Tele mit Wenge-Decke und Sitar-Bridge

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Tele mit Wenge-Decke und Sitar-Bridge

#1

Beitrag von Yaman » 19.11.2017, 19:28

Die Gitarre ist schon in der Galerie (http://gitarrebassbau.de/viewtopic.php?f=9&t=7037), der Baubericht folgt jetzt als Nachtrag.

Dieses Projekt war mein erster Versuch im Gitarrenbau. Da ich als Anfänger nicht sofort mit dem Bau eines Halses und Griffbretts anfangen wollte, habe ich eine billige Tele-Kopie vom MusicStore genommen und versucht sie zu verschönern. Irgendjemand hatte beim MusicStore der Gitarre eine Sitar-Bridge von Rockinger verpasst, was für mich der eigentliche Kaufgrund war. Das war die Gitarre im Ausgangszustand:
Was wollte ich verschönern/verbessern?
  • Die Kopfplatte gefiel mir überhaupt nicht.
  • Ich wollte der Gitarre eine neue Decke aus Wenge verpassen.
  • Neue Tonabnehmer: Fender Noiseless
  • Neue Brücke

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Re: Tele mit Wenge-Decke und Sitar-Bridge

#2

Beitrag von Yaman » 19.11.2017, 19:34

Ich hatte noch ein "Stück" Wenge von einem Möbelbau-Projekt übrig.
Da ich keine Bandsäge hatte, hatte ich mit einer Handsäge eine Scheibe von diesem Block abgesägt. Es hat etwas länger gedauert :D. Dabei hatte ich auch die Bekanntschaft mit vielen Wenge-Splittern gemacht. Das Ergebnis:

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Re: Tele mit Wenge-Decke und Sitar-Bridge

#3

Beitrag von Yaman » 19.11.2017, 19:42

Die Gitarre hatte ich zerlegt und erstmal die Rückseite und die Seiten vom Lack befreit.
Um eine neue Decke aufzuleimen, musste erstmal eine Scheibe (schon wieder) vom Korpus ab. Nach meinem Erlebnis mit dem Stück Wenge hatte ich diesmal mit der Kreissäge rundherum um den Body einen Schlitz gesägt, um eine saubere Kante zu haben.
Den Rest hatte ich wieder mit der Handsäge erledigt (ich hatte ja jetzt Übung).
Das Ergebnis:

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Re: Tele mit Wenge-Decke und Sitar-Bridge

#4

Beitrag von Yaman » 19.11.2017, 19:56

Der Korpus sollte aus Gewichtsgründen hohl werden, also einiges an Holz entfernt. Nicht schön, aber es war das erste Mal.
Ich hatte es noch schöner gemacht, aber davon hab ich kein Foto. Der Wulst an der unteren Kante ist Material für den Rippenspoiler.
Die Wenige-Decke hatte ich in mühevoller Handarbeit flach geschliffen, damit ich sie auf den Erle-Korpus aufleimen konnte.
Der Bridge-Tonabnehmer sollte direkt in der Decke befestigt werden, deswegen hatte ich vor dem Verleimen der Decke diese innen mit entsprechenden Aussparungen versehen. Ebenfalls für die Poties und Schalter und die Brücke. Da der Korpus hohl war, habe ich F-Löcher in die Decke gebohrt und diese von aussen mit einem Esche-Ring versehen.

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Re: Tele mit Wenge-Decke und Sitar-Bridge

#5

Beitrag von Yaman » 19.11.2017, 20:05

Die Sitar-Brücke wollte ich beibehalten aber die typische Blech-Brücke einer Tele gefiel mir gar nicht. Ich hatte aus einem Stück Messing eine Saitenhalterung gesägt und gebohrt, die ich auf der Rückseite der Gitarre einsetzen wollte (hatte ich irgendwo im Internet gesehen). Dabei kam ich auf die Idee, in diesen Messingblock drei Messingstäbe zu befestigen, welche dann die drei Saiten-Böcken halten.
Die entsprechenden Löcher in der Decke hatte ich schon vor dem Verleimen gebohrt, so dass beim Verleimen mit eingesetzten Messingstäben alles passgenau war.

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Re: Tele mit Wenge-Decke und Sitar-Bridge

#6

Beitrag von Yaman » 19.11.2017, 20:15

Nun kam der Kopf dran. Zuerst die alten Bohrlöcher der Mechaniken verschlossen.
Dann den Kopf in eine neue Form gebracht und danach gab es einen Aufleimer aus Wenge.
Danach hatte ich noch eine Stufe bis zum hellen Ahorn in die Kopfplatte gefräst.
Der Hals-Tonabnehmer bekam eine Abdeckung aus Ahorn.
Der Bridge-Tonabnehmer wurde direkt im Holz befestigt und durch das Elektrofach eingefädelt.
Damit die Saitendurchführung im Holz nicht ausreisst, hatte ich Messingröhrchen in die Löcher geklebt. Die Knöpfe sind aus Ahorn selbst hergestellt (mit einem Zapfenbohrer, z. B. so einer: https://www.amazon.de/Zapfenbohrer-Zapf ... B003S7ZKWU).

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Re: Tele mit Wenge-Decke und Sitar-Bridge

#7

Beitrag von novacorda » 19.11.2017, 20:31

Yaman hat geschrieben:
19.11.2017, 20:15
Pickup Brücke.jpg
Das sieht so gut aus.
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Re: Tele mit Wenge-Decke und Sitar-Bridge

#8

Beitrag von Yaman » 19.11.2017, 20:35

novacorda hat geschrieben:
19.11.2017, 20:31
Das sieht so gut aus.
Ich wundere mich im Nachhinein selbst, auf was für Ideen ich beim ersten Mal kam. Die Messingstäbe müssen natürlich nicht unbedingt im Messingblock auf der Rückseite enden. Ich hatte damals gedacht, dass die Brückenkonstruktion aus einem Teil, bzw. verbunden sein sollte. Ist aber Blödsinn und viel zu viel Aufwand gewesen. Damit sich die Madenschrauben nicht ins Holz bohren, habe ich einen Messingwinkel unter den Bröckchen befestigt.

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Re: Tele mit Wenge-Decke und Sitar-Bridge

#9

Beitrag von novacorda » 19.11.2017, 20:49

Yaman hat geschrieben:
19.11.2017, 20:35
novacorda hat geschrieben:
19.11.2017, 20:31
Das sieht so gut aus.
Ich wundere mich im Nachhinein selbst, auf was für Ideen ich beim ersten Mal kam. Die Messingstäbe müssen natürlich nicht unbedingt im Messingblock auf der Rückseite enden. Ich hatte damals gedacht, dass die Brückenkonstruktion aus einem Teil, bzw. verbunden sein sollte. Ist aber Blödsinn und viel zu viel Aufwand gewesen. Damit sich die Madenschrauben nicht ins Holz bohren, habe ich einen Messingwinkel unter den Bröckchen befestigt.Saitenreiter.JPG
Kann wirklich sein, dass ich es irgendwo brauchen werde.

Darf ich?
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Re: Tele mit Wenge-Decke und Sitar-Bridge

#10

Beitrag von Yaman » 19.11.2017, 20:51

novacorda hat geschrieben:
19.11.2017, 20:49
Kann wirklich sein, dass ich es irgendwo brauchen werde.
Darf ich?
Na klar (wenn du mir ein Foto der fertigen Gitarre sendest ;)).

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Re: Tele mit Wenge-Decke und Sitar-Bridge

#11

Beitrag von novacorda » 20.11.2017, 05:59

Yaman hat geschrieben:
19.11.2017, 20:51
novacorda hat geschrieben:
19.11.2017, 20:49
Kann wirklich sein, dass ich es irgendwo brauchen werde.
Darf ich?
Na klar (wenn du mir ein Foto der fertigen Gitarre sendest ;)).
Geht klar.

Danke!
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Re: Tele mit Wenge-Decke und Sitar-Bridge

#12

Beitrag von Rallinger » 20.11.2017, 08:32

Eine wirklich schöne Gitarre mit interessanten Detaillösungen. Hut ab! Was es bedeutet, einem Wengeklotz per Hand eine Decke abzuringen, will ich mir gar nicht vorstellen. Da hätte mich ein Foto deiner Hände nach getaner Arbeit interessiert ;-)

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Re: Tele mit Wenge-Decke und Sitar-Bridge

#13

Beitrag von Yaman » 20.11.2017, 08:39

Rallinger hat geschrieben:
20.11.2017, 08:32
Eine wirklich schöne Gitarre mit interessanten Detaillösungen. Hut ab! Was es bedeutet, einem Wengeklotz per Hand eine Decke abzuringen, will ich mir gar nicht vorstellen. Da hätte mich ein Foto deiner Hände nach getaner Arbeit interessiert ;-)
Zwischenzeitlich war ich versucht es aufzugeben. Und dann trotz Handschuhe immer diese Wenge-Splitter, die sind so spitz und kommen überall durch. Zum Glück reagiere ich darauf nicht allergisch.

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Re: Tele mit Wenge-Decke und Sitar-Bridge

#14

Beitrag von ugrosche » 20.11.2017, 10:02

Hut ab! Besonders vor den Sägearbeiten. Ich habe auch mal einen Body-Kantel mit Kreissäge aufgesägt und den Rest mit derselben Säge wie bei Dir. Hat keinen Spaß gemacht. Und ich hatte Ahorn, nicht diese eklige Bruch-Splitter-Wenge. Die hatte ich nur mal als Furnier verarbeitet und dabei schon als ungeliebtes Holz deklariert.

Der Zapfenboher ist interessant, so etwas habe ich bisher nur einmal in einer Tischlerei gesehen.

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Re: Tele mit Wenge-Decke und Sitar-Bridge

#15

Beitrag von hatta » 20.11.2017, 10:11

Sehr tolles Projekt!
Vorallem die Details wie Bridge und die Saitendurchführungen sowie das "F-Loch" gefallen mir da sehr gut 8)
Gruß
Harald

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Re: Tele mit Wenge-Decke und Sitar-Bridge

#16

Beitrag von Yaman » 20.11.2017, 10:36

ugrosche hat geschrieben:
20.11.2017, 10:02
Der Zapfenboher ist interessant, so etwas habe ich bisher nur einmal in einer Tischlerei gesehen.
Mit so einem Bohrer habe ich auch mal ein Ebenholz-Rundholz (30 mm) für meine Roswitha hergestellt.

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Re: Tele mit Wenge-Decke und Sitar-Bridge

#17

Beitrag von ugrosche » 20.11.2017, 10:48

Oh, Respekt.
Das "Buchsenrohr" bei Roswitha hatte ich für Kunststoff gehalten ... :oops:

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