Potis erden?

Potis, Schalter, Tonabnehmer, Kondensatoren und Platinen;
wie verschalte ich was richtig?
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Rallinger
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Potis erden?

#1

Beitrag von Rallinger » 11.09.2019, 07:51

Sorry, wenn das eine doofe Frage sein sollte. Ich will nur sicher gehen dass ich nichts übersehe ...

Wenn ich ein E-Fach mit Kupferfolie auskleide und diese auf Masse lege ... dann haben ja die Potis über ihr Gewinde bzw die metallene Oberseite Kontakt mit Masse ... dann müsste ja eigentlich ein zusätzlicher Massedraht auf dem Potigehäuse überflüssig sein (oder sogar im dümmsten Fall das Risiko einer Brummschleife beinhalten)?

Oder hab ich da einen Denkfehler drin?

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Re: Potis erden?

#2

Beitrag von capricky » 11.09.2019, 08:52

Wenn die Potis kein Plastikgewinde haben (gibt es), dann sind sie über das Gehäuse mit der Abschirmung verbunden und brauchen keinen extra Massedraht. Brummschleifen gibt es in der Gitarre nicht, dazu braucht es hohe Ströme, wie sie in Röhrenverstärkern beispielsweise fließen.

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Re: Potis erden?

#3

Beitrag von micha70 » 11.09.2019, 10:03

Wie sieht es dabei mit den Einstreuungen aus wenn die im Ring rumwandern?

Und nochmal "Sorry" für so eine Noobfrage. Bei Humbuckergitarren hab ich bisher auf weitergehende Abschirmmaßnahmen verzichtet und bei meiner Strat fällt mir auf, dass die Potis von der Abschirmfolie freigeschnitten sind und die Folie selbst separat angeschlossen wurde.

LG
Micha

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Re: Potis erden?

#4

Beitrag von capricky » 11.09.2019, 10:27

micha70 hat geschrieben:
11.09.2019, 10:03
Wie sieht es dabei mit den Einstreuungen aus wenn die im Ring rumwandern?

Und nochmal "Sorry" für so eine Noobfrage. Bei Humbuckergitarren hab ich bisher auf weitergehende Abschirmmaßnahmen verzichtet und bei meiner Strat fällt mir auf, dass die Potis von der Abschirmfolie freigeschnitten sind und die Folie selbst separat angeschlossen wurde.

LG
Micha
Brummschleifen entstehen durch die Einstreuung starker magnetischer Felder und Potentialdifferenzen in der "Massestruktur". Starke Ströme und große Schleifen gibt es aber in der Gitarre nicht, wie in Röhrenamps und leistungsstarken Transistoramps. Hier sind die Pickups die Empfänger für magnetische Einsteuungen. Da hilft keine übliche, aber auch keine magnetische Abschirmung (mit Mumetall), sondern nur Kompensation (Humbuckerprinzip).
Giitarrenabschirmung mit Leitlack und metallischen Folien ist Isolation gegen elektrische Felder, also das was wie Kondensatoren ("Sendeantennen") wirkt. Freigeschnittene Folien um Potis wie in deiner Strat zeugen nur davon, dass der "Isolierer" auch nicht wirklich wusste, was er da macht! ;)

capricky

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Re: Potis erden?

#5

Beitrag von micha70 » 11.09.2019, 10:40

Danke für die Aufklärung!
capricky hat geschrieben:
11.09.2019, 10:27
Freigeschnittene Folien um Potis wie in deiner Strat zeugen nur davon, dass der "Isolierer" auch nicht wirklich wusste, was er da macht! ;)

capricky
Fender. Kurz nach dem Verkauf von CBS...vielleicht haben sie es da erst wieder neu lernen müssen :lol:

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Re: Potis erden?

#6

Beitrag von capricky » 11.09.2019, 11:37

Meine letzte Schirmung vorige Woche:
Objekt: eine Nick Page Gitarre mit Telecaster Pickup Bestückung, toggle switch, volume und tone Potis.

Störungsbild: absolut nervige Einstreungen elektrischer Felder (Sirren, Brummen, Knistern) im reinen Kopfhörerbetrieb, also ohne Verbindung zu Amp, Mixer oder PC. Hand auf Saiten oder Bridge = Ruhe.
Anmerkung: das Interface wird mit einem Steckernetzteil betrieben, hat also keine Erdverbindung zur Schukosteckdose.

Lösung: Da das E-Fach eine völlig zerklüftete Landschaft mit hinterschnittenen Seiten bot, kam Folienauskleidung nicht in betracht. Deshalb habe ich Potis und toggle switch auf ein Alu U-Profil montiert und eine Abdeckkappe "gebastelt". Den vintage getreuen pushback wires der Pickups wurden Abschirmungen verpasst, die Ausgangsbuchse bekam ein original braided shield Gibson Kabel (jedes andere Stück geschirmten Kabels hätte es aber auch getan) 8)

Ergebnis: Viiiieeeell weniger Störgeräusche ohne "Handauflage", strahlender Besitzer! (dance a)

capricky ;)

Nachtrag: der Stegpickup bekam auch einen "Umhang" aus dem fernöstlichen Abschirmzaubergewebe, direkt über die schwarze Vintagewachsstrippe!

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