Stingray Preamp Tausch

Potis, Schalter, Tonabnehmer, Kondensatoren und Platinen;
wie verschalte ich was richtig?
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Rallinger
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Stingray Preamp Tausch

#1

Beitrag von Rallinger » 27.12.2025, 11:04

Hallo liebe Gitarrebassbauer! Lang ist's her, dass ich hier aktiv war. In den letzten Jahren war aber mehr Bass spielen als Bassteln angesagt. So langsam juckt es aber wieder. Schön, dass hier immer noch viele aktiv sind, mit denen ich früher schon diskutieren durfte!

Aktuell habe ich beschlossen, die Elektronik meines Stingray Corona https://www.gitarrebassbau.de/viewtopic.php?t=9053 komplett zu überarbeiten. Ja, ich habe mich hier im Forum als großer Fan des Stingray Preamps hervorgetan. Der bin ich teils immer noch. Aber Geschmäcker ändern sich (Bands in denen man spielt auch), und inzwischen ist mir diese krasse "Badewanne" im Frequenzgang des Preamps zu viel des Guten. Ja, man kann die Bässe und Höhen auch cutten, und nicht nur boosten. Wenn man die Sweet Spots erwischt, klingt das auch super. Aber die Sweet Spots zu erwischen ist nicht ganz einfach, vor allem dann nicht, wenn es schnell gehen und wiederholbar sein soll. Außerdem spiele ich inzwischen gerne mit Distortion, möchte also bei Bedarf mehr Mitten im Signal haben. Von daher sollte ein "klassischer" cut/boost Preamp mit neutraler Mittelstellung der Frequenzbänder inzwischen besser zu meinen musikalischen Bedürfnissen passen.

Der Plan ist, dass ich den MM-Pickup als erste Stufe passiv beschalten möchte. Danach folgt die Aktiv-Elektronik, da habe ich mich für die Darkglass Tone Capsule entschieden (bzw. einen Clone dieses Preamps, den ich mir als Bausatz bei Musikding bestellt habe). Die Besonderheit dieses Preamps ist ja, dass er keinen Treble-Regler hat, sondern stattdessen Bass (70Hz) - Low Mid (500Hz) - High Mid (2,8kHz). Die Passiv-Schaltung möchte ich so auslegen, dass sie mir (bei Bedarf) oberhalb von ca. 4-5kHz die Höhen beschneidet (da oben klappern sowieso nur noch die Bundstäbchen - der Stingray Preamp stellt da gnadenlos meine spielerischen Defizite in den Vordergrund).

Das führt mich aber schon zu meiner ersten Frage ... Ich habe mich für eine Schaltung von Cadfael entschieden, bei der man zwei Kondensatoren schalten, aber (angeblich) auch den Tone-Pot komplett aus dem Geschehen nehmen kann (dann bliebe zumindest der Original Stingray Passivsound übrig). Es geht um diese Schaltung hier:
KondensatorToggle.png
Frage(n):
  • Welchen Minitoggle brauche ich dafür? Einen on/off/on oder einen on/on/on?
  • Ist es tatsächlich so, dass in der Mittelstellung nicht nur kein Kondensator parallel liegt, sondern auch der Tonepot komplett aus dem Spiel ist? Das wäre klasse, denn so könnte ich wahlweise den Preamp so beschicken, wie es gedacht ist (Volume-Preamp), oder halt mit zusätzlicher Passiv-Option
Viel Text für eine kurze Frage. Aber da kommen bestimmt noch Fragen nach - ich bin ein wenig aus der Übung ... :roll:

Besten Dank für eure Tipps!
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Re: Stingray Preamp Tausch

#2

Beitrag von 100WChris » 27.12.2025, 11:41

Hello,
ich würde sagen on/off/on, in der Mittelstellung (off) ist dann das Poti ausm Signalweg.
Zumindest interpretiere ich so den Schaltplan :)
beste Grüße
Chris

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Re: Stingray Preamp Tausch

#3

Beitrag von kehrdesign » 27.12.2025, 14:10

Hi Ralf, ja du brauchst ON-OFF-ON-Schalter laut obigem Plan 2-polig (z.B. diesen).
2pol.ON-OFF-ON.gif
Es genügt aber selbstverständlich auch ein 1-poliger (siehe hier).
1pol.ON-OFF-ON.gif
Mal ganz allgemein:
Ich finde es schade, dass bei den Online-Händlern seltenst eine eindeutige Beschreibung der internen Funktion vorliegt.
Bei ON-ON-ON-Schaltern ist das noch wichtiger, da es vielfach trotz identischer Bezeichnung mehrere Funktionsvarianten gibt. siehe Beispiel
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Re: Stingray Preamp Tausch

#4

Beitrag von thonk » 27.12.2025, 20:28

Ach hallo,
Lange nicht gelesen; kann leider nichts zu deinem Problem beitragen, freue mich aber dich hier aktiv zu sehen.
Bin letztens nochmal über deinen Cnc Eigenbau gestolpert. Hat der es irgend wann mal über die Ziellinie geschafft?

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Re: Stingray Preamp Tausch

#5

Beitrag von Rallinger » 27.12.2025, 22:08

thonk hat geschrieben: 27.12.2025, 20:28 kann leider nichts zu deinem Problem beitragen, freue mich aber dich hier aktiv zu sehen.
:D
thonk hat geschrieben: 27.12.2025, 20:28
Bin letztens nochmal über deinen Cnc Eigenbau gestolpert. Hat der es irgend wann mal über die Ziellinie geschafft?
Leider nein, zumindest nicht bisher. Das war eine Beschäftigungstherapie / Verzweiflungstat während der Coronazeit. Ich hatte es dann zum Glück geschafft, mich aus dem sinkenden Schiff der Selbstständigkeit in eine Anstellung zu retten. Da war dann nichts mehr mit Rumspinnen. Und irgendwann mal hatte sich eins der Gussteile komplett verzogen. Was ja eigentlich nicht hätte passieren sollen - oder zumindest deswegen hatte ich ja mit Beton herumgerührt. War wohl sowieso eine Schnapsidee.

Aber die Teile habe ich nach wie vor, und zusätzlich einen halben Ster 40er Buche Multiplex, den jemand unbedingt verschenken wollte. Das ist für die CNC reserviert. Wenn ich denn mal den Arsch hochbringen sollte.

In der Zwischenzeit habe ich mir aber mit einer Shaper Origin beholfen. Ein angefangenes Projekt liegt gerade auf Halde und wird auch hier auftauchen, sobald ich mir wieder eine funktionierende Werkstatt eingerichtet habe.

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Re: Stingray Preamp Tausch

#6

Beitrag von Rallinger » 03.02.2026, 12:12

So, erst hat es etwas gebraucht, bis ich alle benötigten Teile zusammen hatte ... und dann hatten wir in der Band einen Motivationsschub und waren plötzlich 2x in der Woche im Proberaum - da wollte ich nicht zwischendurch riskieren, meinen Bass zu verhunzen. Anyway. Endlich geht's hier weiter.

Ich hab mich entschlossen, zweistufig weiterzuarbeiten. Also erst die passive Klangregelung hinkriegen (also zwei schaltbare Kondensatoren, bei der Mittelstellung fliegt das Tonepoti aus dem Schaltkreis), dann auf aktiv (schaltbar) umbauen. Passiv schaut es aktuell so aus:
IMG_2270.JPG
Und aktiv (noch vogelwild verdrahtet) so:
IMG_2272.JPG
Fangen wir mit dem Positiven an:
  • Der Kondensator-Toggleswitch funktioniert, wie er soll. Ich hab mich für den Anfang für Standardwerte entschieden (22+47nF bei 500k). Der Unterschied zwischen den Kondensatoren und zu "kein Tonepoti" ist relativ gering. Für's Erste lasse ich es so, bis ich es im Proberaum und Bandkontext gehört habe. Aber meine Tendenz ist aktuell, dass ich wohl Richtung 33+100nF gehen werde. Mal sehen.
  • Der Preamp ist geil. Keine Ahnung, ob das 1:1 wie die Darkglass Tone Capsule klingt (kein Original vorhanden). Aber das Dingens rauscht nicht, und die Frequenzbänder scheinen mir sehr gut gewählt. Das natürlich unter Vorbehalt, der Preamp ist noch nicht eingebaut, und im Proberaum hatte ich das auch noch nicht.
Ein Problem gibt's natürlich auch, da bitte ich euch um eure Expertise:

Für Volume / Tone habe ich ein MEC stacked Poti verwendet. Die Aufschrift ist A500k/B500k - gemessen habe ich nicht, welcher Teil log und lin ist. Ich bin einfach davon ausgegangen, dass der "untere" Teil linear läuft und für den Ton zuständig ist.

Grundsätzlich scheinen die Potis richtig angelötet zu sein (Cadfaels Schaltbild oben folgend). Bei Rechtsanschlag ist es laut/hell, links rum leise/dumpf. Aber die Regelwege der Potis sind schräg. Beim Volume kann ich kaum 30 Prozent des Regelwegs nutzen, dann ist das Signal weg. Beim Tone-Poti passiert erstmal gar nichts (was meine alten Ohren hören könnten), dann setzt der "passiv" Effekt recht schlagartig ein.

Ich vermute mal, dass bei diesem Poti log (also Volume) "unten" ist, und lin (also Tone) "oben". Seht ihr das auch so, oder gibt es für diesen Effekt noch eine andere Erklärung?

Wenn dem so wäre, könnte ich natürlich die Ebenen tauschen. Aber das würde mich nerven. Volume fasse ich häufig an, und das hätte ich gerne auf dem großen Knopf oben, nicht auf dem Ring darunter. Wenn meine Vermutung also richtig ist, müsste ein anderes Poti her. Die Dinger sind aber teuer, und auf Verdacht bestellen ... Kann mir jemand zufällig ein A500/B500k mit langer Gewindeachse empfehlen, bei der die Tapers so angeordnet sind, wie ich es brauche?
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