[Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

Moderator: jhg

Benutzeravatar
cabriolet
Halsbauer
Beiträge: 398
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 32 Mal
Danksagung erhalten: 99 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#126

Beitrag von cabriolet » 26.02.2019, 18:11

Der Messschieber ist nichts Digitales und wirklich alt und ziemlich vermackt, flog in einer Werkzeugkiste ´rum, die ich mal mit Inhalt geschenkt bekommen habe.

Heute habe ich die Sidedots gesetzt, aus 2mm-Aludraht.

Dazu zuerst die Bünde durchnummeriert, damit ich mich nicht mit den Positionen vertue und dann mit einem Geodreieck die Mitte zwischen den jeweiligen Bünden gesucht und jeweils mit einem kleinen Bleistiftstrich markiert, am 12. und 24. Bund jeweils 3mm links und rechts davon einen weiteren Strich (damit die doppelten Punkte 6mm auseinander sitzen). Irgendwann hatte ich mir mal eine einfache Vorrichtung gebaut, um Markierungen in gleichmäßigem Abstand zum Griffbrettrand zu setzen, die ist allerdings spurlos verschwunden :? . Also musste die Höhe nach Augenmaß auf halber Griffbrettdicke markiert werden. Die gefundenen Punkte habe ich dann mit einem spitzen Nagel angekörnt.

Irgendwie sind mir einige Fotos abhanden gekommen, deshalb gibt´s erst ab dem Bohren welche :evil: . Das habe ich bis zum 12. Bund mit der Akku-Bohrmaschine gemacht, dazu einfach den Hals der kopfüber liegenden Gitte mit einer Hand unterstützt und mit der anderen die auf dem Tisch liegende Bohrmaschine bedient. Das geht besser als es sich anhört, der 2mm-Bohrer ist in der Körnung sauber geführt. Selbst wenn man in leichtem Winkel bohrt ist das hinterher nicht sichtbar.
Ab dem 15. Bund komme ich mit der Bohrmaschine nicht mehr hin, da ist das Korpushorn und beim 24.Bund auch die Decke im Weg. Deshalb habe ich ein Wechselklingen-Bastelmesser (nennt sich "Präzisions-Bastelwerkzeug" und ist von Tchibo) zum Bohrer-Halter umfunktioniert, da die Spannzange auch 2mm-Gravierstichel aufnehmen kann. Da passt dann der 2mm-Bohrer genau hinein 8) . Einfach von Hand drehen und etwas Geduld, und schon sind auch die letzten Bohrungen gesetzt.
Dann einfach kurze Stückchen (etwa 4-5mm) von der Aludraht-Rolle abgezwickt und mit Sekundenkleber eingesetzt.
Nach dem Überschleifen sieht das jetzt so aus:
Gruß
Markus

Benutzeravatar
cabriolet
Halsbauer
Beiträge: 398
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 32 Mal
Danksagung erhalten: 99 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#127

Beitrag von cabriolet » 27.02.2019, 19:54

Die Kopfplatte hat dann auch ihre Mechanik-Löcher bekommen.

Und wie gestern hat auch heute wieder meine Kamera nicht alle Bilder gespeichert :? Aber die wichtigsten Schritte sind doch zu sehen. Ich vermute mal, dass die Kamera Schaden genommen hat, als ich kurz vor Weihnachten einen defekten Akku hatte :evil: .

Zuerst die Positionen der Mechaniken markiert und auch sonst noch auf der Kopfplatte angezeichnet, was noch alles wegfallen soll. Im Bereich der Mechanik-Bohrungen das Holz mit Sekundenkleber getränkt (auch auf der Rückseite), da die Fichte ja doch sehr ausrissfreudig ist.
Mit einem 2,5mm-Bohrer habe ich Führungsbohrungen für die Zentrierspitze der später folgenden Holzbohrer gesetzt. Komplett durch die gesamte Kopfplatte, damit ich auch auf der Rückseite eine Führungsbohrung habe. Ausnahmsweise wollte ich dafür die Ständerbohrmaschine nehmen, musste dann aber feststellen, dass die so kleine Bohrer garnicht fassen kann. Also auch hier wieder mit dem Akku-Bohrer gebohrt und dabei natürlich so genau wie möglich senkrecht gebohrt.
Die eigentlichen Mechanik-Bohrungen habe ich dann von Vorder- und Rückseite gemacht, dazu eine Tiefenmarkierung mit dickem Klebeband bei 8mm angebracht, das nebenbei auch als eine Art Tiefenanschlag dient. Die Kopfplatte ist etwa 14mm dick, von beiden Seiten gebohrt bekommt man dann eine durchgehende Bohrung.

Leider hat mein Sekundenkleber-Trick nicht so wirklich funktioniert (bei anderen Hölzern hatte ich damit bis jetzt sehr gute Erfahrungen gemacht). Sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite hatte ich Ausrisse, die habe ich dann mit Schleifstaub und Sekundenkleber repariert. Sind aber sowieso nicht tragisch weil ja deckend lackiert wird und zumindest auf der Vorderseite die Unterlegscheiben auch so schon alles verdecken.

Gebohrt habe ich von beiden Seiten mit 8mm und dann nur von der Rückseite mit einem 10mm-Senker aufgebohrt. Nur soweit, dass der Senker auf dem untergelegten Stück Küchenarbeitsplatte gerade mit seiner Spitze aufsetzt. Damit bleibt auf der Kopfplatten-Vorderseite die Bohrung 8mm. Einfacher ist natürlich, mit 10mm vollständig durchzubohren, aber so bleibt die Schraubhülse besser geführt bzw. gegen den Saitenzug abgestützt.

Weil noch ein bisschen Tageslicht übrig war, habe ich dann noch die endgültige Kopfplattenform ausgearbeitet. Den Überstand am Kopfplatten-Ende grob weggesägt und mit Feilen und Schleifleinen beigearbeitet:
Dann die Flanken bis an die Markierungen gehobelt.
Alles verschliffen, und die Mechaniken dürfen schonmal probesitzen:
Gruß
Markus

Benutzeravatar
Poldi
GBB.de-Inventar
Beiträge: 7131
Registriert: 26.04.2010, 06:46
Wohnort: Wanne-Eickel
Hat sich bedankt: 364 Mal
Danksagung erhalten: 262 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#128

Beitrag von Poldi » 28.02.2019, 05:25

Sauber, das Teil gefällt mir immer mehr.

Benutzeravatar
cabriolet
Halsbauer
Beiträge: 398
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 32 Mal
Danksagung erhalten: 99 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#129

Beitrag von cabriolet » 28.02.2019, 20:24

Dann wirst du bestimmt einen riesigen Schreck bekommen, wenn du dir das nächste Bild anschaust :badgrin: :
Bei hellen Griffbrettern würde ich natürlich das Griffbrett sauber abkleben, hier habe ich mir das aber gespart. Ist ja nicht mein erstes Griffbrett aus "gebackener" Buche und ich weiss, dass ich das wieder sauber bekomme.
Und so erreiche ich leichter das gewünschte Ergebnis, weil mir einfach kein Klebeband im Weg ist.

Aber der Reihe nach:
Zuerst habe ich die Griffbrettflanken "eingerollt", also zur Griffbrettoberseite hin verrundet. Ich finde, das lässt sich dann viel angenehmer spielen als eine harte Griffbrettkante. Dazu habe ich die gleiche Feile genommen, die ich auch zum Abrichten der Bünde benutze. Außerdem einen Schleifklotz, den ich mit 600er Schleifpapier beklebt habe.
Danach habe ich die Bünde abgerichtet, die Hauptsache war mit wenigen Feilenstrichen (immer in Richtung des Saitenverlaufs) erledigt. Ein Verrunden der Bundoberseiten mit der Bundfeile konnte ich mir sparen, da wirklich nur sehr wenig beim Abrichten weg musste. Schön rund wurden die Bünde dann mit Schleifvlies und 600er Papier ohne Schleifklotz, auch wieder in Saitenverlaufs-Richtung.
Zwischen Vlies und Schleifpapier ist dann das obige Bild mit dem verdreckten Griffbrett entstanden.

Den gröbsten Dreck habe ich mit einem leicht feuchten Baumwollappen entfernt und dann die Bünde mit Stahlwolle auf Hochglanz poliert. Das Griffbrett habe ich dann auch noch mit der Stahlwolle gereinigt, diesmal sowohl längs als auch quer zum Saitenverlauf. Dabei werden dann auch noch letzte leichte Kanten am Griffbrettrand schön smoooooooth :D .
Dann noch letzten Staub weggewischt und etwas Leinöl ´drauf, und so sieht das fertig bearbeitete Griffbrett jetzt aus:
Gruß
Markus

Benutzeravatar
cabriolet
Halsbauer
Beiträge: 398
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 32 Mal
Danksagung erhalten: 99 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#130

Beitrag von cabriolet » 03.03.2019, 16:01

Vorgestern und gestern habe ich mich dann um die Saitenaufhängungen im Korpus gekümmert.

Da bei mir vor´m Fenster gerade das hier abgeht, habe ich Zeit für die nachträgliche Dokumentation:
Nachdem ich nämlich nochmal die notwendige Höhe der Bridge gecheckt hatte, habe ich mich definitiv gegen die China-Einzelbrücken entschieden. Die würden zwar gerade so reichen, sehen aber auf die nötigen etwa 14-15mm "ausgefahren" dann doch recht seltsam aus.
Also wird es ein Eigenbau-Aufsatzsteg und Alu-Röhrchen zur Saitenaufhängung. Dazu deren Position (mit einem Mini-Papierkorb :lol: ) etwa 5cm hinter der Mensurlinie aufgezeichnet, 10,5mm Saitenabstand markiert und mit einer Spitze angekörnt.
Da die Alu-Röhrchen ja schräg eingesetzt werden müssen, habe ich nach Augenmaß eine einfache Führung für den 8mm-Bohrer gebaut.
Gebohrt habe ich mit der Akku-Bohrmaschine, dabei zuerst den Holzbohrer ohne Führung mit der Zentrierspitze senkrecht in die Körnung gesetzt und während er läuft vorsichtig gekippt, bis er ungefähr im nötigen Winkel war. Erst dann mit der Führung weitergebohrt.

Das hat soweit ganz gut funktiniert, außer bei der D-Saite. Da ist trotz Führung der Winkel flacher geworden, wahrscheinlich hatte ich sie nicht sauber aufgesetzt, der Korpus ist in dem Bereich ja gewölbt.
Naja, ist sichtbar, aber nicht wirklich schlimm.
Die sechs kurzen Röhrchen habe ich von 8mm-Alu-Rohr abgelängt, angeschrägt und mit Sekundenkleber eingeklebt. Vorher hatte ich den Bereich mit schwarzem Edding "gebeizt", da ja später deckend schwarz lackiert wird und ich so ausser Gefahr komme, beim Freikratzen dann helles Holz freizulegen...
Die Spalten wurden dann noch mit schwarzer Holzpaste gefüllt,
verschliffen sah das dann so aus:
Haben dann noch die Schlitze zum Einhängen der Saiten gefehlt, die habe ich mit mit einer Diamant-Trennscheibe und Dremel-Klon eingebracht. Was leider schiefgelaufen ist :? : Bei den drei tiefen Saiten bin ich mit der Trennscheibe in den hinteren Bereich der Alu-Röhrchen geraten :( . Lag an der Drehrichtung bzw. meiner Arbeitsrichtung, die ich von den gelungenen Diskant-Saiten zum Bass hin geändert hatte.
Die erste Idee einer Lösung: Den hinteren Bereich und das Innere der Röhrchen schwärzen, so das nur Alu-Halbkreise sichtbar bleiben. Dann müsste ich aber die Innenseite der Röhrchen sauber spachteln, außerdem gefällt mir das so nicht wirklich.
Zweite Idee: Die Röhrchen hach hinten hin aufweiten und den Übergang nach außen sauber verrunden, bis die Macken heraus sind und dann auch innen polieren. Damit kann ich auch den Winkelfehler im D-Saiten-Röhrch kaschieren, indem ich es nicht so weit auffeile und den hinteren Rand dann zum Teil mitlackiere.
Gesagt, getan. Die Lackierung ist jetzt erstmal nur Edding, aber für einen Eindruck reicht´s:
So gefällt´s mir.

Gruß
Markus

Benutzeravatar
Poldi
GBB.de-Inventar
Beiträge: 7131
Registriert: 26.04.2010, 06:46
Wohnort: Wanne-Eickel
Hat sich bedankt: 364 Mal
Danksagung erhalten: 262 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#131

Beitrag von Poldi » 03.03.2019, 19:17

Mir auch. Das ist mal eine echt gute Idee.

Benutzeravatar
ugrosche
Ober-Fräser
Beiträge: 779
Registriert: 19.04.2017, 08:08
Hat sich bedankt: 92 Mal
Danksagung erhalten: 126 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#132

Beitrag von ugrosche » 03.03.2019, 19:52

Sehr schöner Saitenhalter, gefällt mir.
Das "Auffeilen" der Röhrchen sieht sehr sauber und gleichmäßig aus. Well done!

Benutzeravatar
penfield
Zargenbieger
Beiträge: 1904
Registriert: 27.11.2014, 14:38
Hat sich bedankt: 33 Mal
Danksagung erhalten: 180 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#133

Beitrag von penfield » 04.03.2019, 07:27

Super Idee und sauber umgesetzt! (clap3)
SGmaster, Peacemaster 3P90, Double neck fretless/fretted,
Quickbird, Basslownia, FrameBird, Violin Bass Bausatz.
Sollte an Les Paulownia arbeiten, hat aber den Umbau der Mystery Guitar und jetzt noch der Semmelblonden JMs eingeschoben...

Benutzeravatar
thoto
Zargenbieger
Beiträge: 2147
Registriert: 09.10.2013, 12:33
Wohnort: Braunschweig / Niedersachsen
Hat sich bedankt: 187 Mal
Danksagung erhalten: 172 Mal
Kontaktdaten:

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#134

Beitrag von thoto » 04.03.2019, 09:56

Klasse!

Benutzeravatar
cabriolet
Halsbauer
Beiträge: 398
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 32 Mal
Danksagung erhalten: 99 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#135

Beitrag von cabriolet » 05.03.2019, 23:50

Fast hätte ich ihn vergessen: Den Nullbund.

Was sich so einfach anhört, war eine ziemliche Fummelei. Weil ich das Ding kompensiert habe 8) .
Sattel- bzw. hier Nullbund-Kompensation ist ja immer so eine Sache... wo muss ich wie viel... :?: Weil das Ganze von Saitenstärke (und Marke bzw. Material), Mensur, Stimmung, Saitenlage, Sattelhöhe, Fingerdruck beim Spielen, ..usw abhängt, müsste ich das eigentlich für diesen individuellen Fall experimentell ermitteln.
Da man (in dem Fall ich :lol: ) ja aber nicht immer die gleichen Saiten spielen will, ist so eine Kompensation immer ein Kompromiss, und so habe ich mich danach gerichtet, was @capricky sinngemäß einmal gesagt hat: besser ungefähr kompensiert als garnicht.
Also habe ich die Werte genommen, die ich schon mehrfach benutzt und vor Jahren mal auf einer Strat-Kopie mit 9-42er Saiten und sehr tiefer Saitenlage ermittelt hatte: "fast garnichts" bei der hohen e-Saite, etwa 2,5mm bei der g-Saite, und etwa 3mm auf der tiefen E-Saite.
Mit diesen drei Werten und der berühmtem Haifischzahn-Form Ist der Nullbund dann aus zwei Stücken entstanden.

Erst einmal die drei Positionen auf dem Griffbrett angeritzt, von den Positionen für e- und g-Saite ausgehend den Diskant-Teil angezeichnet. Von der Position für das tiefe E dann den zweiten Teil in der Verlängerung parallel zum Diskant-Teil eingezeichnet. Wie man auf dem Bild sieht, bin ich mit dem Stahllineal verrutscht und ziemlich herumgeeiert; macht aber nichts, wenn ich die Bundschlitzsäge dann in der E-Position ansetze und parallel zum Diskant-Schlitz säge.
Beide Schlitze dann so gesägt, dass sie an den Griffbretträndern volle Tiefe haben, aber kurz nach der Mitte des Griffbretts auslaufen. Dabei ist leider mittig im Griffbrett ein Stück weggesplittert, das musste ich dann mit Sekundenkleber und Schleifstaub wieder auffüllen.
Die zwei Bunddraht-Stückchen sind aus Edelstahl, in den Abmessungen gleich mit dem für die "normalen" Bünde verwendeten Bunddraht. Dadurch, dass der Nullbund nicht mit abgerichtet wurde (das habe ich mit den anderen Bünden ja schon zuvor gemacht), ist er dann minimal höher als die anderen Bünde.
Dadurch, dass die Schlitze ja zur Griffbrettmitte hin auslaufen, musste natürlich der Tang an den Bunddrahtstückchen entsprechend weggefeilt werden, außerdem kommen sich die beiden Stücke in der Mitte des Griffbretts gegenseitig in den Weg, so dass dort jeweils auch ein Eckchen weg musste. Und die äußeren Enden wurden noch genauso bearbeitet wie bei den andern Bünden.

Hier darf das erste Stück probesitzen (man sieht den noch nicht sauber gefüllten Ausriss):
Und so sieht es dann mit beiden Draht-Stücken und verfüllten Bundschlitzen aus:
Dann noch die Enden in der Form den anderen Bünden angepasst, alles mit Stahlwolle poliert, und: fertig :D
Gruß
Markus

Benutzeravatar
penfield
Zargenbieger
Beiträge: 1904
Registriert: 27.11.2014, 14:38
Hat sich bedankt: 33 Mal
Danksagung erhalten: 180 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#136

Beitrag von penfield » 05.03.2019, 23:59

Noch eine interessante Idee. (clap3)
SGmaster, Peacemaster 3P90, Double neck fretless/fretted,
Quickbird, Basslownia, FrameBird, Violin Bass Bausatz.
Sollte an Les Paulownia arbeiten, hat aber den Umbau der Mystery Guitar und jetzt noch der Semmelblonden JMs eingeschoben...

Benutzeravatar
cabriolet
Halsbauer
Beiträge: 398
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 32 Mal
Danksagung erhalten: 99 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#137

Beitrag von cabriolet » 06.03.2019, 00:15

Hat sich bei mir schon bewährt. Beispielsweise hatte die Gitarre in meinem Avatar-Bild zuerst einen gewöhnlichen Nullbund, den habe ich dann auf den geteilten kompensierten umgerüstet:

Benutzeravatar
zappl
Zargenbieger
Beiträge: 1545
Registriert: 09.02.2016, 19:58
Wohnort: 56xxx
Hat sich bedankt: 232 Mal
Danksagung erhalten: 177 Mal
Kontaktdaten:

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#138

Beitrag von zappl » 06.03.2019, 10:12

Toll gelöst! (clap3)
Gruß, Sebastian
#1 #2 #3 #4

Benutzeravatar
filzkopf
Moderator
Beiträge: 5031
Registriert: 23.04.2010, 14:11
Wohnort: Tirol
Hat sich bedankt: 113 Mal
Danksagung erhalten: 208 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#139

Beitrag von filzkopf » 06.03.2019, 10:16

Sehr tolle Idee!!
mfG Simon

http://www.facebook.com/skyshape
neueste Gitarren:
#20 #21 #22 #23

Benutzeravatar
cabriolet
Halsbauer
Beiträge: 398
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 32 Mal
Danksagung erhalten: 99 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#140

Beitrag von cabriolet » 02.04.2019, 23:05

Wo ja jetzt schon Wettbewerbs-Halbzeit ist, muss ich hier auch mal weitermachen...

Bisher habe ich bei Fichte-Hälsen (bei meinen CBGs) immer zur Brutalo-Methode gegriffen und die Fichte in Sekundenkleber ersäuft, damit nicht nach dem Schleifen die Jahresringe fühlbar hervortreten.
Hier habe ich mal etwas Anderes versucht: Leimtränke. Nehme ich sonst gerne, wenn ich eine gut schleifbare Grundierung für Schelllack brauche, die auch beizbar ist. Und da ich hier sowieso Schellack als "Haftgrund" für den mattschwarzen Decklack verwenden möchte, habe ich heute den Hals eben mit einer Leimtränke ersäuft. Und nicht nur den Hals... wie ich schon einmal dabei war, habe ich gleich die ganze Gitarre damit grundiert.
Zuerst natürlich das Griffbrett abgeklebt:
Die Leimtränke ist nichts Anderes als ein (zu) dünn geratener Knochenleim bzw. in meinem Fall Speisegelatine.
Also zwei Tütchen Gelatine mit etwas kaltem Wasser aufquellen lassen,
dann im Wasserbad erwärmen und mit weiterem warmem Wasser auf die gewünschte Konsistenz einstellen.
Hier waren es etwa 80 ml Wasser auf zwei Tütchen Gelatine.
Dann einfach mit einem Schwämmchen zügig auftragen. Nicht überall war ich schnell genug, wie an manchen Stellen zu erkennen ist die Gelatine schon beim Auftragen geliert. Macht nix, das darf jetzt bis morgen durchhärten, wird dann geschliffen und wenn nötig eben wiederholt.
Gruß
Markus

Benutzeravatar
DoppelM
Zargenbieger
Beiträge: 1397
Registriert: 12.07.2015, 23:46
Hat sich bedankt: 144 Mal
Danksagung erhalten: 136 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#141

Beitrag von DoppelM » 04.04.2019, 08:13

Moment. Gelatine als Porenfüller, klar und auch noch Beizbar? Soltte meine Suche nach dem Perfekten Füller für Schellack auf Mahagoni hier gerade beendet worden sein? Epoxy blockiert nämlich das Anfeuern des Schellack sehr schnell, Bimsmehl wird bei so großen Poren hässlich.
All you need for a good song is three chords and the truth.

Hold my beer and watch this

Benutzeravatar
cabriolet
Halsbauer
Beiträge: 398
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 32 Mal
Danksagung erhalten: 99 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#142

Beitrag von cabriolet » 04.04.2019, 09:48

Habe ich bei Mahagoni und anderen Hölzern mit großen Poren noch nicht probiert, keine Ahnung wie das da optisch ´rüberkommt. Jedenfalls wirst du mehrere Schichten auftragen müssen, weil die Gelatine ja auch schrumpft.
Im Geigenbau ist Leimtränke (bzw. Gelatine) als Grundierung unter Spirituslacken üblich, mir ging´s hier aber hauptsächlich um die Schleifbarkeit, da bei Fichte ja sonst immer die weicheren Jahresring-Anteile zuerst weggeschliffen sind.

Gruß
Markus

Benutzeravatar
zappl
Zargenbieger
Beiträge: 1545
Registriert: 09.02.2016, 19:58
Wohnort: 56xxx
Hat sich bedankt: 232 Mal
Danksagung erhalten: 177 Mal
Kontaktdaten:

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#143

Beitrag von zappl » 04.04.2019, 23:26

cabriolet hat geschrieben:
04.04.2019, 09:48
mir ging´s hier aber hauptsächlich um die Schleifbarkeit, da bei Fichte ja sonst immer die weicheren Jahresring-Anteile zuerst weggeschliffen sind.
Ich komm noch nicht ganz mit... Die Gelantine dient hier also als Vorbereitung für den Endschliff, quasi als "Frühholz-Härter"? Falls ja, guter Tipp, danke!
Gruß, Sebastian
#1 #2 #3 #4

Benutzeravatar
cabriolet
Halsbauer
Beiträge: 398
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 32 Mal
Danksagung erhalten: 99 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#144

Beitrag von cabriolet » 04.04.2019, 23:59

Ja, so ist das gedacht. Habe das bisher mit Sekundenkleber gemacht, mal sehen ob das mit der Gelatine genauso gut funktioniert. Gleichzeitig ist´s auch (wie auf dem Rest der Gitte) eine Grundierung für den folgenden Schelllack.

Benutzeravatar
cabriolet
Halsbauer
Beiträge: 398
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 32 Mal
Danksagung erhalten: 99 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#145

Beitrag von cabriolet » 07.04.2019, 17:58

Zwei Schichten Gelatine habe ich aufgetragen, mit Zwischenschliff. Gestern dann alles mit 320er, 400er und 600er Papier geschliffen.
Für den Fichtenhals hat das gereicht, der Sperrholzkorpus hätte noch eine Schicht mehr vertragen können, vor allem auf der Vorderseite. Das hat sich aber erst gezeigt, als ich den ersten Ballen Schelllack aufgetragen habe.
Wäre der Schellack nicht nur als Haftgrund für den folgenden mattschwarzen Lack gedacht, würde ich das jetzt wieder ´runterholen, weil ich so eine komplett geschlossene und spielgelblanke Oberfläche nicht erreichen könnte.
Ist hier aber nicht weiter schlimm, ich muss nur noch die Polieröl-Reste entfernen und dann ist das hohle Ding lackierfertig.

So sieht das jetzt aus, der Hals ist nach dem Schelllack-Auftrag nochmal kurz übergeschliffen:
@DoppelM : Zum Porenfüllen wirst du wohl einige Durchgänge brauchen. Und beim Schleifen mit Gummihandschuhen arbeiten, sonst bleibst du durch Hautfeuchte und Wärme überall kleben :lol: .
Einen Trick habe ich noch im Netz gefunden, als es für mich schon zu spät war: Nach dem Schleifen Stück für Stück anhauchen und mit einem Baumwolltuch mit viel Druck und Geschwindigkeit polieren, damit sich in den Poren sitzender Gelatine-Schleifstaub verfestigt.

Gruß
Markus

Benutzeravatar
DoppelM
Zargenbieger
Beiträge: 1397
Registriert: 12.07.2015, 23:46
Hat sich bedankt: 144 Mal
Danksagung erhalten: 136 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#146

Beitrag von DoppelM » 07.04.2019, 18:21

Whoa. Tolle Oberfläche!
All you need for a good song is three chords and the truth.

Hold my beer and watch this

Benutzeravatar
cabriolet
Halsbauer
Beiträge: 398
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 32 Mal
Danksagung erhalten: 99 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#147

Beitrag von cabriolet » 07.04.2019, 18:40

Naja, nicht wirklich. Hätte das auch nur annähernd ein French Polish werden sollen, würde das jetzt heißen: Zurück auf Anfang.
Aber als Haftgrund für den späteren Lack wird´s reichen.

Benutzeravatar
DoppelM
Zargenbieger
Beiträge: 1397
Registriert: 12.07.2015, 23:46
Hat sich bedankt: 144 Mal
Danksagung erhalten: 136 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#148

Beitrag von DoppelM » 07.04.2019, 19:01

Ich mags. Gerade dass die Holzstruktur nicht komplett verdeckt ist.
All you need for a good song is three chords and the truth.

Hold my beer and watch this

Benutzeravatar
cabriolet
Halsbauer
Beiträge: 398
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 32 Mal
Danksagung erhalten: 99 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#149

Beitrag von cabriolet » 30.05.2019, 19:19

So gaaaanz langsam geht´s hier auch mal weiter:

Steg, 1. Versuch ;) .
Der Steg soll ja ein Aufsatz-Steg werden, beim Material habe ich mich für schwarzes Pertinax entschieden. Das habe ich in verschiedenen Stärken bis hin zu 8mm herumliegen.
"Obendrauf" kommen zwei Stücke Edelstahl-Bunddraht, über die dann auch die Saitenerdung hergestellt werden soll. Höhenverstellung wird´s nicht geben, die Saitenlage muss ich dann später über Abfeilen auf der Steg-Unterseite einstellen.

Also zuerst ein Stück 8mm-Pertinax aus der Platte herausgesägt. Lässt sich übrigens mit der kleinen Japansäge problemlos sägen, wenn man ein bisschen Öl hinzugibt:
Dann mit der kleinen runden Iwasaki Schrägen zur Kompensation angefeilt und Schlitze für den Bunddraht gesägt und dabei festgestellt, dass ich mich irgendwo vermessen habe: Die Kompensationslinien liegen viel zu weit auseinander :?

Trotzdem habe ich mich dazu entschieden, das Teil weiterzubauen, um einfach mal zu sehen, wie das hinterher aussehen wird. Also weiter ausgeformt, grob geschliffen und einmal auf die Gitarre gesetzt, um einen Eindruck von der Optik zu bekommen.
Geht schon in die richtige Richtung, aber ein bisschen eleganter darf das schon werden... Somit garnicht mal verkehrt, dass ich mich vermessen/versägt hatte, weil ja jetzt sowieso ein zweites Exemplar her muss. Am Wochenende starte ich dann mal den zweiten Versuch.

Gruß
Markus

Benutzeravatar
cabriolet
Halsbauer
Beiträge: 398
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 32 Mal
Danksagung erhalten: 99 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#150

Beitrag von cabriolet » 14.07.2019, 17:29

cabriolet hat geschrieben:
30.05.2019, 19:19
Am Wochenende starte ich dann mal den zweiten Versuch.
Zum Glück habe ich nicht gesagt, an welchem Wochenende (whistle) .
Jedenfalls habe ich jetzt wieder ein wenig mehr Zeit, hier mal weiterzumachen. Gestern ist mir beim Sortieren von Gebrauchtteilen die alte Brücke einer LP-Kopie in die Finger gefallen. Und die würde doch eigentlich auch auf das "Hohle Ding" passen (think) . Das Teil erstmal komplett zerlegt und gereinigt, dann wieder zusammengebaut und einfach mal anprobiert:
Ganz so schlimm wie es auf den ersten Blick aussieht ist es nicht, weil die Reiter recht tief gekerbt sind. Direkt auf´s Holz gelegt und mit Lineal auf den Bünden bleibt ein Höhenunterschied von 1mm. Theoretisch wäre also ohne Halsdurchbiegung eine minimale Saitenlage von 0,5mm am 12. Bund möglich. Passt also.
Und jetzt kommt das große AAAABER.... ich hatte ja zu Anfang eine TOM-ähnliche Konstruktion ausgeschlossen und nun ist der Centerblock zu schmal um die Bolzen zu befestigen. Und der einzige (recht knapp bemessene) Zugang, weiteres Holz einzuleimen, wäre die PU-Öffnung.

Eine Eigenbau-Bridge aus Pertinax hätte wiederum einen anderen Nachteil: Die Saitenerdung muss da irgendwie durch. Also müsste ich die geplanten Bunddraht-Stücke auf der Oberseite herausnembar belassen, damit ich da die Erdung unterklemmen, aber auch wieder entfernen kann. Weil eine "Höhenverstellung" ja nur durch Abschleifen geschehen kann, und da wäre das Kabel ja im Weg.

Muss ich mir also nochmal genauer durch den Kopf gehen lassen...

Deswegen erstmal die Lackierung vorbereitet: Um die Saitenaufhängung mit Lackstift vorlackiert, damit das Abkleben später einfacher wird und gleichzeitig damit auch die Unregelmäßigkeiten der Alu-Röhrchen einigermaßen kaschiert.
Dann noch das Griffbrett abgeklebt
und den Haken gesucht, an dem ich die Gitte zum Lackieren aufhängen will. Ist spurlos verschwunden, da muss ich wohl morgen erst einen neuen besorgen. Lackieren könnte ich heute sowieso noch nicht, weil ich das Lackstift-Zeugs erst vernünftig härten lassen will, bevor ich den Bereich der Saitenaufhängung abklebe.

Gruß
Markus

Antworten

Zurück zu „Kategorie Elektrische Saiteninstrumente“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast