Dynamik bei Röhrenamps

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Dynamik bei Röhrenamps

#1

Beitrag von vrooom » 30.03.2018, 20:07

Hab' ich nie kapiert.
Dann hat capricky es mir erklärt.
Und jetzt habe ich hier diesen Film entdeckt, der das wohl etwas anschaulicher macht:

https://www.youtube.com/watch?v=guSL1zjYhiA

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capricky
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Re: Dynamik bei Röhrenamps

#2

Beitrag von capricky » 30.03.2018, 20:25

Das wenigste dabei ist hier aber die Dynamikkompression durch die Endstufe, das ist mehr die Vorstufe.
Nochmal, wenn Gitarristen von Dynamik sprechen, dann meinen sie für gewöhnlich Dynamikkompression, also das Gegenteil! ;)

capricky

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Re: Dynamik bei Röhrenamps

#3

Beitrag von vrooom » 31.03.2018, 08:38

Stimmt. Ich habe mich vom Filmtitel und rafports Beschreibung ("I'm using just clean channel, with a single pots for gain, so all saturation in in power stage.") täuschen lassen.
Auch Kommentator "Voxman" schreibt hierzu:

"I'm afraid that the title of this video is very misleading. The distortion you're hearing is actually largely from the 12AX7 pre-amp tubes and although power tubes impact on playing dynamics, giving that sponginess, the actual distortion they provide is actually more subtle and is more to do with changing the amps tonal characteristics.
The job of power-tubes is to create the volume, and its the pre-amp tubes that give the more noticeable gain. There is only one way to drive power-tubes and that's to turn the amp volume up full, so that more power is going through the tubes and they run hotter - and continued usage at that level will also shorten the life of your tubes. What you can't do is to isolate the power-tubes from the pre-amp tubes - your amp needs both.
So, even in the clean channel, once you crank the amp you're also still pushing the pre-amp tubes as you raise overall amp volume. In addition, at full volume, you also get speaker break-up which is also contributing to the tone and distortion level. The Epiphone speakers in the Blues 30 are meant to break up earlier to help give that lovely blues tone. So, whilst power-tube distortion is different to pre-amp distortion, its more subtle and what you're hearing here in this video is simply an amp being cranked on the clean channel - which includes the pre-amp tubes."

Hat der Meister natürlich auch sofort erkannt 8)

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Re: Dynamik bei Röhrenamps

#4

Beitrag von DoubleC » 31.03.2018, 12:11

Aaaaah, Dynamik..........

wir müssen erstmal festhalten, das electronische Guitaristen in den meisten Fällen fast noch üblere Parforce-Onanisten als Altsaxophonisten sind ........... und meist in einer Bäääänd spielen, um endlich mit 13 oder 30 an häufig wexxelnden PartnerInnen den GV ausüben zu können. Musikalisch tut sich da, verglichen mit den Hormondrüsen, oft sehr wenig bis nixx............. Deshalb die Fehlinterpretation von Dynamik (das Hirn hängt, wie auch das WImmerholz in Klötenhöhe).

Das tolle bei einer mit Tonabnehmern schwächlicher Natur bestückten vollelectronischen Guitare ist folgendes: Wenn man (vorzugsweise) einen ordentlich aufgedrehten Röhrenverstärker mit mächtiger Ausgangsleistung anfährt, kann man - spielerisches Geschick vorausgesetzt - von flüsterleise bis hörsturzlaut spielen.........so rein mechanisch und rechtshandtechnisch. Dann kann man - ganz nach persönlichem Geschmack - den Verstärker auch noch so überfahren, dass bei hörsturzlaut die Electronik übersteuert und Verzerrungen hörbar werden.............Da ist dann aber Ende mit Dynamik.........
Die Powerpickupbestückte Guitare macht der Dynamik natürlich flott den Gar aus (was auch immer dieser Gar ist.......Gar dü Nocht?).........Heigäin und Bratbergerhumbugger sind das Gegenteil von Dynamik (Beano!!!, um mal ein antikes Beispiel zu nennen)
  • Cembalo/Spinett → undynamisch (1 Lautstärke)
  • Pianoforte → volldynamisch = 2 Lautstärken, nämlich leise und laut und umgekehrt.........
Zerrig oder clean (Eine Frage, die schon Willy S. aus Stratford-upon-Avon beschäftigte →" to break up or not to break up, that's the question here".......) ist dann eher eine Frage der Klangfarbe ........

Der Senfdazugeber DaaaaaaaaaaaaaaaabelllCiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieh

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Re: Dynamik bei Röhrenamps

#5

Beitrag von vrooom » 01.04.2018, 20:51

Die Dynamik bei Röhrenamps hat mich nie interessiert als ich noch jung war und auf meinen Vox und Super Deluxe eindrosch.
Um genau zu sein: Ich wusste nicht einmal dass es da sowas gab. Ähnlich wars mit dem "Twang" der Telecaster, doch von dem konnte man seinerzeit schon mehr lesen.
Seit 2001 besitze ich den V-Amp2 und habe Dynamik im klassischen musiktheoretischen Sinne missverstanden, wenn davon die Rede war. Deswegen habe ich die Kritik an Modelern auch nie richtig verstanden ("Hä? Selbst der piffige V-Amp lässt sich doch wunderbar leise und laut spielen, was stimmt denn daran nicht?")
Im Grunde habe ich erst seit ein paar Monaten eine theoretische Ahnung davon, worum es geht und dachte im ersten Moment, dass dieses Video Anschauungsmaterial ist. Dass die Verzerrung zu derbe ist und vor allem von der Vorstufe kommt, ist mir nicht aufgefallen. -

Wie verhindert man denn, dass die Vorstufe sich einmischt?
Tja...
Twang!

Edit: Dynamik bei Röhrenverstärkern ist eine Veränderung, die mit passiven Pickups erreicht wird. Wenn der Amp dann weit aufgedreht wird, kann man bei zartem Spiel - und eventuell etwas heruntergedrehten Volume-/Tonepoti an der Gitarre - clean und unkomprimiert spielen. Mit zunehmender Anschlagstärke und Potiaufdrehung fügt der Amp mehr und mehr Obertöne hinzu (Verzerrung) und komprimiert das Signal zunehmend (was genau das Gegenteil von "Dynamik" im klassischen Sinn ist). - Der eigentliche Witz dabei ist, dass dabei die Übersteuerung der Endstufe gemeint ist, die viel feiner reagiert und erst das reizvolle Spiel im Grenzbereich hin zur Verzerrung/Kompression ermöglicht. Wenn dieser Grenzbereich zu schmal oder gar nicht vorhanden ist, dann ist kein dynamisches Spiel möglich weil der cleane, spritzige Ton zu schnell und stark verzerrt und komprimiert. - Ist das so richtig?

(Und wieso kann man sowas nicht programmieren? Klingt nicht unbedingt nach Raketentechnik... (think) )

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