Epiphone Ultra mit Nanomag-PU reparieren

Wie baue ich mir eine elektrische Gitarre?

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Epiphone Ultra mit Nanomag-PU reparieren

#1

Beitrag von Titan-Jan » 26.04.2026, 23:20

Hi Freunde,

mir wurde eine sehr schöne Gitarre auf den Tisch gelegt. Es handelt sich wohl um ziemlich genau diese hier getestete Gitarre:
https://www.bonedo.de/artikel/epiphone- ... -ultra-ii/

Jedenfalls wurde am vorliegenden Exemplar schon nicht so fachmännisch herumgebastelt (man beachte allein die tollen Buchsenbleche aus MDF :roll:). Leider fehlen ein paar der originalen Kunststoffteile aber vor allem funktioniert nur der Neck-PU. Der Bridge-PU ist tot, die Potis kratzen und den Nanomag kriege ich auch nicht zum Laufen. Durch die Bastelei des Vorgängers, kann ich nur ahnen, welche Lötungen vlt fehlerhaft gemacht wurden aber so ganz klar weiß ich nicht, wo welcher Anschluss hin muss.
Kann mir hier ggf. jemand helfen?

Die fehlenden Plastikteile kriege ich schon irgendwie behelfsmäßig ersetzt aber zuerst will ich wissen, ob die Elektronik überhaupt noch funzt...
DSC_2384.JPG
DSC_2385.JPG
DSC_2386.JPG
DSC_2387.JPG
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Re: Epiphone Ultra mit Nanomag-PU reparieren

#2

Beitrag von capricky » 27.04.2026, 11:17

Ferndiagnostisch ist da kaum was zu klären. Du solltest zuerst mal klassisch überprüfen, ob die Batterie noch ausreichend Spannung liefert und ob die auch da ankommt, wo sie gebraucht wird, zB. am Nanomag Pickup. Gerne funktionieren hier die Schaltbuchsen mal nicht. Steckkontakte sind eine häufige Fehlerquelle auf Grund von Verwendung billigen Kontaktmaterials. Also alle mal abziehen und wieder aufstecken. Dieses "Durchbewegen" reicht oft schon. Dann die Pickups mal einzeln unter Umgehung der Potis und des Schalters abhören. Also Gitarrenkabel in den Verstärker, andere Seite eine lose Klinkenbuchse mit zwei längeren Einzeldrähten einmal an Masse und den anderen ein an hot der Pickups, dann solltest du was hören (ein bißchen an den Saiten wackeln), wenn kein Kurzschluß durch verkehrt gesteckte Verbindungen vorliegt.
Der Nanomag braucht zum Betrieb aber Spannung, das ist ein aktiver Pickup, auch wenn er nicht so aussieht, weil er nur zwei Anschlüsse hat. Arbeite das mal ab und berichte dann! ;)

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Re: Epiphone Ultra mit Nanomag-PU reparieren

#3

Beitrag von Titan-Jan » 28.04.2026, 22:11

Okay, also ein bisschen weiter bin ich...

Die magnetischen ("normalen") Tonabnehmer funktionieren. Der Bridge PU hat einen komischen Wackler aber ich glaube ich habe schon eine suspekte Stelle gefunden. Die arbeite ich mal gewissenhaft nach, dann wird's schon wieder gut sein, denke ich...

Bzgl. des Nanomag ist es deutlich schwerer...
Also der 9V-Block hat 9,4V Spannung und die kommen auch noch auf der Platine an (auch wenn mir das Verbindungskabel ebenfalls ziemlich suspekt ist). Jedenfalls messe ich 9,4V zwischen A und B.
Screenshot 2026-04-28 220537.png
Wenn ich dich @capricky richtig verstehe, müsste ich auch am Nanomag (also zwischen C und D) die 9,4V messen können. Hier ist aber gar keine Spannung, allerdings auch kein Kurzschluss.
Vlt ist die Platine futsch, dann kann ich leider nichts machen. Alles drehen an sämtlichen Potis und auch das Schalten des kleinen Schiebeschalters ändert nichts.
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Re: Epiphone Ultra mit Nanomag-PU reparieren

#4

Beitrag von Titan-Jan » 28.04.2026, 22:22

Am verdächtigsten finde ich 2 Stellen:

1. Da wo die Batteriespannung auf die Platine kommt (im vorherigen Foto A und B). Das sieht für mich amateurhaft selbstgelötet aus und ich weiß nicht, ob es die richtige Stelle und die richtige Verpolung ist. Könnte ich mal tauschen aber auf so kleinen Lötpads will ich auch nicht unnötig rumlöten, nicht dass ich da was komplett vermurkse.

2. Sehr verdächtig ist auch die Buchse. Es sind 8 (!) Lötfahnen. Das rote Kabel war lose. Ich habe es wieder da angelötet, wo als einzige Lötfahne bereits Lötzinn drauf war aber noch kein Draht angelötet war (trotzdem kein Mucks). Das Kabel sieht original aus aber ob es die Buchse ist, weiß ich nicht. Könnte auch wieder irgendwas verpfuschtes sein. Aber hier habe ich gar keinen Anhaltspunkt zum Ausprobieren...
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Re: Epiphone Ultra mit Nanomag-PU reparieren

#5

Beitrag von Titan-Jan » 28.04.2026, 22:23

Vor dem Anlöten des roten Kabels:
DSC_2393.JPG
DSC_2394.JPG

Danach:
DSC_2395.JPG
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Re: Epiphone Ultra mit Nanomag-PU reparieren

#6

Beitrag von Titan-Jan » 28.04.2026, 22:24

Im Übrigen ist es cool, einen 3D-Drucker zu haben. Der löst inzwischen doch deutlich mehr Probleme bzgl Gitarren- und Möbelbau, als ich Anfangs für möglich gehalten hätte... (whistle)
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Re: Epiphone Ultra mit Nanomag-PU reparieren

#7

Beitrag von Titan-Jan » 03.05.2026, 09:39

Also den 9V-Block andersherum zu verpolen bringt auch nichts.

Und der Nanomag-Tonabnehmer selbst hat 700 Ohm Widerstand. Ob das normal ist, weiss ich nicht (klingt aber nicht ganz unglaubwürdig), aber zumindest ist es schon mal kein Kurzschluss und kein Unterbruch.

Entweder liegt's also an der Platine oder an der Verschaltung danach...
Im Internet habe ich das hier gefunden:
Screenshot 2026-05-03 093852.png
Ich überlege mal weiter. Vlt finde ich eine Möglichkeit, die Platine ohne die nachgelagerte Schaltung zu testen...
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Re: Epiphone Ultra mit Nanomag-PU reparieren

#8

Beitrag von capricky » 03.05.2026, 18:46

Der Nanomag ist ein aktiver Pickup, der intern einen J-Fet Transistor verbaut hat. Es gibt nur zwei Anschlüsse, Masse und signalführenden Anschluß, über dem auch die Betriebsspannung zugeleitet wird. Was du gemessen hast ist nicht der Widerstand der Wicklung, sondern der Widerstand zwischen Drain und Source des Transistors. Du solltest also mal messen, ob zwischen Masse und "hot" des Nanomag eine Spannung anliegt, wenn ein Gitarrenkabel in einer Buchse steckt, sollte ja bei beiden Buchsen funktionieren!

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Re: Epiphone Ultra mit Nanomag-PU reparieren

#9

Beitrag von Titan-Jan » 04.05.2026, 22:00

Naja mit den beiden originalen Buchsen und deren Schaltung hadere ich ja auch noch. Mir scheint, da wurde modifiziert und ich blicke noch nicht durch, was geändert wurde und was noch original ist, und ob es vor oder nach der Herumlöterei funktioniert hat oder nicht.

Hab's jetzt nochmal anders probiert:
Inzwischen bin ich relativ sicher, dass bei dem Kabel, das von der Verstärkerplatine weggeht folgende Belegung richtig ist:
- weiß ist "hot"
- rot ist "switch"
- Schwarz ist "ground"

Das habe ich herausgefunden, indem ich auf der Grundplatine mit den Potis die Pfade verfolgt habe. Dafür spricht auch, dass das schwarze Kabel an der Verstärkerplatine mit dem Minuspol der Batterie verbunden ist.
DSC_2403.JPG
Nun habe ich weiß mit Hot an der Buchse verbunden und rot und schwarz gemeinsam auf Masse an die Buchse. Nun ist nur der Nanomag mit seiner Verstärkerplatine an dieser Behelfsbuche angeschlossen, ohne die restliche Elektrik. Rot habe ich auch mit auf Masse gemacht, in der Hoffnung, dass das als geschlossener Switch interpretiert wird.
Aber leider kommt immer noch kein Signal.
9V liegen an am Eingang auf der Platine aber am Nanomag-Pickup-Kabel kommen 0.00mV an. Auch das Schalten des kleinen Schalters ändert nichts und auch verpolen der Batterie bringt nichts. Nun bin ich mit meinem Latein völlig am Ende...

Hat jemand noch eine gute Idee?

Den Nanomag zum Laufen zu bringen muss auch nicht sein. Ich hätte es aber schön gefunden und gerne ausprobiert!!
Ich könnte nochmal alles neu verdrahten nach der Anleitung von Shadow aber dann muss ich bei allen Kabel die Stecker wegmachen und stattdessen verlöten. Das scheint mir viel Aufwand, nicht mehr reversibel und das für einen ungewissen Ausgang, weil ja vlt der Nanomag selbst oder die Verstärkerplatine das Problem sind...
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Re: Epiphone Ultra mit Nanomag-PU reparieren

#10

Beitrag von capricky » 08.05.2026, 08:05

Für die Fehlersuche am passiven Teil der Schaltung bau dir erstmal einen "Signalverfolger", das ist eine Klinkenbuchse, deren Masse auf die Masse der Schaltung geklemmt oder gelötet wird und an "hot" kommt ein weiterer Draht, der als "Taster" fungiert. Massekabel von der eingebauten Buchse des passiven Teils ablöten! Gitarrenkabel in die Tasterbuchse und in einen Verstärker. Damit tastest du dann die "signalrelevanten" Punkte auf dem Board ab, also Leiterbahnen und Lötpunkte an den Steckverbindungen Toggle, Potis, damit du erstmal weißt, was überhaupt geht...und immer dabei an den Saiten zupfen, sonst hörst du nur Brummen, Rauschen und Knistern. Hörst du gar nichts, gibt es einen Kurzschluß im System.

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