Die Dritte, Die Vierte, Die Fünfte und Die Sechste

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ugrosche
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Re: Die Dritte, Die Vierte, Die Fünfte und Die Sechste

#101

Beitrag von ugrosche » 10.10.2017, 08:00

Sehr saubere Arbeit, Kompliment!
Sieht alles sehr präzise aus und man kann viel lernen. Bei Dir gibt es viele Fotos von Arbeitsschritten, Tools, Jigs etc., das gefällt mir. So kann man von den Erfahrungen anderer lernen. Oft sehe ich hier zwar tolle Ergebnisse oder Teilergebnisse aber nur wenig von den Schritten dahin. Bei dir sieht das fast aus, wie für eine Schritt-für-Schritt Foto-Anleitung arrangiert.

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penfield
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Re: Die Dritte, Die Vierte, Die Fünfte und Die Sechste

#102

Beitrag von penfield » 10.10.2017, 08:56

Feine Sache!
Weiter so!
SGmaster, Peacemaster 3P90,
Double neck fretless/fretted,
Quickbird
Arbeitet bald nicht mehr an Basslownia, weil diese bald fertig sein wird, aber schon jetzt an einem noch unveröffentlichten Projekt und inzwischen auch wieder an Les Paulownia

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Sven2
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Der Zusammenbau beginnt

#103

Beitrag von Sven2 » 13.10.2017, 00:13

Jetzt wurde es ernst. Der Zusammenbau der ersten Gitarre begann!
Die bereits miteinander verleimten Decke und Hals kamen in die Solera. Zunächst musste ich noch die überstehenden Querbalken kürzen. Dann konnte ich die Umrissformen festschrauben und die zugeschnittenen Kirsch-Zargen einsetzen. Die Decke wird bei mir nicht an die Zargen geleimt, da diese Leimstelle später für die Randeinlagen sowieso wieder herausgefräst würde. Stattdessen verleime ich Decke und Zarge nur über die Reifchen miteinander.
Für die Decke braucht man wegen der Kombination aus Randeinlage und Zierstreifen eine breitere Leimfläche als es die üblichen geschlitzten Reifchen bieten. Die meisten Gitarrenbauer arbeiten hier mit den sogenannten Peones (Bauern beim Schachspiel), Klötzchen mit dreieckigem Querschnitt, die einzeln in den Winkel zwischen Decke und Zarge geleimt werden. Ich verwende einen Mittelweg. Ich mache mir geschlitzte Reifchen, die ich segmentweise verleime.
Ich verwende dafür Fichten-Leisten mit dreieckigem Querschnitt, die ich an einer Kante soweit anfase, dass eine Fläche von 1 cm Breite übrig bleibt. Diese Fläche zeigt später zur Decke.
Dann säge ich mit der Gehrungssäge in regelmäßigen Abständen Schlitze hinein, bis auf einen Restholzsteg von etwas unter einem Millimeter.
Mit 120er Schleifpapier entferne ich dann die Sägegrate, so dass die Leimfläche eben ist.
Anschließend kann ich dann das Reifchen in den ersten Abschnitt halten, an der passenden Stelle abbrechen und verleimen.
Der Haken an der Geschichte ist aber das Sägen der Schlitze. Das hat mich schon bei meiner ersten Gitarre genervt und bei der zweiten auch. Das geht endlos. Hunderte von Schlitzen. Und jetzt das ganze für vier Gitarren!
Da fiel mir ein: "Wozu hast du dir eigentlich die Feinkreissäge gekauft?!
Ich hatte da noch einen misslungenen Schlitten für das Sägen von Zargenschlitzen in den Hals herumliegen. Den habe ich schnell umgerüstet für das Halten von Dreiecksleisten.
Auf die Leiste und den Schlitten habe ich eine Skalierung eingezeichnet, damit ich die Leiste exakt vorschieben konnte, wobei es mir auf einen Millimeter mehr oder weinger gar nicht wirklich ankam. Und siehe da! Eine 1m Leiste habe ich ein paar Minuten geschlitzt!
Von Hand hätte dass viel länger gedauert. Ich bin aber noch nicht zufrieden mit dem Schlitzabstand. Der Schlitz des Kreissägenblattes ist zwar viel breiter als der der Gehrungssäge, aber dennoch werde ich um die engeren Kurven im Oberbug des Korpus wohl nicht herumkommen. Habe ich aber noch nicht ausprobiert.
Außerdem will ich noch versuchen invers geschlitzte Reifchen zu machen. Die sehen viel schöner aus.

To be continued...

Sven
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Reifchen

#104

Beitrag von Sven2 » 16.10.2017, 22:03

Heute nur ganz kurz:

Ich habe den Schlitten nun so angepasst, dass ich auch invers geschlitzte Reifchen sägen kann. Mit dem Ergebnis bin ich ganz zufrieden.
Auch beim Einleimen gab es keine Probleme. Die Handhabung unterscheidet sich kaum, so dass als Entscheidungskriterium eigentlich nur das Aussehen übrigebleibt, und da gefallen mir die invers geschlitzten Reifchen besser.
Beim Einleimen der Reifchen an der Deckenseite habe ich allerdings immer das Problem, dass ich nicht immer sicheren Halt mit den Zwingen finde. Außerdem müsste der Druck nicht nur zur Seite, sondern auch nach unten gehen.
Hat da jemand eine schlaue Idee?

Sven
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Re: Die Dritte, Die Vierte, Die Fünfte und Die Sechste

#105

Beitrag von bea » 17.10.2017, 01:50

Vielleicht ein Stück des Reifchenmaterials "auf dem Kopf herum" drauflegen, so dass sich ein Rechteck bildet.

Eher kleine Stücke mit Fischlein "anreiben" ohne zu pressen wäre aber wohl die einfachste Lösung (mit Fischleim geht sowas, von Titebond weiß ich das nicht).
LG

Beate

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Re: Die Dritte, Die Vierte, Die Fünfte und Die Sechste

#106

Beitrag von headstock » 17.10.2017, 07:01

Moin,
warum kann man bei dieser Gitarre nicht wie üblich vorgehen und zuerst die Reifchen an die Zarge leimen und danache Decke Bzw. Boden aufleimen?
Man kann doch die Zarge in die Form stecken und die Reifchen an die obere Kante der Zarge leimen und danach beides plan schleifen... jedenfalls mache ich es so... (think)
Du hast auch oben geschrieben, dass du die Zarge nicht mit der Decke verleimst - also wo ist das Problem?

Gruß Martin

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Re: Die Dritte, Die Vierte, Die Fünfte und Die Sechste

#107

Beitrag von Sven2 » 17.10.2017, 13:33

bea hat geschrieben:
17.10.2017, 01:50
Vielleicht ein Stück des Reifchenmaterials "auf dem Kopf herum" drauflegen, so dass sich ein Rechteck bildet.
Das habe ich versucht, aber es rutscht ab und drückt dann nur gegen die Zarge. Hm, vielleicht ein Stück Schleifpapier draufkleben, damit es nicht abrutscht?
bea hat geschrieben:
17.10.2017, 01:50
Eher kleine Stücke mit Fischlein "anreiben" ohne zu pressen wäre aber wohl die einfachste Lösung (mit Fischleim geht sowas, von Titebond weiß ich das nicht).
Tatsächlich arbeite ich mit Knochenleim, d. h. reiben und pressen sind auch hier die Handgriffe. Ich kann die Stücke auch eine Zeitlang mit den Fingern andrücken, bis der Leim greift. Da ich in dieser Zeit aber schon das nächste Stück vorbereiten kann, habe ich die Zwingen verwendet. Viel Druck brauche ich ja gar nicht, also sind die Zwingen auch nur wenig angezogen.

Sven
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Re: Die Dritte, Die Vierte, Die Fünfte und Die Sechste

#108

Beitrag von bea » 17.10.2017, 13:42

Sven2 hat geschrieben:
17.10.2017, 13:33
Das habe ich versucht, aber es rutscht ab und drückt dann nur gegen die Zarge. Hm, vielleicht ein Stück Schleifpapier draufkleben, damit es nicht abrutscht?
ein klein wenig habe ich das befürchtet. Mit Schleifpapier dürftest Du nicht weiterkommen. Bleibt also wohl nur das Geduldsspiel...
LG

Beate

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Re: Die Dritte, Die Vierte, Die Fünfte und Die Sechste

#109

Beitrag von Sven2 » 17.10.2017, 13:53

headstock hat geschrieben:
17.10.2017, 07:01
Moin,
warum kann man bei dieser Gitarre nicht wie üblich vorgehen und zuerst die Reifchen an die Zarge leimen und danache Decke Bzw. Boden aufleimen?
Man kann doch die Zarge in die Form stecken und die Reifchen an die obere Kante der Zarge leimen und danach beides plan schleifen... jedenfalls mache ich es so... (think)
Du hast auch oben geschrieben, dass du die Zarge nicht mit der Decke verleimst - also wo ist das Problem?

Gruß Martin
Es gibt viele "übliche" Methoden...
;-)
Bei meiner ersten Gitarre, ohne gewölbte Decke, bin ich so vorgegangen, wie du es beschreibst. Jetzt bevorzuge ich aber das "in die Solera hineinbauen", welches die traditionelle spanische Bauweise ist.
Es ist auch wichtig zu bedenken, dass die Decke, durch ihre Wölbung, nicht überall einen rechten Winkel mit der Zarge bildet, so wie er bei dem von dir beschriebenen Planschleifen entstehen würde. Daher müssen manche Reifchen-Segmente einen etwas größeren Winkel haben. Ich kann nun jedes Reifchensegment einpassen, prüfen ob und wo ein Spalt sichtbar ist, passend schleifen und dann passgenau einleimen.
Wie ich schon in der Antwort an Bea geschrieben habe, brauch ich keinen langen und großen Anpressdruck, da der Knochenleim recht schnell anzieht. Der Druck einer Wäschklammer würde genügen. Ich komme nur schlecht in den Winkel. Beim Einleimen der Bodenreifchen gibt es das Problem dann natürlich nicht.

Sven
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#110

Beitrag von Sven2 » 18.10.2017, 22:10

Als ich die Gitarre aus der Solera nehmen wollte, stellte ich mit Schrecken fest, dass wohl durchgesickerter Leim die Gitarre mit der einen Außenform verklebt hat. Da ich mir vorher noch überlegt hatte "Sven, du solltest die Formen und die Solera wachsen, damit sowas nicht passiert", war das natürlich doppelt ärgerlich. Zum Glück bestand die Verbindung nur an zwei kleinen Pünktchen und ließ sich relativ schnell lösen. Dennoch wird eine meiner nächsten Amtshandlungen das Wachsen der Solera und Außenformen sein.
Nachdem ich die überstehenden Teile der Decke entfernt hatte, habe ich die Zargen noch etwas niedriger gemacht und anschließend die Reifchen für den Boden eingeleimt. Dafür habe fertig gekaufte geschlitzte Reifchen verwendet.
Und da ich so in Fahrt war, habe ich auch gleich den zweiten Hals an die zweite Decke geleimt. Der Hals ist für die Zederndecke mit Birnenkorpus.
Sven
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