Zargen mit Exzenterschleifer schleifen?

Diskussionen über Hölzer für den Bau von Instrumenten
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Zargen mit Exzenterschleifer schleifen?

#1

Beitrag von viento » 11.05.2020, 12:49

Da mein Tischler leider nur bis 3mm Dicke schleifen kann, muß ich die Zargen (Tineo = Indisch Apfel) selber von 3mm auf ca. 2mm schleifen.
Das gleichmäßig zu hobeln trau ich mir nicht zu. (naughty)

Es müßte ja auch wohl mit meinem Makita Exzenterschleifer gehen.
Das dauert sicher eine Weile.
Mit 800er oder 100er Papier anfangen und dann feineres nehmen...denke ich.

Oder was meinen die Fachleute hier?
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Re: Zargen mit Exzenterschleifer schleifen?

#2

Beitrag von MattB90 » 11.05.2020, 13:29

Puh, ich bin zwar kein Fachmann, hab aber selber vor ein paar Wochen erst meine ersten Zargen mit dem Hobel von ca. 3,5mm auf 2mm runtergehobelt. Und ich muss sagen, dass es tatsächlich einfacher war, als ich es mir gedacht hatte. Natürlich sind mir (wie gesagt, erstes mal) ein paar Ausrisse passiert, aber nichts schlimmes, aber das lag daran, das mein Hobeleisen am Anfang zu stumpf war (oder besser gesagt nicht scharf genug :!: ). Nachdem ich es ordentlich geschärft hatte ging das wie die Sau. Aber es ist anstrengend ohne Ende (whistle)

Mit dem Exzenterschliefer würd ich mich jetzt tatsächlich nicht ran trauen weil das für mich zu sehr unkontrollierbar wäre. Weil sobald man mit dem Ding über die Kanten kommt hat man da sofort tiefe Dellen drin.... allen voran mit 80er oder 100er Schleifpapier....
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Re: Zargen mit Exzenterschleifer schleifen?

#3

Beitrag von Gerhard » 11.05.2020, 13:37

Hobel ist die Waffe der Wahl.
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Re: Zargen mit Exzenterschleifer schleifen?

#4

Beitrag von viento » 11.05.2020, 13:47

Na, gut, Ihr habt mich überzeugt.
Ich schleife mal das Hobeleisen (mittlere Länge nur) und setze den dann mal an.
Wenn der Span schön hauchfein wird, kann eigentlich nicht viel daneben gehen.
Auf die Kanten pass ich auf und zum Schluss kann ich ja noch mal kurz mit feinem
Sandpapier glätten.
Freundlicher Gruß!

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Re: Zargen mit Exzenterschleifer schleifen?

#5

Beitrag von Gerhard » 11.05.2020, 14:29

viento hat geschrieben:
11.05.2020, 13:47
Ich schleife mal das Hobeleisen (mittlere Länge nur) und setze den dann mal an.
Wenn der Span schön hauchfein wird, kann eigentlich nicht viel daneben gehen.
Auf die Kanten pass ich auf und zum Schluss kann ich ja noch mal kurz mit feinem
Sandpapier glätten.
Genau so. Ich persönlich mache das mit dem kurzen Einhandhobel. Achtung, in Etappen hobeln, und eher von der Mitte weg zum Ende hin. Wenn es sehr dünn wird und du beim Ende ansetzt, kann es sonst passieren dass sich die Zarge in der Mitte hebt und bricht. Den nicht bearbeiteten Teil mit einer Zwinge an die Hobelbank fixieren.
Alternative für den Schreiner: Schleifpapier beklebtes Stück Spanplatte drunter, dann kann er auch auf 2mm Schleifen.
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Re: Zargen mit Exzenterschleifer schleifen?

#6

Beitrag von viento » 11.05.2020, 14:37

Danke für den Tipp!

Ich probiere das einfach mal. Ein Einhandhobel ist auch etwas handlicher... wie sein Name schon andeutet. :)

Das hatte ich auch dem Tischler vorgeschlagen:Schleifpapier beklebtes Stück Spanplatte drunter, dann kann er auch auf 2mm Schleifen.
Er war sich aber nicht sicher obs so gut geht...
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Re: Zargen mit Exzenterschleifer schleifen?

#7

Beitrag von JürgenLut » 12.05.2020, 10:45

Für Zargen mit schwierigem Faserverlauf, oder wenn du einfach auf Nummer Sicher gehen willst, empfehle ich dir den Einhandhobel mit einen Zahneisen zu versehen. Damit kannst du sogar ohne Risiko Maserfurniere und Riegelahorn hobeln. Die feinen Zahnspuren sind anschließend leicht mit der Ziehklinge und Schleifpapier zu glätten.
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Re: Zargen mit Exzenterschleifer schleifen?

#8

Beitrag von viento » 12.05.2020, 11:32

Danke für den Tipp!
Das ist eine gute Idee. (clap3)

Da die Maschine beim Tischler 3mm Untergrenze hat, habe ich beide Zargen aufeinander mit
dünnen doppelseitigem Klebeband an beiden Enden und einen Streifen in der Mitte schleifen lassen.
Es sieht aus als ob es geklappt hat. Nun muß ich die beiden dünnen Zargen nur noch schadlos
auseinander bekommen. Ein dünner Spatel hilft bestimmt. (dance a)

Dann kommt das Biegen (think)
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Re: Zargen mit Exzenterschleifer schleifen?

#9

Beitrag von cabriolet » 12.05.2020, 11:43

Bremsenreiniger oder Spiritus, das löst den Kleber am Klebeband. Aber vorher am besten an einem Reststück testen, manche Hölzer bluten bei solchen Lösungsmitteln aus, keine Ahnung, wie dein Tineo da reagiert.

Gruß
Markus
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Re: Zargen mit Exzenterschleifer schleifen?

#10

Beitrag von viento » 12.05.2020, 15:55

Ich habs mit nem nassen Spatel vorsichtig gelöst. Es waren auch nur fingerbreite kleine Streifen.
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Re: Zargen mit Exzenterschleifer schleifen?

#11

Beitrag von Magfire » 19.05.2020, 14:19

cabriolet hat geschrieben:
12.05.2020, 11:43
Bremsenreiniger oder Spiritus, das löst den Kleber am Klebeband. Aber vorher am besten an einem Reststück testen, manche Hölzer bluten bei solchen Lösungsmitteln aus, keine Ahnung, wie dein Tineo da reagiert.

Gruß
Markus
Moin,
ich stehe wirklich auf Bremsenreiniger für viele Anwendungen, aber für saugfähige Untergründe würde ich ihn nicht als Lösemittel benutzen wollen ( auch wenn es sicher funktioniert ;) ).
Aber Bremsenreiniger hinterlässt einen weißen Belag beim Trocknen, da hätte ich Angst, dass ich den aus dem Holz nicht mehr raus bekomme.

Viele Grüße,
Philip
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Re: Zargen mit Exzenterschleifer schleifen?

#12

Beitrag von cabriolet » 19.05.2020, 15:13

Magfire hat geschrieben:
19.05.2020, 14:19
Aber Bremsenreiniger hinterlässt einen weißen Belag beim Trocknen, da hätte ich Angst, dass ich den aus dem Holz nicht mehr raus bekomme.
Das hatte ich noch nie (benutze den von adAugros/Carat). Aber er kann, wie auch Spiritus/Aceton/Reinigungsbenzin, Farbstoffe im Holz lösen, deshalb mein Rat zum vorherigen Testen.
Aber wenn du es ja rein mechanisch auseinanderbekommen hast, ist ja auch alles gut.

Gruß
Markus
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