SG Body...was nun?

Wie baue ich mir eine Semiakustische- oder Archtopgitarre

Moderator: jhg

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sunrisebrasil
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SG Body...was nun?

#1

Beitrag von sunrisebrasil » 05.01.2023, 15:12

Hi, es geht wieder los.... vor einigen Tagen ist mir beim Aufräumen ein alter SG Hollowbody in die Hände gefallen, den ich schon lange mal mit Hals und Co. komplettieren wollte, allerdings habe ich ehrlich gesagt Zweifel, dass das dünne Ding einen Hals überhaupt sicher halten kann.

Hier mal zwei Ansichten:
IMG_7446.jpg
IMG_7447.jpg
Den Body hat mir ein alter Freund überlassen. Als ich durch die Schalllöcher geschielt habe, ist mir ein Zeitungsauschnitt aufgefallen, den ich neugiuerig "rausgepult" habe. Es war doch tatsächlich die Seite einer Quick (die älteren kennen das gute alte Schmierblatt noch) von 1966 (!).
Das bedeutet, der Body geht, wie ich nun auch schon auf die 60 zu.
OK, Gibson baut seit 1961 SGs, dann kann das schon sein, allerdings fehlt mir jede Fantasie, wer diesen Body in Deutschland gebaut haben dürfte. Vielleicht gibt es ja den einen oder anderen hier im Forum, der mir weiterhelfen kann?

So, nun zu meinem "Problem":
Ich habe echte Zweifel, dass der dünne Body und das nicht sehr vertrauenserweckende Klötzchen einen Hals gerade halten soll.
Hier mal ein paar Detailbilder.
IMG_7448.jpg
IMG_7451.jpg
IMG_7454.jpg
IMG_7459.jpg
Die Bemaßungen sind übrigens nicht von mir sondern wohl vom Erbauer. Hieraus leite ich ab, dass wohl offensichtlich war ein eingeleimter Hals mit Tenon, (30 Breite x 70 Länge x Tiefe?) vorgesehen war.

Hmm... ob ich das mal probieren soll? ich bin echt verunsichert, habe ja nur einen Schuss!

Viele Grüße
Markus

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sunrisebrasil
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Re: SG Body...was nun?

#2

Beitrag von sunrisebrasil » 05.01.2023, 15:17

Hier noch einige Bilder, die ich von Innen mit einem Endoskop geschossen habe.
Man sieht, das gute Stück ist bis auf die Beleistung, den vorderen und hinteren Klotz komplett hohl.
Image_2023-01-04 12_15_50_781.JPG
Image_2023-01-04 12_14_18_382.JPG
Image_2023-01-04 12_14_34_378.JPG
Da mir die Verleimung des vorderen Kloptzes nicht ganz geheuer ist (ist ja auch schon 60 Jahre alt) bin ich am Überlegen, ob ich die vorderen cm einfach mal mit Epoxy ausgiessen soll.
So ein Zeug mit 72 h Trocknungszeit, das läuft dann ganz sicher in sämtliche verbleibende Ritzen... zumindest denke und hoffe ich das. Das meint Ihr?

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Re: SG Body...was nun?

#3

Beitrag von penfield » 05.01.2023, 16:33

Die Zeitschrift Quick kenne ich nur noch aus den Nick Knatterton Comics.

Ist ein schöner Body.
Die Verleimung des Halsklotzes sieht an den Seiten von vorne ein wenig eingetrocknet aus, aber da wäre nachzuleimen wahrscheinlich besser als Epoxy.
Der Halsklotz sieht eigentlich recht normal dimensioniert aus (aus der digitalen Ferne), also sollte er wohl auch einen Hals halten können.
Bin gespannt, was die Experten hier sagen.
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Re: SG Body...was nun?

#4

Beitrag von bea » 05.01.2023, 22:27

sunrisebrasil hat geschrieben:
05.01.2023, 15:17
Hier noch einige Bilder, die ich von Innen mit einem Endoskop geschossen habe.
Man sieht, das gute Stück ist bis auf die BEleistng, den vorderen und hinteren Klotz komplett hohl.
So ist das eben bei einer Archtop. Mit anderen Worten: ein hals für das Instrument sollte wie andere Archtop-Häse gebaut werden. Mit "freischwebenden" obersten Bünden. Die einfachste Halsverbindung für sowas kannst Du im Faden zu meinen Sorgenkindern oder aber zu den Beatles-Bass-Baufäden hier im Forum finden.
Da mir die VErleimung des vorderen Kloptzes nicht ganmz geheuer ist (ist ja auch schon 60 Jahre alt) biin ich am Überlegen, ob ich die vorderen cm einfach mal mit Epoxy ausgiessen soll.
So ein Zeug mit 72 h Trocknungszeit, das läuft dann ganz sicher in sämtliche verbleibende Ritzen... zumindest denke und hoffe ich das. Das meint Ihr?
Dass da ein Holzkeil eingeleimt werden sollte. Statisch glaube ich nicht, dass der Korpus da ein Problem hat - der Baufehler ist halt etwas unschön.


Die Maße des Halsfußes sprechen übrigens eher für einen Bass-Body. Typisch und auch statisch sinnvoll wäre dann ein Shortscale-Hals mit Maßen wie beim Höfner 500/1 oder dem Clubbass.

Hast Du mal den genauen Verlauf der Beleistung notiert? Das wird wichtig für die Brücke, und es wird wichtig, wenn Du Tonabnehmer einsetzen willst. Besonders nah am Hals kann der Abstand zu schmal sein. Die Beleistung darf auf keinen Fall in Mitleidenschaft gezogen oder gar durchgesägt werden.
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Re: SG Body...was nun?

#5

Beitrag von bea » 05.01.2023, 22:33

Das ist übrigens keine "SG", sondern eine Thinline-Archtop mit zwei florentinischen Cutaways. War damals zwar selten, aber nicht exotisch.
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Re: SG Body...was nun?

#6

Beitrag von sunrisebrasil » 06.01.2023, 08:44

(think) Florentinische Cutaways, ok. Diese Bezeichnung kannte ich bisher noch nicht.
Wieder was gelernt
Und ja, das mit der Halsbefestigung muss ich mir nochmal gründlich durch den Kopf gehen lassen. Mal schauen, was das Forum hier so an Informationen bereithält.

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Re: SG Body...was nun?

#7

Beitrag von jonneck » 06.01.2023, 10:03

Ich bin da bei Bea - denk wie bei einer Archtop mit freischwebendem Griffbrett-/Halsende.

Und wenn Du noch einen floating Pickup wählst, dann würdest Du auch das Thema "Schwächung durch PU-Loch" ganz umgehen.

Ob Du diesen Korpus jetzt zu einer Gitarre oder einem Shortscale-Bass verarbeitest - sollte beides gehen. 54mm Breite am Halsansatz würde ja auch für eine Gitarre reichen.

Auf jeden Fall gehört da ein Aufsatzsteg und ein Archtop-Tailpiece drauf..... auf keinen Fall irgendetwas, was auf die Decke geschraubt wird.
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Gruß

Frank

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Re: SG Body...was nun?

#8

Beitrag von sunrisebrasil » 06.01.2023, 12:20

Hi Frank,
ja, genau das ist der Plan: Floating Pickup und Archtop Tailpiece.
Es wird auch auf jeden Fall eine Gitarre, Bass kann ich nicht spielen.
Viele Grüße
Markus

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Re: SG Body...was nun?

#9

Beitrag von bea » 06.01.2023, 17:22

Ok, und mit Gibsonschen Griffbrettbreiten sollte das natürlich auch als Gitarre machbar sein. Die bauen ja allgemein eine Idde schmaler als Fendersche Griffbretter.
LG

Beate

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