Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

Amp / Effektgeräte selbst bauen oder reparieren
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capricky
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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#51

Beitrag von capricky » 12.01.2019, 17:31

clonewood hat geschrieben:
12.01.2019, 13:54

Kann man die Koppelkondensatoren vom PI zur Endstufe irgendwie sicher schalten?

.....durch ein Parallelschalten würde sich die Kapazität nur erhöhen lassen.......da könnte ich natürlich 2 (4 gesamt) kleinere C´s einsetzen....

ich möchte aber gerne die Ursprungsschaltung (incl. der Bauteilwerte) schaltbar unmodifiziert / schaltbar modifiziert haben.......

....in Reihe geschaltet wäre es im Schaltvorgang ähnlich dem Hin- und Herschalten zwischen 2 Kondensatoren, da dabei der Signalweg kurz unterbrochen wird.....

Gibt es da eine Möglichkeit?
So ein Koppelkondensator ist ja erstmal nichts anderes, als ein Kondensator im Signalweg. Das ist ein "Brightkondensator" auch, den man schaltet. ... und wenn es knackt, na dann knackt es eben. Es gibt dann aber auch prellfreie und damit knackfreie elektronische Schalter mit Feldeffekttransistoren wie in moderneren Fender, Mesa Boogie und Marshall Amps z.B., aber das ist doch was für Schattenparker oder aktuell Schneeschaufler... 8)
Die Kapazität zu erhöhen wird in deinem Fall kontraproduktiv sein, verkleinern ist zielführender. Ebenso die Vergrößerung der Gridstopper vor den Endröhren. Letzte jetzt nicht aber gleich auf 470k, sondern eher "vorsichtig" mit Wertverdopplung arbeiten.
Zu große Werte der Koppelkondensatoren bewirken "Zustopfeffekte", die sich als merkwürdige Verzerrungen äussern, die müssen ja immer auch rechtzeitig mit den Signalfrequenzen umgeladen werden.

..................

clonewood hat geschrieben:
12.01.2019, 13:54
.........noch eine Frage zu der Gleichrichterröhre 5Y3

von den 3 funktionierenden die ich da habe, klunkern, rasseln 2 Stück (beide "neu" gekauft)......ist das normal?
Nee, die sollten nicht rasseln! Wenn "nur" die Metallkonstruktion im Glaskolben klappern geht es noch halbwegs. In einem Combo mit starken Vibrationen zerbröseln dann aber schnell die Glimmerscheiben, die im Glaskolben eben nicht klemmen wie sie sollen, um dem Einbau Stabilität zu geben. Solche Röhren weden nicht alt.

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clonewood
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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#52

Beitrag von clonewood » 12.01.2019, 18:28

So ein Koppelkondensator ist ja erstmal nichts anderes, als ein Kondensator im Signalweg. Das ist ein "Brightkondensator" auch, den man schaltet. ... und wenn es knackt, na dann knackt es eben. Es gibt dann aber auch prellfreie und damit knackfreie elektronische Schalter mit Feldeffekttransistoren wie in moderneren Fender, Mesa Boogie und Marshall Amps z.B., aber das ist doch was für Schattenparker oder aktuell Schneeschaufler... 8)
Das bedeutet also, dass an den Punkten hellblau und orange ein 2poliger Umschalter sitzen dürfte, der zwischen den 0.1uF (Ursprungs 5e3) und meinetwegen 0.022uF schaltet.......die beim Schalten offenen Kondensatorenenden können dann über 10M Widerstände gegen Plopps auf B- gelegt werden.... (die beiden 220K werden natürlich nicht geschaltet.......ich hatte nur keine Lust neue Punke in den Schaltplan zu malen)
Die Kapazität zu erhöhen wird in deinem Fall kontraproduktiv sein, verkleinern ist zielführender. Ebenso die Vergrößerung der Gridstopper vor den Endröhren. Letzte jetzt nicht aber gleich auf 470k, sondern eher "vorsichtig" mit Wertverdopplung arbeiten.
Zu große Werte der Koppelkondensatoren bewirken "Zustopfeffekte", die sich als merkwürdige Verzerrungen äussern, die müssen ja immer auch rechtzeitig mit den Signalfrequenzen umgeladen werden.
ja die Kondensatorenwerte natürlich verkleinern.....

......die Gridstopper der Endröhren haben 1K5 ....... die möchte ich momentan noch nicht vergrößern

die etwas merkwürdigen Effekte treten wie gesagt erst irgendwo ab der Sättigung auf........wahrscheinlich in wirklich negativer Form erst dort wo der Sinus schon eher ein Rechteck ist.......in dem Bereich in dem sich die Effekte gerade anfangen zu bilden hat das sogar einen gewissen Charme.......


edit......

was passiert denn theorethisch wenn nach dem PI zwei unterschiedliche Kondensatorenwerte (Extreme) eingesetzt werden würden? ......eine Art frequenzabhängige Modulation.....nein....das habe ich natürlich nicht vor

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capricky
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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#53

Beitrag von capricky » 12.01.2019, 19:56

clonewood hat geschrieben:
12.01.2019, 18:28

Das bedeutet also, dass an den Punkten hellblau und orange ein 2poliger Umschalter sitzen dürfte, der zwischen den 0.1uF (Ursprungs 5e3) und meinetwegen 0.022uF schaltet.......die beim Schalten offenen Kondensatorenenden können dann über 10M Widerstände gegen Plopps auf B- gelegt werden.... (die beiden 220K werden natürlich nicht geschaltet.......ich hatte nur keine Lust neue Punke in den Schaltplan zu malen)
Ich denke mal du wirst an dieser Stelle zwischen 0,1µF und 0,022µF im Klang (Bassanteil) keinen ernstzunehmenden Unterschied hören, die merkwürdige Verzerrung im Übersteuerungsbereich könnte aber verschwunden sein. Ich würde da keinen Schalter mit Kondensatoren einbauen, viel Aufwand für keinen Effekt.
Koppelkondensatorwahlschalter vor/nach Eingangsstufe oder zweiter Stufe bringen was. Diese schlichten Hochpassfilter sind für "Entmatschungsaufgaben" besser geeignet als tonestacks. Beispiele hatte ich schon genannt - Orange, Selmer...

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#54

Beitrag von capricky » 12.01.2019, 20:09

clonewood hat geschrieben:
12.01.2019, 18:28

edit......

was passiert denn theorethisch wenn nach dem PI zwei unterschiedliche Kondensatorenwerte (Extreme) eingesetzt werden würden? ......eine Art frequenzabhängige Modulation.....
Es passiert nichts schlimmes, aber auch nichts wertvolles, man kann es ja aber mal probieren.
Eine "Unsymmetrie" bei den "Gridstoppern" kann gegen unerwünschte Verzerrungen durchaus eine Lösung sein, denn die beiden Quellimpedanzen aus der Phasenverdreherröhre sind verschieden. Ich habe da vor einoger Zeit mal einen Artikel gelesen... ich such mal...

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#55

Beitrag von capricky » 12.01.2019, 20:20

clonewood hat geschrieben:
12.01.2019, 18:28

edit......

was passiert denn theorethisch wenn nach dem PI zwei unterschiedliche Kondensatorenwerte (Extreme) eingesetzt werden würden? ......eine Art frequenzabhängige Modulation.....
Es passiert nichts schlimmes, aber auch nichts wertvolles, man kann es ja aber mal probieren.

Eine "Unsymmetrie" bei den "Gridstoppern" kann gegen unerwünschte Verzerrungen durchaus eine Lösung sein, denn die beiden Quellimpedanzen aus der Phasenverdreherröhre sind verschieden. Ich habe da vor einoger Zeit mal einen Artikel gelesen... ich such mal und stell das dann in diesem post ein.

capricky

edit: Symmetrie durch "Unsymmetrie" der Gridstopper -
Ich habe noch einen Artikel, wo das an einem herkömmlichen PI vielleicht verständlicher dargestellt wird, finde ich jetzt natürlich nicht....

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#56

Beitrag von vrooom » 12.01.2019, 20:52

Ich hoffe, das ist irgendwie hilfreich (How To Build a Mojotone 5E3 Tweed Deluxe Style Amp Kit Build - Walkthrough):

https://www.youtube.com/watch?v=Gi6cibAFSVk

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#57

Beitrag von clonewood » 14.01.2019, 14:19

Koppelkondensatorwahlschalter vor/nach Eingangsstufe oder zweiter Stufe bringen was.
ja....hier werde ich noch die schaltbaren 22nF gegen 10nF tauschen....
Eine "Unsymmetrie" bei den "Gridstoppern" kann gegen unerwünschte Verzerrungen durchaus eine Lösung sein
Danke...... das klingt auch interessant.......

ich müsste dass was mich stört einfach mal aufnehmen bzw. am Oszilloskop auch mal bei entsprechenden Frequenzen um 330Hz herum anschauen ......hörbar ist der Effekt wie gesagt nur auf der dicken E-Saite leer.....manchmal auch bei Fis

......

nun noch etwas was ich mir bislang nicht selbst beantworten kann:

interessant wäre für mich die Endstufe mit einem weiteren Paar 6V6 zuschaltbar aufstocken zu können

wie das fest verbaut zu verdrahten wäre, wäre mir schon in etwa klar, aber zuschaltbar nicht (welche Stelle, was für ein Schalter)

als Vorraussetzung müsste einmal dieser Netztrafo genug liefern können......
weiterhin bräuchte es einen entsprechenden AÜ.....dann gäbe es aber kein Zurück zum Ur5e3 .......ein zweiter AÜ (zweiter Speakeranschluss) wäre aber auch kein Problem.....

Platzprobleme gäbe es im Gehäuse auch nicht......

die optisch praktischste Abzweigstelle wäre für mich (mit meinem beschränkten Horizont) laut Schaltplan zweipolig hinter dem PI (einmal Anode hinter dem 56K und einmal an der Kathode)

wenn das so gehen würde....

- ginge das Schalten nur mit Relais oder z.B auch mit einem Netzschalter (da gibt es ja meist nur AC-Angaben)?
- wäre der 16uF Elko zu den Steuergittern noch ausreichend, oder sollte dort ein weiter 16uF installiert werden? wahrscheinlich ja.....
- sollte die Heizung bei Nichtbenutzung des Röhrenpaares besser abgeschaltet sein?
- beim Netztrafo bin ich mir auch etwas unsicher (120mA mit Gleichrichterröhre 100mA bei Diodengleichrichtung), denn hier habe ich ja vor der 5Y3 noch zwei Dioden sitzen.....

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#58

Beitrag von capricky » 16.01.2019, 10:43

clonewood hat geschrieben:
14.01.2019, 14:19

nun noch etwas was ich mir bislang nicht selbst beantworten kann:

interessant wäre für mich die Endstufe mit einem weiteren Paar 6V6 zuschaltbar aufstocken zu können

wie das fest verbaut zu verdrahten wäre, wäre mir schon in etwa klar, aber zuschaltbar nicht (welche Stelle, was für ein Schalter)

als Vorraussetzung müsste einmal dieser Netztrafo genug liefern können......
Ja, geht, wird zB. bei verschiedenen Mesa Boogie Amps so gemacht. Da werden dann die Kathodenwiderstände an den Endröhren an-, ab- und umgeschaltet. Geht mit Relais oder Schaltern (2-pol um in Netzschalterdimension).
Ist jetzt vielleicht keine elegante Lösung, wegen dem möglichen Dauerstandby eines abgeschalteten Röhrenpaars, Stichwort "Kathodenvergiftung", aber die wird wohl auch überbewertet.
clonewood hat geschrieben:
14.01.2019, 14:19
...die optisch praktischste Abzweigstelle wäre für mich (mit meinem beschränkten Horizont) laut Schaltplan zweipolig hinter dem PI (einmal Anode hinter dem 56K und einmal an der Kathode)
Die Gitter der (Doppel-)Endröhren werden vor den Gridstoppern parallelgeschaltet (verlötet).
clonewood hat geschrieben:
14.01.2019, 14:19
- wäre der 16uF Elko zu den Steuergittern noch ausreichend, oder sollte dort ein weiter 16uF installiert werden? wahrscheinlich ja.....
Ausprobieren... wenn es "rippelt" (brummt), dann erhöhen, aber bitte im Datenblatt der Röhre nachschauen, wieviel µF erlaubt sind!
clonewood hat geschrieben:
14.01.2019, 14:19
- sollte die Heizung bei Nichtbenutzung des Röhrenpaares besser abgeschaltet sein?
Wenn keine Spontanumschaltung der Leistung geünscht ist, bringt das aus oben genannten Gründen Vorteile für die Röhrenlebensdauer.
clonewood hat geschrieben:
14.01.2019, 14:19
- beim Netztrafo bin ich mir auch etwas unsicher (120mA mit Gleichrichterröhre 100mA bei Diodengleichrichtung), denn hier habe ich ja vor der 5Y3 noch zwei Dioden sitzen.....
Ich bin mir nicht sicher, ob die Trafohersteller sicher wußten, was sie da schrieben. Auch wenn die Gleichrichterröhre weniger Spannung abgibt, als eine Diodengleichrichtung (durch den hohen Innenwiderstand), zieht sie doch genauso viel Leistung aus dem Trafo, wie eine Diodengleichrichtung mit höherer Spannung. Bei der Gleichrichterröhre werden die (Spannungs-)Verluste als Wärme abgegeben, bei den Dioden steht das als nutzbare Leistung zur Verfügung.
Der Trafo bringt immerhin 130 Watt nutzbare Leistung, da solltest du mal eine Bilanz aufstellen - Heizungen, Vorstufen, Endstufe.. kurz überschlagen gehen dann 40 Watt für Heizungen weg, bleiben 80 - 90Watt für die Endstufe. Da kommen bei einer Effizienz von weniger als 50% immer noch mehr als 30 - 40 Watt aus der Endstufe.

Deine Dioden an der Gleichrichterröhre wirken eher als Schutz für die Röhre. Wenn die Röhre trotzdem spontan ableben sollte, übernehmen sie aber nicht die weitere Gleichrichtung.

capricky

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