Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

Wie baue ich mir eine Semiakustische- oder Archtopgitarre

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Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#1

Beitrag von flyaway » 25.01.2020, 00:12

Hallo liebes Forum,

gern möchte ich euch meine Dauerbaustelle vorstellen; natürlich geht es nicht ohne Fragen (siehe weiter unten).

Mir ist irgendwann vor ca. 15 Jahren der Korpus einer Jolana Diskant II (ca. 1962-1965) (Bild von der Gitarre wie sie wohl ganz ausgesehen hat: http://www.jolana.info/diskant2/slides/ ... %20(2).jpg) zugeflogen; der war schon arg in Mitleidenschaft gezogen. Dazu habe ich mir damals in der Bucht einen wunderschönen (fertigen) Hals von Framus erstanden. Das Bastelprojekt war geboren.
In anfänglichem Eifer habe ich den Korpus zur Hälfte abgeschliffen, einen Gitarrenbauer gebeten, den Hals anzupassen, Bindings und Hardware gekauft. Und dann das Projekt erstmal abgelegt.

15 Jahre später habe ich das Projekt wieder herumgekramt und wieder angefangen.
Ich habe den restlichen Korpus vom alten Lack befreit und das neue Binding um den formvollendeten Body geklebt. Als nächstes muss noch mal geschliffen werden, dann wird der Hals eingeklebt und geht es an den Lack, Beize, etc.

Fragen:
- Zum Sitzen des Halses:
Setzt man den Hals in die Tasche verbleibt ein kleiner Spalt in dem Teil, in dem der Hals bzw. das Griffbrett den Body überlappt (also ab 15. Bund). Der Spalt ist etwa 1mm groß.
Liegt bei Jazzgitarren der untere Teil des Halses auf der Decke auf oder kann er auch schweben (eine feste Verbindung ist ja durch den Dovetail gegeben)?
Falls ja hätte ich folgende Optionen:
- Tasche nach unten noch etwas ausfeilen
- Mit Holzstreifen unter dem Hals arbeiten
- (ich hoffe, dass ich nicht gleich gesteinigt werde) 2K Knete zwischen Hals und Decke (die würde sich optimal ausbreiten und definitiv die beste Übertragung vom Hals zur Decke bringen)

- Zur Lackierung (eure Meinung):

Wunschfarbe ist ein dunkles Rot. Die Decke sieht ja recht schön aus - Überlegenswert war eigentlich, die Decke dunkelrot zu beizen (Clou Holzbeize auf Wasserbasis), den Rest deckend lackieren.
Ich hatte schonmal einen Thread dazu hier: https://www.gitarrebassbau.de/viewtopic.php?f=26&t=6903
Leider ist im Holz am Rand eine etwas unschöne Stelle (bzw. 2): Auf der einen Seite ist die oberste Schicht der Sperrholzdecke knapp durch, auf der anderen Seite ist eine kleine Macke im Holz (die zu tief ist, um sie rauszuschleifen).
Im o.g. Thread wurde mir geraten, mit einer Lasur zu arbeiten, damit würde ich es mal probieren (evtl. vorher noch die Maserung etwas versuchen anzufeuern).
Bekommt man damit wirklich einen Effekt hin, dass es zur Mitte hin transparenter wird? (Rand deckend, Mitte semitransparent). Und wichtigere Frage: 2K Klarlack auf Lasur - klappt das?

Zur finalen Farbgebung: Dunkel(-Wein-)Rot, Goldene Hardware, Pickguard und Pickuprahmen aus Palisander (ich habe noch eine Scheibe davon hier) selbst gefertigt.

Ich freue mich über eure Ideen, Antworten und Fragen.

Viele Grüße,
flyaway
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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#2

Beitrag von Drifter » 25.01.2020, 07:14

Ad Hals:

Schau mal nach, wie hoch die Saitenlage im jetzigen Zustand ist, d.h. spann mal statt der beiden e-Saiten was ähnliches auf (Faden, oder Stahllineal), dann solltes Du erkennen, ob Du mit den Möglichkeiten der Brücke eine halbwegs brauchbare Saitenlage hinbekommst. Vergiss nicht, den Hals gerade zu stellen.

Erst wenn Du das geklärt hast, kannst Du entscheiden, wie es weitergeht. Mit der Knete würde ich nicht arbeiten.

Ich kenn den Hals nicht, ist der hintere Teil ein ganzes Stück? Oder ragt der vordere Teil rein? Oder der Halsstab? Ich würde eher versuchen, diesen hinteren Teil zu erneuern. Oder, sollte der Hals tatsächlich runter müssen, Tasche und/oder Halsfuß runter zu kürzen.

lG

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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#3

Beitrag von penfield » 25.01.2020, 09:28

Das Griffbrett kann, muss aber nicht aufliegen.

Die Halsverbindung sieht durch den Spalt nicht so gut aus.
Da würde ich keine Spalten offen lassen; aber nicht wegen der Optik.
Wie man die Verbindug spaltfrei macht hängt davon ab, wie der Hals in der Halstasche sitzt.
Sitzt er fest oder hat er Spiel, wenn ja, in welche Richtung(en)?
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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#4

Beitrag von flyaway » 25.01.2020, 14:25

Servus zusammen,

Danke für eure Antworten.
@penfield : Hals sitzt wunderbar fest und wackelt nicht
Was meinst du bzgl. ‚Aber nicht wegen der Optik‘ - erwartest du eine schlechtere Schwingungsübertragung?

@Drifter : Saitenlage sieht gut aus (siehe Foto mit Stahllineal). Wenn Saiten drauf sind, zieht es den Hals ja nochmal ein Stück nach vor und man ist genau auf Steghöhe. Zumal die Brücke gerade auf niedrigster Stellung ist.
Anbei auch ein Foto von der Aufnahme und vom Hals.

Viele Grüße!
Flyaway
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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#5

Beitrag von Drifter » 25.01.2020, 14:42

Dann würde ich diesen kurzen Teil unter dem Griffbrett entfernen und einen neuen, passgenauen erstellen.

lG

Norbert

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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#6

Beitrag von flyaway » 25.01.2020, 18:30

Drifter hat geschrieben:
25.01.2020, 14:42
Dann würde ich diesen kurzen Teil unter dem Griffbrett entfernen und einen neuen, passgenauen erstellen.

lG

Norbert
Was wegnehmen wird schwer, weil ja der Thrussrod dort sitzt.
Meinst du also einen Holzstreifen zurecht schnitzen und aufkleben an den dass der Spalt optimal gefüllt wird?
Alternativ (deutlich leichter): Holzkitt? Wird der genauso fest wie Echtholz?
Und natürlich auch noch die 2K Knete. Die wird fest wie Stein (aus eigener Erfahrung).
Also:
  • Holzstreifen - eher schwierig
  • Holzstreifen und Kitt - einfacher ( größere Hohlräume mit Holz, den Rest Kitt)
  • Nur Kitt - einfach. Aber fest?
  • 2K Knete - superfest, einfach. Aber halt kein Holz
Viele Grüße!
Steffen / flyaway

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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#7

Beitrag von Drifter » 25.01.2020, 18:42

Der Halseinstellstab geht da auch noch hin? War eigentlich zu erwarten.

Bin da ein Holzfan: flach machen (feilen), (dunkles) Holz einfügen.

Holz kannst Du noch in 20, 30 Jahren lösen (bei entsprechendem Leim), Kitt wird Dir nicht halten, und die 2 K Knete.... ich finde, die hat auf einer Gitarre nichts zu suchen.

lG

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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#8

Beitrag von cabriolet » 25.01.2020, 19:11

Wenn ich das auf dem ersten Bild durch die PU-Öffnungen richtig sehe, hat die Gitarre keinen Centerblock, sondern zwei Längsbalken. Die Konstruktion erscheint mir also auf eine frei schwingende Decke ausgelegt, da würde ich das Griffbrettende frei über der Decke schweben lassen.
Aber schöner geht das schon.

Hier mal ein Beispiel (keine Ahnung, wer der Hersteller ist):
IMG_2114.JPG
IMG_2113.JPG
Gruß
Markus
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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#9

Beitrag von flyaway » 25.01.2020, 20:29

cabriolet hat geschrieben:
25.01.2020, 19:11
Wenn ich das auf dem ersten Bild durch die PU-Öffnungen richtig sehe, hat die Gitarre keinen Centerblock, sondern zwei Längsbalken. Die Konstruktion erscheint mir also auf eine frei schwingende Decke ausgelegt, da würde ich das Griffbrettende frei über der Decke schweben lassen.
Aber schöner geht das schon.

Hier mal ein Beispiel (keine Ahnung, wer der Hersteller ist):
IMG_2114.JPGIMG_2113.JPG

Gruß
Markus
Hmh danke für die Bilder und - gutes Auge!
In der Tat, die Decke ist frei schwingend.

Schlecht sieht das nicht aus, die Frage ist, welchen Einfluss ein festmachen des Halses auf der (frei schwingenden Decke) hat. Positiv? :D Negativ? :( Null? :|

Falls ich den Hals schweben lasse wie auf den Bildern - dann müsste man ja erst Hals und Body lackieren eh man beide Teile fügt, oder?
Dann bekommt man den Übergang auf der Rückseite Body - Hals natürlich nicht nahtlos hin, oder? (Ich wüsste zumindest nicht wie....)

EDIT:
Auf dem Bild fällt mir auf dass zumindest 1cm vom Halsansatz weg noch Material ist (wo bei mir Luft ist). Evtl. würde es dann also was bringen, etwas zu unterfüttern für besseren halt/Leimung).
Ein Stückchen Material könnte ich vom Hals noch wegnehmen, bin aber durch den Stab beschränkt. Evtl. könnte man das ganze dann (Ver-)runden, so dass an den Seiten weniger Material als in der Mitte steht und das eleganter aussieht.

Falls man alles bis zum Ende des Halses auffüllt, hätte man eine Massive Kante mitten auf der Gitarre. Da sieht ‚schwebend‘ schon besser aus. Oder?

Viele Grüße & Danke!
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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#10

Beitrag von penfield » 26.01.2020, 00:27

Wenn der Hals gut sitzt, ist der Spalt wohl nur ein "kosmetisches" Problem.

Du könntest, wenn du wegen des Halsstabes nichts vom Dovetail wegnehmen möchtest um den Spalt zu veringern, am Halsfuss etwas aufdoppeln und damit dann den Übergang zum Korpus anpassen. Das sieht nicht nur besser aus, sondern hilft sicher auch bei der Übertragung von Schwingungen und unterstützt den festen Sitz des Halses am Korpus.

Ich würde das Griffbrett mehr schweben lassen; da schließe ich mich Cabriolets Überlegungen an.
Auf deinem Foto wäre mir die Auflagefläche auf der Decke zu groß.
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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#11

Beitrag von cabriolet » 26.01.2020, 11:12

flyaway hat geschrieben:
25.01.2020, 20:29
Auf dem Bild fällt mir auf dass zumindest 1cm vom Halsansatz weg noch Material ist (wo bei mir Luft ist).
Das liegt bei meiner Gitarre daran, dass die Halsverbindung anders konstruiert ist, als bei deiner. Hier ist der Halsfuß auf seiner ganzen Breite der Schwalbenschwanz, bei dir ist´s nur ein kleines "Schwalbenschwänzchen".
Wenn dein Hals wirklich stabil sitzt und du dich nicht daran traust, den kleinen Spalt zwischen Fuß und Zargen durch Anpassen des Schwalbenschwanzes verschwinden zu lassen, würde ich wirklich nur den schwebenden Teil über der Decke schöner gestalten.

Zum Lackieren: Meine Gitarre war ursprünglich rot (mit schwarzem Burst und schwarzer Halsrückseite), unter dem schwebenden Hals war kaum Lack. Da wurde also mit eingeleimtem Hals lackiert. Sehen konnte man das nur, wenn man mit einer Lampe direkt in den Spalt geleuchtet hat.
Da ich den Hals nicht herausgelöst hatte , blieb mir beim Lackieren mit Schellack auch nichts anderes übrig. In dem Spalt ist also jetzt auch kein Hochglanz, weil ich dort nur mit einem Schellack-getränkten Wattestäbchen hin kam.
Du kannst aber auch zunächst nur die Decke lackieren, dann den Hals einleimen, und erst danach den Rest der Gitarre incl. Hals lackieren.

Gruß
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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#12

Beitrag von flyaway » 26.01.2020, 23:49

Servus zusammen,

Danke für die zahlreichen wertvollen Hinweise.
@cabriolet: an dem ‚Schwalbenschwänzchen‘ zu arbeiten traue ich mir als absoluter Laie noch nich zu, lieber den Spalt mit einem Stück Holz zumachen.

Also: ein minimales Stück wird aufgepolstert und bei Rest soviel wie es geht weggenommen.
Ich hab mal mit Photoshop 2 Entwürfe gemacht. Einmal unten gerade (vom Einstellstab parallel zum Fuß Material weggestellt und einmal simuliert mit Rundung (an den Seiten mehr als in der Mitte, so dass es noch schwebender aussieht)
Anbei.
Persönlich gefällt mir letzteres besser. Was meint ihr?

Anbei auch das ganze mal in Wunschfarbe.

Das aufpolstern wird nochmal spannend, die entsprechende Dicke hinzubekommen...
Evtl (nicht lachen) mit Knete von meinem Sohn mal einen Abdruck machen und dann versuchen, den nachzufeilen.
Das ganze sind vielleicht einem halben Millimeter dick, und an jeder Ecke anders.

Aktuell:
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Minimal:
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Optimal:
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Mit Farbe
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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#13

Beitrag von penfield » 27.01.2020, 12:56

Ich würde das so machen:
- Aufleimer (Furnier o.ä.), etwas dicker als der Spalt ist.
- Schleifpapierstreifen in entsprechender Breite dort wo der Hals auf der Decke aufliegt mit der Körnung nach oben (von der Decke weg) platzieren,
- Hals einsetzen und Schleifpapier durchziehen.
- Und das solange, bis der Hals wieder genau passt.

Den Schleifpapierstreifen möglichst auf der Decke halten beim Durchziehen, sonst beschleifst du die Ränder des Aufleimers stärker ab als den Rest.

Den Hals immer nur so fest einpassen, dass das Schleifpapier durchgezogen werden kann.

Auf diese Art kannst du auch die Spalten am Halsfuß passgenau bereinigen.

Die Übergänge vom Binding zum Korpus würde ich noch bearbeiten, zB wo es übersteht, die Stärke an das Korpusholz anpassen, ev. Lücken und Spalten ausputzen und Füllen etc.

Aber das wird schon. Schöne Farbe.
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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#14

Beitrag von flyaway » 27.01.2020, 23:55

Danke für die Schliffanleitung!

Zwischenergebnis Grobschliff
9E2BE5BC-4802-49CC-8139-443782B252CB.jpeg

Frage:
Weinrot (so wie Gibson Wine Red)
oder
Sparkling Blue (Harbour Blue)

Hardware habe ich in Gold.
Pickguard wird Rosenholz.

Danke für eure Meinungen!

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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#15

Beitrag von Poldi » 28.01.2020, 05:46

Weinrot.

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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#16

Beitrag von penfield » 28.01.2020, 14:12

Weinrot, eh klar ;)
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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#17

Beitrag von flyaway » 29.01.2020, 00:22

Hmh. Meine Frau ist für Blau. Verdammt. Konflikt! (veto)
Mal schauen was mein Sohn sagt.

Hals fertig geschliffen, sieht nett aus, so schwebend. Mehr Material kann ich leider aufgrund des Halsstabs nicht wegnehmen.

Nächste Baustelle werden die Pickups...
Der Vorbesitzer des Bodies hat in brutaler Art und Weise unten Platz für einen Humbucker frei gesägt, ich habe mir heute mal ein Probestück gesägt und rein gesetzt.
An der oberen Aufnahme passt ein P90 rein. Beides zusammen sieht aber mistig aus.

2 Optionen:
Ich muss eh einen Pickuprahmen fertigen, weil im Korpus an den Seiten Löcher sind (schaut aus wie ein Dogear P90) (siehe im Thead weiter oben)
  • PAF Humbucker
  • P90 Soapbar
Ich tendiere eher zu PAFs (weil Abschirmung in einer Halbakkustik ja eher schwer ist...) originaler wären wohl Singlecoils...Was meint ihr? (think)

Frage an euch:
Gehe ich recht in der Annahme, dass man für gebogene Decken dickes Holz nimmt für die Rahmen und dann zurecht hobelt und schleift? - oder biegt man die in Form?
Material sollte ja Palisander sein (analog zum Steg)

Mockup Rahmen aus Billig-Sperrholz:
B2695243-E9FB-41FC-BB32-3049274CEB42.jpeg

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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#18

Beitrag von penfield » 29.01.2020, 11:50

Ja, die Pickuprahmen kann man an die Deckenwölbung anpassen.
Ist zB bei Les Pauls so.
Versuche mal LesPaul Rahmen. Vielleicht passen die ja...
Ansonsten wie du schreibts, aussägen und dann zurechtschleifen.
Das Rahmenholz sollte natürlich stärker sein, als der Bogen der Wölbung ;)
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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#19

Beitrag von micha70 » 29.01.2020, 12:20

Macht man das nicht so, dass man an der Stelle der PUs ein Schleifpapier flächig auf die Decke klebt (natürlich mit Körnung Richtung PU-Rahmen) und die Rahmen auf die Wölbung einschleift? So wie Stege bei Geigen.

LG
Micha
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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#20

Beitrag von hatta » 29.01.2020, 13:00

micha70 hat geschrieben:
29.01.2020, 12:20
Macht man das nicht so, dass man an der Stelle der PUs ein Schleifpapier flächig auf die Decke klebt (natürlich mit Körnung Richtung PU-Rahmen) und die Rahmen auf die Wölbung einschleift? So wie Stege bei Geigen.

LG
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Ganz genau, selbst ersstzrahmen für Les Paulaus sind grade und müssen angepasst werden ;)
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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#21

Beitrag von penfield » 30.01.2020, 00:39

Gibt's aber auch fertig gewölbt zu kaufen.
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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#22

Beitrag von flyaway » 30.01.2020, 12:07

Hmh, aber bei meiner Recherche hab ich nirgendwo Holzrahmen gewölbt gefunden, immer nur Kunststoff.

Dann halt selbst fertigen.
Ein passendes Stück Holz ist schon bestellt. Mit Bohrmaschine und Säge dann passend aussägen und auf Wölbung zurecht schleifen....

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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#23

Beitrag von penfield » 30.01.2020, 13:47

Ok, dachte wir sprechen von Kunststoffrahmen.
Bei Holz weiß ich es nicht.
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Re: Dauerbaustelle - Jolana Diskant Restauration

#24

Beitrag von penfield » 30.01.2020, 13:50

Gibt es sogar in Holz, aber der Preis ist heiß
https://www.guilfordguitars.com/pickup_rings
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#25

Beitrag von flyaway » 06.02.2020, 22:26

Zwischenbericht:
Die Rahmen sind (bis auf den Endschliff) soweit fertig. Klar, Schrauben fehlen noch - am liebsten wäre es mir ja ohne Schrauben, aber irgendwie muss man die ja fest bekommen.
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