#2 Telecaster-Bass

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Re: #2 Telecaster-Bass

#101

Beitrag von DoppelM » 24.10.2016, 15:12

Länger nicht ins Forum geguckt, und schon sind da wieder geile Instrumente. Interessant dass es gleich zwei erleichterte Shortscale-Mudbucker Bässe gibt dieses Jahr - habe in den letzten Monaten mit was ähnlichem geliebäugelt.
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Re: #2 Telecaster-Bass

#102

Beitrag von zappl » 24.10.2016, 21:09

Danke. Da werde ich gespannt sein!

Der Vollständigkeit halber der Link zur Gallerie: http://gitarrebassbau.de/viewtopic.php?f=9&t=6321
Gruß, Sebastian
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Re: #2 Telecaster-Bass

#103

Beitrag von zappl » 16.01.2018, 00:45

15 Monate später und unsere gemeinsamen Stunden lassen sich an wenigen Händen abzählen. Die Saitenlage war nie der Brüller und klanglich war mir der Mudbucker doch meist zu extrem (letzteres wurde ja schon ausführlich behandelt). Mit den Monaten stellte sich noch ein ordentlicher Frontbow ein und die Bundenden traten spürbar hervor. Das macht kein Spaß!
Um den Bass am Wandhaken verstauben zu lassen ist er zu schade, also kam er jetzt endlich auf den Tisch.

Der Sattel muss neu, die Bridge ist auch nicht 100% in der Flucht... ganz ehrlich frage ich mich in welchem geistig vernebelten Zustand ich mich in der Zeit befunden haben muss. :roll: Zusammen mit folgendem Szenario ist es eigentlich kein Wunder, dass ich nie eine wirklich angenehm zu spielende und schnarrfreie Saitenlage eingestellt bekam.

Zum Hals... Neben dem Frontbow hat sich der Hals auch in der Länge verzogen, knapp 1mm (Richtungspfeil parallel zu den Bünden). Hier gezeigt entlang der konkaven Griffbrettflanke, gegenüberliegende Flanke zeigt eine entsprechend konvexe Ausprägung:
Die Jahresringe liegen im Halbrift und verlaufen auch weitestgehend gleichmäßig, bis auf einen Bereich (Astloch), welcher ganz gut zur Biegung korreliert. Dazu vermute ich noch eine eventuell noch etwas zu hohe Restfeuchte im Holz.
Nun stelle ich mir die Frage ob es sich lohnt noch Arbeit in den Hals zu stecken (herausstehende Bundenden beifeilen, Bünde abrichten, ggf. Profil verschlanken, ggf. auch gleich ein anderes Bundmaterial (*) ) oder ob ich mich gedanklich lieber gleich schonmal von ihm verabschiede. (think)

Was denkt ihr? Lässt es sich auf schnellem Wege feststellen ob er seine Ruhelage weitestgehend erreicht hat? Wird der Hals überhaupt zur Ruhe kommen?

(*) Damals habe ich irrtümlicherweise zu einem Draht antiallergener Legierung gegriffen. Die Bünde laufen nach wenigen Tagen deutlich an und müssen dann wieder "freigespielt" werden bis es angenehm "flutscht".
Gruß, Sebastian
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Re: #2 Telecaster-Bass

#104

Beitrag von Poldi » 16.01.2018, 05:43

Ich würde erst mal die GB-Flanke gerade abrichten und dem Hals das gewünschte Profil geben und anschließend wieder montieren und Saiten aufziehen. Dann mal ein paar Tage beobachten. Das ist erst mal mit dem geringsten Aufwand verbunden. Wenn er sich wieder verzieht dann machst du halt einen Neuen.
Wenn nicht, dann kannst Du immer noch die Bünde ziehen.

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Re: #2 Telecaster-Bass

#105

Beitrag von bea » 16.01.2018, 12:38

Auf die Dauer dürfte der Hals schon zur Ruhe kommen. Aber Du willst ja bald einen stabilen Hals haben und nicht erst in zwanzig Jahren. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass der größere Teil des Zappelns bereits vorbei ist und würde mich aufs Abrichten einlassen. Gezogene Bünde kann man ja bekanntlich ohne Probleme und mit wenig Aufwand beim Neuabrichten wieder einsetzen.

Was den Sound angeht: am besten wird es wohl sein, die Spulen parallel zu schalten und dem Bass einen Stegtonabnehmer zu spendieren. Etwa in der Position des PUs beim Sting Ray oder der dessen stegnaher Spule. Auf meinen Bässen mit Mudbucker spiele ich diese ganz überwiegend. Aber ab und an ist der Sidewinder tatsächlich die Waffe der Wahl....

Der Minihumbucker von Wilkinson (WMHR) passt von der Empfindlichkeit prima zum ARTEC; seit kurzem habe ich diese Kombination in einem Epiphone EB-3 (und auch zum Epiphone-Sidewinder, wenn dessen Spulen in Reihe sind - das bewährt sich in im Epi EB-0).
Bei Deinem Bass solltest Du allerdings des Saitenabstand prüfen. 54 mm wie beim Ur-Tele-Bass geht gerade noch; mit den heute üblichen 57 mm könnte es knapp werden.
LG

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Re: #2 Telecaster-Bass

#106

Beitrag von zappl » 16.01.2018, 20:53

Okay, niemand rät mir komplett von der Idee ab, die Hoffnung stirbt zuletzt, ein Versuch ist's vielleicht wert, also dann mal rein in's Getümmel. ;)

Klanglich macht ein Steg-PU sicher Sinn, aber ich kann mich immer noch nicht mit der Idee eines weiteren Metallgebirges auf der Decke anfreunden. Aber es wurden ja schon einige mögliche Maßnahmen zur Optimierung angesprochen. Mal sehen was es am Ende wird.
Gruß, Sebastian
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Re: #2 Telecaster-Bass

#107

Beitrag von Drifter » 17.01.2018, 05:40

Ich hab keine Ahnung ob das bei Dir funktionieren könnte, aber was haltest Du von einem Piezo als zusätzlichen Pickup?

LG Norbert

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Re: #2 Telecaster-Bass

#108

Beitrag von zappl » 25.01.2018, 01:35

Beim Peilen über's Griffbrett ahnte ich schon, dass es mit einem Neuabrichten der Bünde nicht getan sein wird. Ein rudimentärer Versuch bestätigte das dann auch. Also Bünde raus und das gesamte Griffbrett abgerichtet, nun penibel mit Straight-Edge und Radiuslehre bis es perfekt passte. Die Menge des abzutragenden Materials war beträchtlich. Ich muss wohl ehrlich eingestehen, dass der verdrehte Hals dafür nicht die alleinige Schuld trug. :roll: Anschließend wurden noch die Griffbrettflanken mit dem Hobel abgerichtet.

Zwischenstand beim Abrichten des Griffbrettradius - pfui³! :
Dann die fast schwierigste Aufgabe: abwarten und beobachten. Im Laufe etwa einer Woche war keinerlei Bewegung im Holz zu verzeichnen - schonmal gut! Das nahm ich als Anlass die Arbeiten fortzusetzen. Feinschliff, Bundschlitze nachsägen, Bünde einpressen, abrichten, verrunden, Finish nachbessern, etc. pp. Die Bundierarbeiten sind mir um Welten besser gelungen als zuvor.
Die Bridgebohrungen wurden mit Dübeln verschlossen und die Bridge sauber ausgerichtet. Die neuen Bohrungen waren gegenüber den alten weniger als 0.5mm verschoben. Kleine Ursache, große Wirkung!

Dann heute noch einen neuen Sattel gefeilt. Dabei komme ich von mal zu mal mehr zur Ansicht, dass das saubere Anfertigen eines Sattels mit zu den anspruchsvollsten Aufgaben zählt. Wenige Feilenhübe können hier vorherige penibel ausgeführte Arbeiten wertlos machen und maßgeblich über die Qualität des Instruments entscheiden.

Anschließend Saiten aufgezogen, Halskrümmung und Saitenlage "quick & dirty" für einen Probelauf eingestellt:
Wow, welch eine Begeisterung! Von dem ehemals steifen Bock ist keine Spur mehr, endlich eine angenehme Bespielbarkeit wie sie mir gefällt. Der Bass ist schlichtweg nicht mehr wiederzuerkennen (im Blindtest ;) ). Sollte ich nun noch den elektrischen Klang in den Griff kriegen wird uns noch eine schöne Zeit bevorstehen. (dance a)
Gruß, Sebastian
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Re: #2 Telecaster-Bass

#109

Beitrag von Poldi » 25.01.2018, 07:05

Na also,...geht doch.

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Re: #2 Telecaster-Bass

#110

Beitrag von penfield » 25.01.2018, 08:24

Saubere Arbeit!
SGmaster, Peacemaster 3P90, Double neck fretless/fretted,
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Sollte an Les Paulownia arbeiten, hat aber den Umbau der Mystery Guitar eingeschoben...

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Re: #2 Telecaster-Bass

#111

Beitrag von Rallinger » 25.01.2018, 08:35

Na, das hat sich gelohnt, würde ich sagen! Super!

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Re: #2 Telecaster-Bass

#112

Beitrag von DoppelM » 25.01.2018, 09:48

Super! Der Hals ist so extrem schön, das wär schade gewesen.

Bzgl Sound, hast du auch über mods am Pu oder andere PUs nachgedacht? Vielleicht richtung Guild Bisonic/ Darkstar, oder DiMarzio Model one? Das sind ja alles Mudbucker Alternativen die nich ganz so mumpfig sein sollen. Bea hat ja auch etlich Mods für Mudbucker ins spiel gebracht.
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Re: #2 Telecaster-Bass

#113

Beitrag von thoto » 25.01.2018, 12:15

Schaut super aus!
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Aktuelles Projekt: viewtopic.php?p=116032

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Re: #2 Telecaster-Bass

#114

Beitrag von zappl » 26.01.2018, 15:57

DoppelM hat geschrieben:
25.01.2018, 09:48
Bzgl Sound, hast du auch über mods am Pu oder andere PUs nachgedacht? Vielleicht richtung Guild Bisonic/ Darkstar, oder DiMarzio Model one? Das sind ja alles Mudbucker Alternativen die nich ganz so mumpfig sein sollen. Bea hat ja auch etlich Mods für Mudbucker ins spiel gebracht.
Ja diese Alternativ-PUs habe ich auch schon beliebäugelt. Allerdings möchte ich hier nur ungern nochmal 100-300 Moneten investieren. (think)

Daher schwanke ich gerade noch zwischen Mudbucker-Mod oder einem Eigenbau Pickup hin und her. Tendenziell zu letzterem, die Restekrabbelkiste gibt noch genügend her. ;)
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Re: #2 Telecaster-Bass

#115

Beitrag von zappl » 26.01.2018, 16:25

Dieses Prinzip finde ich für den vorliegenden Fall ganz ansprechend. Geschätzt müsste der Platz unter der Haube dafür ausreichen.
(think)

Bild
http://curtisnovak.com/pickups/jb-hc.shtml
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Re: #2 Telecaster-Bass

#116

Beitrag von zappl » 27.01.2018, 12:10

Aus der letzten Nacht und Nebelaktion....

Bobbins bauen:
Was denkt ihr, ist die Bobbinoberseite mit etwa 3.8mm zu stark oder bekomme ich die Wicklungen nah genug an die Saiten?

Dann jeweils 9000 Umdrehungen AWG42, ergibt 3.85 kOhm, seriell verschaltet also 7.7 kOhm (reverse wound). Die AlNiCo Magnete eingesetzt, dabei auf umgekehrte Polarität pro Wicklung geachtet:
Bin gespannt ...
Gruß, Sebastian
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Re: #2 Telecaster-Bass

#117

Beitrag von Rallinger » 27.01.2018, 12:22

zappl hat geschrieben:
27.01.2018, 12:10
Dann jeweils 9000 Umdrehungen AWG42, ergibt 3.85 kOhm, seriell verschaltet also 7.7 kOhm (reverse wound). Die AlNiCo Magnete eingesetzt, dabei auf umgekehrte Polarität pro Wicklung geachtet:
104.jpg
Bin gespannt ...
Cool, sowas hab ich mir auch schon überlegt. Bin sehr gespannt auf deine Erfahrungen damit!

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Re: #2 Telecaster-Bass

#118

Beitrag von kehrdesign » 27.01.2018, 13:38

zappl hat geschrieben:
27.01.2018, 12:10
...
Was denkt ihr, ist die Bobbinoberseite mit etwa 3.8mm zu stark oder bekomme ich die Wicklungen nah genug an die Saiten?...
Nach meiner Erfahrung hätten 2 mm Wandungsstärke mit etwas zusätzlicher Festigkeit durch Titebond-"Imprägnierung" völlig ausgereicht und dem Wirkungsgrad gut getan.
Wieviel Restabstand ist denn noch zwischen den beiden Wicklungen? Wäre für Gitarren-PUs ein Pole-Mittenabstand von 10 mm bei identischer Wicklung (und Wicklungsbreite) realisierbar?
zappl hat geschrieben:
27.01.2018, 12:10
... Bin gespannt ...
Ich auch. :)
Um etwas zu verhindern finden sich immer Gründe, um etwas zu erreichen findet man Lösungen.
______________________
http://guitars.kehrdesign.de/

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Re: #2 Telecaster-Bass

#119

Beitrag von zappl » 27.01.2018, 23:01

kehrdesign hat geschrieben:
27.01.2018, 13:38
Nach meiner Erfahrung hätten 2 mm Wandungsstärke mit etwas zusätzlicher Festigkeit durch Titebond-"Imprägnierung" völlig ausgereicht und dem Wirkungsgrad gut getan.
Okay, gut zu wissen. Da war ich etwas (über)vorsichtig nachdem ich schonmal einen Kunststoff-Bobbin durch die Wicklung zum Durchbiegen gebracht habe.

Der Praxistest hat aber glücklicherweise gezeigt, dass die Dicke der Oberseite kein Problem darstellt. Ich bekam mit etwa 7mm Abstand von Unterkante Saite zu Oberkante PU noch ein ausreichend starkes Signal.
kehrdesign hat geschrieben:
27.01.2018, 13:38
Wieviel Restabstand ist denn noch zwischen den beiden Wicklungen? Wäre für Gitarren-PUs ein Pole-Mittenabstand von 10 mm bei identischer Wicklung (und Wicklungsbreite) realisierbar?
Ziehen wir mal das obige Beispiel heran: Die Pole haben einen Mittenabstand von 17.2mm, die Magnete haben einen 5mm Durchmesser. Die Wandung ist knapp über 1mm stark. Heißt, dass eine Wicklungsbreite von maximal 5mm möglich ist. Die habe ich bis auf ein paar Zehntel auch ausgenutzt (rückblickend hätten es noch ruhig ein paar Wicklung mehr sein dürfen).

Ergo, ich denke das wird für einen 10mm Mittenabstand schwierig bzw. nicht machbar (für passive Pickups). Da bleibt kaum Platz für die Wicklung übrig. Vielleicht lässt sich das realisieren indem man direkt auf den Magneten wickelt (ohne Wandung), den Pickup etwas höher baut oder dünneren Draht verwendet um eine ausreichende Wicklungszahl und Rdc zu erreichen. (think)

Erfreulicherweise konnte ich den Bass heute auf der Probe gleich mal testen. Die Zeit davor war knapp, so wurde der Pickup auf die Schnelle nur rudimentär montiert und direkt an die Ausgangsbuchse gelötet.

Vorweg, Die Brummunterdrückung funktioniert tadellos. :)

Der Pickup ist nicht sonderlich "heiß" gewickelt. Die Ausgangssignalstärke würde ich schon im niedrigeren Bereich ansiedeln, auch die Resonanzfrequenz scheint recht hoch zu liegen. Durch das fehlende Volume-Poti wurde diese natürlich auch nicht weiter bedämpft. Aber wofür denn gibt's Preamps und Equalizer? ;)

Nachdem die oberen Frequenzen etwas besänftigt wurden erhielt ich einen Sound, der mir sehr gut gefallen hat und auch etwa dem ursprünglichen Wunsch entsprach (endlich!). Ja, das hat schon richtig Freude bereitet. (dance a) Als nächstes muss ich dann mal schauen wie's mit angehangenem Volume/Tone klingt und ob ggf. mit R's und C's nachgeholfen wird.

Klanglich ist er nun am ehesten mit einem P-Bass oder J-Bass Neck-PU vergleichbar (welch Wunder...). Durch die Positierung etwas näher am Hals (0,78 * 32" Mensur) wird er natürlich etwas runder und kräftiger "untenrum".

Was mir noch positiv aufgefallen ist... der Basssound reagiert viel sensibler auf die Anschlagsposition und -stärke als ich es von anderen Bässen gewohnt bin. Woher das kommt? Vom Pickup selber wohl weniger, vielleicht von seiner Position und dem Abstand zu den Saiten?! (think)
Gruß, Sebastian
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Re: #2 Telecaster-Bass

#120

Beitrag von zappl » 28.01.2018, 03:01

Kollateralnutzen... etwa ein halbes Pfund weniger auf den Rippen. 8)
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Re: #2 Telecaster-Bass

#121

Beitrag von helferlain » 28.01.2018, 16:03

zappl hat geschrieben:
27.01.2018, 23:01
... der Basssound reagiert viel sensibler auf die Anschlagsposition und -stärke als ich es von anderen Bässen gewohnt bin. Woher das kommt? Vom Pickup selber wohl weniger, vielleicht von seiner Position und dem Abstand zu den Saiten?! (think)
Das könnte die Erklärung sein:
zappl hat geschrieben:
27.01.2018, 23:01
Der Pickup ist nicht sonderlich "heiß" gewickelt. Die Ausgangssignalstärke würde ich schon im niedrigeren Bereich ansiedeln, auch die Resonanzfrequenz scheint recht hoch zu liegen. Durch das fehlende Volume-Poti wurde diese natürlich auch nicht weiter bedämpft. Aber wofür denn gibt's Preamps und Equalizer? ;)
Nach meinem Verständnis fehlt bei "heißeren" PUS einiges in den Höhen durch die niedrigere Resonanzfrequenz und stärkere Bedämpfung. Aber dort spielt sich noch einiges ab, was für da Ohr interessant ist. Die Kunst in deinem Fall besteht darin, den Tonabnehmer so zu beschalten, dass beim einstellen / absenken der Resonanzfrequenz trotzdem genug angenehme Details übrig bleiben.

Ich kenne den Effekt von billigst PUs, die durch hochwertigere Ersetzt wurden. In meinem Fall mit kräftigeren Magneten statt mehr Wicklung.
Klanglich ist das wie ... der Umstieg von VGA auf Full HD. Einfach mehr Auflösung / Details.
Grüße, helferlain
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Re: #2 Telecaster-Bass

#122

Beitrag von DoppelM » 28.01.2018, 23:56

Super! Klingt nach nem volltreffer :)
Und du hast mich endgültig überzeugt bei meinem Combo Bass keinen Mudbucker zu nehmen, sollte er denn mal fertig werden.
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Re: #2 Telecaster-Bass

#123

Beitrag von MiLe » 29.01.2018, 00:17

jesses - wie konnte ich diesen Thread so lange übersehen? :shock:
Zum Thema Mudbucker wirst Du eventuell vielleicht in der Pickup-Datenbank hier fündig ;) Bea hatte mir Ihren leihweise zum vermessen hinterlassen. http://www.gitarrebassbau.de/viewtopic. ... 50#p100180
Auf der Suche nach einem humbuckenden Pickup bin ich auch erst bei dem Split-Coil gelandet. Bin dabei zu dem Schluss gekommen, dass Resonanzfrequenz und deren Ausprägung gut mit der Indultivität oder hilfsweise dem Gleichstromwiderstand abschätzbar ist, jedoch der Output deutlich geringer ist, als würde man den gleichen Draht in gleicher Länge normal zu einer einzelnen Spule wickeln.

Deswegen bin ich schlussendlich wieder beim Sidewinder-Prinzip gelandet (zumindest, wenn es richtig gewickelt und magnetisch richtig gepolt ist ;))
Wenn allerdings eh' Aktivelektronik dran hängt, ist der Output ja auch ziemlich egal, hauptsache die Reso liegt da, wo Du sie willst und es brummt und pfeift nix.

Unabhängig davon: Ich mag helle und/oder lackierte Griffbretter eigentlich weniger, aber das Teil hier ist 'ne echte Augennweide. Da lonht die Überarbeitung!!
Liebe Grüße,
Michael

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Re: #2 Telecaster-Bass

#124

Beitrag von zappl » 29.01.2018, 00:27

helferlain hat geschrieben:
28.01.2018, 16:03
Das könnte die Erklärung sein:
Ja das klingt eigentlich ganz schlüssig. :idea: Auf manche Fragen hat man wohl schon selbst die Antwort ohne es zu wissen. :D

Die nun dazugeschalteten Volume & Tone Potis scheinen doch stärker zu bedämpfen als ich vermutete. Eventuell genügt das sogar schon... mit meinem "Heimverstärker" lässt sich das aber leider nicht wirklich aussagekräftig abhören. Dazu muss ich die Tage zum richtigen Besteck im Proberaum greifen.

Der moderne Mensch vertraut nur ungern alleine auf seinen Instinkt. Umso lieber vermisst er sein Umfeld um sich in Zahlen ausdrücken zu können. ;) Hier mal der Frequenzgang des Split-Coils: (Volume/Tone jeweils 500 kOhm, 3 Meter Cordial Kabel)
Resonanzfrequenz bei ca. 3.4 kHz bei einer Überhöhung von 5-6 dB ... eigentlich ganz "salonfähig". Zumindest ist das eine gute Grundlage um sich die Kurve bei Bedarf nach Belieben zurechtzubiegen.
(zum Vergleich die Mudbucker Frequenzgänge in Beitrag #72)

Edit: Huch, plötzlich zwei Beiträge dazwischen und das Forum informiert mich nichtmals beim Absenden... Verwirrung³! :D
Gruß, Sebastian
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Re: #2 Telecaster-Bass

#125

Beitrag von zappl » 29.01.2018, 00:58

MiLe hat geschrieben:
29.01.2018, 00:17
jesses - wie konnte ich diesen Thread so lange übersehen? :shock:
Zum Thema Mudbucker wirst Du eventuell vielleicht in der Pickup-Datenbank hier fündig ;) Bea hatte mir Ihren leihweise zum vermessen hinterlassen. http://www.gitarrebassbau.de/viewtopic. ... 50#p100180
Auf der Suche nach einem humbuckenden Pickup bin ich auch erst bei dem Split-Coil gelandet. Bin dabei zu dem Schluss gekommen, dass Resonanzfrequenz und deren Ausprägung gut mit der Indultivität oder hilfsweise dem Gleichstromwiderstand abschätzbar ist, jedoch der Output deutlich geringer ist, als würde man den gleichen Draht in gleicher Länge normal zu einer einzelnen Spule wickeln.

Deswegen bin ich schlussendlich wieder beim Sidewinder-Prinzip gelandet (zumindest, wenn es richtig gewickelt und magnetisch richtig gepolt ist ;))
Wenn allerdings eh' Aktivelektronik dran hängt, ist der Output ja auch ziemlich egal, hauptsache die Reso liegt da, wo Du sie willst und es brummt und pfeift nix.
jesses - wie konnte ich den ausführlichen Beitrag in der PU-Datenbank übersehen oder vielleicht zwischenzeitlich wieder vergessen haben?! :shock: Den muss ich mir gleich nochmal im Detail einverleiben.

Außer in Sachen Optik, Abmessungen und Gewicht ist der aber kaum mit dem Artec Mudbucker zu vergleichen. Ich hatte den 30kOhm Brummer verbaut.

Gut ist ja schonmal, dass wir beim Split-Coil auf ähnliche Resultate kommen.
Geringerer Rauschabstand durch den geringeren Output... hmm ja ein Nachteil, aber der Bass ist jetzt auch nicht gerade für Kuschelpop gedacht. ;)

Ich spiele aber auch noch mit dem Gedanken einen Preamp verbauen um den Output zu heben ... andererseits hat der Gain-Regler am Amp aber ja auch noch ausreichend Reserve. (think)
Gruß, Sebastian
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