Jackhammer's #0

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Jackhammer's #0

#1

Beitrag von Jackhammer » 22.04.2017, 17:52

Hiermit möchte ich ein Logbuch meiner ersten "Bau" beginnen. Als Ziel ist eine spielbare Bariton-Gitarre definiert. Dabei möchte ich Erfahrungen sammeln und meine Fehler und Ergebnisse dokumentieren.

Also folgende Spezifikationen schwebten in meinem Kopf:
Inspiriert durch SRC6, Silo Baritone und Bass VI und enttäuscht von 8 Saitern sollte es eine Bass/Bariton Mischung entstehen. Abhängig von dem Saitensatz (Daddario EXL156/157) sollten entweder E-e oder A-a Stimmungen möglich sein.

Um dabei optimale Saitenspannung über alle Saiten zu haben und es ergonomisch zu gestalten, sollte die Gitarre Fächerbundierung bekommen. Nach einem Versuch mit Fächerbundierung war es mir klar, dass der 0. Bund gerade sein wird. Alles andere führte zu unnatürlichen Drehungen meiner linken Hand.

Nach einigen Stunden rumspielerei auf der stringtensionpro Seite habe ich mir 720-770 mm Mensur festgelegt.

Das Ganze ist schon in Progress, ich werde nach und nach aufschreiben, was schon passiert ist. Bilder wurden so gut wie keine gemacht, deswegen wird es erstmal Textbasierte Version, die genug Raum für Eure Fantasie bietet :)
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Jackhammer's #0

#2

Beitrag von bea » 22.04.2017, 18:03

Jackhammer hat geschrieben:
22.04.2017, 17:52
Um dabei optimale Saitenspannung über alle Saiten zu haben und es ergonomisch zu gestalten, sollte die Gitarre Fächerbundierung bekommen. Nach einem Versuch mit Fächerbundierung war es mir klar, dass der 0. Bund gerade sein wird. Alles andere führte zu unnatürlichen Drehungen meiner linken Hand.
Nach einigem Hin und Her und Probieren auf meinem Bass VI bin ich in meinem aktuell in Planung befindlichen Projekt bei einer Fächerbundierung mit neutralem 8. Bund angelangt, allerdings mit einem deutlich geringeren Mensur-Unterschied.

Von den Daddario-Saiten für die E-E-Stimmung halte ich nichts: die sind deutlich zu dünn, vor allem die tiefe E-Saite. Dann doch lieber die Ernie-Ball 2870 (deren .090er E mir immer noch zu dünn bzw. "gitarrisch" klingt - das aber gut) oder am besten die LaBellas. Bei denen wird die Spannung über die Dicke ausbalanciert.

Aber das eine oder andere Bild möchten wir schon sehen, nicht zwingend natürlich das alltägliche Griffbrett aufleimen oder Korpus aussägen...
LG

Beate

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Re: Jackhammer's #0

#3

Beitrag von Jackhammer » 22.04.2017, 18:21

bea hat geschrieben:
22.04.2017, 18:03
Jackhammer hat geschrieben:
22.04.2017, 17:52
Um dabei optimale Saitenspannung über alle Saiten zu haben und es ergonomisch zu gestalten, sollte die Gitarre Fächerbundierung bekommen. Nach einem Versuch mit Fächerbundierung war es mir klar, dass der 0. Bund gerade sein wird. Alles andere führte zu unnatürlichen Drehungen meiner linken Hand.
Nach einigem Hin und Her und Probieren auf meinem Bass VI bin ich in meinem aktuell in Planung befindlichen Projekt bei einer Fächerbundierung mit neutralem 8. Bund angelangt, allerdings mit einem deutlich geringeren Mensur-Unterschied.

Von den Daddario-Saiten für die E-E-Stimmung halte ich nichts: die sind deutlich zu dünn, vor allem die tiefe E-Saite. Dann doch lieber die Ernie-Ball 2870 (deren .090er E mir immer noch zu dünn bzw. "gitarrisch" klingt - das aber gut) oder am besten die LaBellas. Bei denen wird die Spannung über die Dicke ausbalanciert.

Aber das eine oder andere Bild möchten wir schon sehen, nicht zwingend natürlich das alltägliche Griffbrett aufleimen oder Korpus aussägen...
Hallo Bea,

vor einigen Monaten dürfte ich so eine Bundierung (gerader Bund irgendwo zwischen 7. und 9.) über ein Paar Wochen spielen. Das war absolut nicht meins, Akkorde in unteren Lagen zu greifen war komplett unnatürlich.
Die EB 2870 habe ich gerade auf meinem "Testhals", aber für entgültige Gitarre sind diese mir zu kurz, da Trough Body. Die LaBellas mit .95er Saite habe ich auch gesehen, in D mit 50€ sind sie mir zu teuer.

Bilder werde ich auch machen, um Problemstellen zu zeigen. Oder von Koreanischen Einzelbrücken, die mit 37$ für 6 Stück noch bezahlbar sind und somit für einige Kollegen und Kolleginnen hier interessant sein könnten.
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Jackhammer's #0

#4

Beitrag von bea » 22.04.2017, 18:32

Jackhammer hat geschrieben:
22.04.2017, 18:21
Bilder werde ich auch machen, um Problemstellen zu zeigen. Oder von Koreanischen Einzelbrücken, die mit 37$ für 6 Stück noch bezahlbar sind und somit für einige Kollegen und Kolleginnen hier interessant sein könnten.
Oh, ja, bitte unbedingt. Ich bin kurz davor, 6 vergoldete ABM3210 zu bestellen oder gar trotz vollständiger Metaller-Unfähigkeit selbst was zu basteln.

Was die fanned frets angeht: Akkorde in den ganz tiefen Lagen bei 76 cm Mensur mit Bassaiten (LaBella Flats) ist richtig heftig. Nicht nur auf dem 6-saiter, sondern auch auf einem 4-saitigen Bass. In bezug auf die Fächerbünde bin ich hin- und hergerissen; ich habe aber das Gefühl, dass eine leichte Schrägstellung am ersten Bund die Sache doch erleichtern würde - so um die 1 cm, also insgesamt etwa 2.5 cm Mensurunterschied.
LG

Beate

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Re: Jackhammer's #0

#5

Beitrag von Jackhammer » 22.04.2017, 18:38

Das sind diese http://www.ebay.de/itm/BESTPARTS-Solo-S ... 2087267569

Bilder kann ich frühestens am Dienstag machen.
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Jackhammer's #0

#6

Beitrag von Jackhammer » 23.04.2017, 10:23

1. Die Korpusform:
Die Korpusform ist ein Eigenentwurf, angelehnt an Ibanez RG/RGA, vermischt mit EB Silo und Dingwall. Dabei habe ich die Kontur meiner RG auf Sperrholz übertragen und angepasst. Darauf folgende zwei Wochen habe ich jeden Abend diesen Umriss angeschaut und angepasst, bis es sich ein stimmiges Bild ergab.

Beim Aussägen musste ich den ersten Rückschag erleben: ich hatte zu dem Zeitpunkt nur eine Juweliersäge mit nur 100 mm Ausladung, deswegen musste ich spiralverzahnte Sägeblätter verwenden. Diese benötigen mehr Kraft bei der Arbeit und hinterlassen unsaubere Schnitte. Um diese nachher wegzuschleifen musste ich zusätzlich ordentlich Zeit einplanen.

Fazit dieser Aktion:
- Immer passendes Werkzeug verwenden.
- Genug Zeit für Designphase einplanen. Eigene Korpusforum schwebte in meinem Kopf fast zwei Jahre, und hat sich ständig verändert. In den letzten Wochen sogar täglich.
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Jackhammer's #0

#7

Beitrag von bea » 23.04.2017, 11:38

Jackhammer hat geschrieben:
22.04.2017, 18:38
Das sind diese http://www.ebay.de/itm/BESTPARTS-Solo-S ... 2087267569

Bilder kann ich frühestens am Dienstag machen.
Danke. Sowas (die gleichen?) gibt es auch von Hipshot. Weil das normale Strat-Saitenreiter sind, erwarte ich viel Streß beim Durchfädeln dicker Saiten (0.080"-0.096"). Ist halt nicht wesentlich anders als bei den vorkompensiert montierten Strat-Brücken, bei denen ich das mache.
LG

Beate

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Re: Jackhammer's #0

#8

Beitrag von Jackhammer » 23.04.2017, 11:51

bea hat geschrieben:
23.04.2017, 11:38
Jackhammer hat geschrieben:
22.04.2017, 18:38
Das sind diese http://www.ebay.de/itm/BESTPARTS-Solo-S ... 2087267569

Bilder kann ich frühestens am Dienstag machen.
Danke. Sowas (die gleichen?) gibt es auch von Hipshot. Weil das normale Strat-Saitenreiter sind, erwarte ich viel Streß beim Durchfädeln dicker Saiten (0.080"-0.096"). Ist halt nicht wesentlich anders als bei den vorkompensiert montierten Strat-Brücken, bei denen ich das mache.
Nö, das geht relativ einfach. Man drücke das Saitenreiter nach hinten und die Saite kann umgeknickt durchgefädelt werden. Und ich habe es schon einige Male mit dem .020-.090 Satz gemacht.

Edit: die von Hipshot habe ich nie in den Händen gehabt, die Korea-Brücken bauen aber ziemlich hoch. Ich werde auf jeden Fall Bilder machen.
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Jackhammer's #0

#9

Beitrag von Jackhammer » 23.04.2017, 14:08

2. Die Halsform:
Ursprünglich wurde eine Halsbreite von 42 mm am Sattel (wie bei den Vorbildern SRC6 und Bass VI) und 11 mm Spacing am Steg (die Einzelnbrücken sind 10,5 mm breit + Sicherheitsabstand) geplant.
Diesen Maßen entsprechend wurde aus einer 15 mm MPX Platte ein "Testhals" ausgesägt und anschließend die Saiten aufgezogen.

Fazit:
- 42 mm am Sattel sind mir zu wenig. Letztendlich sind daraus 48 mm geworden (8 mm Spacing zwischen Mitten und 4 mm Overhang).

- Stichsäge kann auch sehr leicht verlaufen. Trotz einer Führung hat sich an einer Stelle das Blatt verkantent, verbogen unnd zuviel Holz weggesägt. Beim nächsten Versuch habe ich zur Ryoba gegriffen und meht Übermaß eingeplant.

- 50 mm Mensurunterschied am Steg sind zu viel des Guten. Wieder stringtensionpro bemüht und bei 730-770 geblieben. Löcher im "Testhals" verdübelt, neue gebohrt und Saiten aufgezogen -> so ist es deutlich besser.
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Jackhammer's #0

#10

Beitrag von MiLe » 23.04.2017, 16:01

wow - 48 mm ist schon heftig.
Die üblichen 42-43 mm Sattel sind mir auch etwas zu eng (oder ich zu grobmotorisch), also bin ich beim letzten Hals auf 45 mm mit je 3,5 mm Overhang gegangen.
Ich staune jedesmal, wenn ich den Hals in der Hand hab' darüber, wie viel diese 2-3 mm beim Spielgefühl ausmachen.
Das bezieht sich nun allerdings auf eine Gitarre mir normalem Tuning 10-46, ich weiss nicht, ob das bei Bariton nicht vielleicht anders ist.
Beste Grüße

Michael

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Re: Jackhammer's #0

#11

Beitrag von Jackhammer » 23.04.2017, 17:05

Ja, es ist nicht gerade wenig, aber klassische Gitarren haben auch oft 50 mm am Sattel. Die 90-20 Saiten sind auch in der Summe fast 5 mm breiter als 10-46. Und ich möchte den gewöhnten Zwischensaitenabstand behalten. Notfalls wird mein Testhals auch schmaler gemacht.
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Jackhammer's #0

#12

Beitrag von Jackhammer » 23.04.2017, 19:12

3. Die Kopfplatte.
Als Kopfplattenform wollte ich etwas PRS-Artiges haben. Aber mit geradem Saitenverlauf und Richtung Steg gedrehten Mechaniken.

Fazit:
- Auch die Kopfplatte wurde mit der kleinen Laubsäge und omnidirektionalen Blatt ausgesägt. Entsprechend ist der Schnitt unsauber geworden. Es wurde passende größere Laubsäge für spätere Anwendungen angeschafft.

- Gitarrenmechaniken sind zu kurz um die gedreht zu montieren, die Flügel kollidieren mit der Kopfplatte. Ich soll mit Bassmechaniken versuchen.

- Dicke Saiten mögen dünne Mechanikenposten nicht und brechen beim Wickeln. Umsponnung entfernen und sich freuen.
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Jackhammer's #0

#13

Beitrag von Haddock » 23.04.2017, 20:27

Hallo Yurjy,

Fotos, unbedingt Fotos!

Gruss
Urs

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Re: Jackhammer's #0

#14

Beitrag von Jackhammer » 23.04.2017, 20:59

Hi Urs,
Fotos kommen, ich muss aber wissen, was ihr sehen wollt. Meine handwerkliche Fähigkeiten sind leider meilenweit von Deinen entfernt. Deswegen möchte ich mich mit den Bildern a la "meine krumme Sägekünste" nicht unnötig viel blamieren ;)
Aber alle groben Macken würde ich trotzdem hier dokumentieren.
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Jackhammer's #0

#15

Beitrag von MiLe » 23.04.2017, 21:03

(banner) :D
Beste Grüße

Michael

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Re: Jackhammer's #0

#16

Beitrag von Jackhammer » 23.04.2017, 21:18

MiLe hat geschrieben:
23.04.2017, 21:03
(banner) :D
Eigentlich wollte ich diesen Thread in einem anderen Format machen, aber ich sehe, das es nicht funktionieren kann. Also in den nächsten Tagen würde ich Bilder nachreichen. (bin gerade etwas von meinem Kram entfernt) ;)
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Jackhammer's #0

#17

Beitrag von Jackhammer » 23.04.2017, 21:42

So, gerade auf meinem Handy gefunden, so sah mein erster Entwurf aus:
Wie man sieht, wird alles bei mir analog, mit Lineal und Bleistift gemacht, ohne CAD, obwohl ich beruflich in IT-Branche unterwegs bin. Ich muss es immer 1:1 sehen.
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Jackhammer's #0

#18

Beitrag von Jackhammer » 24.04.2017, 09:29

4. Der zweite Testhals.
Der zweite Hals wurde per Hand ausgesägt und auf Endmaß gehobelt.(Leider miz zu viel Enthusiasmus, deswegen ist dieser ein paar Zehntel schmaler geworden.) Danach wurde der Trussrod-Kanal gefräst. Als eine Führung für die Oberfräse diente eine gerade Multiplex Leiste, gegen die die Oberfräse gedrückt wurde. Am Anfang und am Ende des Kanals habe ich mit einem 6 mm Bohrer Löcher gebohrt, die genau so tief waren wie der Kanal selbst. Dadurch konnte ich den Fräser (mit der ausgeschlteten Oberfräse) in diese Löcher einführen und die Führung der Fräse ausrichten. Da die TR-Mutter etwas breiter ist, musste ich diese Stelle mit Stemmeisen bearbeiten.

Fazit:
- Frästiefe von 1,5 bis 2 mm pro Durchgang ist optimal.

- Es reicht nicht die Fräsfuhrung nur von einer Seite zu haben. Es gab paar Situationen wo die Oberfräse sich gedreht hat, diese Stellen sind unsauber geworden. Ich muss ein Fräsjig bauen. Der TR sitzt sehr stramm, ist aber nicht perfekt.

- Die Stelle für die TR-Mutter muss ich in der Zukunft anders behandeln. Entweder Fräsen, oder mit entsprechenden Bohrer Anfang und Ende auf richtigen Maß bringen und die Mitte wegstemmen.
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Jackhammer's #0

#19

Beitrag von Haddock » 24.04.2017, 09:50

Hallo Yuriy,

das schaut doch schonmal gut aus! Ich fräse den Trussrodkanal immer wenn die Halskantel noch paralell ist. Da reicht dann nämlich der Anschlag an der Oberfräse. Erst danach den Hals ausschneiden.

Gruss
Urs

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Re: Jackhammer's #0

#20

Beitrag von MiLe » 24.04.2017, 11:01

Jackhammer hat geschrieben:
23.04.2017, 21:42
So, gerade auf meinem Handy gefunden, so sah mein erster Entwurf aus:
Geht doch! ;)

Weiterer Vorteil des Kanalfräsens vor dem Sägen: Man hat am Ende eine definierte Mittellinie, die beim eventuell notwendigen Schleifen nicht verschwindet ;)

Ich denke, Deine analoge Methode hat auch Vorteile: Nicht immer wirkt das, was auf Papier oder am Monitor gezeichnet ist, am realen Objekt auch stimmig (frag' mich nicht wieso). Die Erfahrung musste ich auch gerade bei der Carbonita machen - ein Body-Shape für die Tonne.
Beste Grüße

Michael

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Re: Jackhammer's #0

#21

Beitrag von Jackhammer » 24.04.2017, 11:04

Hallo Urs,

das geht leider nicht, da die Halskantel für die entgültige Version, auch nicht parallel ist. (Das Holz dafür ist schon vorhanden) Da mein Entwurf keinen direkten Vorbild hat, muss ich einige Prototypen bauen und mich an mein Traumdesign schrittweise rantasten. Deswegen verwende ich übrigens für meine Versuche Multiplex, den einzigen bezahlbaren und relativ einfach beziehbbaren Werkstoff.
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Jackhammer's #0

#22

Beitrag von Jackhammer » 24.04.2017, 11:11

MiLe hat geschrieben:
24.04.2017, 11:01
Jackhammer hat geschrieben:
23.04.2017, 21:42
So, gerade auf meinem Handy gefunden, so sah mein erster Entwurf aus:
Geht doch! ;)

Weiterer Vorteil des Kanalfräsens vor dem Sägen: Man hat am Ende eine definierte Mittellinie, die beim eventuell notwendigen Schleifen nicht verschwindet ;)

Ich denke, Deine analoge Methode hat auch Vorteile: Nicht immer wirkt das, was auf Papier oder am Monitor gezeichnet ist, am realen Objekt auch stimmig (frag' mich nicht wieso). Die Erfahrung musste ich auch gerade bei der Carbonita machen - ein Body-Shape für die Tonne.
Für meinen ersten Entwurf habe ich Corel Draw bemüht. Korpusform mit Splines so zu zeichnen, dass es ein stimmiges Bild am ende rauskam, hat kein Spaß gemacht. Am ende im Format DIN A0 ausgedruckt und es kam zu böser Überraschung: in 1:1 sah es nicht mehr so toll aus wie auf einem Bildschirm. Ich musste zusätzlich zum Bleistift greifen und auf dem Papier korrigieren. Also habe ich mich für die analoge Methode entschieden, die für mich besser und schneller ist :)
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Jackhammer's #0

#23

Beitrag von MiLe » 24.04.2017, 11:23

Vielleicht oder wahrscheinlich ist dieser Effekt, den wir dann beide beobachtet haben, per 3D CAD zu umgehen. Mit Corel komme ich einigermaßen flott klar und scheue halt auch den Einarbeitungsaufwand in ein 3D-CAD.
Crackout hat in einem parallelen Thread ein super Beispiel gezeigt und spricht von ca. 25 Stunden Arbeitszeit. Vielleicht liegts an meinem Alter, aber ich würde da für mich locker 'ne 0 dranhängen :)
Beste Grüße

Michael

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Re: Jackhammer's #0

#24

Beitrag von Jackhammer » 24.04.2017, 11:34

Es könnte auch an persönlicher Wahrnehmung liegen. Ich kenne Ingenieure-Konstrukteure, die alles in 3D CAD machen können und das reicht für den späteren Eindruck. Mir reicht​ mein 24 Zoll Bildschirm dafür nicht. Und in 25 Stunden kann ich schon mehr als einen Prototypen bauen. (Ich habe in weniger als 5 Stunden erste Version mit aufgezogen Saiten in meinen Händen gehabt)
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Jackhammer's #0

#25

Beitrag von Jackhammer » 26.04.2017, 07:13

So, erstmal Bilder von den Einzelnbrücken. Nicht wundern, dass die Hülsen unten hängen, es ist gewollt :)
Viele Grüße
Yuriy

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