Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

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Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#1

Beitrag von penfield » 25.11.2016, 20:12

Ermutigt von Clonewoods letztem Meisterstück (clap3) , habe ich ganz spontan ein neues Nebenprojekt angefangen und baue eine Firebird NR, denn so eine wollte ich eigentlich immer schon.

Ich möchte das Projekt schnell durchziehen, nicht nur, um dem Namen Quickbird NR gerecht zu werden, sondern weil zügiges Bauen, sodass der Fortschritt schön zu sehen ist, extra viel Spaß macht. Statt viel zu bestellen, verwende ich daher alles, was ich in Fundus und Werkstatt habe. Weihnachten sollte der schnelle Vogel fertig sein.

Und weil schon so lange nicht mehr, beschloss ich ebenso spontan, einen Bauthread zu machen - und zwar möglichst zeitnah, was ich bislang noch nie geschafft hab‘, und auch jetzt muss ich mit einem Nachtrag von inzwischen schon wieder 21/2 Wochen anfangen ;)

Wie so oft begann ich mit der Herstellung von Templates. Die Vorlagen gibt es ja hier im Forum, bzw. habe ich sie von Fotos nachempfunden. In 8mm Sperrholz ausgearbeitet zeigte sich, die FNR schaut in Originalgröße besser aus als auf Fotos. Also gleich weitergemacht.

Letztes Jahr habe ich bei den Arbeiten am Doppelhals +/- Frets einen überzähligen Halsrohling produziert. Der war eigentlich für eine Westengitarre ähnlich einer Fender Sonorian thinline gedacht, aber das Projekt sollte ja schnell gehen, also wurde der Hals requiriert.
Es ist der zweite von oben bzw. der dritte von unten, oder einfach der mit dem Ast am Fuß. Alles Paulownia bis auf den ganz oben, der ist aus Ahorn 8)
Die FNR hat allerdings eine ziemlich große Kopfplatte, weshalb der Kopfbereich mehrfach angestückelt werden musste.

Zunächst in der Länge
Dann am Fuß
Zwischendurch Sägen des Halsrohlings auf ungefähre Form und Dicke
Und Ohren auf beiden Seiten
Bin schon neugierig, wie das alles hält...


Am nächsten Abend, das Fräsen der Kopfplatte, die ziemlich gestückelt aussieht
Anschließend habe ich die Kopfplatte vorne und hinten geschliffen
Dann war leider wieder ein paar Tage gar keine Zeit.
Wie es letzten Sonntag weiter ging, berichte ich demnächst.
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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#2

Beitrag von thoto » 25.11.2016, 21:11

Sehr schön! Aber nimm dir ruhig die Zeit, die der Autofokus braucht, um scharf zu stellen. Bei mir sind die Bilder leider alle unscharf. :(
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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#3

Beitrag von penfield » 25.11.2016, 22:25

Tut mir leid.
Mit Blitz ist alles überbelichtet und ohne passiert oft diese leichte Unschärfe, weil die Kamera auch schon werkstattbedingt leicht lädiert ist, jetzt einmal abgesehen von meinem fotografischen Unvermögen.
Leider waren dieses Mal oft die wichtigen Bilder betroffen.
Die nächste Charge wird besser und dann werde ich eine andere Kamera verwenden.
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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#4

Beitrag von penfield » 26.11.2016, 08:22

Und hier die Fortsetzung vom Letzten Wochenende.

Das Griffbrett (Ebenholz von Dictum) war schon planiert (Doppelhalsprojekt), aber nachdem ich mir damals beim Sägen die Hände/Finger ziemlich ramponiert hatte, wollte ich endlich eine ordentliche Bundschlitzsägevorrichtung. Geplant war das schon länger, daher hatte ich alles im Haus. Schnell noch L-Profile besorgt, die passten, und los gings.

Die Bundschlitzsägevorrichtung besteht aus zwei Alu L-Profilen, zwei Anschlagleisten, einer Glasplatte, zwei Waagrechtspannern und einer Hofer (Aldi-Ost) Minikreissäge mit Proxxon 28020 Sägeblatt. Die Aluschienen sind auf die Breite der für das kleine Sägeblatt (teil)demontierten Minikreissäge und senkrecht zu den Anschlägen ausgerichtet; die Anschlagleisten sind entsprechend genau auf die Glasplatte abgestimmt.
Das Ganze basiert auf einer zentralen Mittellinie als Bezug. Der Vorteil dabei ist, man muss den Griffbrettrohling nur plan zurichten und eine Referenzmittellinie aufbringen. Die Glasplatte dient als Referenz und hat eine möglichst genau gemessene Mittellinie und am unteren Anschlag die Mensurmarkierungen aufgebracht. Mit doppelseitigem Klebeband wird der Rohling dann Mittellinie auf Mittellinie auf der Glasplatte fixiert. Die senkrechte Ausrichtung zum Sägeblatt erfolgt durch die Anschlagleisten/Glasplatte. Die Höheneinstellung mittels Unterlagen aus Plexiglas (1-3mm). Die schmalen Leisten am oberen Anschlag dienen zum Festklemmen. Der untere Rand der Glasplatte trägt die Teilmarkierungen der Mensur (idF 628mm).
Bei etwa 107mm Breite der Glasplatte sind auch breitere Rohlinge bearbeitbar. Das Einsägen der Bundschlitze geht damit schnell und genau. Für das GB brauchte ich etwa eine halbe Stunde, vermutlich, weil ich jeden einzelnen Bundschlitz (gefühlte) zwanzigmal vor- und nachgemessen habe.
Ich war überrascht, offenbar ist mir da eine brauchbare Vorrichtung gelungen, aber man wird sehen, wie sie sich in Zukunft bewährt. Ich will auch nicht unerwähnt lassen, dass das Internet solche bzw. ähnliche Vorrichtungen kennt und ich mich davon inspirieren habe lassen. Die Ausrichtung der Glasplatte/GBs anhand der Markierungen gegenüber den Einsägeschlitzen der Anschlagleisten ist noch verbesserungswürdig, funktioniert aber auch jetzt schon exakt, wenn man das Auge darauf geeicht hat.

Am selben Abend ging es noch weiter mit den Bohrungen für die Einlagen. Die Dots sind nicht alle gleich, sie haben 6mm und ein bissl was Durchmesser. Ich bohrte mit 6,5mm, weil ich keinen anderen Bohrer habe und spekuliere, dass der Superkleber die Lücken auffüllt.
Danach, immer spannend, das Aufleimen des Griffbrettes.
Zunächst die Verrutschungsgefahr minimieren und dabei die Mittellinienmarkierungen beachten
Das korrespondierende Loch in der Auflage war gut platziert. Die Idee, den Stahlstift am Fuß durch die Doteinlagebohrung zu führen und so tief einzuschlagen, war weniger gut, weil der Stift so tief saß, dass ich mit dem Werkzeug nicht mehr hinkam bzw. abrutschte. Ich habe ihn dann einfach ganz versenkt.
Trussrodkanal schützen, Leim auftragen
Jetzt ganz ohne Schutz, volles Risiko
Und noch die richtige Bezwingung gefunden
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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#5

Beitrag von penfield » 26.11.2016, 08:41

Am nächsten Abend stellte ich erfreut fest, dass nichts verrutscht war.

Also gleich die Vorlage aufgeklebt, bandgesägt und konturgefräst.
Danach habe ich die Doteinlagen mit Superkleber eingeklebt. Üblicherweise ergibt sich die Belegung bei mir eher zufällig, aber dieses Mal hatte ich vorher die Mindestdicke der verwendeten 10 Dots bestimmt, sodass die Bohrungen nicht zu tief waren. Die übliche Unschärfe habe ich ausgeglichen, indem ich alles noch einmal ausgemessen und die Dots auf die entsprechenden Bohrlöcher verteilt habe.
Aus diesem Grund standen alle Dots gleichmäßig über das Griffbrett hinaus und das Radiusschleifen war viel schneller erledigt als sonst
Danach mussten die Bundschlitze tiefer gesägt werden. Aber das macht ja nichts, wenn sie sonst ordentlich sind.
Es ist mir gelungen, beim Nachsägen nicht abzurutschen (dance a)
Verbreitern mit der Dreieckfeile
Und an die Side Dots gewagt.
Da das Griffbrett inzwischen randseitig doch recht dünn war, eine ziemliche Nervensache, die aber gut ausgegangen ist 8)
Dann die Löcher mit Superkleber gefüllt und die Sidedots eingesetzt.
Die Bilder davon sind leider derart unscharf, dass ich sie nicht zeigen kann. :(

Aber, es gibt Hoffnung, ich darf mir eine neue Kamera kaufen! :D
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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#6

Beitrag von penfield » 26.11.2016, 09:01

Am nächsten Abend erfolgte die Konturfindung.

Dafür verwendete ich zunächst mein neuestes Spielzeug, ein Ziehmesser von Kirsch.
Danach Verschleifen mit dem Exzenterschleifer und anschließend Feinschliff per Hand
Und so sieht das Ergebnis aus
Besser wird es mit dieser Kamera nicht.

Das ist der derzeitige Stand des Projektes.
Ich ersuche noch einmal, die teilweise mangelhafte Fotografische Umsetzung zu entschuldigen.
Ich geh´ jetzt und kauf mir eine neue Kamera, ehe es sich meiner Frau wieder überlegt.

Anschließend geht´s in die Werkstatt (dance a)
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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#7

Beitrag von penfield » 26.11.2016, 21:57

Heute ging es weiter mit dem Korpus.

Stand heute Vormittag war dieser
Nach dem Zuschneiden der Platten, habe ich die Vorlagen aufgeklebt und mit der Bandsäge vorgeschnitten
Danach das eFach ausgeforstnert,
dekupiert
und gefräst
Anschließend die zweite Platte aufgeklebt und grob vorgesägt
Zusätzlich noch mit Schrauben gesichert und gleich gefräst
Dann brachte ich das eFach auf die richtige Tiefe
Und fräste die Seitenwände gleich
Leider war das Template für das Fräsen der Auflage zu niedrig, bzw. mein kürzester Fräser zu lang.
Jedenfalls musste ich alles runternehmen und das Template unterlegen.
Dann endlich konnte ich die eFach Deckel Auflage fräsen
Übertragen der Schraubenbohrungen mit meinen neuen Transfer Punches
(Deren Verwendung wirkt hier vielleicht übertrieben, aber beim Positionieren einer Brücke sind TPs wirklich praktisch und genau)
eFach fertig!
Hier schon mit kurzem Eingriff fürs bequemere Abnehmen des Deckels.

Und als ich dann endlich fertig war mit alldem, wollte ich die Halstasche fräsen, scheiterte jedoch an der Bestimmung des Halswinkels

Da ich dabei nichts falsch machen wollte, habe ich es für heute gut sein lassen.

Die Bilder scheinen mir jetzt besser bzw. schärfer zu sein.
Es lag offenbar an der Kamera. Gekauft habe ich heute dann doch keine Neue. Das lag daran, dass meine Frau "eine Ordentliche und kein Klumpert" haben wollte und da ich keine Ahnung von der Materie habe verflog meine Kaufbereitschaft ungenützt. Stattdessen probierte ich die alten Kameras durch und eine davon scheint gar nicht so schlecht zu sein.

Bis bald,
BGP
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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#8

Beitrag von thoto » 27.11.2016, 14:07

Die Bilder sind wirklich besser! Macht Spaß, den Forschritt zu verfolgen! (clap3)
Aber ich fühle mich jetzt sehr schuldig wegen meiner Meckerei und bin froh, dass du doch kein Geld ausgegeben hast. Das habe ich nicht gewollt! :cry:
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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#9

Beitrag von penfield » 27.11.2016, 15:25

Das freut mich, dass es dir gefällt!
Und keine Sorge, ich habe dich schon richtig verstanden - Du hattest ja auch recht. (whistle)
Die Beiträge hier leben von den Fotos und wenn die nicht halbwegs taugen, macht das Ganze wenig Sinn.
(Eine Kamera zu kaufen haben wir uns wirklich schon ewig vorgenommen - hat halt keiner Zeit, sich damit zu beschäftigen.)

heute Abend gibts hoffentlich noch mehr Bilder.

LGP
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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#10

Beitrag von Poldi » 27.11.2016, 19:18

Sehr schönes Projekt und eine sehr saubere Arbeit von Dir. Weiter so.

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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#11

Beitrag von penfield » 27.11.2016, 22:05

Vielen Dank! (clap3)

Für heute hatte ich mir ja einiges vorgenommen, ich wollte die Halstasche im Winkel machen, den Halszapfen einpassen und Bundieren.

Zunächst einmal den Halszapfen auf Dicke gebracht und oben begradigt
Mit Stechbeitel, Schleifpapier und Klinge habe ich den Zapfen auf plane 19mm gebracht
Zwischendurch und danach habe ich mich aber immer wieder mit der Halswinkelproblematik auseinandergesetzt.
Ich habe zwar bereits mehrfach erfolgreich Halswinkel gesetzt, aber vergesse immer wieder, worauf es ankommt. :?
Und nach den grenzwertigen Erfahrungen mit den Halswinkeln beim Doppelhalsprojekt war ich etwas besorgt und extra vorsichtig.

Also zuerst einmal viel lesen: im guten alten Koch-Buch, im Forum, im weiteren Internetz usw...

Dann habe ich der Versuchung, einfach reinzubohren, weiter widerstanden und versuchte stattdessen alle Methoden, die ich gefunden hatte, anzuwenden. Die Halswinkelrechner von Tundraman und der Halswinkelrechner im Forum, die Zeichenmethode (1:1 Maßstab), die Kochmethode bei der man die Situation nachstellt und dann misst.

Herausgekommen ist Folgendes: Bei einer min. ca. 18mm hohen Brücke, 5mm GB und 3,2 mm für Bunddraht und Action (Übergang am 16 Bund) bekomme ich als berechnetes Ergebnis 3,5° oder 3,6° (je nach Bunddraht/Action Höhe), wobei ich von der Annahme ausging, dass das Griffbrett am Body aufliegt. In einer 1:1 Zeichnung las ich ebenfalls 3,5°- 3,6° ab.

Ich denke also, das könnte der richtige Wert sein. Beim Nachstellen ergaben sich aber 3,9° bis 4,1° (think)

Weil ich schon etwas frustriert war, ob des schleppenden Fortganges, habe ich das Template dann zwar noch eingerichtet, aber nur probehalber um zu sehen, ob das Fräsen so funktionieren könnte
Dann geforstnert
aber nur ganz vorsichtig und seicht gebohrt, da ich, wie gesagt, nichts falsch machen wollte
Ich werde das Ganze noch einmal überschlafen und Morgen darüber nachdenken - wenn mir nichts Besseres einfällt, werde ich die 3.5° als Winkel nehmen. Ich hätte halt gerne einen guten Richtwert, ehe ich reinbohre und eine schrittweise Annäherung, wie von Capricky sie erwähnt, versuche.

War also nicht ganz so produktiv heute, wie erhofft. :roll:
Aber es wird schon.

Bis dahin eine gute Nacht,
LGP
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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#12

Beitrag von penfield » 27.11.2016, 22:26

Dieser Nachtrag mag übertrieben wirken, aber es hat mir keine Ruhe gelassen 8)

Da mir endlich eine Vermutung gekommen ist, weshalb die Nachstellung andere Resultate brachte als die sonstigen Methoden, musste ich das schnell überprüfen.

Also habe ich das Ganze nachgestellt einmal mit 7,7mm Unterlagen
und mit mit 6,6mm Unterlage
Der Unterschied liegt darin, dass ich davor vom Hals-Korpus Übergang aus gemessen habe, wie Meister Koch es auch beschreibt.

Wenn man jedoch das GB am Body aufliegen lässt, sollte der höchste Punkt nicht beim H-K Übergang, sondern am Ende des GBs sein. (Die Messlinie ist dann nicht mehr 249,3mm sondern 168mm; "Neck plane" hat eine Neigung wie die Halstasche).

Die Ergebnisse passen zwar zur Hypothese, aber ich muss noch einmal darüber schlafen, ob ich da nicht einen grundlegenden Denkfehler begangen habe (think)...

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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#13

Beitrag von Poldi » 28.11.2016, 05:36

Einen Denkfehler kann ich zwar nicht erkennen aber ein Winkel von 3,6 Grad ist mir gerade gefühlt etwas zu viel.
Bei Gitarren mit flacher Decke und TOM bin ich eigentlich nie über 2,5 Grad gekommen.
Aber wie gesagt ist erst mal nur eine reine Annahme. Um das Ganze mal im CAD aufzuzeichnen fehlen mir da doch noch einige Maße.
Frag doch mal Clonewood was er für einen Winkel genommen hat.

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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#14

Beitrag von penfield » 28.11.2016, 09:00

Clonewood schreibt 1,5° min. Winkel (Beitrag 8 )

Aber er hat auch kein "Neckplane" gemacht, so wie ich das verstanden habe.
Bei meiner SG, die sehr ähnlich ist, also Decke flach, TOM Bridge, Neckplane messe ich sogar 4.0°.
Aber wenigstens zeigt das, warum ich etwas verwirrt bin. (think) :? (think)

Daten fürs Mitrechnen 8)
Brücke ist gemessene 17mm, habe mit 18mm gerechnet.
Das GB ist 5mm (auf der zentralen Mittellinie).
Die Mensur ist 628mm.
Der Hals-Korpus Übergang ist beim 16 Bund (=378,778mm),
Das GB ist 461,7mm lang (i.e. wäre der 23.Bund), ca. 83mm liegen auf dem Body auf.
(Bunddraht 1,3 mm und Action 1 ,3 mm)
Bei einem Neckplane von 3,6° wäre am HKÜ ca. 5.2mm tiefer als beim GB Ende (166,4mm)
Das heißt am GB Ende steht das GB 5+3,2=8,2mm auf. Dort würde ein Lineal liegen, wenn man eines aufs GB legte. Bei mir kommen da ca. 3,4° raus.

Ich werde das Ganze noch einmal aufzeichnen.

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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#15

Beitrag von penfield » 28.11.2016, 11:31

DIe Firebird NR Neck joints werden auf der Gibson Seite mit zwischen 3,25° (Studio 2011) und 5° (Vintage Copper Firebird Limited) angeführt.
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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#16

Beitrag von Poldi » 28.11.2016, 12:50

Du hast recht. Bei einem Neckplane ist der Winkel zeichnerisch gleich 3,23 Grad bei einer Bridgehöhe von 17mm.
Ohne Neckplane liegt der Winkel bei ca. 2,3 Grad.
Also alles gut, weitermachen....

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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#17

Beitrag von thoto » 28.11.2016, 13:11

Der genaue Halswinkel als Zahl ist doch eigentlich völlig egal?!
Wichtig ist doch vielmehr, dass der Saitenverlauf stimmt. Also, dass mit der konkreten Bridge(höhe), der Oberflächenkontur des Top (von der Seite gesehen), der Höhe des Griffbretts bzw. der Bundkronen über Topniveau eine möglichst optimale Saitenlage erreicht werden kann.

Ich würde mir an deiner Stelle keine Gedanken über den "richtigen" Halswinkel machen, sondern per Querschnittsszeichnung schauen, welcher Halswinkel sich für deine Gitarre ergibt.

Du brauchst ja nur die Top-Oberfläche von der Seite zu zeichnen, die Bridgeposition und -höhe einzuzeichnen und danach das Griffbrett und die Saiten mit einem Stahllineal zu ermitteln. Danach kannst du mit einem Winkelmesser nachmessen, welchen Halswinkel dein Instrument haben sollte. Man muss natürlich sehr sorgfältig arbeiten.

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu wirr? (think)
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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#18

Beitrag von penfield » 28.11.2016, 13:14

Danke Micha! Meine Zeichnungen liegen auch alle wieder in diesem Bereich.

Ja, Thoto, das habe ich letztendlich auch so gemacht. Poldi hat die Werte bestätigt.

Ein letztes Experiment, diese Hypothese zu testen, ist mir aber noch eingefallen.
Das mache ich noch heute Abend und dann wird endlich gefräst...
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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#19

Beitrag von penfield » 03.12.2016, 13:13

Jetzt weiß ich wieder, warum ich bisher kaum Bauthreads bzw. schon gar keine zeitaktuellen Bauthreads gemacht habe.
Die Zeit ist knapp, und wenn ich welche habe, dann entscheide ich mich meist dafür, sie in der Werkstatt zu verbringen... ;)

Der angekündigte weitere Test sah dann so aus:

Halszapfenfrässchablone mit Hals bestückt, Winkelmesser auf Null gestellt
Halswinkel eingerichtet, bis die Brücke locker unters das Stahlineal passt
Das war dann Bestätigung genug, selbst für mich;
außerdem war meine Geduld am Ende, jetzt ging es ans Fräsen.

Die Umsetzung schien einfach.
Halszapfenfrässchablone auflegen, durch Unterlegen auf den richtigen Winkel aufbocken.
Funktionierte ausgezeichnet und ich ging zufrieden an das Fräsen der/des(?) Neckplane unter Verwendung meiner Fräslade.
Die ist für nicht Les Paul Modelle eher ungeeignet. Man muss den Body zwischendurch verrücken, um alle Bereich zu fräsen, was trotz Markierungen etc. offenbar nicht genau genug gelang. Die Fräsung war daher (vor allem an den Rändern) ein wenig ungleichmäßig.
Nächstes Jig ist eine Fräshalterung ...
Wegen der Probleme mit der/dem(?) Neckplane kontrollierte ich die Halstasche noch einmal
Statt der angedachten 3,6° waren es 3,3°.
Außerdem steckte der Halszapfen offenbar leicht verdreht in der Halstasche

Nachmessen zeigte, die Halstasche hatte nicht an allen Stellen diesselbe Neigung. Ich vermutete, die Schablone bog sich unter dem Gewicht der Fräse leicht durch oder war nicht ganz plan. Die Ungenauigkeiten in Halstasche und Zapfen summierten sich entsprechend.
Ich fräste noch einmal nach, wobei ich die Schablone ordentlich abstützte, aber das änderte nichts. (Immerhin habe ich es nicht schlimmer gemacht...)
Also feilte, sägte, schliff, schnitt und beitelte ich an der Halstasche und am Halszapfen herum und begann auch den Hals-Korpus Übergang herzurichten.
Bis der Hals passte.
Die seitlich Verkantung war danach auch behoben, der HK Übergang (für meine Verhältnisse) recht sauber.
Nachmessungen bestätigten aber immer noch den zu kleinen Halswinkel.
Eine (sehr geringfügige) Höhenkorrektur des Halszapfens (Nachmessen zahlt sich immer aus...), veränderte daran nichts.

Mir fiel jedoch auf, das man unter Kraftaufwand den Zapfen in der Tasche hin und her "schaukeln" konnte.
Das brachte mich auf die Idee, mit Unterlegstücken die Stelle ausfindig zu machen, die nicht passte.
Ein auf gut Glück platziertes Stück Furnier bewirkte dann zweierlei:
Erstens saß der Hals jetzt fest und ohne Spiel in der Halstasche und, Zweitens, hatte der Halswinkel jetzt plötzlich den richtigen Wert. Drittens kam ich drauf, dass ich bisher die Brücke auf einem durchgehenden Shim aufgebockt hatte, weshalb sie immer 1-2mm zu hoch war. Ich schämte mich nicht lange, sondern ersetzte sie durch entsprechend hohe Shims, die ich diesmal nur unter den Bohrungen platzierte.
Jetzt passte plötzlich alles.
Da ich es nicht für möglich hielt, habe ich das Ganze einige Mal auseinandergenommen und wieder zusammengebaut, war aber reproduzierbar. Ein Linealtest zeigte, dass das Lineal ganz knapp über der Brücke war, wenn man für die Bunddrahthöhe Shims auflegte.
Um den guten Wind zu nützen, schliff ich die/den(?) Neckplane, bis alle Frässpuren beseitigt waren.
Gemessen habe ich Neigungswinkel zwischen 2,9° bis 3,2°. Das Griffbrett liegt aber ordentlich auf.

Für die weiteren Arbeiten trennte ich die beiden Platten wieder, wogegen sich das doppelseitige Klebeband mit beeindruckenden Kräften wehrte :roll:
Dann wollte ich die PU Schächte fräsen, aber als ich die Schablonen betrachtete,
fiel mir auf, dass ich noch gar nicht entschieden hatte, welche PUs ich verbauen wollte :oops:

Nach einigem hin und her, fiel meine Wahl auf die Kombination Neck P90 - Bridge HB, eine, die ich noch nicht habe
Nachdem ich die Position der Pickups aufgezeichnet und die Schächte geforstnert hatte,
klebte ich die Schablonen auf und fräste.
Bei Plattenbauweise geht das sehr einfach und bequem mit dem Frästisch.
Da Ergebnis sah so aus
Es geht also voran ;)
Danke nochmals für´s Mitdenken/-rechnen (dance a)
Bis bald,
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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#20

Beitrag von penfield » 03.12.2016, 21:10

Am Mittwoch ging es weiter mit den Kanälen für die Kabel.
Bei der Plattenbauweise kann man das wie bei einer LesPaul machen.
Hier die beiden Hälften, fertig zum Verleimen
Beim Verleimen der Platten ist es günstig, einem Verrutschen vorzubeugen. Da ich nicht deckend lackieren möchte, platzierte ich die Schrauben an der Stelle für die Saitenhalterbohrungen.
Saitenhalter ordentlich positioniert und mittels Zentrierkörner die Bohrungen markiert

Die Aufnahme oben ist gestellt.
In Wirklichkeit ist der Saitenhalter natürlich normal zur Mittellinie ausgerichtet.
Dann Leim drauf,
verschrauben und pressen.
Immer wieder ein spannender und erhebender Augenblick.
Und jedes Mal fürchte ich, zu wenige Zwingen zu haben...

Während der Titebond auszuhärten begann, wandte ich mich dem Bundieren zu.
Mit Hilfe meiner neuen Sägevorrichtung hatte ich es tatsächlich geschafft, saubere Schlitze zu fabrizieren, die leider etwas zu eng waren für den Bunddraht. Der Draht hat 0,8mm, das Sägeblatt 0,58mm. Dachte nicht, dass das eine Rolle spielt, aber leider...
Es blieb mir nichts anderes übrig als die Bundschlitze mit meiner Billigsäge zu bearbeiten, die eine dem Tang entsprechende Schnittbreite aufweist. Nachdem ich mich so bemüht hatte, schöne schmale Schlitze zu machen, tat das ein bissi weh. :cry:
Nach 7 Bünden hatte ich endlich begriffen, wie es den Umständen entsprechend am Besten ging.
Es funktionierte eigentlich ganz gut, aber das Ergebnis war durchwachsen.

Ein paar Bünde passten nicht. Diese musste ich noch einmal entfernen, wobei die Zapfen am Tang immerhin genug Halt hatte, um ein Splitter aus dem Griffbrett zu reißen, obwohl ich mit der Dreieckfeile aufgeweitet hatte. Die Bünde klebte ich samt Ausrissen nach der Erweiterung der Schlitze wieder ein. Nachdem ich noch ein paar Bundenden mit Superkleber gegen ein Aufstehen gesichert hatte, feilte ich die Enden gleich.
Anschließend reinigte und ölte ich das Griffbrett
Die Idee, die Bünde mit Hilfe einer Einlage und dem „Grünen Riesen“ einzupressen, musste ich aufgeben, da die Backen des Schraubstockes den Hals zu ruinieren drohten.
Und das war der Mittwoch.

Jetzt kommt ein Tag (Zwangs) Pause.
Freitag geht´s in der Werkstatt weiter.
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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#21

Beitrag von penfield » 04.12.2016, 13:16

Freitag Abend in der Werkstatt:
(der Monolog wird hartnäckig fortgeführt... ;) )

Zunächst war es an der Zeit, dem Bauch ein wenig Platz zu schaffen.
Dazu verwendete ich mein (immer noch neues) Ziehmesser.
Ging ganz gut an der Kante, aber dann nicht mehr so.
Vielleicht wäre ein Schabhobel besser?
Habe dann mit dem Exzenter weiter gemacht.
Hier das Ergebnis...
Anschließend doppelte ich den Hals-Korpus Übergang (HKÜ) auf der einen Seite. Das Holz dafür entnahm ich einem Schnittrest genau von dieser Stelle, die Faser der angeleimten Stücke ist also gleich der des HKÜ.
Also eingepasst und aufgeleimt (Mit Ponal Express).
Anschließend war Nächtigungspause.
BGP
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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#22

Beitrag von penfield » 04.12.2016, 13:36

Gestern, in der Werkstatt...

Seit ich festgestellt hatte, dass der HKÜ einseitig etwas schmäler als das Griffbrett war, vermutlich weil die Frässchablone dort zu schmal geraten war, überlege ich den Titel zu erweitern auf Quick´n´Dirty bird. ;)

Ich baute also die Zwingen ab und glich die Doppelung den Korpuskonturen an.

Danach heulte die Fräse zum Abrunden des Korpus.
Wie immer an dieser Stelle bügelte ich anschließend den Korpus, um die trotz größter Bemühungen dennoch entstandenen Druckstellen vom Verleimen zu entfernen. Das geht meisten so gut, dass man anschließend nichts mehr von den Druckstellen sieht.
Der Korpus wurde dann zum ersten Mal rundum komplett geschliffen (Seite 120er, Flächen 180er), wodurch auch die vom Bügeln aufgestellten Fasern wieder eingeebnet wurden.
Anschließend prüfte ich zum X-ten Mal den Halswinkel.
Der Schien zu passen, allerdings war der Sitz des Zapfens in der Halstasche und der HKÜ Übergang immer noch nicht gut genug.
Eine Nachmessung ergab auch, dass die Halstasche vorne zu tief war. Also schliff ich den/die(?) Neckplane entsprechend. Der Spalt zwischen Zapfen und Tasche war schließlich so eng, dass nur noch Leim Platz hatte.

Nach der letzten Anpassung bemerkte ich plötzlich ein seitliches Spiel des Zapfens, das vorher nicht da war. :?
Ich erinnerte mich an die Shims, die den Halt sehr verbessert hatten.
(Was auch immer das über meine Fähigkeiten Zapfen und Taschen herzurichten aussagen mag 8) )

Nachdem ich die Shims von damals leider eingesaugt hatte (whistle) , musste ich Neue machen.
Ich probierte einige Positionen und hatte bald die optimalen gefunden.
Die gezeigte Positionierung der beiden Einlagen kompensierte sowohl das seitliche Spiel, als auch eine leichte Wiegebewegung (die ich, glaube ich, auch schon erwähnt habe). Zudem war der Hals damit genau auf der zentralen Mittellinie ausgerichtet.
Ich prüfte noch einmal den Halswinkel und begann mich dem HKÜ zuzuwenden.
Dazu nutzte ich jene Technik, die ich im Thread eines Akkustikbaus kennengelernt hatte.
(Was deutlich macht, wie gut es ist, möglichst alles im Forum zu lesen.)

Der Umgang mit dem Schleifpapierstreifen muss natürlich auch gelernt und geübt werden, und so musste ich zweimal den KÜ begradigen und die HÜ ausputzen, bis der Übergang akzepabtel war
Nach weiteren Überprüfungen des Sitzes der Einlagen und des Halswinkels, läuteten die Hochzeitsglocken. Im Gestöber zerrissener Schleifpapierstreifen und unter dem Jubel der Versammelten, kam Hofrat Titebond, um die glücklichen Brautleute miteinander zu... :oops: :roll:

Eigentlich wollte ich Hautleim verwenden, um den Halswinkel gegebenenfalls korrigieren zu können, aber ich hatte die Ahnung, dass mich in einer Werkstatt mit erfrischenden 10°C, eine stark zeit- und temperaturabhängige Verleimung überfordern würde, wenn ich gleichzeitig mit zwei Einlagen und der Bezwingung zu kämpfen habe.

Also entschied ich mich für volles Risiko und verwendete Titebond.

Wieder einer dieser erhebenden Momente...

Leim drauf,
Zwingen drauf...
Ging eigentlich sehr gut. Mittellinie passte, ebenso der Halswinkel.
So weit bin ich ganz zufrieden.

Das zeitnahe Blogging ist allerdings sehr herausfordernd.
Vielleicht geht sich ja heute Nachmittag trotzdem noch etwas in der Werkstatt aus... (dance a)

Einstweilen LGP
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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#23

Beitrag von bea » 04.12.2016, 13:46

penfield hat geschrieben:Freitag Abend in der Werkstatt:
(der Monolog wird hartnäckig fortgeführt... ;) )
Naja, auch ich monologisiere ja fleißig...
Ging ganz gut an der Kante, aber dann nicht mehr so.
Vielleicht wäre ein Schabhobel besser?
An Stellen, an denen man ungünstig zur Wuchsrichtung schneiden muss, dürften Werkzeuge mit begrenzter Spanabnahme wohl besser funktionieren, z.B. Raspeln oder Bildhauerfeilen.
LG

Beate

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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#24

Beitrag von Poldi » 05.12.2016, 05:58

penfield hat geschrieben:Freitag Abend in der Werkstatt:
(der Monolog wird hartnäckig fortgeführt... ;) )
BGP
...der aber sehr interessant ist.
Ich lese gerne hier und finde Deine Arbeitsweise auch echt gut.

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Re: Quickbird Non Reverse (Spontanes F-Bird NR Nebenprojekt)

#25

Beitrag von penfield » 05.12.2016, 08:22

Vielen Dank!

Und entschuldigt, wenn ich mich da missverständlich ausgedrückt haben sollte.
Das mit dem Monolog war keinesfalls vorwurfsvoll gemeint,
die Betonung liegt auf hartnäckig... ;)

Ich erkenne langsam die Vorteile eines zeitnahen Blogs, nämlich dass man alles zeitnah durchdenken, formulieren und darstellen muss. Der Lerneffekt wird dadurch stark erhöht.

LGP
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