Graveyard Oak: Acoustic Thinline

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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#76

Beitrag von ugrosche » 10.07.2025, 12:12

Yaman hat geschrieben: 10.07.2025, 11:22
ugrosche hat geschrieben: 08.07.2025, 21:05 Vor dem Lackieren muss ich noch die Leimstelle für den Steg abkleben.
Warum eigentlich erst lackieren und dann leimen?
Ehrlich gesagt: Keine Ahnung. :D
So habe ich das bei den anderen Bauberichten hier gesehen und es erschien mir logisch, da der Steg ja nicht lackiert wird.
Auf die Idee, den Steg vorher aufzuleimen und dann abzukleben bin ich noch nicht gekommen. Das hätte ich einfacher machen können, bevor der Boden verleimt wurde.
Ohne Steg ist es aber wohl einfacher mit Lackieren, Schleifen und Polieren des Korpus.
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#77

Beitrag von ugrosche » 11.07.2025, 19:47

Zur Zeit probiere ich die Verarbeitung von Holzsiegel. Lappenauftrag ist recht dünn, Rollen ergibt bei mir diese "Ledernarbung". Zwischenschliffe etc. sind auch nicht so sehenswert, daher wenig sichtbarer Fortschritt.

Der Steg ist fast fertig, aber ich hatte noch nichts dazu geschrieben.

Diesmal wollte ich die Stegeinlage leicht schräg nach hinten stellen. Bei der üblichen Nut wird die Stegeinlage bim Saitenaufziehen in Richtung Sattel gezogen. Dabei geht viel Schwingungsenergie an die Flanke der Stegnut und weniger an den Boden. Ist nach meinem Verständnis auch egal, nur bei Piezos unter der Stegeinlage hat das einen Einfluss. Oft wird ein Steg-Piezo lauter, wenn man die Stegeinlage etwas nach hinten drückt.

Vielleicht alles Quatsch, aber diesmal lief es so ab: Nach dem Fräsen der Stegnut habe ich den Steg unten keilförmig gehobelt.
2025-05-03 16.01.25.jpg
Nach Aussägen habe ich ein Reststück in der Wölbungsschüssel in Deckenwölbung gebracht.
2025-06-18 10.26.54.jpg
Damit wird die Steg-Unterseite angepasst
2025-06-18 10.27.59.jpg
Auch hier wieder mit Beistiftmarkierungen kontrollieren, ob alles erwischt wurde
2025-06-18 10.29.23.jpg
Dann kommt der angenehme Teil: Mit dem Dickenschleifer bekomme ich sehr einfach gleichmäßige Flügel an den Steg. :D
2025-06-22 13.09.56.jpg
Im Schräglicht sieht man, dass der Steg schon eine leichte Wölbung hat.
2025-06-22 13.16.30.jpg
Die Einlage ist nur etwas schräg, wird wohl keinen hörbaren Effekt bringen.
2025-06-22 13.37.37.jpg
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#78

Beitrag von moon » 12.07.2025, 19:46

Von Akustik-Instrumenten hab ich ja wenig Ahnung, meine Erfahrung beschränkt sich da auf die Restauratin meines Akustik-Basses.
Dabei habe ich auch die Stegeinlage schräg gestellt, weil mir das logisch erschien. Dafür habe ich unter die Frässchablone einen Keil geklebt und so die Nut schräg gefräst.
Frässchablone Stegeinlage.jpg
Btw, schöne Gitarre wird das.
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#79

Beitrag von U. Fischer » 12.07.2025, 22:14

Bei meiner Yamaha Silentguitar ist die Stegeinlage auch schräg gesetzt, erscheint mir auch logisch.
Stegeinlage Yamaha Silentguitar.jpg
Gruß
Uwe
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#80

Beitrag von ugrosche » 14.07.2025, 21:14

Danke für die Bestätigung der Steg-Schrägstell-Theorie :D

Jetzt wäre ich für Erfahrungen mit Holzsiegel dankbar:
Eigentlich wollte ich ein mattes Finnish. Aber bei Mattlack gibt es ja keine Korrekturmöglichkeiten bei Staubpickeln oder Läufern. Deshalb sehe ich jetzt eigentlich nur zwei Optionen:

1. Entweder ich versuche doch eine Hochglanzoberfläche mit Holzsiegel. Hier gab es ja schon Anleitungen dazu. Traue ich mir prinzipiell zu.
2. Beim Zwischenschliff mit 400 gefiel mir die Oberfläche schon ganz gut, matt ohne erkennbare Schleifriefen. Hat jemand so etwas schon mal dauerhaft so gelassen? Poliert sich das irgendwann glänzend? Kann man da mit Antikwachs drüber und es bleibt matt?
(think)
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#81

Beitrag von kehrdesign » 14.07.2025, 22:47

ugrosche hat geschrieben: 14.07.2025, 21:14 ... Poliert sich das irgendwann glänzend?
Ja, mattpolierter Lack sieht zwar anfänglich edel aus, neigt aber sehr schnell zum speckig werden. Dauerhafter Mattlack sollte sehr fest/hart sein und eine körnigere Oberflächenstruktur aufweisen.

Ich würde es erstmal mit einem Schellackauftrag bis zum Mattglanz (ohne Polieröl) beginnen. Bei Nichtgefallen könnte das dann auch die Basisgrundierung für eine dünne Deckschicht aus 2K-Mattlack sein, ggf. aus der Spraydose.

Holzsiegel gibt's ja meines Wissens auch in matt. Davon, wie der sich verarbeiten lässt und auf die Dauer wirkt, habe ich aber null Ahnung. Die üblichen Baumakt-Mattlacke sind für diesen Anwendungsfall jedenfalls zu weich und zu wenig widerstandsfähig.

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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#82

Beitrag von 100WChris » 16.07.2025, 14:12

Christian hatte mir mal die Clou Ballemattieerung empfohlen.
Die finde ich echt super, gut und einfach zu verarbeiten und man erreicht schnelle ein Ergebnis (was für mich ganz wichtig war, weil Weihnachtsgeschenk…).
Langzeit-Erfahrung habe ich damit aber auch nicht…
beste Grüße
Chris

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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#83

Beitrag von ugrosche » 18.07.2025, 10:18

Danke für die Tipps. :D

Bisher habe ich mit Schellack/Bimsmehl etwas gefüllt und dann mit Holzsiegel seitenmatt und matt 2-3 Schichten (mit Zwischenschliff) probiert. Der matte Look sieht doch nicht soo geil aus, besonders wenn doch Staub drin ist.
Ich schwenke jetzt auf Hochglanz mit Holzsiegel. Mein Eindruck ist auch, dass der Hochglanz-Clou besser verläuft als der matte oder seidenmatte. Aber veilleicht habe ich auch anders verdünnt, das mache ich eher nach Augenmaß.
Zwischenstand:
2025-07-17 18.26.41.jpg
2025-07-17 18.26.50.jpg
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#84

Beitrag von Yaman » 18.07.2025, 14:27

ugrosche hat geschrieben: 18.07.2025, 10:18 Mein Eindruck ist auch, dass der Hochglanz-Clou besser verläuft als der matte oder seidenmatte.
Das kann gut sein, der matte bzw. seidenmatte Holzsiegel ist der glänzender Holzsiegel mit Trübungszusatz.

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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#85

Beitrag von ugrosche » 02.08.2025, 15:29

Diese Lackschleiferei hält ziemlich auf. Um zu sehen, ob sich das für das Ergebnis wirklich lohnt, wollte ich ein Probe-Setup machen. Die Decke ist halbwegs glatt, daher kann der Steg aufgeleimt werden. Das Entfernen der Klebeband-Abdeckung ist eine ziemliche Fummelei.
2025-08-01 18.24.29.jpg
Zum Aufleimen verwende ich M4-Schrauben in den äußeren Saitenlöchern und presse mit Flügelmuttern.
2025-08-01 18.34.47.jpg
Passt soweit ...
2025-08-01 18.40.15.jpg
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#86

Beitrag von ugrosche » 02.08.2025, 18:16

Erste Probemontage:
Die gute Nachricht ist, dass erstmal alles hält und nichts gebrochen ist. :)
Alles noch sehr provisorisch, mit einem viel zu hohen vorgekerbten Kunststoff-Sattel und zu schmaler Stegeinlage. Piezo ist auch nicht montiert. Und noch nicht fertig geschliffen und poliert.
2025-08-02 16.41.55.jpg
Leider bringt diese Idee mit der passiv-Membran nichts. Funktioniert wohl nur mit geschlossenen Gehäusen.
Ich muss da mal ein paar Töne aufnehmen und vergleichen.
2025-08-02 16.41.38.jpg
2025-08-02 16.50.17.jpg
Klingt aufgrund der Größe natürlich nicht sehr bassig, aber gar nicht so quäkig, wie erwartet.

Jetzt folgen noch ein paar Restarbeiten: Sattel und Stegeinlage aus Büffelhorn basteln, Piezo einbauen und Schleifen, Scheifen ...
Bünde sind auch noch nicht abgerichtet und Bundenden noch nicht verrundet.
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#87

Beitrag von Yaman » 03.08.2025, 09:31

ugrosche hat geschrieben: 02.08.2025, 18:16 Leider bringt diese Idee mit der passiv-Membran nichts.
Dann hast du aber eine Inspektionsklappe :)

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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#88

Beitrag von ugrosche » 06.08.2025, 20:44

Yaman hat geschrieben: 03.08.2025, 09:31 ...
Dann hast du aber eine Inspektionsklappe :)
Ja, das war mal der ursprüngliche Plan vor der Membran-Idee. Ist ja auch ganz praktisch für Montage, Batteriewechsel etc.

Bei dieser Lackschleiferei komme ich nicht so gut voran. Mit Micromesh muss ich oft eine Körnung zurück, weil es noch Kratzer gibt. Und ständig Angst vor Durchschliff.
Daher versuche ich jetzt, auf diese 800er geschliffene Holzsiegel-Schicht Schellack als Deckschicht aufzubringen. Ist zwar nicht so widerstandsfähig, hat aber diese schöne Haptik.
Nach 4-5 Poliergängen bin ich schon recht nah am Ziel. Zumindest wird es mit meinen Schellack-Skills nicht viel besser.
2025-08-06 16.32.42.jpg
2025-08-06 19.09.34.jpg
Jetzt noch ein paar unsaubere Stellen nachpolieren und dann in Urlaub. In der Zeit der Lack noch nachsacken.
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#89

Beitrag von Poldi » 07.08.2025, 05:27

Das sieht aber doch schon super aus.
Dir dann einen schönen Urlaub.

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#90

Beitrag von chrisBk » 07.08.2025, 11:27

sehr cooles projekt uwe! lese begeistert mit!

liebe grüsse
chris

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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#91

Beitrag von ugrosche » 04.09.2025, 20:13

Nach 3 Wochen Urlaubs-Wartezeit ist der Holzsiegel-Lack doch etwas nachgesackt. Überraschenderweise nur an der Rückseite. Zargen und Hals sind OK. Kann man an der Spiegelung der Werkstattleuchte etwas erkennen.
2025-09-04 18.38.52.jpg
Und bei dieser Piezo-Elektronik habe ich es so richtig vermasselt. Das Anschrauben im Korpus funktionierte nicht wie geplant. Dann wollte ich das Hilfsklötzchen einfach seitlich anschrauben und habe bei Bohren die Platine touchiert und eine Leiterbahn zerstört. Nachdem das wieder geflickt ist, wird das Ding einfach mit einem Schräubchen befestigt. Das "falsche" Loch wird zugespachtelt, schwarz angemalt und irgendwie gelackt.
2025-09-04 18.38.32.jpg
Vielleicht finde ich dafür noch eine Senkkopfschraube ...
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#92

Beitrag von ugrosche » 06.09.2025, 16:25

Jetzt folgen noch die Restarbeiten für das Setup.
Für die Anpassung der Stegeinlage habe ich folgendes versucht:
Auf die breite Stegeinlage lege ich einen Saitenschnipsel und verschiebe ihn solange, bis Flageolett und gegriffener Ton bestmöglich übereinstimmen. Natürlich vorher den Knick am Steg einmassieren.
2025-09-06 15.19.59.jpg
Die Position zeichne ich dann mit Bleistift an. Im Ergebnis lade ich bei dem üblichen Muster.
2025-09-06 15.47.54.jpg
Jetzt müssten noch die Bünde abgerichtet werden. Aber bisher hat nichts geschnarrt, ich warte noch ein paar Tage und schaue, ob sich das Holz noch bewegt.
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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#93

Beitrag von viento » 06.09.2025, 18:47

Ich habe Deinen ganzen Baubericht mit hohem Interesse mitgelesen und danke Dir herzlich, daß wir daran teilnehmen können!
Vor einiger Zeit bin ich über https://www.wilbornguitars.com gestolpert und denke ein wenig über solche Gitarre nach - wie auch über Deine Konstruktion. Das sind mal andere und auch etwas spannendere Konstruktionen als die "herkömmlichen" mit dem Schall-Loch in der Mitte. Auch die Beleistung unterscheidet sich interessanter Weise. (clap3)
Freundlicher Gruß!

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#94

Beitrag von kehrdesign » 07.09.2025, 13:11

ugrosche hat geschrieben: 06.09.2025, 16:25 ... verschiebe ihn solange, bis Flageolett und gegriffener Ton bestmöglich übereinstimmen. Natürlich vorher den Knick am Steg einmassieren.

Nutzt du hierzu den 1. und 13. Bund? Bei diesem Stand ist ja nicht davon auszugehen, dass der Sattel bereits kompensiert ist.

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#95

Beitrag von ugrosche » 07.09.2025, 13:25

kehrdesign hat geschrieben: 07.09.2025, 13:11
ugrosche hat geschrieben: 06.09.2025, 16:25 ... verschiebe ihn solange, bis Flageolett und gegriffener Ton bestmöglich übereinstimmen. Natürlich vorher den Knick am Steg einmassieren.

Nutzt du hierzu den 1. und 13. Bund? Bei diesem Stand ist ja nicht davon auszugehen, dass der Sattel bereits kompensiert ist.
Guter Punkt ! (think)
Ja, der Sattel ist noch nicht kompensiert, nur ca. 2 mm Richtung Steg versetzt eingebaut.
Den Sattelkompensations-Thread habe ich bestimmt 5 x gelesen, bis ich es kapiert habe, aber hier noch nicht umgesetzt.
Ich hatte für die Stegkompensation Leersaite und 12. Bund genommen. :(
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#96

Beitrag von kehrdesign » 07.09.2025, 23:42

Bei solchen Prozeduren ist mein subjektives Empfinden, das mich die höhere Oktave immer geringfügig zu tief empfinden lässt, eine weitere Fehlerquelle. Darum vertraue ich (statt mir selbst) der unbestechlichen Technik in Form eines chromatischen Stimmgerätes.

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Re: Graveyard Oak: Acoustic Thinline

#97

Beitrag von ugrosche » 17.11.2025, 18:33

Hier wollte ich ja noch Bünde abrichten und eine Sattelkompensation einfräsen.
Aber es schnarrt nichts und die Saitenlage ist OK. Bünde Einpressen ist im Ergebnis wohl doch sauberer als Einhämmern. Insgesamt ist sie seit ein paar Wochen sehr gut bespielbar und handlich. Daher verschiebe ich diese Restarbeiten erstmal und stelle das Gerät schon mal in der Galerie vor.
Danke an alle für's virtuelle Begleiten beim Bau, das hat extrem motiviert.
(you rock)
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