Alumitones "abkupfern"

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Alumitones "abkupfern"

#1

Beitrag von Rallinger » 21.08.2018, 11:27

Ich hab mich gestern mal zur Funktionsweise der Alumitone Pickups schlau gemacht. Bzw. ich hab es versucht. "E" ist für mich leider grundsätzlich Voodoo, da muss ich wohl in der Schule gefehlt haben. Jedenfalls: Neben anderen Fundstücken fand ich vor allem den Beitrag vom Onkel erhellend: https://www.musiker-board.de/threads/la ... on.206886/ Ich bin mir nur nicht ganz sicher, ob ich das wirklich bis in die Details richtig verstanden habe.

Würde das funktionieren, wenn man wie folgt vorgeht:
  • man schneidet bezahlbares, gut leitfähiges Blech (Alu oder Kupfer), z.B. in zwei mm Stärke, auf die Grundfläche eines Humbuckers zu
  • in die Mitte kommt ein Ausschnitt in der Größe eines Humbucker-Magneten, der dort eingelassen wird
  • das Ganze wird auf einen Träger aus nicht leitfähigem Material befestigt (Holz), der einen Hohlraum unter dem Magneten aufweist
  • dann nimmt man ein nicht-magnetisches Polepiece und wickelt X Wicklungen Kupferdraht außenrum (in einem anderen Post las ich die Größenordnung "5000" ...?)
  • an die Enden des Kupferlackdrahts werden die Pickup-Kabel angelötet
  • der mit Kupfer umwickelte Polepiece wird unterhalb des Magneten befestigt, so dass sich beide nicht berühren und kein Strom direkt fließen kann
  • ... und fertig ist der Pickup?
Falls ja, spielt die Ausrichtung der Kupferspule eine Rolle (quer oder längs zum Magneten)?
Ist die Wicklungsrichtung der Spule relevant?
Hab ich das richtig verstanden, dass die Primärspule kaum Einstreuungen einfängt, weil sie extrem niederohmig ist - und die Sekundärspule auch nicht, weil sie nicht magnetisch ist?
Danke für euren Input, und für die Geduld mit mir E-Noob ;-)

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Re: Alumitones "abkupfern"

#2

Beitrag von Yaman » 21.08.2018, 11:49

Die "Sekundärspule" ist ein kleiner Übertrager, ähnlich aufgebaut wie ein Trafo, also mit mehreren dünnen Blechen, um die der Draht gewickelt ist. Die Bleche umschliessen teilweise den Aluminium-Rahmen des Pickups.
Hier z. B. zu sehen: http://www.pbase.com/esquire/image/158229127.jpg

Rick Toone hat mal einen "Alumitone" selbstgebaut, allerdings die Elektrik aus einem Alumitone übernommen:
http://www.ricktoone.com/2009/06/lace-alumitone.html
So wie es auf seinen Fotos aussieht, hat er den Übertrager seitlich nach unten hin angebracht, um Platz unter dem Pickup zu sparen.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#3

Beitrag von Rallinger » 21.08.2018, 11:58

Also muss der Kern der Sekundärspule elektrisch leitfähig mit der Primärspule verbunden sein? Oder umschließen die Bleche den Rahmen berührungsfrei?

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Re: Alumitones "abkupfern"

#4

Beitrag von Yaman » 21.08.2018, 12:02

Es ist elektrisch ein Trafo. Da hat die Primär- und Sekundärseite auch keine elektrische Verbindung Die Bleche umschließen den Rahmen in direktem Kontakt.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#5

Beitrag von bea » 21.08.2018, 12:06

Eine sehr ausführliche Dokumentation des Prinzips einschließlich etlicher Selbstbauten findet sich hier: http://music-electronics-forum.com/show ... hlight=LoZ

BTW: das ist DIE Ressource für alle, die Tonabnehmer selbst machen wollen, besonders, wenn es um Exoten geht.

Das Prinzip ist zweistufig: eine extrem niederohmige Stromschleife, deren Signal durch einen Stromtransformator auf den Level eines Mikrofons gebracht wird. Das wiederum wird durch einen kleinen Trafo auf die gewünschte Ausgangsspannung gebracht und dabei gleichzeitig hochohmig und "gevoiced".
LG

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Re: Alumitones "abkupfern"

#6

Beitrag von capricky » 21.08.2018, 12:50

Für die Funktion ist es nicht zwingend notwendig, dass Leiterschleife des Pickups und der Eisenkern des Trafos eine elektische Verbindung haben, das ist nur die einfachste mechanische Lösung der Befestigung. Der Trafo kann durchaus auch extern untergebracht werden, was aber neue Probleme hinsichtlich der benötigten Kabelquerschnitte bereitet.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#7

Beitrag von Yaman » 21.08.2018, 13:07

capricky hat geschrieben:
21.08.2018, 12:50
Für die Funktion ist es nicht zwingend notwendig, dass Leiterschleife des Pickups und der Eisenkern des Trafos eine elektische Verbindung haben, das ist nur die einfachste mechanische Lösung der Befestigung.
Das Aluminium ist auch eloxiert und leitet sowieso nicht mehr so dolle.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#8

Beitrag von Rallinger » 21.08.2018, 13:09

Danke, Capricky. So hatte ich die Ausführungen in dem oben (und hier auch schon öfter) verlinkten Artikel vom Onkel verstanden.

Wegen des Problems der mechanischen Befestigung kam mir ja die Idee, das Ganze in ein Holzgehäuse zu verbauen. Dann würde ja ein 5mm-Loch in der Stirnseite des Gehäuses reichen, in das man dann das umwickelte Polepiece reinsteckt. Das würde auch Tonexperimente deutlich erleichtern (einfach per Plug&Play unterschiedliche Wicklungszahlen ausprobieren).

Die Variante von Lace schaut natürlich ungleich eleganter aus. Aber selbst mit Abkantbank ist es eine Challenge, ein Blech dieser Stärke entsprechend umzubiegen ...

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Re: Alumitones "abkupfern"

#9

Beitrag von Yaman » 21.08.2018, 13:24

Entweder verstehe ich deine Beschreibung falsch, oder ich habe das Prinzip des Alumitones nicht verstanden, aber:
Es gibt einen kleinen Übertrager (Trafo), dessen U-fömigen Bleche (als O wechselseitig aufeinandergelegt) auf der einen Seite die Leiterschleife des Aluminiumrahmens und auf der anderen Seite die Wicklung des Kupferdrahtes umschließen. Es ist kein einzelnes Polpiece mit Kupferdraht, dass sich irgendwo unterhalb des Magneten befindet. So findet keine elektromagnetische Kopplung statt.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#10

Beitrag von Rallinger » 21.08.2018, 13:38

Hm, also mir geht's nicht darum die Dinger 1:1 nachzubauen. Das würde eh schon an der nicht vorhandenen Abkantbank scheitern. Und ich bin auch nicht sicher, ob ich das Prinzip richtig verstanden habe - darum hab ich ja diesen Thread erstellt ;-)

Ich beziehe mich jedenfalls auf die Ausführungen vom Onkel in diesem Thread: https://www.musiker-board.de/threads/la ... on.206886/
und ein Stück weiter wird es ja auch nochmal ganz gut erklärt: https://www.musiker-board.de/threads/la ... st-6669743

Da klingt's so als würde der Strom der oberen Spule per Voodoo-Magic in die untere induziert. Ob's stimmt, will ich ja rausfinden. Wenn, dann könnte man das Prinzip ja handwerklich recht leicht klauen (so wie sie es bei Lace machen, isses nicht einfach).

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Re: Alumitones "abkupfern"

#11

Beitrag von bea » 21.08.2018, 14:10

Lies doch wirklich mal den Thread im music-electronics-forum durch. Da wird wirklich haarklein erklärt, wie so ein Ding funktioniert, und es gibt eine Menge Beispiele für entsprechende Eigenkonstruktionen.
LG

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Re: Alumitones "abkupfern"

#12

Beitrag von Yaman » 21.08.2018, 14:21

Hier hat jemand einen Alumitone mal zerlegt und man kann die Einzelteile gut erkennen:
http://guitarnuts2.proboards.com/thread ... sis-review

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Re: Alumitones "abkupfern"

#13

Beitrag von Rallinger » 21.08.2018, 16:44

bea hat geschrieben:
21.08.2018, 14:10
Lies doch wirklich mal den Thread im music-electronics-forum durch. Da wird wirklich haarklein erklärt, wie so ein Ding funktioniert, und es gibt eine Menge Beispiele für entsprechende Eigenkonstruktionen.
Mach ich, vielen Dank. Für meine Englischkenntnisse ist das zwar ein wenig haarkleiner als leicht verdaulich wäre, aber ich zieh's mir rein.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#14

Beitrag von Rallinger » 24.08.2018, 09:03

Die Teile für meinen fancy Pickup-Wickler sind noch auf der Reise. An einer Gitarre schnitzen kann ich nicht, um nicht des Wettbewerbs-Frühstarts verurteilt zu werden. Daher hab ich mich ein wenig tiefer in die Materie eingelesen (soweit meine Englischkenntnisse und mein rudimentäres elektrotechnisches "Wissen" das erlaubten). Aber nur lesen macht keinen Spaß. Also hab ich mich gestern hingesetzt und einen (zugegebenermaßen kruden) Low-Z-Pickup Prototypen zusammengeschustert.

Mir wars dabei wichtig, dass das Ding mechanisch einfach aufgebaut ist. Ich möchte in der Lage sein, für Experimente schnell mal verschiedene Spulen ausprobieren zu können, ohne mit hundert kleinen Einzelteilen hantieren zu müssen. Fürs Erste hab ich das (mit Teilen die ich rumliegen hatte) so gelöst:
8x5mm Neos in eine 3mm Aluminium-Platte eingelassen
8x5mm Neos in eine 3mm Aluminium-Platte eingelassen
unten ein M8 Gewinde geschnitten und eine Gewindestange eingeschraubt
unten ein M8 Gewinde geschnitten und eine Gewindestange eingeschraubt
Die Gewindestange isoliert und 5000x 0,063er rumgewickelt - Original Scatterwound! Schnell Isolierband drum, damit sich das Teil nicht auflöst.
Die Gewindestange isoliert und 5000x 0,063er rumgewickelt - Original Scatterwound! Schnell Isolierband drum, damit sich das Teil nicht auflöst.
Aha. Und was sagt mir das jetzt? Dass die Wicklung nicht beschädigt ist. Und da die Spule um den Faktor 10 weniger Draht hat als ein normaler Pickup, sollte der Wert halbwegs plausibel sein.
Aha. Und was sagt mir das jetzt? Dass die Wicklung nicht beschädigt ist. Und da die Spule um den Faktor 10 weniger Draht hat als ein normaler Pickup, sollte der Wert halbwegs plausibel sein.
Also eine Buchse drangelötet und das Ganze eingestöpselt
Also eine Buchse drangelötet und das Ganze eingestöpselt
Tadaaa! Magic! It works!

OK, besonders viel Output hat das Ding nicht. Und ich fange mir sauber Einstreuungen von meinem Computermonitor ein. Was ja angesichts gänzlich abwesender Abschirmung auch nicht weiter verwunderlich ist. Immerhin konnte ich Radio Eriwan nicht hören, das ist ja auch schon mal was.

Und ja, aufgrund der völlig überdimensionierten Neos leidet meine arme Klampfe gehörig an Stratitis. Aber davon abgesehen klingt es gar nicht mal soooo schlecht. Zumindest gut genug, um noch ein wenig dranzubleiben ...

Tja, für einen neuen Versuch würde ich mir jetzt erstmal schwächere Magneten besorgen. 6x3er Neos mit Stärke N45 gibt's für einen Appel und ein Ei. Oder ist das immer noch zu stark?

Und die Frage ist natürlich auch, wie ich die Einstreuungen in den Griff bekomme. Ich schätze beim nächsten Versuch werde ich (wie bei den Alumitones) zwei sogenannte "Trafos" entgegengesetzt wickeln und zusammenschalten. Was meint ihr?

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Re: Alumitones "abkupfern"

#15

Beitrag von ugrosche » 24.08.2018, 09:42

Handwerklich schöner Prototyp. (clap3)
Aber nicht so ganz das Alumitone-Prinzip. Da fehlt die primäre Leiterschleife. Bei dem Aufbau hättest Du mit Kunststoff oder Holz anstelle des Aluwinkles die gleichen Ergebnisse erzielt. Das Alumitone Prinzip ist hier auch ganz gut auf Deutsch erklärt. Der Aluwinkel muss praktisch eine Leiterschleife sein, mit Magnet in der Mitte. Bei deinem Aufbau gibt es magentische "Kurzzschlüsse" rund um die Magneten.
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Re: Alumitones "abkupfern"

#16

Beitrag von Goldschmied » 24.08.2018, 09:44

Wow, wirklich interessant! Leider kann ich dir, bezüglich deiner Frage so gar nicht weiterhelfen lese aber gespannt mit! Gutes gelingen!

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Re: Alumitones "abkupfern"

#17

Beitrag von Rallinger » 24.08.2018, 10:03

ugrosche hat geschrieben:
24.08.2018, 09:42
Handwerklich schöner Prototyp. (clap3)
Danke dir. Nun, ja ... wenn es mal funktionieren sollte, geb ich mir mehr Mühe.
ugrosche hat geschrieben:
24.08.2018, 09:42
Aber nicht so ganz das Alumitone-Prinzip. Da fehlt die primäre Leiterschleife. Bei dem Aufbau hättest Du mit Kunststoff oder Holz anstelle des Aluwinkles die gleichen Ergebnisse erzielt. Das Alumitone Prinzip ist hier auch ganz gut auf Deutsch erklärt. Der Aluwinkel muss praktisch eine Leiterschleife sein, mit Magnet in der Mitte. Bei deinem Aufbau gibt es magentische "Kurzzschlüsse" rund um die Magneten.
Dein Link verweist auf denselben Text wie der weiter oben in diesem Thread von mir angeführte Link. Nur an anderer Stelle. Klassischer Fall von "duplicate Content".

Also wenn ich dich richtig verstehe ....
  • ... dann findet bei meiner Bastelei die Induktion sozusagen "durch die Luft" statt, d.h. vom Magnetfeld auf die darunter liegende Spule, womit ich einen stinknormalen Singlecoil "mit Luftspalt" hätte (was den geringen Output erklärt - wobei mir der Output DAFÜR ganz schön hoch vorkommt)
  • ... dann müsste ich die Zwischenräume zwischen den Magneten schlitzen, dann hätte ich eine "primäre Wicklung" und die Spule würde, da magnetisierbar mechanisch verbunden, als "sekundäre Wicklung" arbeiten, ergo einen primitiven Trafo ergeben?
Stimmt das so?

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Re: Alumitones "abkupfern"

#18

Beitrag von ugrosche » 24.08.2018, 10:27

Rallinger hat geschrieben:
24.08.2018, 10:03
Also wenn ich dich richtig verstehe ....
  • ... dann findet bei meiner Bastelei die Induktion sozusagen "durch die Luft" statt, d.h. vom Magnetfeld auf die darunter liegende Spule, womit ich einen stinknormalen Singlecoil "mit Luftspalt" hätte (was den geringen Output erklärt - wobei mir der Output DAFÜR ganz schön hoch vorkommt)
  • ... dann müsste ich die Zwischenräume zwischen den Magneten schlitzen, dann hätte ich eine "primäre Wicklung" und die Spule würde, da magnetisierbar mechanisch verbunden, als "sekundäre Wicklung" arbeiten, ergo einen primitiven Trafo ergeben?
Stimmt das so?
So hatte ich das Prinzip verstanden. Bin aber inzwischen unsicher, da in dem Artikel ja auch ein Bild ist, bei dem das Blech zwischen den Magneten liegt. (think)
Dann wäre Dein Aufbau theoretisch ein Pickup mit 6 Einzelspulen. Oder ein Trafo mit 6 Primärwicklungen. Das würde den Output erklären. Die Löcher für die Mangeten sind durchgebohrt? (Kann man auf den Bildern nicht so gut erkennen).
Bin aber auch nicht der Alumitoneprofi und habe den meine Nachbaupläne auf Eis gelegt.
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Re: Alumitones "abkupfern"

#19

Beitrag von Rallinger » 24.08.2018, 10:42

Die Löcher für die Magneten sind durchgebohrt.

Aber es macht schon Sinn, die Zwischenräume zu schlitzen. Und wenn ich es mir so recht überlege, dann sind die beiden Seiten bei allen Nachbauten die ich gesehen habe auf die eine oder andere Weise "geschlitzt". Bei einem normalen Pickup würde ja auch keiner auf die Idee kommen, den Draht in 8ern um die Magneten zu wickeln (oder? Hahaaa! ;-)). Also zurück ans Reißbrett. Ein paar Ideen hab ich schon...

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Re: Alumitones "abkupfern"

#20

Beitrag von ugrosche » 24.08.2018, 17:15

Habe nochmal drüber nachgedacht:
Der Aluwinkel soll die Leiterschleife sein. Also muss er ein "Ring" sein, in dem der Magnet und auch der Trafokern sitzt. Dafür brauchst Du einen Schlitz/Öffnung im Alu, der von der Oberseite Deines Trafokerns (Gewindestangenstück) bis zum letzten weitesten entfernen Magneten geht. Dieser Aluring ist die Primärwicklung Deines Übertragers. Die Sekundärwicklung ist die Wicklung auf der Gewindestange.
Siehe auch das Bild aus der Patentschrift:
Bild aus Patentschrift
Bild aus Patentschrift

Das dritte Teil von oben ist der Aluwinkel, Nr 36/38 die Gewindestange. Dass hier zwei Sekundärwicklungen auf dem ringförmigen Kern in Reihe sind, können wir jetzt mal vernachlässigen.
Bei Deinem Prototyp werden (bisher) Ströme überall im Alu erzeugt und ein paar davon schwirren auch um den Gewindestab. Wenn das Alustück ein Ring ist, der um den Gewindestab läuft, wird der gesamte induzierte Strom genutzt, um das Magnetfeld im Gewindestab-Kern zu erzeugen.
Wenn's zu umständlich erklärt ist, nochmal nachhaken ...
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Re: Alumitones "abkupfern"

#21

Beitrag von Rallinger » 24.08.2018, 17:47

ugrosche hat geschrieben:
24.08.2018, 17:15
Der Aluwinkel soll die Leiterschleife sein. Also muss er ein "Ring" sein, in dem der Magnet und auch der Trafokern sitzt. Dafür brauchst Du einen Schlitz/Öffnung im Alu, der von der Oberseite Deines Trafokerns (Gewindestangenstück) bis zum letzten weitesten entfernen Magneten geht. Dieser Aluring ist die Primärwicklung Deines Übertragers. Die Sekundärwicklung ist die Wicklung auf der Gewindestange.
(...)
Wenn's zu umständlich erklärt ist, nochmal nachhaken ...
Ne, ich denk ich kann dir folgen. Vielen Dank. Auf die Schnelle hingekritzelt schaut mein Plan für den nächsten Versuch wie folgt aus:
Dieses Mal werde ich statt mit einer Gewindestange mit zwei (M4?) Schrauben arbeiten. Auf der Außenseite käme zwischen die beiden Schrauben (weil zwei Trafospulen) eine leitende Brücke, die zum Aluträger hin isoliert ist. Auf der Innenseite wären die beiden Schrauben (zum Aluträger hin isoliert) mit Muttern gekontert, damit da nix rappelt. Danach kämen die (gegenläufig gewickelten) Spulen. Beide Schrauben wären dann zum Abschluss mit einer leitenden Brücke verbunden, die auf beiden Seiten mit einer Mutter fixiert wird.

Das wär dann ein relativ einfach zu realisierender mechanischer Aufbau. Und für Soundexperimente schnell mal eine andere Spule zu testen wär kein großes Ding. Mutter auf, Spule tauschen, Mutter wieder anziehen, fertig.

So rum müsste es doch eigentlich funktionieren, oder?

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Re: Alumitones "abkupfern"

#22

Beitrag von ugrosche » 25.08.2018, 09:36

Rallinger hat geschrieben:
24.08.2018, 10:03
...
  • ... dann müsste ich die Zwischenräume zwischen den Magneten schlitzen, dann hätte ich eine "primäre Wicklung" und die Spule würde, da magnetisierbar mechanisch verbunden, als "sekundäre Wicklung" arbeiten, ergo einen primitiven Trafo ergeben?
Stimmt das so?
Genau so! Wenn Du zwischen den Magneten schlitzt und diesen Schlitz bis zur Gewindestange verlängerst, hast Du die Leiterschleife. Die Magneten und die Gewindestange müssen vom Alustück isoliert sein, sonst hat die Leiterschleife Kuzschlüsse. Das müsste den Output vervielfachen.
Rallinger hat geschrieben:
24.08.2018, 17:47
...
Dieses Mal werde ich statt mit einer Gewindestange mit zwei (M4?) Schrauben arbeiten. Auf der Außenseite käme zwischen die beiden Schrauben (weil zwei Trafospulen) eine leitende Brücke, die zum Aluträger hin isoliert ist. Auf der Innenseite wären die beiden Schrauben (zum Aluträger hin isoliert) mit Muttern gekontert, damit da nix rappelt. Danach kämen die (gegenläufig gewickelten) Spulen. Beide Schrauben wären dann zum Abschluss mit einer leitenden Brücke verbunden, die auf beiden Seiten mit einer Mutter fixiert wird.
...
Klingt gut. So sollte es funktionieren. Wichtig ist, dass die Schrauben zum Alu überall isoliert sind und auch die Magneten dürfen das Alu nicht berühren (Alu oder was auch immer, Messing geht auch, hauptsache elektrisch leitend).
Die Schrauben sind der Trafokern (!) nicht die Trafospulen. deshalb müssen sie magnetisch möglichst gut verbunden sein, leitend ist nicht ganz so wichtig. Das könnte ein Stückchen Stahl mit passenden Bohrungen sein oder zur Not eine Mutter oder ein paar Unterlegscheiben zwischen die Schrauben geklemmt. Hauptsache, das Mangetfeld kann gut im Kreis um die beiden Spulen und die beiden Leiterschleifen fließen.
Ich würde den ersten Aufbau nochmal optimieren und auf Wirkungsweise testen, bevor Du Dich an das Humbucker-Prinzip machst.
Ich bin gespannt, muss ich nicht selber experimentieren (whistle).
Meine Idee war damals, einfach eine Relaisspule für die Sekundärwicklung zu nehmen ...
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Re: Alumitones "abkupfern"

#23

Beitrag von capricky » 25.08.2018, 10:32

Schrauben sind "suboptimal", der massive Kern bewirkt große Wirbelstromverluste, deshalb haben Trafos und die Alumitunes ja auch Kerne aus Dynamo-, Trafoblech.
Dieses Blech ist einseitig isoliert, meistens mit Lack, frücher Seidenpapier, sonst gibt es ja wieder Wirbelstromverluste.
(Jetzt habe ich auch endlich kapiert, warum die Bleche bei den Alumitones scheinbar "unisoliert" geklemmt werden, da kommt ja Alu - Primärspule direkt auf den Eisenkern... das sieht nur so aus, die einseitig isolierten Bleche sind die Trennung!)

Die Doppelspule auf dem Eisenkern hat nichts mit Humbucking zu tun, die werden in Reihe geschaltet, zur Erhöhung des Übersetzungsverhältnisses.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#24

Beitrag von Yaman » 25.08.2018, 11:10

Bei meinen Alumitones sind die Bleche (aus Weicheisen) mit Sekundenkleber am Alurahmen fixiert.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#25

Beitrag von Rallinger » 25.08.2018, 17:57

Vielen Dank euch für den Input!
ugrosche hat geschrieben:
25.08.2018, 09:36
Wichtig ist, dass die Schrauben zum Alu überall isoliert sind und auch die Magneten dürfen das Alu nicht berühren
Würde Zaponlack dafür funktionieren? Den wollte ich als Korrosionsschutz ohnehin verwenden.
capricky hat geschrieben:
25.08.2018, 10:32
Schrauben sind "suboptimal", der massive Kern bewirkt große Wirbelstromverluste, deshalb haben Trafos und die Alumitunes ja auch Kerne aus Dynamo-, Trafoblech.
Jetzt hab ich mir nach "Weicheisen" die Hacken wund gegoogelt, aber ich finde nichts käuflich zu erwerbendes. Genauso wie zu den Suchbegriffen "Dynamoblech", "Elektroblech". Der Sauter-Shop führt EI-Trafobleche, aber die sind mit 42mm Größe für den kleinsten weit überdimensioniert. Hm.

Frage: Wenn ich mit zwei zusammengesetzten Ferritkernen in U-Form arbeiten würde? Konkret diese hier: https://www.pollin.de/p/ferritkern-epco ... orm-250503 Passende Spulenkörper könnte man sich ja z.B. aus 0,5mm Pertinax zusammenschustern ...
ugrosche hat geschrieben:
25.08.2018, 09:36
Ich bin gespannt, muss ich nicht selber experimentieren (whistle).
Ist doch ein guter Deal. Ich krieg von euch den fachlichen Input, ohne den ich es garantiert nicht hinkriegen würde. Dafür mach ich die Laufarbeit. Sollte ich es am Ende hinkriegen, darfst du das gerne kopieren. Das ist ja bekanntlich das größte Lob :D Aber bis dahin fließt noch einiges Wasser die Isar runter ...

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