Shortscale Basssaiten

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Jackhammer
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Shortscale Basssaiten

#1

Beitrag von Jackhammer » 28.03.2018, 15:34

Hallo zusammen,

ich bin kein Bassist, deswegen auf eure Hilfe angewiesen. Für meinen Ibanez Mikro mit 720mm Mensurlänge suche ich neue Saiten. Da ich jetzt auch eine Gitarre mit Bass VI Stimmung habe, würde ich diese und den Bass irgendwie im Frequenzbereich trennen. Was könnte man hier machen? Flatwounds oder Edelstahl Saiten? Der Sound soll fett aber nicht dumpf sein. Was würdet ihr empfehlen?
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Shortscale Basssaiten

#2

Beitrag von bea » 28.03.2018, 16:44

Wenn ich mich recht entsinne, hast Du Deine Baritonklampfe ja eher in Richtung Gitarre getrimmt.

Mit Saiten für den Ibanez-Mini kenne ich mich nicht aus - nimmst Du da üblicherweise gewöhnliche Shortscale-Saiten? Wenn ja - GHS Brite Flats für Shortscale sollten mit der geringen Saitenspannung so mit am besten klarkommen; ich hatte sie aus Neugier schon mal eine kleine Terz tiefer gestimmt, und das klappte noch.
Und sie machen genau das - sie bringen genügend Höhen sogar für Spielereien mit synthetischen Flageolets in den hohen Lagen, und sie können sich richtig druckvoll durchsetzen. Manchmal zu druckvoll...

Dünne Flats klingen übrigens ebenfalls nicht dumpf - mir ist nur nicht klar, wie die sich bei der kurzen Mensur verhalten.
LG

Beate

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Re: Shortscale Basssaiten

#3

Beitrag von Jackhammer » 28.03.2018, 23:44

bea hat geschrieben:
28.03.2018, 16:44
Wenn ich mich recht entsinne, hast Du Deine Baritonklampfe ja eher in Richtung Gitarre getrimmt.

Mit Saiten für den Ibanez-Mini kenne ich mich nicht aus - nimmst Du da üblicherweise gewöhnliche Shortscale-Saiten? Wenn ja - GHS Brite Flats für Shortscale sollten mit der geringen Saitenspannung so mit am besten klarkommen; ich hatte sie aus Neugier schon mal eine kleine Terz tiefer gestimmt, und das klappte noch.
Und sie machen genau das - sie bringen genügend Höhen sogar für Spielereien mit synthetischen Flageolets in den hohen Lagen, und sie können sich richtig druckvoll durchsetzen. Manchmal zu druckvoll...

Dünne Flats klingen übrigens ebenfalls nicht dumpf - mir ist nur nicht klar, wie die sich bei der kurzen Mensur verhalten.
Hallo Bea,

richtig, die Bari soll eher eine Gitarre, als ein Bass sein. Deswegen möchte ich die beiden etwas mehr vom Ton differenzieren. Was die Saiten für den Mikro betrifft, ich habe die originale Saiten durch die 2.-5. von dem EB2837 Set ersetzt und die BEAD gestimmt, als Piccolo Bass, eine Oktave höher. Also von den echten Basssaiten habe ich so gut wie keine Ahnung...

Hast Du die Shortscale Brite Flats bei Dir? Ist die Umspinnung der E Saite länger als 825mm?

Edit: Es sind doch die 3070 R gemeint? Die finde ich gar nicht so dünn...
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Shortscale Basssaiten

#4

Beitrag von bea » 29.03.2018, 01:47

Hallo Yuri,

die Brite Flats sind alles andere als dünn, sondern im Gegenteil richtig fett. Die Länge bis zur Umspinnung ist bei den unterschiedlichen Saiten unterschiedlich. Bei der E-Saite sind es ca. 830 mm, bei der A-Saite leider nur 820, jedenfalls bei dem einen der beiden Sätze, die ich in Betrieb habe. Da muss man ggf ein bisserl was abpuhlen.
LG

Beate

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Re: Shortscale Basssaiten

#5

Beitrag von Jackhammer » 22.04.2018, 18:53

Kurzes Feedback. Statt Brite Flats habe ich die D'Addario EPS230 genommen, 55-75-90-110. Und in den ersten Moment nach dem Aufziehen erschrocken - die E Saite ist deutlich lauter als alle andere und übersteuert ohne Ende. Obwohl die entrsprechende Pickup Seite ganz unten ist. Komischerweise nach Paar Tagen hat sich das Ganze etwas verbessert, aber die E Saite klingt gar nicht gut. In den ersten 3 Bünden nur dumpf, und höher noch schlimmer. Die Gummisaiten meiner Bass-Uke produzieren mehr Obertöne. Nach etwas hin und her habe ich die 90er A-Saite auf E runtergestimmt. Meine Bariton hat doch auch die 90er als tiefe E Saite. Die Saitenspannung ist zwar sehr gering und man ganz weich spielen muss, brachte es eine klangliche Verbesserung gegenüber der 110er Saite. Übrigens, man merkt beim herunterstimmen wie die Saiten ihre Brillianz plötslich verlieren. Z.B. Die 90er A-Saite aus diesem Set hat noch irgendwo bis F# oder G ihre Brillianz behalten, darunter waren die Obertöne weg. Also bestellte ich mir jetzt den Rotosound RS66LC Set, 40-60-75-95. Die sind zwar hier aber ich warte auf mein neues Interface um Vergleichsaufnahmen zu machen. Sonst ist kein Vergleich möglich.

Ich habe noch gelesen, dass Saiten mit einem hexagonalen Kern deutlich steiffer sind, als die, die einen runden Kern haben. Aber welche Hersteller machen die ausser GHS?
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Shortscale Basssaiten

#6

Beitrag von Rallinger » 23.04.2018, 09:24

Also ich kenne die Saitensätze nicht die du hier zitiert hast und habe auch keine Erfahrungen mit Shortscale Bässen. Aber ich hab schon öfter auch in der Praxis die Erfahrung gemacht, dass die Formel "je dicker die Saite desto länger sollte die Mensur sein" stimmt. Zumindest wenn man wie ich auf einen knackigen, drahtigen Ton à la Stingray steht. Den kriege ich auf einem Longscale Bass nur mit dünneren Basssaiten (095er E-Saite) hin.

Ich hatte auf einem Longscale schon mal so dicke Saiten aufgezogen wie die zuerst von dir getesteten. Die flogen sofort wieder raus. Von daher verwundert es mich nicht, dass die auf einem Shortscale gar nicht gehen.

Nach viel Ausprobieren hab ich mich inzwischen bei meinem 34er-Fünfsaiter auf einen Satz mit der Abstufung 040-060-075-095-125 eingeschossen. So klingen alle Saiten knackig und drahtig, bis auf die H-Saite - für die wäre eine 35 Zoll Mensur halt einfach besser. Aber die Obertöne sind überall da.

Ich verwende inzwischen auf allen Bässen die Daddario EPS220 Pro Steel. Das sind mit die steifsten Saiten die ich je hatte, was meiner Spielweise entgegen kommt. Neu sind die fast schon zu höhenlastig, aber das lässt sich mit dem EQ gut einfangen. Die Saiten halten ihre Obertöne sehr lang, ich spiele viel und wechsle vielleicht alle zwei Monate die Saiten.

Also, wenns der Rotosound Satz für dich nicht bringen sollte, kann ich dir die Pro Steels empfehlen (jedoch ohne Erfahrungswerte in Sachen Shortscale anbieten zu können). Grundsätzlich solltest du mit dem dünneren Satz auf dem richtigen Weg sein.

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Re: Shortscale Basssaiten

#7

Beitrag von bea » 23.04.2018, 10:16

Die Brite Flats sind nicht "drahtig". Sie sind "wuchtig" und taugen für einen äußerst durchsetzungsfähigen Oldschool-Sound mit dezenten Höhen (mit Ausnahme der E-Saite ausreichend für Flageolet-Spielereien). Und sie taugen zum Tieferstimmen!

Wenn es piano-artig klingen soll, benötigt man andere Saiten - aber das ist jetzt nicht so meine Baustelle.
LG

Beate

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Re: Shortscale Basssaiten

#8

Beitrag von Jackhammer » 25.04.2018, 09:04

Anscheinend haben wir alle unterschiedliche Vorstellungen von dem perfekten Basssound. Bea mag etwas tiefer, Ralf etwas drahtiger, ich irgendwas dazwischen. Deswegen sind auch unsere Ansprüche an die Saiten unterschiedlich.
Aber zurück zur Saiten. Mein Interface ist angekommen aber ich musste feststellen, dass nach wenigen Tagen die E-Saite nicht mehr so schlimm klingt, wie am ersten Tag. Aber die ist trotzdem zu dumpf und liefert deutlich mehr Output als die restlichen Saiten. Leider habe ich gestern am späten Abend nur ganz wenig Zeit gehabt. Deswegen habe ich nur die .110 E-Saite gegen eine .095 getauscht. Die ist deutlich heller im Klang und intoniert deutlich besser, klingt auch am 12. Bund gegriffen noch brauchbar, aber die Saitenspannung ist natürlich sehr gering (sollte bei 9,2 Kilogramm liegen laut stringtensionpro). Der Unterschied ist umso deutlicher, da ich gleichzeitig eine .90 A-Saite auf demselben Bass habe. Bin gespannt wie sich das ganze weiter entwickeln wird...
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Shortscale Basssaiten

#9

Beitrag von Jackhammer » 26.04.2018, 06:19

... Und plötzlich hatte die E-Saite keine Obertöne mehr. Auch bei höherer Stimmung klang die wie ein Kontrabass. Zum ersten Mal habe ich so was gesehen. Nicht mal 24 Stunden hat sie geschafft. Zum Glück habe ich gefunden, wo man die Saite aus dieser Serie einzelnen kaufen kann, und habe dann eine .100 bestellt. Bei .095 E-Saite fehlt mir doch etwas Spannung bei der kurzen Mensur.
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Shortscale Basssaiten

#10

Beitrag von Jackhammer » 27.04.2018, 09:51

Neuer Tag, neue Erkenntnisse. Die 40-95 Saiten kann ich nicht vernünftig spielen. Dafür ist die Saitenspannung zu gering. Zu wenig Widerstand beim Zupfen. Und wenn ich etwas schneller spiele (Steve Harris typischen Galopp), sind die Saiten einfach nicht da, wo man die erwartet. Danach die Originalsaiten (gemessene 45-65-85-105) aufgezogen und die Saitenspannung ist gut, aber die E-Saite hat Probleme mit Intonation und mir fehlen Obertöne. Meine letzte Hoffnung bleibt, dass ich die 55-75-90 aus dem ersten Set mit .100 E-Saite kombinieren kann. Ansonsten würde ich den entweder ADGC oder Piccolo BEAD stimmen oder zu einer Bariton-Gitarre umbauen. Ein 34" Fünfsaiter ist auch schon im Queue (oder 35-34" Multiscale, wenn's gebaut werden soll)...
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Shortscale Basssaiten

#11

Beitrag von Rallinger » 27.04.2018, 13:18

Jackhammer hat geschrieben:
25.04.2018, 09:04
Anscheinend haben wir alle unterschiedliche Vorstellungen von dem perfekten Basssound.
Sonst wärs ja langweilig.

Aber jetzt muss ich mal blöd fragen. Was für Saiten hattest du denn vorher auf dem Dingens? Und gabs die Probleme da auch schon?

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Re: Shortscale Basssaiten

#12

Beitrag von Jackhammer » 27.04.2018, 15:27

Rallinger hat geschrieben:
27.04.2018, 13:18
Jackhammer hat geschrieben:
25.04.2018, 09:04
Anscheinend haben wir alle unterschiedliche Vorstellungen von dem perfekten Basssound.
Sonst wärs ja langweilig.

Aber jetzt muss ich mal blöd fragen. Was für Saiten hattest du denn vorher auf dem Dingens? Und gabs die Probleme da auch schon?
Die aktuell aufgezoge Saiten sind die, die mit dem Ding dabei waren. Roundwound, nachgemessen etwa 45-105, unbekannten Herkunft und Alter. Mit der Standardbrücke konnte ich die originale E-Saite nicht intonieren zu wenig Verstellweg. Und mit dem 19mm Spacing konnte ich mich nicht anfreunden (bin kein Bassist). Deswegen neue Brücke und gleichzeitig neue Saiten.
Viele Grüße
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Re: Shortscale Basssaiten

#13

Beitrag von thoto » 27.04.2018, 17:08

Ich habe das auch nicht anders erwartet, denn je kürzer die Mensur, desto schlabbriger sind die Saiten bei gleicher Stimmung. Es fehlt dann einfach die Spannung. :-(
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Re: Shortscale Basssaiten

#14

Beitrag von Jackhammer » 27.04.2018, 22:06

Ja, so ist es. Und mit dem steigenden Saitendurchmesser bei gleicher Stimmung werden weniger Obertöne produziert, der Sound wird dumpfer. Es geht hier darum, einen Sweet Spot für einen Shortscale zu finden, weil die Longscale Standartgröße 45-105 hier einfach nicht funktioniert.
Viele Grüße
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Re: Shortscale Basssaiten

#15

Beitrag von Jackhammer » 11.05.2018, 11:58

Die letzte Rückmeldung zu diesem Thema: 55-75-90-100 ist bisher meine beste Zusammenstellung der Saiten. Mit 100er E-Saite habe ich einen brauchbaren Kompromiss zwischen angenehmen Ton, Spannung und Intonation gefunden. Ist aber nur eben ein Kompromiss. Und der kleine schmale Hals ist richtig überfordert mit der Spannung der ADG-Saiten. Muss aber noch halten, bis der richtige Bass gebaut wird.
Viele Grüße
Yuriy

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