Alumitones "abkupfern"

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Rallinger
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Re: Alumitones "abkupfern"

#476

Beitrag von Rallinger » 09.11.2018, 10:31

Fürs Erste reicht's mir das Funktionsprinzip technisch festgenagelt zu bekommen.

Die Leerlauf-Resonanzfrequenz von 3,3kHz bei diesem Pickup ist eh viel zu niedrig, um ihn als Basis für einen passiv-SVF zu nehmen. Das Ohr kommt wieder ins Spiel wenn ich wieder fit genug bin um mich in die Werkstatt zu stellen. Dann gibt's wieder neue Bleche und einen Schwung neuer Versuchskarnickel. Mit Glück hab ich in 10 Tagen ein "Go!", um mein Knie wieder stärker belasten zu dürfen. Wenn ich bis dahin die Klippen der technischen Unwägbarkeiten umschifft hätte ...

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Re: Alumitones "abkupfern"

#477

Beitrag von bea » 09.11.2018, 11:29

Rallinger hat geschrieben: 09.11.2018, 10:31 Die Leerlauf-Resonanzfrequenz von 3,3kHz bei diesem Pickup ist eh viel zu niedrig, um ihn als Basis für einen passiv-SVF zu nehmen.
Nö. Das hat auch dann sehr viel Sinn. Man muss sich halt auf relativ wenige Stufen beschränken und die sorgfältig auswählen. Abhängig von der PU-Position. Tendenz: Halsnah passen größere Kapazitäten besser, stegnah eher kleinere (500pF-2.2nF), beide Tonabnehmer parallel - auch die jeweiligen Kondensatoren dürfen parallelgeschaltet werden; denn bei parallelen Tonabnehmern liegt ja auch die Resonanzfrequenz höher.
LG

Beate

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Re: Alumitones "abkupfern"

#478

Beitrag von Rallinger » 09.11.2018, 12:39

OK, dann lass es mich so ausdrücken. Eine so niedrige Resonanzfrequenz war nicht das was ich im Kopf hatte als ich mich entschloss, einen Trafo-Pickup mit Voicing-Möglichkeit haben zu wollen. Bei 10 möglichen Stellungen kann man halt ein recht breites Frequenzband abdecken und das würde ich dann auch gerne tun.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#479

Beitrag von capricky » 09.11.2018, 14:05

Rallinger hat geschrieben: 09.11.2018, 12:39 OK, dann lass es mich so ausdrücken. Eine so niedrige Resonanzfrequenz war nicht das was ich im Kopf hatte als ich mich entschloss, einen Trafo-Pickup mit Voicing-Möglichkeit haben zu wollen. Bei 10 möglichen Stellungen kann man halt ein recht breites Frequenzband abdecken und das würde ich dann auch gerne tun.
Um wieder eine höhere Resonanzfrequenz zu bekommen, müsstest du jetzt die Induktivität des Trafos senken. Also die 12000 Wdg. Spulen raus und die 10000er rein - die Ausgangsspannung sinkt allerdings auch um 20%.
Möglicherweise hilft es auch, die Kernbleche zwischen den Spulen wieder zu entfernen, deren Fehlen ich schon beim Alumitone bemängelt hatte, du aber bereits eingelegt hattest. Ich bin mir über die praktische Wirkung aber nicht ganz klar, möglicherweise wird nur die untere Grenzfrequnz abgesenkt. Das wäre also wieder was, das man experimentell abklären könnte.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#480

Beitrag von micha70 » 09.11.2018, 14:19

Rallinger hat geschrieben: 09.11.2018, 12:39 OK, dann lass es mich so ausdrücken. Eine so niedrige Resonanzfrequenz war nicht das was ich im Kopf hatte als ich mich entschloss, einen Trafo-Pickup mit Voicing-Möglichkeit haben zu wollen. Bei 10 möglichen Stellungen kann man halt ein recht breites Frequenzband abdecken und das würde ich dann auch gerne tun.
Hast Du den Probanten mal komplett unbelastet gemessen? Ich kann mich nur an die Messungen erinnern die MiLe gemacht hatte und da lag die Resonanz um die 4kHz. Wäre doch gar nicht so sehr verkehrt. Deine Messungen jetzt sind ja mit 470pF parallel.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#481

Beitrag von Rallinger » 09.11.2018, 16:12

micha70 hat geschrieben: 09.11.2018, 14:19 Hast Du den Probanten mal komplett unbelastet gemessen? Ich kann mich nur an die Messungen erinnern die MiLe gemacht hatte und da lag die Resonanz um die 4kHz.
Dieser hier hat mit Belastung durch ein 3m-Gitarrenkabel am High-Z Input meines Interface eine Resonanzfrequenz von 3,3 kHz. Mit zusätzlichen 470 pF kommt er auf ca. 2,2 kHz. Die Versionen die von @MiLe gemessen wurden hatten 2x8000 Winds sekundär, kamen belastet auf über 4kHz, und waren vom Output her mit Tele-Pickups ebenbürtig bis ein Ticken lauter. Die 2x12.000 der aktuellen Version sind vom Output her also im Grunde Overkill und kosten nur unnötig Höhen.

Damit will ich nicht gesagt haben, dass eine Reso von 3,3kHz per se schlecht klingt. Aber remember: hier geht's gerade um einen Alumi-Klon mit passivem SVF. Ergo wenn das Ding mal funktioniert kann, wer will, die 3,3kHz ja einstellen. Mein Ziel ist aber, möglichst eine Bandbreite abdecken zu können die sozusagen von Stratocaster bis P90 reicht. Die 3,3kHz wären von meiner Zielvorgabe her also eher die untere Grenze, nicht die obere.

Die nächsten Prototyp-Generationen werde ich also tendenziell mit um die 2x7500 Wicklungen wickeln, um möglichst in den Bereich eines Stratocaster-Singlecoils zu kommen. Mit ist klar, dass der Pickup dann weniger Output haben wird, umso mehr wenn die parallel geschalteten Kondensatoren und Widerstände noch zum Greifen kommen. Deshalb war mein Gedankengang für diese Versionen der Alumi-Clowns von vorn herein, sie mit einer aktiven Klangregelung zu versehen. Einen möglichen Output-Verlust nehme ich also im Gegenzug zu einer sehr großen Bandbreite an möglichen Sounds billigend in Kauf.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#482

Beitrag von micha70 » 09.11.2018, 16:54

Alles klar. 3,3kHz sind für diesen Ansatz deutlich zu niedrig. Dachte die Reso läge höher.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#483

Beitrag von cabriolet » 09.11.2018, 17:23

Was mir nicht so ganz einleuchtet: Warum setzt du das Poti in Reihe? Damit wirkt es doch (sehr vereinfacht gesagt) nur auf einen Teil des Systems. Parallel würde er auf die Güte des gesamten Systems aus Induktivität, Kondensatorkapazität und Kabelkapazität einwirken.
Versuch´mal, das Poti parallel zu PU und Kondensator zu schalten (und wie Capricky ja schon sagte, einen Widerstand in Reihe zum Poti, einfach nur, damit du nicht auf Null Ohm herunterregeln kannst. Den musst du aber im Versuchsaufbau nicht unbedingt drin haben).

Sorry für die späte Wortmeldung, bin gerade erst nach Hause gekommen.

Gruß
Markus
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Re: Alumitones "abkupfern"

#484

Beitrag von micha70 » 19.03.2026, 12:10

Mahlzeit!

Ich hole diesen etwas angestaubten Thread hervor weil ich bei Experimenten einen meiner Alumitones gekillt habe. Fragt bitte nicht warum :roll:

Wie dem auch sei, es begann ein kleines Schlachtfest und damit das nicht ganz umsonst ist hier ein paar Fakten über die hier auch lange Zeit gerätselt wurde oder als Bestätigung oder einfach nur so...

Das sind mal die Bauteile/Aufbau in Naggisch...
IMG_5529.jpg
IMG_5530.jpg
IMG_5531.jpg
Ein paar Angaben dazu:
DCR pro Spule waren einmal 1,6kOhm während die bei beiden Spulen die Spulenenden außen und die Anfänge innen liegend waren. Es waren interessanterweise auch jeweils die Anfänge kontaktiert. Wickelrichtung war gegenläufig.
Drahtdurchmesser 0,04mm. Schon sehr dünn. 0,05 hab ich da was ich für eine Neuwicklung hernehmen möchte.
Der Kern besteht aus 7 Blechen. 21,86mm lang, 8mm am Rücken breit und 2,05mm jeweils der Schenkel. Das sorgt für ein Innenmaß, dass kleiner als das Außenmaß der Spulenkörper ist. Somit sind die leicht versetzt zueinander. Ach ja, 0,37mm dick jeweils.
WUVME0865.JPG
Es sind 7 Bleche, waren nur zum Teil verkantet oder untereinander/Übereinander unterschiedlich eingeschoben. War ziemlich schwer die zu ziehen obwohl sie lose waren. Auffällig auch, dass sie nicht nur lackiert sind sondern auch einen definierten Spalt zueinander haben. Da steckt zwischen den Lagen so etwas wie eine Trennfolie drin. Macht auch Sinn, dass beeinflusst das Übertragungsverhalten und die Sättigung im Kern.
Im Gegensatz zu sehr effektiven Kernen waren die einzelnen Lagen nicht als vollständiger Kreis ausgebildet. Macht nichts aus, wir wandeln ja nicht 50/60Hz um ;)
Die Spulenkörper haben im Wickelbereich 3,6mm Breite, 4,1mm Höhe bei einer Länge von 13,5mm. Wickelhöhe 1,45-1,5mm. Sie sind außen ebenfalls höher als breit um die Kabel erst durch die Spule durchzuführen, wie man im Bild sieht. Der Anschlussdraht ist um das Kabel gewickelt und wurde erst nach dem Verguss mit Epoxi verlötet.
Die Magnete sind vertikal gepolt aber dennoch flach liegend und von der Unterseite mit "Weicheisen" gegenüber den Spulen abgeschirmt. Noch etwas Kupferfolie und fertig ist der Lack.

An sich nichts wirklich Geheimnisvolles. Wollte es Euch nur wissen lassen und jetzt wird daraus ein Stromwandler PU mit integriertem Transimpedanz-Preamp im Pickup und eventueller Fortsetzung im ebenfalls angestaubten Parallelthread. Da gibbet für meine Versuche zum Teil wesentliche Verbesserungen :)

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

LG,
Michael
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Re: Alumitones "abkupfern"

#485

Beitrag von Titan-Jan » 25.03.2026, 22:41

Aha, das klingt ja spannend! Mich hat schon immer interessiert, was so ein Pickup wiegt?
Die sind doch bestimmt gut für Leichtbaugitarren oder?
Meine aktuelles Gitarrenbau-Projekt:
Fanned Frets Jazzmaster

Mein Dosengitarren-Projekt:
Vorstellungsthread Online-Shop YouTube-Kanal

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Re: Alumitones "abkupfern"

#486

Beitrag von micha70 » 26.03.2026, 10:14

Hi Jan!
Titan-Jan hat geschrieben: 25.03.2026, 22:41 Aha, das klingt ja spannend! Mich hat schon immer interessiert, was so ein Pickup wiegt?
Die sind doch bestimmt gut für Leichtbaugitarren oder?
Alle Einzelteile minus etwas Kupfer (so gut wie nix), Epoxi und einem Stück Schrumpfschlauch:
IMG_5609.jpeg
Das ist schon ein enormer Unterschied zu üblichen PUs.

Meinen anderen Alumi kann ich gerade nicht wiegen. Der ist verbaut. Man muss den Klang mögen. Meine Alumis, die mir ja @Yaman vermacht hatte (Danke dafür nochmal an dieser Stelle) sind offensichtlich älteren Baujahres und für Low-Z zu heiß und für High-Z zu schwach weswegen ich einen kleinen Preamp im Pickup integrieren wollte um die ein wenig zu pushen. Soll bei neueren Typen geändert worden sein indem der Draht noch dünner wurde und dafür heißer gewickelt werden kann. Egal.

Zudem, durch die Bauart bedingt, hat dieser Alumi eine recht lineare Übertragungsfunktion und es sollte ein kleines LCR-Netz dahinter um dem Ding sowas wie einen Charakter mitzugeben. Hab ich auch gemacht…mit dem zweiten Alumi ;) Dazu hole ich aber einen anderen Thread aus der Mottenkiste…demnächst.

LG
Michael
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