[Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

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cabriolet
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[Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#1

Beitrag von cabriolet » 12.09.2018, 21:35

Hallo,

kaum habe ich mich hier bei den gitarrebassbauern angemeldet, schon hänge ich mich in den Bau-Wettbewerb mit rein :lol: . Und das sogar zweimal, eine Elektrische soll auch noch entstehen.

Im Titel habe ich bewusst "Nylonstring" und nicht "Konzertgitarre" oder "Klassikgitarre" geschrieben, weil ich einige (nicht nur) für Nylon-besaitete Gitarren unüblichen Besonderheiten einfließen lassen will.
Das hier wird also die Gitarre, die ich immer wieder bei gearbuilder.de angekündigt habe, nachdem ich ja für meine erste (nahezu) Klassische keinen Baubericht erstellt hatte. Und immer wieder hatte ich gesagt: "Irgendwann, wenn ich Zeit und Lust habe".

Die Gitarre baue ich, um gemütlich im Wohnzimmer darauf herumzuklimpern. Ohne Strom. Nylon-Saiten einfach deshalb, weil ich das Spielgefühl mag. Da mir viele Ideen zur Konstruktion im Kopf herumschwirren, bleibt vieles erstmal geheim :lol: . Nein, ich habe mich noch nicht wirklich festgelegt, einzig: Ein traditionelles rundes Schalloch in der Decke wird es nicht geben.
Auch die Hölzer stehen noch nicht fest, nicht einmal für die Decke. Fichte oder sogar Balsa? im Augenblick tendiere ich zu Balsa.

Was feststeht, ist aber die Startnummer: Nr. 20

Gruß
Markus

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#2

Beitrag von Poldi » 13.09.2018, 05:32

Na dann gutes Gelingen.

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thoto
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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#3

Beitrag von thoto » 13.09.2018, 12:36

Jetzt bin ich gespannt! :D

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#4

Beitrag von cabriolet » 28.10.2018, 16:19

Soooo, heute ist mal kein Basteltag. Stattdessen aber viele Gedanken hin- und hergewälzt, wie diese Gitarre denn nun genau aussehen könnte. Ideen habe ich viele, eigentlich sogar zu viele. Da sind so einige Sachen dabei, die ich hier gerne umsetzen würde, die sich aber gegenseitig widersprechen :? .
Trotzdem ist in meinem Kopf jetzt einigermaßen ein Konzept gereift; ob sich das aber auch so verwirklichen lässt, wird sich erst während des Baus zeigen. Deshalb möchte ich jetzt auch noch garnicht viel verraten, weil sich einfach noch einiges ändern kann.

Aber immerhin habe ich schonmal die wichtigsten Hölzer zusammengesucht, damit ich wenigstens mal ein "Startfoto" bieten kann:
Ganz vorne ein Boden-/Zargen-Set aus französischem Walnussholz (von Schröter-Edelholz). In den Zargen sind zwei kleine Ästchen, die ich nicht umgehen kann. Die werde ich stabilisieren und füllen müssen, optisch stören sie mich nicht.
Dahinter quer liegt das Material für die Decke. Und ja, das ist wie schon im Startpost angedeutet Balsa. Die Decke wird also vierteilig.
Senkrecht stehend hinter dem Startzettel ist ein weiteres Walnuss-Brettchen, stammt aus irgendeinem Modellbau-Shop und wird zum Griffbrett werden.
Wie das Balsa für die Decke, stammt auch das Holz für den Hals aus dem Baumarkt. Links stehend ein Paulownia-Brett. Hatte ich für meine andere Wettbewerbs-Gitarre ja Paulownia zugunsten eines Fichten-Halses aufgegeben, werde es hier jetzt doch verwenden. Es ist aber ein anderes Brett, anscheinend auch einteilig. Und mit schönerem Klang als das bei der anderen Gitarre nicht verwendete, vielleicht weil es einfach schon länger bei mir steht und entsrechend mehr Zeit zum Trocknen hatte. Wird aber wohl noch mit Carbon verstärkt.
Nicht fotografiert habe ich Material für Beleistung und Reifchen, da werde ich zu dem greifen, was mir dann gerade passend erscheint.

Ach ja, im Groben steht das Korpusdesign jetzt auch. Wie immer habe ich jeden Entwurf längere Zeit ruhen lassen, um ihn mit frischen Augen betrachten zu können. So hatte ich vor drei Wochen zwei Alternativen hervorgekramt. Bei der ersten habe ich gleich gedacht: "Geht ja garnicht", die zweite hat mir aber immer noch gefallen (beide etwa 2 Jahre alt) und hat nur noch ein paar kleine Änderungen bekommen und bis jetzt wieder unbeachtet im Regal gelegen. Heute hervorgeholt und: "Ja, das wird´s".
Zu dem verlängerten Griffbrett will ich jetzt noch nichts Näheres verraten, die zwei grauen Flächen links und rechts am Oberbug werden die Schalllöcher, der "Halbkreis" wird ein Cutaway ähnlich dem, das ich schon bei meiner ersten Akustischen gebaut habe:
Gruß
Markus

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#5

Beitrag von glambfmbasdler » 28.10.2018, 16:33

Die Korpusform gefällt mir, gespannt bin ich auf die Balsa-Decke.

Viel Erfolg bei deinem Projekt. :)
Grüße
Eduard

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#6

Beitrag von micha70 » 28.10.2018, 18:11

Ausgenommen ansprechendes Design. (clap3)

Ach was. Geiles Ding!
Viele Grüße
Micha

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#7

Beitrag von thoto » 28.10.2018, 19:16

Sieht klasse aus, ich werde das gespannt verfolgen!

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#8

Beitrag von ugrosche » 28.10.2018, 21:36

Sehr schickes Design. Ich freu mich drauf.

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#9

Beitrag von Poldi » 29.10.2018, 05:25

thoto hat geschrieben:
28.10.2018, 19:16
Sieht klasse aus, ich werde das gespannt verfolgen!
dito. (dance a)

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#10

Beitrag von cabriolet » 29.10.2018, 16:09

Danke!

Dann will ich doch mal loslegen... mit einem kleinen Schrittchen (whistle)
Heute die Bodenhälften gefügt und verleimt. Wobei das Fügen mit wenigen Ziehklingen-Strichen erledigt war.
Zum Verleimen habe ich eine Holzleiste als Anschlag auf den Tisch gezwungen, die linke Bodenhälfte angelegt, die rechte Bodenhälfte an der Leimkante mit Titebond dünn eingeschmiert und an die linke Hälfte angedrückt (unter der Fuge liegt Frischhaltefolie, damit ich den Boden nicht am Tisch festleime ;) ). Dann schnell rechts (im Bild hinten) zwei dünne lange Keile angelegt und einen zweiten Anschlag festgezwungen. Mit den Keilen lässt sich dann Druck auf die Leimfuge aufbauen. Diese Methode verwende ich nur bei harten und recht dicken Decken und Böden, bei weicheren und dünneren Teilen ist die "Dach-Methode" besser geeignet. Die gibt´s dann demnächst beim Decken-Teile verleimen zu sehen.
Mit etwas mehr als 3mm Dicke war das hier schon recht grenzwertig, die Keile sind mir zweimal nach oben herausgesprungen, trotz zuvor gelungener "Trockenübung". Deshalb sind im Bild bei genauem Hinsehen dann drei Keile zu erkennen, da ich auf die Schnelle besser passende finden musste (whistle) .
So darf das jetzt bis morgen liegen, sicherheitshalber habe ich noch zwei Hobel daraufgestellt, damit der Boden nicht nach oben ausweichen kann. Der aufgezeichnete Umriss hat übrigens nichts mit meinem eigenen Design zu tun, den hatte der Holzhändler für die eBay-Fotos aufgemalt.

Gruß
Markus

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#11

Beitrag von Fobbel » 29.10.2018, 16:27

Sehr cooles Design!!!! (clap3)

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#12

Beitrag von Haddock » 29.10.2018, 16:28

Hallo,

die schaut auf Papier schon super aus, ich bin gespannt!

Gruss
Urs

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#13

Beitrag von penfield » 29.10.2018, 20:10

Haddock hat geschrieben:
29.10.2018, 16:28
Hallo,

die schaut auf Papier schon super aus, ich bin gespannt!

Gruss
Urs
Ich auch
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Sollte an Les Paulownia arbeiten, hat aber den Umbau der Mystery Guitar und jetzt noch der Semmelblonden JMs eingeschoben...

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#14

Beitrag von cabriolet » 30.10.2018, 18:06

Wer eine schöne Gitarre haben will, muss leiden.
Dass das Walnussholz teilweise auch noch geriegelt ist, hat sich nämlich heute gerächt, denn der Boden musste ja noch dünner werden. Also den Hobel geschwungen und natürlich den ein- oder anderen Ausriss produziert. Blöderweise auch auf der späteren Außenseite, die musste ich nämlich auch hobeln, da ich bei Verleimen einen leichten Versatz von etwa zwei Zehntel Millimetern produziert hatte.
Aber da kann ich nix für, da war meine Sicherheits-Frischhaltefolie daran Schuld, die war so fies und hatte sich unter einer Bodenhälfte zusammengerollt :roll: :evil:
Um weitere Ausrisse während der Schadensbeseitigung möglichst gering zu halten, habe ich den Hobel zwischendurch vier mal (ja, VIER MAL :badgrin: ) nachschärfen müssen. Und natürlich den Span immer so dünn wie möglich, da hat das Hobeln (Schärfen nicht mitgerechnet) fast zwei Stunden gedauert.
Aber jetzt ist der Boden nur noch etwa 2mm dick, vorher waren´s knapp über 3mm. Gründlich Schleifen werde ich später trotzdem müssen, um auch noch die Mini-Ausrisse zu beseitigen. Aber dafür habe ich jetzt eine ganze Menge schicke Nussbaum-Späne :lol: .
Und die Zargen müssen ja auch noch deutlich dünner werden. Die sind auch über 3mm dick und werden sich so wohl kaum biegen lassen. Kommt also noch einiges an Arbeit und Spänen dazu.

Gruß
Markus

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#15

Beitrag von filzkopf » 30.10.2018, 19:00

Na immerhin sparst dir das Fitnessstudio ;)

Um das Missgeschick mit der Frischhaltefolie zu verhindern verwende ich inzwischen Paketband unter der Leimfuge, und frag nicht warum.... :evil:
mfG Simon

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#16

Beitrag von glambfmbasdler » 30.10.2018, 19:03

filzkopf hat geschrieben:
30.10.2018, 19:00
Um das Missgeschick mit der Frischhaltefolie zu verhindern verwende ich inzwischen Paketband unter der Leimfuge, und frag nicht warum.... :evil:
Ich schwöre auf Butterbrotpapier.
Grüße
Eduard

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#17

Beitrag von cabriolet » 30.10.2018, 21:11

filzkopf hat geschrieben:
30.10.2018, 19:00
Um das Missgeschick mit der Frischhaltefolie zu verhindern verwende ich inzwischen Paketband unter der Leimfuge, und frag nicht warum.... :evil:
Muss ich mir merken, guter Tipp.
Außerdem hätte ich dafür nichtmal in die Küche rennen müssen, das hätte in Griffweite im Bastelraum gelegen...

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#18

Beitrag von thoto » 30.10.2018, 21:15

filzkopf hat geschrieben:
30.10.2018, 19:00
Na immerhin sparst dir das Fitnessstudio ;)

Um das Missgeschick mit der Frischhaltefolie zu verhindern verwende ich inzwischen Paketband unter der Leimfuge, und frag nicht warum.... :evil:
Ich nehme Backpapier, dass ich zusätzlich mit Klebeband seitlich fixiere.

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#19

Beitrag von cabriolet » 31.10.2018, 16:56

Kleines Update:

Mehr Späne. Dünne Zargen. Jetzt etwa 1,8-2,0mm, vorher 3,2mm.
Gruß
Markus

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#20

Beitrag von cabriolet » 04.11.2018, 12:41

Gestern und heute war dann das Verleimen der Decke an der Reihe. In drei Etappen, weil ja vier Teile zu verleimen waren.
Und, wie schon angekündigt, diesmal mit der "Dach-Methode"
Also zuerst die Balsa-Latten auf halbe Länge gesägt (beide gemeinsam, dann muss ich die nicht nacheinander aufspannen).
Obwohl man eigentlich davon ausgehen könnte, dass die Balsa-Brettchen gerade gesägt sind, war ein Abrichten der Leimfugen nötig. Ging aber bei dem weichen Balsa schnell und problemlos mit einem Schleifklotz.

Und dann das erste "Dach" gebaut, dazu zuerst eine Anschlag-Leiste auf den Tisch gezwungen und die zweite noch lose gelassen. Mit einer (in diesem Fall 8mm dicken) Leiste als Unterlage unter dem Stoß der zwei zu verleimenden Teile dann die zweite Anschlagleiste bis an die Deckenteile herangeschoben und auch auf dem Tisch festgezwungen. Decke und mittlere Unterlegleiste wieder weg, unter der späteren Leimfuge dann einen Streifen Paketklebeband auf den Tisch geklebt und auch die Unterlegleiste damit beklebt (danke nochmal für den Tipp, Simon). Dann Leim auf die Kante eines Deckenteils und das Dach vorsichtig wieder aufgebaut. Die Unterlegleiste herausgezogen und beide Deckenteile vorsichtig heruntergedrückt.
Natürlich sicherheitshalber gegen Herausspringen mit Holzresten beschwert.
Und das ganze Spiel dann spät abends mit den nächsten zwei Deckenteilen, und heute vormittag dann beide zweiteiligen Deckenhälften zu einer vierteiligen Decke komplettiert.
Gruß
Markus

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#21

Beitrag von cabriolet » 23.02.2019, 19:50

Mehr als ein Vierteljahr ist ja hier garnichts mehr passiert :shock: .

Eigentlich wollte ich heute die andere Wettbewerbsgitarre bundieren, aber wie so oft kamen andere Dinge dazwischen. Und jetzt ist ja das Tageslicht weg, also habe ich mir etwas gesucht, das ich auch im Lampenlicht machen kann: Der Plan für die "Wohnzimmergitarre" existiert ja bis jetzt nur auf einem kleinen Blatt Papier und in meinem Kopf. Eine Zeichnung in Originalgröße muss her...

Mit der geplanten Mensur von 640mm ergibt sich bei meiner kleinen Zeichnung ein Maßstab von 1:6,5. Da mir das zu winzig ist, um den Entwurf mittels Kästchen-Methode von Hand zu vergrößern, bin ich also in den Copy-Shop gerannt und habe mein Zettelchen erst einmal mit der größten Vergrößerung, die die dortigen Fotokopierer hergeben, um 300% aufgeblasen. Nachmessen hat allerdings ergeben, dass man sich auf den Vergrößerungsfaktor des Kopierers nicht wirklich verlassen kann. Die Idee, weiter per Fotokopierer zu vergrößern habe ich also direkt aufgegeben, um mich nicht stückweise an das Endergebnis herantasten zu müssen und dabei haufenweise Papier zu verbrauchen bis es passt.

Also doch die Kästchen-Methode, mit der ersten Vergrößerung habe ich ja jetzt eine bessere Ausgangsbasis. Messen und Nachrechnen hat ergeben, dass die Fotokopie jetzt ziemlich genau im Maßstab 1:2,2 ist.

Die Kopie wurde dann zunächst mit einem Raster im 1cm-Abstand versehen:
Danach war ein Fotokarton an der Reihe, da musste ein 2,2cm-Raster ´drauf.
Jetzt alle Schnittpunkte des Korpus-Umrisses mit dem Raster auf den Fotokarton übertragen
und miteinander verbunden.
Damit habe ich jetzt den Korpusumriss in Originalgröße. Das reicht zunächst für´s Zargenbiegen, alles Weitere kann ich ja später noch übertragen.

Gruß
Markus

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#22

Beitrag von thoto » 23.02.2019, 23:21

Ich persönlich benutze ja mittlerweile Scanner und Computer, aber deine Technik hat mich angenehm an meinen Kunstunterricht aus den 80er erinnert. Super, dass dein Projekt weitergeht! Mach weiter!

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#23

Beitrag von Titan-Jan » 08.03.2019, 11:49

Hey die Bodyform gefällt mir sehr gut! Die wird toll :-)
Mein aktuelles Projekt:
[Recycling] Bo Diddley Tele

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#24

Beitrag von penfield » 08.03.2019, 19:28

Bis vor kurzem habe ich das auch so gemacht. Hat etwas.
War immer sehr viel "Radierarbeit" bei mir. ;)
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#25

Beitrag von cabriolet » 08.03.2019, 22:39

penfield hat geschrieben:
08.03.2019, 19:28
War immer sehr viel "Radierarbeit" bei mir. ;)
Kenn´ ich nur zu gut :badgrin: , ich glaube das war jetzt das erste mal, dass ich das direkt fehlerfrei hinbekommen habe. Sonst überspringt man ja ganz gerne mal ein Kästchen oder vertut sich in der Reihe. Vielleicht erinnert sich ja noch jemand daran, wie ich damals bei den gearbuildern das Verfahren ausführlicher vorgestellt hatte und dann dieses Zahnstocher-Hälschen dabei herauskam:
(whistle)

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