer.

Bild
Bild
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Jetzt muss ich erstmal das Top neu machen, das Alte ist jetzt zu kurz. (whistle)
Viele Grüße
Jan

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