#3 Flexable

Das Board für eure Bauberichte!

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#3 Flexable

#1

Beitrag von micha70 » 26.05.2019, 18:34

Hallo Zusammen!

Wird Zeit, dass ich mich aus der Deckung wage und einen Bauthread starte. Ich gehe schon länger mit dem Gedanken schwanger mein Erstlingswerk mal in „richtig“ zu bauen. Allerdings möchte ich natürlich gerne noch einen draufpacken und mit ein bisschen Blinbling versehen.

Ziel ist es ein flexibles Instrument entstehen zu lassen. Soll heißen: Klanglich flexibel, optisch flexibel und auch Stimmungsschwankungen sollen nicht ausgeschlossen sein ;)

Von dem Instrument gibt es noch nichts außer ein paar Hirnkrämpfen und da weiter noch nichts vorliegt und man keinen Bau beginnen sollte bevor nicht alles komplett ist wird es erstmal mit der Teilebeschaffung starten und der Entstehungsprozess wird hier mitdokumentiert.

Außerdem soll so viel wie mir überhaupt nur möglich ist in Eigenregie entstehen. Alles aus Holz, Hardware, Pickups und Elektronik werden selbst gebaut. Den Anspruch welche ich versuche zu erreichen bewegt sich irgendwo zwischen „Was ich kaufen kann, bau ich nicht“ und „Was ich bauen kann, kauf ich nicht“. Also ausreichend Potential für Ausreden (whistle) Jetzt mal was feststeht:

Holz- und Plastikware:
  • Hals: Vogelaugenahorn, gerade Kopfplatte, reversed Headstock mit Makassar Griffbrett. Mensur: 640mm; 24 Bünde. Mir ist „F“ zu weit und „G“ zu eng ;)
  • Korpus: Ich hab noch einen Zweiteiler aus Roterle liegen der sich nur für eine deckende Lackierung eignet. Das ist auch gut so weil der Korpus nicht mit dem Top wetteifern soll.
  • Top: Die Decke soll aus Plexiglas LED werden, vollflächig ausgeleuchtet sein und sich in Farbe und Farbverlauf ändern dürfen. Das Experiment hierzu war die Klangbox. Die Lichteinkopplung erfolgt über die Kanten der verschiedenen Gräben für die Pickups und Bridge mit WS2812b kompatiblen rgbw Einzelpixel welche nach Außen ableuchten. So hoffe ich, kann man einen elektronisch gesteuerten Burst erzeugen. Der Decke möchte ich auch noch ein Shaping a la Ibanez S-Series mitgeben. Das wird eine schwierige Geburt werden. Da hilft nur Pressen….Pressen….Pressen! Ja, und ein Binding muss natürlich auch noch dran.
  • Form: Stratlike. Mein erster Entwurf aus 1989 (ne, kein Tippfehler) nach dem ich auch meine ersten Beiden Gitarren gebaut habe.
    Der Hintern wird dieses Mal noch ein wenig abgerundet. Mir war damals nur wichtig, dass das Teil sicher auf dem Boden stehen kann. Heute wird sie später an der Wand hängen und da dürfen ruhig etwas rundlichere Formen dran.
Metallware:
  • Mechaniken: Gearless Tuner :lol: Habe ich hier mal vorgestellt und wird jetzt neu. Die Kugellager werden dieses Mal in der Kopfplatte versenkt und mal schauen ob das auch in Schön geht.
  • Bridge: Ich bin großer Freund des Jammerhakens. Selbst wenn die Zeit dafür längst abgelaufen ist. Eigentlich schade. Ich finde Effekte wie in Alcatrazz „Painted Lover“ immer noch großartig.
    Ich hab das Teil vor ca. 3 Jahren einmal gebaut und über den Jahreswechsel mit einem Update versehen. Hier wie das bisher ausschaut:
    Wird jetzt, mit ein paar Änderungen, neu gebaut. Die Bridgetuner sollen kürzer werden, so dass ich im Format eher auf die Größe von einem Vintagetremolo komme. Sie sind ja nur zum Feinstimmen gedacht. Lock bleibt und der Reiter der E-Saite bekommt wie im Proto den integrierten Drop Tuner. Dieser funktioniert ähnlich dem Prinzip von CSL. Gerne das Trem wieder mit Piezos. Hängt aber vom Füllstand der Familienkasse ab und ob meine Regierung mir das auch genehmigt. Der klanglichen Flexibilität würde es nicht schaden.
  • Klemmblock: (Nullbund-)Kompensierter Klemmblock
Elektroware:
  • Pickups: Ganz klar. Stromwandler-Coppertones wie sie hier am Entstehen waren. Ich werde nur nicht versuchen diese zu verstecken. Im Gegenteil. Ich baue einen E-Ast (@gitarrenmacher und leider inaktiv aber ich liebe diesen Begriff) und bin der Meinung da darf man Pickups ruhig sehen. Sollen ja auch dekorativ sein. Die Flexable bekommt 3 Stück davon. Bridge, Mitte, Hals. Auch hier steht klangliche Flexibilität im Vordergrund. Optisch sollen sie die drei Initialen meines Namens darstellen…und zwar aus jeder Blickrichtung. Zugegeben, ein wenig narzisstisch klingt das schon ohne es zu wollen.
    An dieser Stelle (das ist mir wichtig): Vielen herzlichen Dank nochmal an Alle die im Alumitone/Stromwandler-Pickup-Sammelthread sich so aktiv gezeigt haben. Diese beiden Threads waren der Kristalationspunkt für dieses Projekt. Der Tritt in meine vier Buchstaben um mich mal wieder zu bewegen.
  • Klangregelung: Das Einzige was halbwegs existiert. Ebenfalls bei der Klangbox beschrieben. Eine Preamp/2-Band-Klangregelung mit regelbarem Tiefpass. Ebenfalls etwas sehr flexibles. Allerdings fehlt noch die endgültige Anpassung.
Was fehlt noch? Sicher eine Menge (think)

Etwas Allgemeines. Ich mag den Prozess im Tun die Form entstehen zu lassen. Ich arbeite größtenteils auch ohne Zeichnungen. Höchstens mal mit ein paar Handskizzen. Daher kann sich auch kurzfristig immer noch etwas ändern. Mal schauen.

Und jetzt los...aber heute nicht mehr. Ist zu schönes Wetter (whistle)

LG
Micha

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Re: #3 Flexable

#2

Beitrag von Poldi » 26.05.2019, 19:07

Das liest sich ja schon mal dermaßen interessant das man dem nächsten Schritt schon echt gespannt entgegenfiebert.

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Re: #3 Flexable

#3

Beitrag von micha70 » 26.05.2019, 19:33

Vielen Dank Poldi!

...da wirst Du Geduld aufbringen müssen (whistle) Ich komm dermaßen schwer aus dem Quark. Da hoffe ich auch auf Eure Hilfe. Ein wenig Druck brauch ich nämlich immer...

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Re: #3 Flexable

#4

Beitrag von Rallinger » 29.05.2019, 15:54

Das nenne ich mal ein spannendes Projekt, gerade erst gesehen. Das Trem find ich den Hit (vielleicht mal von der Hammerschlag-Lackierung der Grundplatte abgesehen). Mag daran liegen, dass ich ein schnöder Bassist bin, aber ein Feinstimmer-Tremolo mit integriertem Droptuner hab ich jetzt noch nie gesehen.

Und das mit der beleuchteten Decke ... das ist zwar eine "bsoffene Gschicht" wie man bei unseren Alpen-Nachbarn sagen würde, aber das hat mir bei deinem Preamp ja schon extrem gut gefallen. Was mir dazu spontan einfällt:
  • verstehst du unter einer "Deckenwölbung" einen einfachen Radius (so dass du das Plexiglas einfach biegen kannst) oder tatsächlich sowas wie ein Carved Top? Falls letzteres (wär dir zuzutrauen):
  • willst du das dann mit einer Positiv- Negativform tiefziehen oder wie hast du dir das vorgestellt? Und:
  • wirst du dann transparentes Plexiglas nehmen wie bei deinem Preamp oder Milchglas? Weil wenn transparent, dann würde ich mir schon überlegen ob du nicht besser ein Holz nimmst, das auch ohne deckende Lackierung nach was aussieht. Irgendwann wird die Gitarre ja auch mal abgeschaltet sein ...
  • Schlussendlich: wenn es tatsächlich transparent werden soll stelle ich es mir anspruchsvoll vor den Formschluss mit dem Holz darunter so sauber hinzubekommen, dass da kein Kleber von oben sichtbar wird. Das würde ich auf jeden Fall mal vorher testen.
Tja, so viel einstweilen mal von mir. Ich glaub wenn du in den Bau gehst werden sich die Fragen multiplizieren. Hau rein, frohes Schaffen!

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Re: #3 Flexable

#5

Beitrag von micha70 » 29.05.2019, 18:16

Rallinger hat geschrieben:
29.05.2019, 15:54
Das nenne ich mal ein spannendes Projekt, gerade erst gesehen. Das Trem find ich den Hit (vielleicht mal von der Hammerschlag-Lackierung der Grundplatte abgesehen). Mag daran liegen, dass ich ein schnöder Bassist bin, aber ein Feinstimmer-Tremolo mit integriertem Droptuner hab ich jetzt noch nie gesehen.

Da wäre ich zwar froh wenn ich das behaupten könnte...ist aber nicht so. Das Trem selbst basiert auf dem EGS von Strandberg. Im Detail allerdings doch schon sehr viel verändert. Die Lackierung ist nicht gut gelungen. Der C45 der drunter steckt sieht nur noch übler aus. Was den Drop Tuner angeht gibt es z.B. das Freudlos mit D-Tuna, was aber anders funktioniert, das Sophia von CSL was wie mein Drop auch eine Verschiebung in Richtung der Saite macht und als ganz große Kunst das Steinberger TransTrem (II) mit dem es tolle Aufnahmen von dem leider viel zu früh verstorbenen Michael Hedges gibt. Dat iss mir nur viel zu kompliziert und empfindlich. Meine gezeigte Lösung ist vom Prinzip so erschreckend simpel, dass ich mich frage warum es das so noch nicht gibt. Im Grunde drehe ich nur eine Schraube rein. Zwei Anschäge dran, einer davon verstellbar und im Prinzip war es das. Könnte man wahrscheinlich bei jedem Headless Bridge Tuner ohne größeren Aufwand auch machen. Dazu und zu allem Anderen kommt noch was dazu mit Bildern...

Und das mit der beleuchteten Decke ... das ist zwar eine "bsoffene Gschicht" (Anmerk. d. Autors :lol:) wie man bei unseren Alpen-Nachbarn sagen würde, aber das hat mir bei deinem Preamp ja schon extrem gut gefallen. Was mir dazu spontan einfällt:
  • verstehst du unter einer "Deckenwölbung" einen einfachen Radius (so dass du das Plexiglas einfach biegen kannst) oder tatsächlich sowas wie ein Carved Top? Ein konvexes Top in Längs- und Querrichtung. Ober- und Unterseite. Quasi eine "Kugel". Hab mit Freude gelesen, dass ich hier nicht der Einzige bin dem das Shaping der S-Series von Ibanez gefällt. Alles andere würde vermutlich nicht ohne CNC geformte Werkzeuge gehen und/oder mit starkem Vakuum. Beides hab ich nicht. Außerdem ist es eine Macke von mir mich gerade NICHT mit CNC auseinanderzusetzen. Das hab ich den ganzen Tag im Betrieb von der Laser angefangen bis zum Schweißroboter. Da möchte ich mich bei meinem Hobby nicht damit beschäftigen. Maschinen kommen zum Einsatz aber nur manuell bediente. Falls letzteres (wär dir zuzutrauen): Ähm...ned wirklich...aber Danke
  • willst du das dann mit einer Positiv- Negativform tiefziehen oder wie hast du dir das vorgestellt? Ja. Eher erwärmen und pressen. Hab meiner Frau deswegen extra einen 90cm Backofen gegönnt :badgrin: Und:
  • wirst du dann transparentes Plexiglas nehmen wie bei deinem Preamp oder Milchglas? Weil wenn transparent, dann würde ich mir schon überlegen ob du nicht besser ein Holz nimmst, das auch ohne deckende Lackierung nach was aussieht. Irgendwann wird die Gitarre ja auch mal abgeschaltet sein ... Das Plexiglas LED gibt es nur transparent wenn es jede Farbe annehmen soll. Das milchige ist für Beleuchtung durch die Rückseite. Hab ich auch versucht, kommt nicht so gut und ist aufwendiger. In den Applikationsempfehlungen wird genrell empfohlen eine reflektierende Schicht darunter zu legen. Bei der Stompbox wollte ich nur das Innere sehen. Wird hier nicht so sein. Der Favorit ist die deckende Lackierung der Rückseite. Von der Farbe her schwanke ich noch zwischen Weiß, Silber-Top oder Gold-Top. Davon hängt auch ab welche Oberfläche die Hardware bekommt. Tendenziell: Weiß mit goldener Hardware, weil Messing. Ist auch im Namen versteckt (davon ist auch etwas im Prijektnamen versteckt - Steve läßt grüßen ;) ).
  • Schlussendlich: wenn es tatsächlich transparent werden soll stelle ich es mir anspruchsvoll vor den Formschluss mit dem Holz darunter so sauber hinzubekommen, dass da kein Kleber von oben sichtbar wird. Das würde ich auf jeden Fall mal vorher testen. Ja, auf jeden Fall. Geht nicht ohne. Die Idee ist an "unsichtbaren Stellen" rückseitig Bolzen auf das Plexi zu kleben und die Decke von der Korpusrückseite mit durchgehenden Schrauben auf die Oberfläche zu ziehen. Mit Lack wird es nicht gehen, weil ich keine Grundierung drunter packen kann. Da steckt ein Risiko drin. Andere Alternative ist ein Binding zu machen was die Scheibe am Rand umfasst und mit den PU Schrauben und Lagerbolzen vom Tremolo de Mitte zu sichern. Das aber eher ungern. In der Not wird's geschraubt. Ist ja auch nur ein großes Pickguard ;)
Tja, so viel einstweilen mal von mir. Ich glaub wenn du in den Bau gehst werden sich die Fragen multiplizieren. Hau rein, frohes Schaffen!
Vielen Dank für's Feedback und wirklich sehr gute (Hinter-)Fragen. Nicht zu allem gibt es eine endgültige Antwort, höchstens eine gewisse Vorstellung. Das reift sich gerade aus. Damit es nicht zu unübersichtlich wird sind die Antworten ins Zitat gesetzt. Im Moment warte ich noch auf Material und Werkzeug. Ich hoffe ich kann kommendes Wochenende schon mal mit ein paar Sachen für die Hardware anfangen.

Die Planungen gehen noch weiter. Wichtig ist ja auch noch der "matching headstock". Beleuchtete Bundmarkierungen soll es nicht geben. Ich mag Griffbretter eher nackt.

Oh je. Das war schon wieder lang. Ich bemühe mich nicht mehr so viel zu schwafeln...

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Re: #3 Flexable

#6

Beitrag von Rallinger » 29.05.2019, 18:46

Ich glaub das mit der gewölbten Decke wird ganz schön anspruchsvoll werden. Dass muss wohl sehr formschlüssig sein. Weil wenn das Plexiglas an einer Stelle aufliegt und dann daneben ein Luftspalt zwischen Decke und Korpus ist wird es vermutlich (vor allem, wenn der Luftspalt klein ist) unterschiedliche Lichtbrechungen geben (google mal "cromatische Abberation" -> dann triftet es halt voll ins Psychedelische ab). Kann sicher auch gut ausschauen, aber ich denk du willst ja eine gleichmäßige Ausleuchtung. Bin gespannt wie du das löst. Zumindest was den Gitarrenbau angeht, betrittst du damit ja schon ein Stück weit Neuland ...

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Re: #3 Flexable

#7

Beitrag von micha70 » 29.05.2019, 18:58

Rallinger hat geschrieben:
29.05.2019, 18:46
...Weil wenn das Plexiglas an einer Stelle aufliegt und dann daneben ein Luftspalt zwischen Decke und Korpus ist wird es vermutlich (vor allem, wenn der Luftspalt klein ist) unterschiedliche Lichtbrechungen geben...
Genau. Auch deswegen die rückseitige Lackierung der Scheibe. Zudem muss sich darunter auch die Elektrik, Abschirmung usw. verstecken. Wie bei einem Pickguard. Ist der beste Vergleich der mir dazu einfällt.

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Re: #3 Flexable

#8

Beitrag von Rallinger » 29.05.2019, 19:03

OK, jetzt hab ichs auch verstanden. Dann musst du ja jetzt nur noch an den Familienbackofen rankommen ohne dass dich deine Mädels mit dem Cellobogen garottieren ... ;-)

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Re: #3 Flexable

#9

Beitrag von bea » 30.05.2019, 00:51

Jetzt verstehe ich aber nicht, wieso Du Tuner an beiden Saitenenden benötigst.
LG

Beate

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Re: #3 Flexable

#10

Beitrag von micha70 » 30.05.2019, 08:01

bea hat geschrieben:
30.05.2019, 00:51
Jetzt verstehe ich aber nicht, wieso Du Tuner an beiden Saitenenden benötigst.
Guten Morgen! Weil ein Klemmblock dazwischen sitzen wird. Diese sollen noch kürzer werden als im Proto damit das Trem nicht so wuchtig wirkt. Man könnte sie länger machen wie bei Headless Instrumenten und den ganzen Kopf weglassen. Richtig. Der optische Kompromiss sind dafür die Tuner am Kopf bei denen man keine Flügel sieht.

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Re: #3 Flexable

#11

Beitrag von micha70 » 31.05.2019, 23:55

Hallo!

Heute ging es mehr zufällig als gewollt los. Die Gelegenheit an so einem eingeklemmten Tag war einfach zu günstig.
Oben die Hülsen für die Kopfplatte, links Hülsen für die Stimmknpfe in die noch das Innengewinde für die Stimmstifte rechts noch geschnitten werden muss an denen natürlich auch noch das Gewinde fehlt. Wie es immer so ist, lief nicht alles nach dem (noch) nicht vorhandenen Plan 😉
Schönen Abend noch!

LG
Micha

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Re: #3 Flexable

#12

Beitrag von micha70 » 01.06.2019, 23:01

Guten Abend an alle nicht Champions League Finalteilnehmer,

Hatte gehofft heute kommen meine Gewindebohrer und Schneideisen. Leider nein. Da der Plan aber noch nicht vollständig fertig ist ging's eben erstmal hier weiter. Die Farbe steht noch aus und da kam ein lieb gemeinter Hinweis es doch auch mit Holz zu versuchen. Nur wie machen? Dann ist noch nicht klar wie die Kopfplatte aussehen soll und wie das zum Body passen könnte. An den Mechaniken wollte ich aber auch weitermachen. Also alles in einen Topf geworfen und versucht das Beste aus der Situation zu machen. Erstmal das Kopfplattendesign
Im Grunde würde ich es gerne so machen wie bei meiner #2 nur eben reversed. Hab das Bild gleich mal so gespiegelt.

Wie wäre es denn mit einen "Aufleimer" aus Plexi? An Stelle der Räuchereiche und nicht erhaben, sondern eben mit dem Ahorn. Gefühlt wird die Kopfplatte etwas dicker werden. Ich traue dem Ahorn einfach mehr Stabilität/Flexibilität zu als dem Plexi. Damit die Mechaniken dann nicht auch noch herausstehen könnte ich mir vorstellen die Hülsen im Plexi zu versenken.

An einem Reststück hab ich dann mit dem Stufenbohrer 3 Senkungen gesetzt. Geht total gut. Die vierte Senkung war vorher schon drin als ich verschiedene Schneidwinkel für das Bohren von Plexi probiert habe. Die ist Mist und man sieht auch gleich warum. Die Farben sollten möglichst reflektierend sein um das flächige Ausleuchten zu unterstützen. So waren bis jetzt Gold, Silber und Weiß im Rennen. Nun auch noch Holz. Bei Lack war mir ziemlich klar wie das auf der Rückseite wirkt. Aber wie bekomme ich Holz so mit der Scheibe verbunden, dass kein optischer Bruch entsteht? Klar, ich kleb das Holz einfach mit gelöstem PMMA dran...so dachte ich. Ein Glas davon steht bei mir immer rum. Die drei Farben lackiert, trocknen lassen. Einen Riegelahorn bis 240'er geschliffen, Flüssigplexi dick draufgepinselt, gepresst...und so in etwa würde es auf der Kopfplatte wirken.
Hmmm...der Riegel sieht schon am schärfsten aus aber verdammt schwer das blasenfrei hinzubekommen. Ich bekomme das nicht gut fotografiert. Da macht das Händi schlapp aber jedes Bläschen erzeugt einen Schatten der dunkel zu sehen ist. Hat vielleicht jemand noch eine andere Idee? Hätte schon was (think) Das Weiß ist mit Abstand das Krasseste. Das knallt einem das Licht ins Auge. Mit Sicherheit am effektivsten. Aber schon richtig. Die Gitarre muss unbeleuchtet auch noch gut aussehen.

Noch zur Bohrung. Entweder sind die Risse beim Riegel durch das Pressen entstanden oder es war das sich verflüchtigende Nitro. Das muss ich mir nochmal anschauen. PMMA reagiert ja zum Teil schon beleidigt bei Lösungsmitteln wie auch Aceton.

Ansonsten ist nicht viel mehr passiert als mich um das Design der Stimmknöppe zu kümmern. Von der Halskantel und vom Griffbrett ein Stück abgesägt.
Ich hab nachgeschaut. Ist tatsächlich eine Makassar Parketleiste wie sie hier im Wettbewerb auch verbaut wird (dance a) Die ist absolut Klasse! So denke ich werde ich die Knöpfe versuchen.
Unten der Vogelaugenahorn, ein Trennfurnier Räuchereiche, ein 0,5mm Messingblech und als Deckel das Ebenholz. Die Hülse der Stimmmechanik erscheint als Ring im Ebenholz. Damit der Ring nicht so fett wirkt und auch damit die Reibung in der Mechanik in Grenzen zu halten sind die Hülsen noch ausgebohrt worden.
So bleiben noch 7-8mm Gewindelänge stehen...wenn die Gewindebohrer endlich mal kommen. Das reicht bei M6x0,5 und ich hab dann hoffentlich noch ein wenig Spielraum für Fluchtfehler.

So, jetzt ist das Finale auch vorbei. Ich gönne es Liverpool.

Edit: Verkleben des Holzes mit Loca Kleber? (think) Man müsste natürlich das Holz erst beschichten. Die Anforderungen beim Verkleben von Displays sind ja sehr ähnlich. Ich finde nur noch nichts wirklich zu den Inhaltsstoffen. Nochmal suchen.

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Re: #3 Flexable

#13

Beitrag von micha70 » 03.06.2019, 00:36

Hallo!

Heute ist an sich nicht viel passiert. Ich bemühe mich es auch kurz zu machen.

Wir bauen uns ein Sandwich für die Stimmwirbel. Ich hätte es gleich im Rohzustand bauen sollen aber leider hab ich zu wenig Griffbrettholz dafür. Man nehme: Ein Brötchen aus Ahorn, darauf eine Lage Räuchereiche, eine Frikadelle aus Messingblech und je eine Scheibe Ebenholz.
Dann setzt man es ein paar viele Stunden unter Druck und hoffentlich mache ich die Sache die nächsten Tage auch rund.
Jetzt darf es erst in Ruhe aushärten. Ich hoffe nur die Pamperei mit dem Epoxikleber hat sich gelohnt. Apropos, das erste Mal, dass am Ende der Teile auch kein Kleber mehr da ist :lol: Falls jemand mitgezählt hat...es wird keine 7-saitige. Nur ein Teil mehr kann nie schaden.

Ein kurzes Wort noch zu den Ebenholzscheiben. Ich kann nur ein kleines Stück vom Griffbrett entbehren. Das ist allerdings 10mm stark. Nur am Rand wo die Feder sitzt ist es so dünn, dass es gerade für einen Ring gereicht hat. Nach gefühlten Ewigkeiten auf der Dekupiersäge grob die Form rausgeschnitzt,
danach die Scheibe zwischen einer Schraube und einer Einziehmutter gespannt. Diese sorgt für einen ziemlich guten Rundlauf und man vermackt sich kein Gewinde.
Auf der Ständerbohrmaschine mit der Japansäge geteilt.
Et voila, zwei (theoretisch) gleich dicke Scheiben
Aber eben nur fast. Deswegen auch das Pressen jedes einzelnen Rings. Das war kurz ;)

Gute Nacht!
Micha

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Re: #3 Flexable

#14

Beitrag von micha70 » 08.06.2019, 00:24

Hallo!

Nach ein paar Tagen Kurzurlaub mit heftigem Kulturprogramm...gerade das Erlebte noch ein wenig in der Werkstatt „auslaufen“ lassen. So kommen die Stimmknöpfe/flügel oder wie man es nennen möchte raus.
Das muss ich jetzt nur noch fünf mal wiederholen. Komm grad eh noch nicht zur Ruhe.

Das Vorgehen ist eigentlich das Selbe wie vorher auch. Auf der Dekupiersäge grob im Ring rum sägen und eingespannt in der Bohrmaschine rund schleifen

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Re: #3 Flexable

#15

Beitrag von micha70 » 10.06.2019, 02:17

Hallo!

Hab ich "gerade" geschrieben ich muss das nur noch fünf mal wiederholen? Was für eine Fehleinschätzung. Obwohl... Fehleinschätzung ist da das falsche Wort. Richtig wäre: Es war schlicht total falsch! Hätte ich vorher gewusst... Die Stimmknöpfe sind jetzt erst mal fertig. Das Füllen der Poren/Spalte schenke ich mir bis zur eigentlichen Gitarre.
Das sind sie nun. Ganz rechts sieht man wie die Stimmmutter später in das Drucklager steht welches in der Kopfplatte versenkt wird. Zum Vorgehen:
Mit der Dekupiersäge grob im Ring rum sägen.
In der Bohmaschine und Anschlag rund schleifen. Dabei wurde allerdings das Messingblech so heiß, dass mir es kein vorhandener Kleber es auf Dauer ausgehalten hat und immer wieder folgendes passiert ist.
Lies sich alles zwar wieder spaltfrei richten aber es war ein imenser Aufwand. Danach alle auf gleiche Höhe bringen. Erst der Deckel aus Ebenholz.
Danach der Ahorn.
Jetzt ist auch endlich das Schneidewerkzeug geliefert worden.
M6x0,5 Linksgewinde ist auch irgendwie nicht üblich. Linksgewinde deswegen, weil bei Verwendung von normalem Rechtsgewinde die Saite tiefer gestimmt wird wenn man gegen den Uhrzeigersinn dreht. Fühlt sich doof an. Hatte das am Proto mit Rampa-Muffen gemacht und verwechsle es immer noch nach jedem Saitenwechsel. Dabei ist es egal ob normal oder reversed Kopfplatte, da die Knöpfe der Rückseite der Kopfplatte sitzen.

Und weil ich ja auch meinen Mädels damit auf den Nerv gehe: Ein kleines Mitbringsel damit ich schneller fertig werde :lol:
Jetzt sind die Stimmstifte und die Verdrehsicherung in den Kopfplattenhülsen dran.

Gute Nacht!
Micha

Edit: Fehler korrigiert. War wohl doch etwas zu spät geworden...

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Re: #3 Flexable

#16

Beitrag von Poldi » 10.06.2019, 10:45

Die Stimmknöpfe sehen ja echt stark aus.

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Re: #3 Flexable

#17

Beitrag von micha70 » 11.06.2019, 23:11

Hey! Danke! Den hab ich gebraucht. Denn die Frage die es ausgelöst hat ist doch: „Werden die Potiknöpfe denn auch so?“. Bisher noch gar nicht darüber nachgedacht und „Ja“ wenn mir genug Material übrig bleibt was beim Ebenholz knapp wird. Vielleicht gibt das ja mein bisheriger Schrotthaufen her...
Nur dann im Zentrum anstatt des dünnen Innenrings, ein massiver Messingstift, der die Potiachse aufnimmt (ob elektrisch isoliert oder nicht will noch herausgefunden werden) und gleichzeitig bei bloßer Berührung einen Kill Switch auslöst ohne mechanische Bewegung. Da muss ich mal darüber nachdenken wie das gehen könnte.

LG
Micha

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Re: #3 Flexable

#18

Beitrag von micha70 » 13.06.2019, 09:47

Guten Morgen!

Der Satz Mechaniken ist jetzt fertig.
Kommt gut verpackt in die Kiste und bekommt hoffentlich bald Gesellschaft von weiteren Teilen.

Was war noch zu tun? Erstmal überlegen lang vor allem die Teile im Einzelnen werden sollen um sie auf Maß zu bringen. So schaut das aus wenn ich versuche nachzudenken.
Danach als Erstes die Verdrehsicherung in die Kopfplattenhülsen. Quer ein M3 Gewinde und Schraube mit Loctite eingeklebt.
Gefühlt einige Kilometer Gewindestange produziert...
...und mit Hilfe einer kleinen Vorrichtung an der Fräse die Führungsnut gefräst.
Die Gewindestange von hinten nachgeführt und grob mit der puk-Säge abgelängt. Wieder an der Ständerbohrmaschine mit Schleifleinen plan geschliffen und mit der Bügelsäge auf Länge gebracht.
Durch das Planschleifen sehe ich das Zentrum recht gut, ein Schlag mit dem Körner und die Durchgangsbohrung sitzt genau mittig.
Ich möchte von der Kopfplattenoberseite nicht die ganze Nut sehen. Noch versenken und die Stimmstifte waren durch. Jetzt waren nur noch die Schrauben an den Hülsen abzusägen und auf der Drehbank auf die richtige Länge und Durchmesser zu bringen.
Weil ich auf dem großen Durchmesser nicht mehr spannen konnte musste ich mir noch eine Spannhülse basteln. Die Profimechaniker unter uns bitte nicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Ich habe keine praktische Ausbildung in der Metallverarbeitung und experementiere mich hier auch ein wenig durch. Meine Erfahrungen sind theoretischer Natur. So sieht eine Mechanik in ihren Einzelteilen aus.
Weil das letzte Mal so ein wenig die Frage aufkam wie das überhaupt funktioniert - Jetzt nochmal mal in DIY Manier ein Schnittmuster gebaut. Die Kopfplattenhülse ist wieder einmal eine Einziehmutter vom großen Schrauben-W. Gewinde ausgebohrt, Schraube rein, abgesägt und glatt gefeilt.
Aus der freien Hand mit dem Dremel die Nut geschliffen.
Sonst alles gleich wie oben mit meinem Discounterwerkzeug. Alles in der Mitte durchgesägt und miteinenader verklebt.
Das Prinzip ist einfach. Man dreht am Stimmwirbel und da der Stift durch die Schraube in der Hülse nicht mitdrehen kann setzt sich die Drehbewegung in eine Längsbewegung um. Mehr ist nicht und diese Mechanik hätte auch funktioniert. Durch dieses Loch muss nachher die Saite kriechen.
Das vielleicht (hoffentlich) auch ein wenig als Anregung etwas mehr in Richtung Hardwarebau zu machen. Es geht und Messing ist ein recht nachsichtiger Werkstoff. Ein bisschen schwer vielleicht.

Next Stop: Lock-Nut.

Schönen Tag noch!

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Re: #3 Flexable

#19

Beitrag von micha70 » 13.06.2019, 10:15

Kleiner Nachtrag von gerade eben weil ich es vergessen habe.

Die ganze Sache bezieht sich natürlich auf die Flexable. Ich spiele seit Jahr und Tag 009-046'er Saiten. Die Heikle ist die 009'er. Da brauche ich ca. 9-10mm effektiv um sie auf ein normales e zu bringen. So habe ich in etwa 11-12mm. Das reicht noch wenn an der Brücke beim Klemmen die Saite noch etwas lose sein sollte.

Bezogen auf eine normale Lock-Mechanik sind das etwas mehr als eine 3/4-Umdrehung des Stimmwirbels. Somit hab ich hier ein Ratio von ca. 20:1. Sollte hinreichend fein genug sein. Zumindest hatte ich bis jetzt noch keine Probleme damit bekommen.

Ich erwähne es auch deshalb, weil sich die Lock-Nut an diesen Satz ausrichten wird. Im Gegensatz zu käuflich erwerbbaren Lock-Nuts besteht hier nicht die Notwendigkeit es für alle möglichen Saitenstärken passend zu machen. Da ich (im Moment) einen Nullbund verwenden möchte müssen die Klemmteile den Saitenabstand definieren. Bin gerade wieder am skizzieren...

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Re: #3 Flexable

#20

Beitrag von Rallinger » 13.06.2019, 12:39

Wahnsinn, das nenne ich mal Detailverliebtheit - im denkbar positivsten Sinne des Wortes. Hut ab! Wenn du mit diesem Instrument (in ca drei Jahren? ;-)) fertig bist, wird das eine echte one-of-a-kind Gitarre! Bin gespannt wie es weitergeht!

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Re: #3 Flexable

#21

Beitrag von micha70 » 13.06.2019, 13:36

Rallinger hat geschrieben:
13.06.2019, 12:39
Wahnsinn, das nenne ich mal Detailverliebtheit - im denkbar positivsten Sinne des Wortes. Hut ab! Wenn du mit diesem Instrument (in ca drei Jahren? ;-)) fertig bist, wird das eine echte one-of-a-kind Gitarre! Bin gespannt wie es weitergeht!
Vielen lieben Dank!

Stimmt schon, da muss ich aufpassen es nicht zu übertreiben und zu viel zu wollen, was ich am Ende gar nicht umsetzen kann. 3 Jahre? Unterschreib ich sofort. Originalzitat aus dem 522 Seiten umfassenden Bautagebuch meines Erstlings: "Das ist sie nun. Meine POC! Fertig. Endgültig. Zum vierten Mal ;) Ich glaube es immer noch nicht. Bauzeit: 10829 Tage oder 29 Jahre, 7 Monate, 3 Wochen und 4 Tage..."

Ich habe nicht vor, dass nochmal zu wiederholen :lol: für #2 hab ich dann nur noch 6 Monate gebraucht. Ich habe Hoffnung.

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Re: #3 Flexable

#22

Beitrag von micha70 » 16.06.2019, 18:06

Schönen Sonntach!

Möchte heute mal den normalen Ablauf kurz unterbrechen weil ich mich im Zustand höchster Verunsicherung wiedergefunden habe. Die Lock-Nut ist fertig. Ich komme vor lauter spielen aber gerade nicht dazu die Bilder zu sortieren und was anständiges dazu zu schreiben. Deswegen hängt der Bericht dem reallen Fortschritt ein wenig hinterher und da ist jetzt ein Punkt erreicht an dem es cool wäre ein paar Meinungen einzufangen. Es geht um das hier:
Ist ein Hebel dran, also denke ich man kann schon erkennen was es werden soll ;) Dabei gerate ich in Bezug auf die Intonationseinstellung etwas in Zweifel wie ich weitermachen soll.

Befestigung der Reiter mittels Schraube ist gesetzt. Jetzt aber: Mache ich wie üblich ein Langloch im Reiter um es zu verschieben oder befestige ich die Reiter alle in gleicher Position und mache den Ausgleich über den Saitenauflagepunkt? An den Reitern hab ich vorne in etwa 7-8mm wo ich den Auflagepunkt hingelegen kann. Für jede Saite einzeln. Klar, je weiter vorne er liegt umso flacher ist nachher der Saitenwinkel. Andererseits verändert der sich durch das Stimmen ohnehin etwas. Ist nur bei normalen Bridges auch der Fall. Worum es mir dabei geht ist der optische Eindruck. Befestige ich die Reiter alle an der selben Position, stehen die auch alle in Reih und Glied. Kenne ich so nicht und schaut ein wenig ungewohnt aus. Mal so ein Vergleich: Alle in Reihe
...oder eben so wie man es kennt oder erwartet?
Die geschwärzten Bereiche fallen alle noch weg. Damit sind es die Maße eines normalen Strat-Tremolos. Einen Höhenausgleich brauche ich hoffentlich nicht. Ist in der Grundplatte ausgegelichen.
Die Reiter werden auch kürzer. Mein Vorgehen ist auch immer das Gleiche. Erst ein handgeschnitztes Muster bevor es an die Maschine geht. Hier wollte ich es auch ein wenig anders machen als beim Ersten.
Die Oberseite bekommt noch eine Rundung über die gesamte Länge. Wirkt sonst ein wenig arg eckig und wuchtig finde ich. War mir nur für dieses Teil zu viel Arbeit. Das wird auch das Teil was ich noch in der Mitte aufschneiden möchte um später den Drop-Tuner zu erläutern.

Was meint Ihr? Zum Schluss noch ein kleiner Größenvergleich.
Danke schon jetzt!

LG
Micha

Edit: Die Tigarre bekommt immer die gleichen Saitenstärken. Wie oft ändert ihr denn die Into? Also, ich hab das immer nur einmal gemacht als die Instrumente neu waren und danach nicht mehr. Daher kommt ja die Idee. Ich mag diesen mutmaßlich weichen Punkt nicht an den Brückenkonstruktionen. Sehe ich das falsch?

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Re: #3 Flexable

#23

Beitrag von micha70 » 16.06.2019, 22:18

Hallo!

Jetzt versuche ich mal zusammenzufassen was die Lock-Nut betrifft. Der typische Klemmsattel ist inzwischen der vom Freudlos. Zumindest habe ich den Eindruck es gibt kaum einen anderen. Natürlich gibt es sie. Zwangsläufig bei Headless Systemen bei denen das Ball-End an der Bridge ist oder es gab sie und sind verschwunden. Genau an denen habe ich mich dann auch oreientiert. 7ender System II, Yamaha, Super Vee (OK, gibt es noch), Kahler und vor allem auch ein Klemmsattel den ein paar Jungs aus Berlin mal entwickelt haben. Ich finde es leider nur nicht mehr. Der war dem Yamaha Patent US4475432 sehr ähnlich.
Allen gemeinsam ist, dass sie furchtbar groß, schwer und unförmig sind. Zumindest meinem Empfinden nach. Was ich versuchen wollte war einen Klemmblock hinzubekommen, der maximal so hoch ist wie ein normaler Sattel, die Schrauben versteckt und weniger als beim Floyd sind und die Saiten einfach aufgelegt werden können. Dem am nächsten kommt oben genanntes Patent. Nur habe ich wenig vertrauen darin alle Saiten nur mit einer Schraube zu klemmen und mit einem Gewinde an der dünnsten Stelle. So wie es gebaut wurde...
...und die Knebelschraube schießt den Vogel ab. Da war mir die Lösung von Super Vee schön viel sympathischer.
Damit habe ich auch erstmal angefangen ein Muster zu bauen. Ein Klotz Messing und ein Gewindeschneider mit extra schmalem Schaft mit dem ich bis in die Mitte komme...
...und von zwei Seiten gebohrt. Hätte schlechter treffen können ;) In der Mitte die Kernbohrung für das Gewinde und sonst Durchgangsloch für die Schrauben. Deswegen auch von beiden Seiten gebohrt.
Gewinde in der Mitte schneiden...
...und einen Haufen Löcher bohren.
Die Stege freigearbeitet. Das Teil muss ja flexibel werden.
Zum Schluß noch grob in Form gebracht.
Könnte passen...
Im Gegensatz zu den Floyd Teilen ist eben hier wichtig die Breiten der Klemmteile auf die Saitenstärken abzustimmen. Das stelle ich mir für kommerzielle Produkte echt schwer vor. Jetzt ist auch heute noch mein Problem, dass ich keine Sattelsägen besitze und ich hab den "ich feile mir Fühlerlehren zurecht und härte diese"-Trick zunutze gemacht.
Ich möchte nicht wirklich wiederholen was ich in der Zeit von mir gegeben habe bis die Schlitze drin waren.
Und das End vom Lied? Die Saiten lassen sich so sehr quetschen, dass der Klemmblock am Ende sich krumm wie eine Banane biegt und die Sattelbreite um 2mm(!) schmaler wurde als geplant. Würde jetzt mit 41mm auf meine #2 passen, sieht aber doof aus. Also, neuer Versuch...

Edit (wie immer :? ): Ich pack's heute nicht mehr den zweiten Teil der Geschichte zu beschreiben. Hier schon mal das Ergebnis:
In Kurzfassung: In der Mitte steckt ein Stahlgewindeeinsatz den ich aus einer M6'er Schraube mit M4 Innengewinde geschnitten habe. Die Distanzhülsen sind 6mm VA-Rohr im Abstand so abgestimmt, dass sich genau 7,4mm Saitenmittenabstand ergeben. Macht bei 43mm Sattelbreite noch 3mm zum Griffbrettrand. Des passt! Jetzt ist der Plan der, diesen in einer Führung im Griffbrett zu versenken und einen Nullbund davor zu setzen. Material ist Messing mit Nerofor kaltbrüniert. So, dass war's aber für heute. Der Hund will noch raus...und ich auch :lol:

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Re: #3 Flexable

#24

Beitrag von kehrdesign » 16.06.2019, 23:40

Ich hab' jetzt die letzten Beiträge nur überflogen ... ein nicht unwesentlicher Widerspruch ist mir aber aufgefallen:
einerseits imenser mechanischer Aufwand für Stimmbarkeit und -stabilität und andererseits ein Nullbund?! Das Ergebnis einer Sattelkompensation, zu der ich mich einst durchgerungen hatte, war so überzeugend, das unkompensierte Sättel bei mir nicht mehr in die Tüte kommen.

Großer Respekt vor Deiner aufwändigen Arbeit - da solltest Du konsequenterweise den Schritt zur Sattelkompensation auch noch gehen, vielleicht sogar mit noch zu erfindenter Sattelverstellmechanik für jede einzelne Saite. ;)

Zu den Bridgereitern:
Verstellbarkeit und unterschiedliche (feste) Positionen der Auflagepunkte schließen sich ja nicht aus, aber auf Ersteres würde ich zugunsten der Flexibilität und Korrekturmöglichkeit keinesfalls verzichten.
Verhinderer haben Gründe, Macher Lösungen.
______________________
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Re: #3 Flexable

#25

Beitrag von Poldi » 17.06.2019, 05:44

Ich muss Dir auch mal meinen Respekt zollen, was Du hier an Einzelanfertigungen und Ideen ablieferst ist schon echt cool.

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