3-Punkt-Brücke

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3-Punkt-Brücke

#1

Beitrag von bea » 29.11.2017, 01:48

Es geht weiter um die berühmt-berüchtigte 3-Punkt-Bassbrücke von Gibson/Epiphone. Und um den zweiten meiner Epi EB-3e.

Kurz zum Hintergrund meiner Frage: bei einem meiner beiden Epi EB-3 als auch bei meinem Gibson EB-11-Bass habe ich die 3-Punkt-Brücke durch eine Hipshot Supertone ersetzt. Beim Epiphone Bass war das eine deutliche klangliche Verbesserung (direkter, mehr "Attack", merh Präsenz im Ton, beim Gibson war so gut wie kein Unterschied hörbar.

Bevor ich mich jetzt in Unkosten stürze die Frage, ob jemand eine Idee hat, woran das liegt?

Auf den ersten Blick sind eigentlich keine Unterschiede sichtbar. Das Lagerspiel der Saitenreiterverstellmechanik ist bei beiden Brücken gleich schlecht.

Gibt es ggf einfache Verbesserungsmöglichkeiten?
Was mir einfällt:
Kontermuttern auf die Schrauben zur Höhenverstellung (M8)? Sieht man ja gelegentlich als Zubehör für Gitarrenbrücken.
Ein paar Streifen Messing unten an die eigentliche Brücke kleben? Ziel: Steifigkeit vergrößern. Platz genug wäre da.

Sinnvoll oder Schnapsidee?

Die Metallplatte der Supertone ist dicker. Ob sie deshalb auch steifer ist, weiß ich nicht - Das Teil ist aus Aluminium. Die Supertone liegt auf dem Korpus auf, und die Saitenreitermechanik hat weniger Spiel....
LG

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Re: 3-Punkt-Brücke

#2

Beitrag von ugrosche » 29.11.2017, 08:25

Ich kenne diese 3-Punkt-Brück nicht so gut. Wenn ich das auf Bildern so richtig erkenne, hängt die ganze Brücke an diesen drei Schrauben in der Luft über dem Korpus. Wenn das der Fall ist, würde ich als erstes versuchen, etwas passendes unter die Brücke zu montieren, so dass die Schrauben die Brücke auf den Korpus drücken. Probeweise mal Hartholz, wenn das was bringt, würde ich evtl etwas aus Metall zurechtfeilen.

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Re: 3-Punkt-Brücke

#3

Beitrag von DoppelM » 30.11.2017, 00:23

Die Supertone ist doch aber gerade so gebaut dass sie auf dem Korpus voll aufliegt und angedrückt wird, wenn ich das richtig verstehe?

Das ist doch nur ne „normale moderne Brücke“ die die dafür gedacht ist vorhandene Einschlaghülsen von eb-Bässen zu nutzen.

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Re: 3-Punkt-Brücke

#4

Beitrag von bea » 30.11.2017, 11:29

Ja, ist sie.
Ich versuche aber gerade, zu verstehen, durch welche physikalischen Eigenschaften sie überlegen ist und ob man durch Modifizieren der 3-Punkt-Brücke nicht auch in die Richtung gelangen kann. Vielleicht in dem Sinn, wie man auch TOMs und Wraparounds besser konstruieren kann als die ABR1.
LG

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Re: 3-Punkt-Brücke

#5

Beitrag von Yaman » 30.11.2017, 11:44

bea hat geschrieben:
30.11.2017, 11:29
Ich versuche aber gerade, zu verstehen, durch welche physikalischen Eigenschaften sie überlegen ist...
Weil sie vollflächig auf der Decke aufliegt. Dadurch hat sie weniger Möglichkeit, sich auf den drei Stützen zu bewegen (natürlich nur in geringem Maße). Aber das macht es doch gerade aus und deswegen gibt es auch von einigen Herstellern verbesserte Gibson-Brücken, die mit weniger Toleranz in den Teilen hergestellt worden sind, um diese Bewegungen zu vermindern.
bea hat geschrieben:
30.11.2017, 11:29
...ob man durch Modifizieren der 3-Punkt-Brücke nicht auch in die Richtung gelangen kann.
Wie schon vorgeschlagen wurde, mit einem Hartholzklotz unterfüttern.

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Re: 3-Punkt-Brücke

#6

Beitrag von DoppelM » 01.12.2017, 21:01

Könnte mir auch denken dass der Anpressdruck durch die Bolzen was ausmacht? Wie sieht denn die Dreipunkt von unten aus?

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Re: 3-Punkt-Brücke

#7

Beitrag von bea » 01.12.2017, 21:48

Flach. Die Bodenplatte ist ziemlich dünn.

Die Verstellbarkeit möchte ich bewahren.

So übermäßig fest sitzt die Supertone übrigens nicht auf dem Korpus. Vor allem bei Gibson-Bässen muss man aufpassen, dass man nicht versehentlich die Gewindehülsen zieht, weil dort deren Krempen im Holz versenkt sind. Bei den Epiphones liegen sie auf dem Holz auf. Weil die Supertone universell passen muss, gibt es entsprechende Aussparungen. Die sind nicht vollständig spielfrei. Daher glaube ich ja auch, dass es vor allem die größere Steifigkeit der Supertone ist, die da etwas ausmacht.
LG

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Re: 3-Punkt-Brücke

#8

Beitrag von DoppelM » 04.12.2017, 19:50

Merci! Kannst du mir noch eine Info geben? Wie weit gehen die Bolzen bei dir unten aus der Supertone raus? also wieviel hülse brauch ich mindestens um nicht unten anzuecken? Überlege die auf meinem RB-Bass projekt einzusetzen (wenn ich denn mal weiter komm) und hab mich da mit der Länge des Sustainblock verkalkuliert.... je nachdem wie ich den Hals setze habe ich im zweifel nur 1,5cm Ahorn bis zum Chambering.

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Re: 3-Punkt-Brücke

#9

Beitrag von Cars10 » 04.12.2017, 20:24

Hallo,

es gibt da diesen Menschen, der bieten einen sogenannten "Mod bar" an, z.B. hier.
Etwas mehr, aber auch nicht allzu viele Erläuterungen dazu gibt es dann noch hier.
Eine google Suche bringt auch ein paar Treffer in den englischsprachigen Foren.
Das Teil ist "nur" eine Edelstahlwelle mit entsprechenden Bohrungen um die Saiten durchzuführen.
Ohne es selbst zu kennen und nur von den Bildern könnte es aber genau das tun, was du erwartest.
Es sollte die Brücke steifer werden lassen, bringt noch etwas Masse mit und die ganze Arbeit macht der Saitenzug.
Aus Messing wäre es sicher einfacher zu bohren und klingt gleich nochmal "glockiger" :D

Grüße,

cars10

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Re: 3-Punkt-Brücke

#10

Beitrag von bea » 05.12.2017, 03:00

Der Modbar müsste kraftschlüssig befestigt werden, damit er aussteifend wirkt. Ich frage mich, ob dazu Epoxidharzkleber ausreicht. Der Klebstoff darf ja wohl auch nicht kriechen.

Ach so: wenn man den Modbar befestigt, wird der Saitenwechsel eher sehr doof, man müsste dann wohl die komplette Brücke von den Bolzen abnehmen. Für das Intonationsthema bleibe ich bei meinen M5-Muttern, die ich auf die Saiten auffädele. Das funktioniert bestens. Die Muttern fallen so gut wie nicht auf.

Wenn 2K-Klebstoff wirklich ausreicht, ist es kein Problem, unten an der Bodenplatte 2-3 mm Messing zu befestigen; Material hätte ich sogar genügend da.

DoppelM hat geschrieben:
04.12.2017, 19:50
Merci! Kannst du mir noch eine Info geben? Wie weit gehen die Bolzen bei dir unten aus der Supertone raus? also wieviel hülse brauch ich mindestens um nicht unten anzuecken?
Das kann ich im Detail nicht mehr sagen, aber länger als 1.5 cm auf jeden Fall.
je nachdem wie ich den Hals setze habe ich im zweifel nur 1,5cm Ahorn bis zum Chambering.
Die Krampen bei den Hülsen meiner Epis sind übrigens 1.5 mm dick. Aber wieso wäre es ein Problem, wenn eine Rampamuffe und der Bolzen ein wenig in den Hohlraum hineinragen?
LG

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Re: 3-Punkt-Brücke

#11

Beitrag von DoppelM » 05.12.2017, 08:29

bea hat geschrieben:
05.12.2017, 03:00
Aber wieso wäre es ein Problem, wenn eine Rampamuffe und der Bolzen ein wenig in den Hohlraum hineinragen?
Habe Angst dass die Decke das auf dauer nicht mitmacht und die Löcher ausleiern/ einreißen könnten. Das ist ja ne ganz andere Kraftübertragung wenn sie keinen Boden mehr haben.

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Re: 3-Punkt-Brücke

#12

Beitrag von bea » 06.12.2017, 21:47

Dazu fiele mir ein, dass Du ja Holzdübel einleimen könntest. Richtig dicke, in die Du die Rampamuffen einsetzen könntest, z.B. 3 cm. Die sollten dann bis auf den Boden reichen und auch dorthin kraftschlüssig, also verleimt sind. Hab ich auch schon mal gemacht.
LG

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Re: 3-Punkt-Brücke

#13

Beitrag von DoppelM » 06.12.2017, 22:24

Hm. Das sauber hinzubekommen ist doch sicher ein Höllenjob? Will ja nicht dass man das nachher sieht.

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Re: 3-Punkt-Brücke

#14

Beitrag von bea » 07.12.2017, 10:18

Oder Du machst es so, dass es betont wird und aussieht als ob es so sein sollte.
LG

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Re: 3-Punkt-Brücke

#15

Beitrag von bea » 08.12.2017, 00:42

Hier mal Bilder der Grundplatte der Epiphone-Version. Die Gibsonsche Brücke ist optisch identisch. Man erkennt die dünne eigentliche Bodenplatte - Materialstärke 2.5 mm. Die Biegesteifigkeit in der langen Richtung kann wegen der Ausschnitte für die Saiten und die Justierschrauben nicht allzu groß sein. Die Supertone ist unterhalb der Saitenreiter mehr als doppelt so stark und m.W. aus Aluminium gefräst, während das hier (Zink?)-Druckguss ist.
Es könnte sich also schon lohnen, die Bodenplatte von unten aufzudoppeln.
Ein flaches Messingprofil von 2.5 mm Dicke hätte ich da. Weil die Steifigkeit ja mit der dritten Potenz der Materialstärke zunimmt, würde das die Biegesteifigkeit der Platte in der langen Richtung erheblich vergrößern.

In der kurzen Richtung des Rechtecks brächten die Einzelsteifen natürlich kaum etwas - aber in dieser Richtung dürfte die Steifigkeit aufgrund der Stege ohnehin deutlich größer sein.
LG

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Re: 3-Punkt-Brücke

#16

Beitrag von bea » 11.12.2017, 00:27

Gerade eben hab ich es einfach mal drauf ankommen lassen und den Boden der Brücke mit 3 Streifen Messing aufgedoppelt. Das Epiphone-Logo habe ich freigelassen. Die Gibsonsche Brücke ist übrigens ohne Namenszug. Der erhoffte Effekt ist tatsächlich eingetreten: der Bass klingt jetzt offener und direkter, nicht mehr so belegt. Gegenüber den beiden Geschwistern - dem baugleichen Instrument in weiß und dem Gibson EB-11, fällt er jetzt (endlich) nicht mehr ab. Die Brücke ist jetzt richtig brauchbar!

Auf dem unteren Bild sieht man übrigens auch meinen Workaround für das Intonationsproblem der tiefen Saiten.
LG

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Re: 3-Punkt-Brücke

#17

Beitrag von Yaman » 11.12.2017, 08:38

bea hat geschrieben:
08.12.2017, 00:42
Hier mal Bilder der Grundplatte der Epiphone-Version. Die Gibsonsche Brücke ist optisch identisch. Man erkennt die dünne eigentliche Bodenplatte - Materialstärke 2.5 mm. Die Biegesteifigkeit in der langen Richtung kann wegen der Ausschnitte für die Saiten und die Justierschrauben nicht allzu groß sein. Die Supertone ist unterhalb der Saitenreiter mehr als doppelt so stark und m.W. aus Aluminium gefräst, während das hier (Zink?)-Druckguss ist.
Das ist ja gute alte amerikanische Wertarbeit.

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Re: 3-Punkt-Brücke

#18

Beitrag von Poldi » 11.12.2017, 12:09

Hast Du die Messingstreifen angelötet oder verklebt?

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Re: 3-Punkt-Brücke

#19

Beitrag von bea » 11.12.2017, 17:20

Verklebt. Mangels besserem mit Uhu hart. Mal sehen, wie lang das hält.
LG

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