Les Paulownia

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penfield
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Les Paulownia

#1

Beitrag von penfield » 09.07.2015, 22:38

Grüß euch alle. Nachdem ich schon länger die Informationen hier im Forum nutze, möchte ich auch gerne etwas beisteuern, mit einem Zwischenbericht zu meinem ersten kompletten Bauprojekt.

Auf der Suche nach Holz für mein erstes richtiges Projekt stieß ich auf Paulownia: Sehr leicht, kostengünstig und eines der wenigen Holzprodukte aus dem Baumarkt, das halbwegs grad und trocken ist und bei heimischer Lagerung auch (meist) so bleibt.

So forschte ich im Internet nach Gitarren aus Paulownia Holz und fand Berichte von klassischen Gitarren gänzlich aus Paulownia, bei eGitarren aber nur welche mit Bodies daraus. Selbst hier im Forum, das ja wirklich umfassend ist, fand ich wenig dazu (u.a. den unten zitierten Thread) vor allem keine eGitarrebauten - ich gewann den Eindruck, dass Paulownia in Europa kein gesuchtes Tonholz ist.

Trotzdem fragte ich mich, ob man eine eGitarre allein aus Paulownia bauen kann und machte daraus gleich mein erstes komplettes Bauprojekt.

Vorbild ist eine Les Paul Studio (in weitestem Sinne), die Pläne sind aus dem Forum.

Auf Les Paulownia bin ich zwar sogar selbst gekommen, allerdings wurde diese Wortwendung bereits von Capricky hier im Forum verwendet (was ich erst später herausfand) ;)
(http://www.gearbuilder.de/forum/m-1263647026/s-all/ siehe Antwort 15 von 32)

Für den Body habe ich zwei Paulownia Platten aufeinandergeleimt, da es bei uns nur 18mm Platten gibt. Nach dem Sägen und Fräsen dann die Decke, ebenfalls 18mm Platte, aufgeleimt, Kontur gefräst/geschliffen; 1,2° Pickup- und 4,5° Neckplane; 4,5° Halstaschenwinkel.
Der Hals ist aus einem Paulownia Leimholzkantel (38mmx58mm); 15° Kopfneigung; Mensur 628mm; Double-Action Trussrod; Jumbo Fretwire; Palisander Griffbrett m. Radius 12inch. Keine Verstärkungen durch Carbonstangen etc., wie auch im oben zitierten Thread angesprochen.
Vor dem Finish wollte ich testen, ob der Paulownia Hals - insbesondere wenn von einem Anfänger, wie ich einer bin, gebaut - den physikalischen Anforderungen entspricht. Die Chancen dafür standen aber nicht schlecht, abgesehen von den Konzertgitarrenhälsen aus dem Internet zeigen meine Paulownia Regalbretter, welch erstaunliche mechanische Stabilität dieses Leimholz hat.

Vorgestern leimte ich den Hals ein. Gestern stellte ich ihn per Trussrod gerade und montierte das Blechzeug um endlich Saiten aufziehen zu können. Das Ergebnis: Der Hals hat seine ersten 24 Stunden durchgehalten. :D
Seither warte ich, dass etwas Schlimmes passiert. Bislang hält sie sich aber nicht nur gut (selbst die Stimmung), sondern spielt sich auch so, obwohl der Sattel viel zu hoch ist und jede Justierung fehlt (Vielleicht ist das aber auch nur Erstbaueuphorie) :D .

Sie ist erwartungsgemäß sehr leicht, gut austariert und hat (trocken gespielt) überraschend viel Sustain. Wie sie elektrisch klingt und ob nach Les Paul, wird sich noch weisen.

Jedenfalls ist es eine Ultraleichtgitarre und ideal für Menschen mit schonungsbedürftigem Bewegungsapparat.

Sofern der Hals sich in den nächsten zwei Wochen nicht verzieht oder gar bricht, werde ich Les Paulownia wohl ein (deckendes) Finish gönnen.

Hoffe, ich konnte damit etwas Sinnvolles beitragen.

Einstweilen ein herzliches Weiterbauen,
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Re: Les Paulownia

#2

Beitrag von elektrojohn » 09.07.2015, 23:32

Dein Projekt finde ich äußerst interessant, ich habe auch schon darüber nachgedacht, dieses Holz zu verwenden. Aussehen tut das schon mal sehr gut, was man da auf den Bildern sehen kann!

WiE beurteilst Du die Oberflächenhärte des Holzes? Mein Eindruck ist, dass man es sehr (zu?) leicht mit dem Fingernagel o.ä. eindrücken kann, d.h. die Oberfläche evtl. sehr empfindlich sein könnte.

Grüße
C.

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Re: Les Paulownia

#3

Beitrag von helferlain » 10.07.2015, 05:47

Sehr schön!

Wo hast du den Leimholzkantel für den Hals bezogen? Ich bekomme im örtlichen Bauhaus und Obi nur die Platten

Ich habe gerade ein ähnliches Palownia Projekt in Arbeit. Für das Finish werde ich das Holz ausgiebig mit Epoxydharz grundieren / tränken und erhoffe mir so eine akzeptable Oberflächenhärte.
Grüße, helferlain
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Re: Les Paulownia

#4

Beitrag von NoCacophony » 10.07.2015, 07:59

Sieht klasse aus. Ich drücke die Daumen, dass der Hals hält. :)
Grüße,
Achim

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Re: Les Paulownia

#5

Beitrag von hatta » 10.07.2015, 10:52

Bin gespannt, ob sich da was tut.

Wieviel wiegt denn die Gitarre?
Gruß
Harald

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Re: Les Paulownia

#6

Beitrag von bigherb » 10.07.2015, 11:04

Bei Wiki-Dingens schreiben sie, das dieses asiatische Holz u.A. für E-Gitarrenbodies Verwendung findet. Es wäre leicht aber stabil. Bisher habe ich noch nichts davon gehört aber das klingt doch interessant. Ich kann mich noch an die Zeiten erinnern, als Limba für alles mögliche in Baumärkten angeboten wurde. Auch leicht und stabil.
Der Kraushaar baut Hälse aus Fichte mit einem Hartholzstreifen verstärkt. Möglich ist viel....

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penfield
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Re: Les Paulownia

#7

Beitrag von penfield » 10.07.2015, 11:33

elektrojohn hat geschrieben:Dein Projekt finde ich äußerst interessant, ich habe auch schon darüber nachgedacht, dieses Holz zu verwenden. Aussehen tut das schon mal sehr gut, was man da auf den Bildern sehen kann!

WiE beurteilst Du die Oberflächenhärte des Holzes? Mein Eindruck ist, dass man es sehr (zu?) leicht mit dem Fingernagel o.ä. eindrücken kann, d.h. die Oberfläche evtl. sehr empfindlich sein könnte.

Grüße
C.
Danke für Dein Interesse. Das Holz ist relativ weich. Es ist allerdings auch leicht zu reparieren, wenn man Druckstellen hat. Der alte Trick mit dem feuchten Tuch und dem Bügeleisen funktioniert wunderbar.
Leider schlägt man auch gerne Ecken rein, da hilft nur sorgsam arbeiten, alle Metallteile von der Werkbank und beim Hantieren generell aufpassen. Oder zuschmieren mit irgendetwas. Was ich in diesem Fall schon öfter getan habe.

Ich werde aus diesen Gründen auch ein deckendes Finish machen. :D
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Re: Les Paulownia

#8

Beitrag von penfield » 10.07.2015, 11:42

hatta hat geschrieben:Bin gespannt, ob sich da was tut.

Wieviel wiegt denn die Gitarre?
Mit den Metallteilen (ohne PUs und Elektrik) 2 Kilogramm.

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Re: Les Paulownia

#9

Beitrag von bigherb » 10.07.2015, 11:46

Hi penfield
Mach dir wegen der Härte nicht zu viele Gedanken. Ich habe mir vor Jahren eine Les Paul gebaut, deren Korpus aus Fichte ist. Zwar wurde traditionell ein Ahorntop aufgeleimt aber Rückseite und der größte Teil der Zargen sind aus Fichte. Das ganze wurde mit 2K Lack transparent lackiert. Bisher kann ich nicht von vermehrten Dellen oder "Dings & Dongs", wie das die Aging-Fraktion nennt, sprechen. Sie verhält sich an den Oberflächen normal, wie die meisten Gitarren.
Ich lese gerade 2Kg.....sagenhaft.....von sowas träume ich. Die Fichten LP kommt mit Mahagoni-Hals auf 3,8kg.....

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Re: Les Paulownia

#10

Beitrag von penfield » 10.07.2015, 11:47

helferlain hat geschrieben:Sehr schön!

Wo hast du den Leimholzkantel für den Hals bezogen? Ich bekomme im örtlichen Bauhaus und Obi nur die Platten

Ich habe gerade ein ähnliches Palownia Projekt in Arbeit. Für das Finish werde ich das Holz ausgiebig mit Epoxydharz grundieren / tränken und erhoffe mir so eine akzeptable Oberflächenhärte.
Bei uns hier, im Osten von Ösiland, gibt es zwar in jedem Bauhaus, das ich bisher besucht habe, Paulownia Platten, die Kanteln aber auch nur in den großen. Werden als Regalstollen gehandelt. Gibt´s in Deutschland vielleicht auch über den Bauhaus Online-Versand.
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Re: Les Paulownia

#11

Beitrag von penfield » 10.07.2015, 11:54

bigherb hat geschrieben:Hi penfield
Mach dir wegen der Härte nicht zu viele Gedanken. Ich habe mir vor Jahren eine Les Paul gebaut, deren Korpus aus Fichte ist. Zwar wurde traditionell ein Ahorntop aufgeleimt aber Rückseite und der größte Teil der Zargen sind aus Fichte. Das ganze wurde mit 2K Lack transparent lackiert. Bisher kann ich nicht von vermehrten Dellen oder "Dings & Dongs", wie das die Aging-Fraktion nennt, sprechen. Sie verhält sich an den Oberflächen normal, wie die meisten Gitarren.
Ich lese gerade 2Kg.....sagenhaft.....von sowas träume ich. Die Fichten LP kommt mit Mahagoni-Hals auf 3,8kg.....
Der Vergleich mit Fichte ist zutreffend.
Ich habe aber auch, wie oben erwähnt, schon ein paar Paulownia bodies gebaut und da war das Problem eher das Porenfüllen.
Der gute (giftige) 2K Autolack schützt die Paulownia sonst ausgezeichnet.

Ich fürcht´ halt,sie kommt mit der Les Paul Standard Ausrüstung und Lack dann auch noch auf ihre drei Kilo. ;)
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Re: Les Paulownia

#12

Beitrag von MarcoMUC » 10.07.2015, 13:27

Paulownia lässt sich leicht bearbeiten... Schleifen wird zu einer wahren Freude. Und es hat ein sehr angenehmes, "samtiges" Griffgefühl - was natürlich bei 2K-Lackierung unerheblich ist.

Und wem eine 3kg-Paule zu schwer ist, für den gäbe es ja noch die verschiedenen Methoden des Weight Relief (natürlich vorm Platten-Zusammenleimen) ;)

VG
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Re: Les Paulownia

#13

Beitrag von bigherb » 10.07.2015, 15:00

Also Esche oder Mahagoni sind was die Poren angeht auch anspruchsvoll.
An MarcoMUC: Die 3,8kg meiner LP sind ja noch im grünen Bereich. Da kenne ich noch ganz andere Klopper. Trotzdem klingen die Eigenschaften dieses Paulownia sehr interessant.
Die Brian May Red Special ist auch aus zwei 18mm Möbelbau Tischlerplatten zusammengeleimt. Dazu dann vorher Hohlkammern auszusparen bietet sich ja geradezu an.

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Re: Les Paulownia

#14

Beitrag von penfield » 27.07.2015, 18:35

bigherb hat geschrieben:Also Esche oder Mahagoni sind was die Poren angeht auch anspruchsvoll.
An MarcoMUC: Die 3,8kg meiner LP sind ja noch im grünen Bereich. Da kenne ich noch ganz andere Klopper. Trotzdem klingen die Eigenschaften dieses Paulownia sehr interessant.
Die Brian May Red Special ist auch aus zwei 18mm Möbelbau Tischlerplatten zusammengeleimt. Dazu dann vorher Hohlkammern auszusparen bietet sich ja geradezu an.
Wenn die Platten dick genug sind und man ordentlich ausschält, kann man den Korpus quasi aus Resonanzschalen aufbauen.
Wäre vielleicht sogar ein Projekt wert.
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Re: Les Paulownia - es geht weiter...

#15

Beitrag von penfield » 27.07.2015, 18:38

Nach ca 2 Wochen (Urlaub :lol: ) kann ich mich mit einer guten Nachricht zurückmelden:
Der Hals ist nicht nur ungebrochen, sondern immer noch gerade und ohne jeden Verzug.

Ich habe deshalb, wie (vor allem mir selbst) versprochen, das Metall wieder abmontiert und weiter gemacht.

PUs sind nun ausgefräst, der Korpus ist bis zum 180er Korn geschliffen und die Kopfform ist jetzt auch halbwegs geworden.
Beim NeckPU war das Fräserbit nicht ausreichend befestigt und ist daher während des Fräsens tiefergerutscht.
Der Schaden hält sich aber in Grenzen und ist in Vollausbau nicht sichtbar. (whistle)

Wie MarcoMUC ja oben schon feststellte, ist Paulownia gut zu schleifen.
interessant war allerdings die Farbe, die zumindest stellenweise, durch den Schliff zum Vorschein kam.
Und ich will nicht leugnen, dass Paulownia mir beim Fräsen gerne ausreißt. Aber inzwischen bin ich mit dem Poly Spachtel schon ziemlich gut. :D

Im Moment überlege ich, wie ich die Poren füllen soll. Aus Erfahrung weiß ich, dass Paulownia sehr saugstark ist - viel mehr als der Mahagonie und die Erle, die ich bisher bearbeitet habe.
Bei einem anderen Projekt habe ich für das Füllen von Paulownia 2K Klarlack bzw. Epoxy verwendet. Allerdings nicht so erfolgreich, wie gewünscht. Ich habe dabei jeweils vier Mal gefüllert (mit Nachschliff), aber die Oberfläche ist langfristig immer eingesackt bzw. waren dann nach dem Klarlack plötzlich Löcher drin, die vorher so nicht wahrnehmbar waren (Foto ist nach Nassschliff aufgenommen).
Mein erster Gedankge war, viele Schichten Schnellschleifgrund (Clou). Vielleicht auch ein Washcoat darunter (mit Schellack?)
Oder einfach ein paar dicke Schichten Acrylfüller drübersprayen?

Was meint ihr dazu?
Bigherb, Du scheinst Erfahrung mit porigem Holz zu haben. Was meinst Du?
Bin für jeden Hinweis dankbar.

Nicht vergessen, weiterbauen!
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Re: Les Paulownia

#16

Beitrag von dreizehnbass » 27.07.2015, 20:35

Hab auch eine Kantel aus Blaugockenbaumholz da. Sehr leichtes Material auch noch recht schön gemasert.
Es ist aber ein recht weiches Holz und auch grobporig was eine Hochglanzlackierung natürlich erschwert.
Das Holz muss beim Lackieren gefüllert werden. Die Poren mit Epoxy schließen o.Ä. Sonst wird man beim Lackieren kein Glück haben.

Hab das Holz aber selber noch nirgeds verbaut.

p.s. Schönes Projekt
http://www.13instruments.com/ Saiteninstrumente in Handarbeit

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Re: Les Paulownia

#17

Beitrag von penfield » 27.07.2015, 21:37

dreizehnbass hat geschrieben:Hab auch eine Kantel aus Blaugockenbaumholz da. Sehr leichtes Material auch noch recht schön gemasert.
Es ist aber ein recht weiches Holz und auch grobporig was eine Hochglanzlackierung natürlich erschwert.
Das Holz muss beim Lackieren gefüllert werden. Die Poren mit Epoxy schließen o.Ä. Sonst wird man beim Lackieren kein Glück haben.

Hab das Holz aber selber noch nirgeds verbaut.

p.s. Schönes Projekt
Danke.
Von jemand, der so schöne Gamben baut, wiegt ein Lob umso mehr.

Habe ein paar Proben zurPorenfüllung angesetzt. Werde sehen, wie es geht.
Mit Epoxy hatte ich bisher nicht so viel Glück. Aber vielleicht ist mein (Laminier)Harz schlecht und/oder meine (Massage)Technik.

BG,P
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Re: Les Paulownia

#18

Beitrag von pinacoco » 27.07.2015, 21:44

paulownia ist ein durchaus gängiges bodyholz für Egitten aus Asien.
Die billigen Strat Kopien, die man überall findet, bestehen zur Mehrheit aus diesem Holz. (die Bodies)

Es ist sehr günstig, einfach zu bearbeiten und sehr leicht. Sigar noch leichter als Linde oder Fichte.
Die mechanischen Eigendchaften sind ok, wenngleich Druckstellen nicht ausbleiben werden, da es diesbezüglich sehr anfällig ist.
Für einen Hals hätte ich es nicht genommen, aber wenn das bei dir klappt, super.
Gruß
Uli

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Update: Kopfplatte und Schnellschleifgrund Lehrgeld

#19

Beitrag von penfield » 03.08.2015, 17:07

Ursprünglich wollte ich als Kopfplatte dünnes Fiberboard nehmen (max. 1mm), da die Trussrod aber ein klein wenig zu weit heraussteht, habe ich ein 3mm Furnier aufgeleimt, um den Überstand zu kompensieren. Das Aufleimen der Kopfplatte und das Fräsen etc. war kein Problem. Die Kopfplatte werde ich später natürlich schwarz lackieren.
Danach klebte ich das Griffbrett ab und begann mit dem Finish.
Wie bereits festgestellt, müssen die Poren von Paulownia ordentlich gefüllt werden. Da mein Epoxy nicht mehr ganz taufrisch war und beim letzten Verwenden (mit Paulownia) auch nicht wirklich gut gefüllt hat, beschloss ich dafür SSG zu nehmen.
Ich weiß, SSG gilt eigentlich nicht als Porenfüller; allerdings ist SSG Klarlack mit erhöhtem Partikelanteil und da Versiegeln und/oder Porenfüllen mit Klarlack als Methode durchaus anerkannt zu sein scheint, dachte ich mir nicht viel dabei; Ich spekulierte auch, dass Nitro recht schnell verdunstet (ca. 25°C RT), also die Eindringtiefe sich in Grenzen hält; abgesehen davon hatte ich auch noch einen Kanister davon herumstehen.... (whistle)

Habe also über das Wochenende die Paulownia, die sehr durstig war (an einzelnen Stellen besonders durstig), mit SSG getränkt. Den SSG habe ich mit dem Pinsel möglichst dünn aufgetraten und einmassiert, Trockenzeiten habe ich brav eingehalten und Zwischenschliffe durchgeführt.
Wie man an den Bildern sieht, hat sich die Paulownia wie ein Schwamm mit SSG vollgesogen. Wischt man mit Nitro über die weißen Flecken, klaren sie auf, um dann wieder weiß zu werden. Könnte an der Feuchte des Holzes liegen. Beim Auftrag war die Luftfeuchte jedenfalls unauffällig und es gab keine weißen Flecken; allerdings möchte ich nicht ausschließen, dass der Paulowniaschwamm Wasser gezogen hat.

Letzter Schliff:
Etwas weiter geschliffen:
Leider sind auch die Poren durchwegs nicht gescheit gefüllt und das gute Stück riecht im Moment ziemlich nach Nitro.
Hätte auf mein Bauchgefühl hören sollen (ich mag Nitrolack nicht besonders) bzw. auf dreizehnbass, der ja Epoxy empfohlen hat. :cry:

Werde nun ausharren müssen, bis die gute LP-ownia komplett durchgetrocknet ist (kein Nitrogeruch); Bis dahin werde ich mir überlegen, wie ich weitermache. Wahrscheinlich (neues) Epoxy und 2K Acrylfüller.

Einstweilen, beste Grüße P. 8)
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Re: Les Paulownia

#20

Beitrag von Poldi » 04.08.2015, 05:39

Da wirst Du um Epoxid nicht herumkommen, oder Du nimmst Clou Holzspachtel, verdünnst den mit etwas Wasser und massierst die Pampe in Dein Holz.

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Re: Les Paulownia

#21

Beitrag von pinacoco » 04.08.2015, 12:12

Ich glaube nicht dass das auf Nitro richtig hält... Da würde ich erstmal Proben machen.
Gruß
Uli

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Re: Les Paulownia

#22

Beitrag von penfield » 07.08.2015, 17:37

Den inoffiziellen Wettbewerb um den Bau der leichtesten Gitarre hat pinacoco inzwischen schon für sich entschieden: :D

http://www.gearbuilder.de/fn/viewtopic. ... da7afc522e

Die Versuche mit Epoxy auf Nitro laufen.

BGP
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Re: Les Paulownia

#23

Beitrag von pinacoco » 07.08.2015, 19:41

:-)
Gruß
Uli

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Re: Les Paulownia

#24

Beitrag von Poldi » 07.08.2015, 20:39

:D :D

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Füllen, schleifen, schleifen, schleifen und eine Kopfplatte

#25

Beitrag von penfield » 21.09.2015, 15:30

Liebe Freunde des Gitarrbauens,

Nach Beenden des Nebenprojektes SGmaster, fand ich wieder Zeit, mich der Paulownia LP zu widmen. Nach Füllproblemen, war eine Pause nötig, um festzustellen, dass es gar nicht so schlimm war wie angenommen. :)
Die Porenfüllung durch den SSG war auf den zweiten Blick nicht so schlecht, wenn man ein wenig tiefer schliff. Die Unregelmäßigkeiten im Faserverlauf der Paulowniaplatten machen aber Probleme, da auf der Oberfläche stirnholzartige, sehr saugstarke Bereiche sind, die auch noch unregelmäßiges Schleifverhalten zeigen (weich). Diese Stellen habe ich mit Epoxy zu schließen versucht.
Bei genauer Betrachtung waren die Poren danach zumindest teilweise gefüllt. Offensichtliche Anhaftungsprobleme zwischen SSG, Holz oder Epoxy konnte ich nicht feststellen, aber wirklich kontrolliert getestet habe ich nicht und will deshalb auch keine Schlüsse ziehen.

Da die Poren halbwegs gefüllt schienen, machte ich weiter. Nächster Schritt war das Sprühen von Acrylfüller. Das hat gut funktioniert. Haftung kein Problem. Allerdings war die Oberfläche so uneben, dass ich nach dem ersten Durchgang recht viel wegschleifen musste.

Ehe ich aber an dieser Stelle weitermachte, mit der von der Mühsal des Füllerns genährten Hoffnung, es würde schon passen, erinnerte ich mich an ein Posting im Forum das ungefähr lautete: "Füller sprühen, bis es gut ist". Ich glaube, es war von Capricky und hat mich dazu motiviert doch noch einmal zu sprühen, was mir am Ende viel Arbeit erspart hat - Deshalb herzlichen Dank dafür.
Nach dem Zwischenschliff habe ich ein paar weitere Schichten Füller aufgetragen und bin schließlich zu einer ziemlich glatten Oberfläche gekommen. Auf diese kam dann Primer, ungefähr zwei Dosen, den ich fein schliff.
Selbstverständlich ging es auch hierbei nicht ohne Pannen, vor allem Durchschleifen (an den Seiten und Kanten) und nachbessern.

Schließlich hatte ich es geschafft, weshalb ich mich einer neuen Herausforderung stellen musste, der Herstellung der Kopfplatte mit Logo. Ich bin überzeugt, dass man da bessere, einfachere und sinnvollere Vorgehensweisen finden kann, aber ich berichte einfach was ich gemacht habe, diene es auch nur der Erheiterung .... :D

Nachdem ich die Kopfplatte mit 3mm Birkenfurnier verstärkt hatte, habe ich Vulkanfiber (0,4mm) darauf geleimt und die Konturen gefräst.
Zur Beschriftung habe ich mit der Welle des Dremels und einem 1,4mm Fräser die aufgemalten Buchstaben mit der Hand nachgezogen. Anschließend wollte ich die Fräskanäle mit Goldstaubpulver (Fimo) befüllen.

Als Träger verwendete ich (neues) R&G Epoxy, in das ich den Metallstaub mischte. Leider hatte ich die dumme Idee, das Furnier vorher schwarz zu lackieren, sodass die Epoxy/Staub Füllung nicht haftete und nach dem Trocknen wie ein Abziehbild abzulösen und nicht plan zu schleifen war.
Also versuchte ich eine direkte Befüllung mit Metallstaub und ein Übergießen mit Superkleber. Das hat schon besser geklappt. Allerdings war die Füllung nicht besonders gleichmäßig und als ich das Ergebnis sah, schliff ich alles schnell wieder weg. Der Lack war damit zwar auch endlich weg, aber das Furnier war nun stellenweise recht dünn.

Da hatte ich die Eingebung, die ich gleich zu Beginn gehabt haben hätte sollen: Furnier schwarz beizen, nach wenigen Minuten Schleiffüller (Sand´n´Seal) auftragen, sodass die Fräskanale ausgefüllt sind, die Überschüsse abwischen und nach einigen Minuten Metallpulver drauf streuen und mit den Fingern in den Fräskanälen festdrücken
Das hat einigermaßen funktioniert. Die Füllung habe ich tagsdarauf noch einmal wiederholt und nach dem Trocknen des Sealers und Zwischenschliff (400er) mit Zapon Klarlack fixiert.

Dann löste ich die Abklebung und musste erkennen, dass der Übergang zwischen Füller/Primer und Holz, also Kopfplatte oder Griffbrett, sich durch eine ziemlich hohe Kante, die sich am Rand der Abklebung aufbaut hatte, deutlich abzeichnete. Die vielen Schichten Füller/Primer bildeten eine Stufe, die ich durch Schleifen, weiteren Primer und wieder schleifen möglichst flach und unauffällig machen wollte.

Falls jemand einen Tip hat, wie man den Übergang ordentlich hinbekommt, ohne herumfuhrwerken zu müssen wie ich, wäre ich jedenfalls dankbar.

Soweit die letzten Wochen. Im Moment ist die gute Les Paulownia abgeklebt und geschliffen und harrt ihres Basislackes, aber davon berichte ich im nächsten Update.

Bis dahin liebe Grüße, P.
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