Semmelblonde Jazzmasters

Themen zum Bau von E-Bässen

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penfield
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Semmelblonde Jazzmasters

#1

Beitrag von penfield » 13.01.2019, 11:03

Als ich letztens die Werkstatt aufräumte, wurde mir erst bewusst, was sich da in den letzten Jahren an Material angesammelt hatte - vieles davon längst vergessen; Das Wiedersehen mit den vergessenen Stücken erinnerte mich daran, dass all das eigentlich zum Bau von Instrumenten angeschafft wurde.

Als ich dann eine unbenutzte Frässchablone fand, reifte in mir die Idee, ein Instrument unter ausschließlicher Verwendung bereits vorhandenen Teile zu bauen, ohne irgend etwas dafür zu kaufen.

Ich ging von einem Basshals aus hellem Ahorn, einem farblich dazu passendem Set Fichte (aus den absoluten Anfängen meiner Bautätigkeit) und einer(unbenutzten) Jazzmaster Schablone aus. Als ich dann einen Gitarrenhals aus Ahorn fand, beschloss ich, auch diesen zu verbrauchen, also zwei Instrumente zu bauen, und funktionierte die Bodyplanke aus Fichte zum Top um. Die dominierenden Farben und Formen brachten mich auf den originellen Projektnamen „Semmelblonde Jazzmasters“

Da die Semmelblonden Jazzmaster Geschwister aus Gitarre und Bass bestehen, ich aber nur einen Thread dafür pflegen möchte, habe ich den Beitrag unter Bässe eingestellt, schließlich ging alles von der Idee aus, mir einen Bass zu bauen, wodurch dieser zum führenden Instrument in diesem Projekt wird.

Großer Vorteil, wenn man nur Teile verwendet, die in der Werkstatt herumliegen: Es kann sofort losgehen.
Form anzeichnen und mit der Stichsäge vorsägen
Der Korpus besteht aus einem Fichtentop mit Paulownia Boden und dazwischen 10mm Sperrholz, um ein wenig Stärke zu gewinnen. Das Top hatte annehmbare 20mm.

Mit der Bandsäge wurde dann feingesägt, gestapelt und mit aufgelegtem Template die Bohrungen für die Template Verschraubung gesetzt. Anschließend wurde auf jede Planke das Template aufgeschraubt und diese so nacheinander gefräst.
Das Bild zeigt die konturgefrästen Platten, obwohl ich schon öfter Fichte erfolgreich gefräst habe, gab es hier ein paar Ausrisse, interessanter Weise mit einem neuen, scharfen Fräser; ich stieg dann auf einen alten Billigfräser um, der deutlich weniger Ausrisse produzierte.
Wenn man ohne Plan baut, ist eine Überprüfung der Teile und deren Positionierung vor dem Verleimen eine gute Idee. Vorgesehen ist eine Hardtail-Bridge und Jazzbass Tuner; Die Elektronik umfasst zwei splittbare Humbucker, eine Preamp Schaltung und die Steuerelemente dazu.
Die Schaltung soll ein Splitten der Humbucker und die übliche Pickupauswahl möglich machen. Dazu möchte ich einen 2p6t Drehschalter verwenden, allerdings muss ich mir die Verdrahtung noch genauer anschauen. Dazu ein Preamp mit Aktiv/Passiv Wahlschalter, Ein Volume und ein Tone Pot.

Insgesamt, also mit den Pre-ampreglern, sind das 6 Bedienelemente vorne; hinten/innen sollte es sich bei dieser Art eFach jedenfalls ausgehen (So eine ähnliche Schaltung habe ich schon in einem deutlich kleineren Fach untergebracht, s. Basslownia)

Nachdem klar war, dass ich keine weiteren Fräskanäle brauche, ging es ans Verleimen
Zunächst die Schraublöcher, mit denen das Template befestigt war, durchgebohrt, um Holzstifte gegen ein Verrutschen einsetzen zu können
Dann Leim drauf etc und Zwingenbild
Dabei fiel mir wiedereinmal auf, dass ich zu wenige Zwingen habe...
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Sollte an Les Paulownia arbeiten, hat aber den Umbau der Mystery Guitar und jetzt noch der Semmelblonden JMs eingeschoben...

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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#2

Beitrag von hansg » 13.01.2019, 11:56

Ein schönes Projekt.
Das wird mit Interesse verfolgt.
Was ist dass eigentlich für ein Frästisch?

Gruss
Hans

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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#3

Beitrag von DasRocka » 13.01.2019, 12:08

Da schaue ich doch gerne mal zu :)

@hansg das sieht aus wie ein Triton Cutter Stand sowas hier sollte das sein: https://www.tools4wood.co.za/product/tr ... ter-2400w/

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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#4

Beitrag von thoto » 13.01.2019, 14:20

Eine wirklich tolle Idee! Ich lese gespannt mit.

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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#5

Beitrag von penfield » 13.01.2019, 22:20

hansg hat geschrieben:
13.01.2019, 11:56
Ein schönes Projekt.
Das wird mit Interesse verfolgt.
Was ist dass eigentlich für ein Frästisch?

Gruss
Hans
Vielen Dank!
Das ist ein Triton Frästischgestell mit "Triton RTA300 Präzisions-Frästischplatte".
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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#6

Beitrag von penfield » 13.01.2019, 22:21

DasRocka hat geschrieben:
13.01.2019, 12:08
Da schaue ich doch gerne mal zu :)

@hansg das sieht aus wie ein Triton Cutter Stand sowas hier sollte das sein: https://www.tools4wood.co.za/product/tr ... ter-2400w/
Danke, das freut mich!
Ja ist genau so ein Ding.
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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#7

Beitrag von penfield » 13.01.2019, 22:22

thoto hat geschrieben:
13.01.2019, 14:20
Eine wirklich tolle Idee! Ich lese gespannt mit.
Danke!
War höchste Zeit einmal aufzuräumen, allerdings schaut es jetzt projektbedingt schon wieder aus wie davor...
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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#8

Beitrag von Poldi » 14.01.2019, 05:19

Dann erst mal gutes Gelingen.

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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#9

Beitrag von penfield » 14.01.2019, 17:14

Poldi hat geschrieben:
14.01.2019, 05:19
Dann erst mal gutes Gelingen.
Danke!
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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#10

Beitrag von penfield » 14.01.2019, 19:37

Wie erwähnt funktionierte ich die Bodyplanke des Fichtenholzsets zum Top um, machte eine deckentaugliche Stelle darauf ausfindig und sägte diese aus; allerdings war mir die Bodyplanke mit 30mm zu dick und ich überlegte, wie ich die überschüssigen 10mm wegbekam, ohne mir eine Fräsvorrichtung bauen zu müssen. Ich besann mich der Methode, die ich beim Umbau der Mystery Guitar erfolgreich verwendet hatte.
Mit der Minikreissäge grob vorsägen. Erst längs
Dann quer
Wodurch sich leicht abbeitelbare Rechtecke ergeben
Da sieht zunächst ein bisserl wild aus
Doch selbst meine sehr rudimentären Hobelkenntnisse und -erfahrungen haben ausgereicht, um eine verleimbar ebene Oberfläche zu erzeugen
Vor dem Verleimen stand jedoch noch ein Arbeitsschritt an, den ich beim Bass oben zu dokumentieren vergaß, die Fräsung des Mittelbindingkanals
Um für das Mittelbinding zwischen der Decken- und Bodenplatte Platz zu schaffen, habe ich die jeweilige Sperrholzplatte (in Bindingstärke 10mm bzw. 6mm) mit Abstandhaltern an das Template geschraubt und mit einem Bindingfräser um etwa Bindingstärke abgefräst.

Die Verleimung erfolgte danach wie beim Bass schon beschrieben, mit Holzstiften gegen das Verrutschen.
Hier das Zwingenbild zur Gitarre
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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#11

Beitrag von penfield » 15.01.2019, 17:54

Die beiden Bodies nach dem Verleimen
Als nächstes fräste ich die Halstaschen, um davon ausgehend alle weiteren Öffnungen auszumessen
Die Schablone passte zwar nicht ganz für den Halsfuß, aber gut genug
Nachdem die Ecken angepasst waren, passte auch der Hals ordentlich hinein
Dann das Ganze noch einmal mit dem Gitarrenbody

Ausmessen und Schablone aufkleben
forstnern
fräsen
Und schon sieht beides nach Instrument aus
Der Ausriss am Bass sollte nach dem Abrunden nicht mehr zusehen sein (hoffe ich)
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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#12

Beitrag von Goldschmied » 15.01.2019, 18:51

Sehr cool! Sind die body's identisch?

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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#13

Beitrag von penfield » 15.01.2019, 20:47

Goldschmied hat geschrieben:
15.01.2019, 18:51
Sehr cool! Sind die body's identisch?
Danke!
Die Form ist mit dem gleichen Template gefräst, also im Prinzip identisch.
Die Dicke ist allerdings unterschiedlich, der Bassbody ist stärker als der Gitarrenkörper.
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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#14

Beitrag von penfield » 16.01.2019, 19:50

Zuerst ein Nachtrag zur Positionierungsprobe der Gitarrenteile, die ich vergessen habe zu zeigen
So etwa soll es Am Ende aussehen
Dabei habe ich gleich die PU Rahmen gegen flache ausgetauscht
Durch Auflegen und Ausrichten der Hälse habe ich die Positionen der Schächte zwar schon vorgezeichnet, aber damit es auch wirklich genau wird, habe ich zunächst die Hälse montiert, um davon ausgehend alles noch einmal genau auszumessen.
Anzeichnen der Bohrlöcher mittels Neckplate, anschließend undokumentiertes Durchbohren
Hals mit Zwinge geklemmt, und dann die Löcher mittels Transferstanze markiert

Bohrtiefe ausgemessen, Halsfuß gebohrt und Hals angeschraubt.

Desgleichen mit dem Basskörper
Anzeichnen, Bohren
Halsbohrungen markieren und Tiefe messen, Halsfuß vorbohren und Hals anschrauben
Mit den montierten Hälsen dann alles möglichst genau ausgemessen und markiert.
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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#15

Beitrag von gitabou » 17.01.2019, 11:02

ich sehe schon... ich muss auch unbedingt mal wieder schauen, was so in der Werkstatt rumliegt...
http://www.gitabou.de | Zeichnungen und Schablonen für den E-Gitarrenbau

...

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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#16

Beitrag von penfield » 17.01.2019, 18:59

gitabou hat geschrieben:
17.01.2019, 11:02
ich sehe schon... ich muss auch unbedingt mal wieder schauen, was so in der Werkstatt rumliegt...
Da findet sich bestimmt etwas für ein Projekt :D
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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#17

Beitrag von penfield » 17.01.2019, 19:03

Die Hälse habe ich nach dem Ausmessen für die weiteren Schritte demontiert.
Weiter ging es dann mit den div. Öffnungen für die Elektronik, zunächst die Pickupschächte im Basskörper. Angezeichnet waren sie ja schon, also forstnern
Forstnern mit dem Bohrständer ist eine recht sichere Sache, leider gab es eine Stelle, wo ich damit nicht hinkam. Deshalb habe ich diese mit dem Akkubohrer geforstnert - die durch das Abrutschen des Bohrers erzeugten Beschädigungen der Decke stellten sich nach anfänglichem Ärger als Glück heraus, denn dadurch wurde ich gezwungen, die Pickupschächte größer zu machen, die ich bislang – und auch dieses Mal - viel zu eng gewählt hatte, womit eine neuerliche Presspassung verhindert wurde.

Weil ich für diese Pickups keine Schablone habe, klebte ich ein paar Latten als Fräshilfe auf
Auf diesem Bild war bereits die erste Lage gefräst, drum sieht man die oben erwähnten "Forstnerbohrermale" nicht
Fertig mit (dem) Bass

Desgleichen dann mit dem Gitarrenkörper
Für Humbucker habe ich eine, sogar sehr schöne Schablone

Noch einmal für den Halsschacht
Fertig und gleich die Verbindungskanäle zwischen den Schächten gebohrt
Der Basskörper braucht keinen Verbindungskanal zwischen den PUSchächten, die sind so weit hinten gelegen, dass sie direkt ins eFach gehen
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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#18

Beitrag von penfield » 18.01.2019, 19:12

Die eFächer waren die nächste Verrichtung
Nach vielen Jahren des Herumgetues mit ungenauen selbstgezimmerten Schablonen, habe ich mir endlich ordentliche Schablonen gegönnt. Diese haben Markierungen für bequemes und genaues Positionieren, und die Deckeschablone ist sogar etwas kleiner als die Schablone für die Umrandung; wirklich durchdacht das Ganze.
Und das macht alles so viel einfacher
Das eFach ist zwar nicht gerade klein, aber eine Anprobe zeigte, dass es mit dem Preamp darin, vielleicht doch einfacher wäre, das Batteriefach außerhalb zu platzieren
Das Batteriefach hat dann länger gedauert, als zu erwarten war, insbesondere, weil die großen eFächer so problemlos waren. Irgendwie hat es trotz strenger Überprüfung und Feintuning der Frässchablone erst nach einigem Herumgefummel hineingepasst – insbesondere, weil die Ecken naturgemäß rundgefräst waren ;)
Dabei stellte ich fest, dass meine Beitel einer Schärfung bedürfen. Ich habe leider keine Ahnung, wie man das macht, aber es wird Zeit, dass ich lerne, wie man Stechbeitel schärft

Die Bohrung der verschiedenen Verbindungskanäle der PUSchächte und des Batteriefaches zu den eFächern habe ich zu dokumentieren vergessen, unterscheiden sich aber im Prinzip nicht von der oben gezeigten Bohrung
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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#19

Beitrag von penfield » 20.01.2019, 17:38

Zur Behübschung und Abdeckung der Leimfugen hat sich ein Mittelbinding bewährt. Dieses Aufzunehmen, wurde die mittlere Sperrholzschichte ja auch entsprechend kleiner gefräst.
Das funktioniert an sich gut, nur der beim Verleimen in den Kanal ausgetretene Leim stört und muss ausgeputzt werden.
Leider habe ich mit dem Stechbeitel die Ränder teilweise beschädigt; ich habe dann alles noch einmal mit Feile und Messer ordentlich nachgearbeitet und die Erkenntnis gewonnen, dass ich das besser gleich mit diesen Werkzeugen machen hätte sollen - eine Erkenntnis, die für diese beiden Bodies zu spät kam.

Schließlich konnte ich das Binding einkleben
Das geht inzwischen ganz gut.

Das Gleiche dann mit dem Basskörper und einem dickeren 10mm Binding, das deutlich mehr Widerstand leistete, aber auch hier gab es keine nennenswerten Probleme. Lästig ist nur, dass Sekundenkleber auch Gummihandschuhe klebt.
Von vorne
Bis auf die Ausrisse und die Ränder der Bindingkanäle bin ich so weit ganz zufrieden. Die Lücken werde ich mit Transparentspachtel schließen; Schleifstaub/Schellack habe ich dafür zu verwenden versucht, aber das Ergebnis war auffälliger als das Spachtelzeug. Mir ist natürlich klar, dass das angestrebte Naturfinish dadurch ein wenig getrübt wird, aber mir fällt jetzt nichts Besseres ein.

Der nächste Schritt ist das Abrunden der Kanten, dann das Verspachteln, anschließend das Schleifen der Spachtelstellen und das Angleichen von Binding und Holz. Anschließend steht schon das Finish an.
Nachdem ich auf einem Regal Positivbeize für Nadelholz (Farben "Honig" und "Torf") entdeckt hatte, überlege ich aber noch, ob ich nicht doch beizen soll.
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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#20

Beitrag von penfield » 25.01.2019, 22:08

Das Abrunden der Kanten und diverse Maßnahmen zur Verbesserung der Ergonomie (Bierbauchmulden) waren gestern dran.
Die Rundung der Kanten der Rückseite sind recht dezent und einfach zu fräsen
Die schon angezeichneten Bierbauchmulden habe ich mit dem Winkelschleifer und einer Fächerscheibe in nur wenigen Minuten hergestellt und dabei an die alten Zeiten gedacht, als ich für eine Mulde mit Raspel und Schleifpapier noch Stunden brauchte :D
Mit dem Winkelschleifer geht es nicht nur schneller, das Ergebnis ist auch schöner und der Nachbearbeitungsaufwand beschränkt sich auf ein wenig Schleifen.
(Der Tip mit dem Winkelschleifer kam natürlich aus dem Forum, allerdings weiß ich leider nicht mehr von wem; ev. von Poldi? Jedenfalls herzlichen Dank).
Die Abrundung der Decken ist deutlich schwieriger zu fräsen.
Der Fräser dafür ist auch wesentlich größer und man muss aufpassen, dass er einem das Werkstück nicht aus der Hand schlägt.
Mit wenig Vorschub geht es aber gut.
Hier der Gitarrenkorpus
Anschließend habe ich die Ränder geschliffen und zu meiner Überraschung konnte ich einige Hacker, Lücken und Löcher im Holz wegschleifen. Die großen Ausrisse und sonstige Lücken werden dann morgen verspachtelt.
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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#21

Beitrag von Poldi » 26.01.2019, 11:18

Ja, der Tipp mit dem Winkelschleifer und den Fächerscheiben kam damals von mir.
Das hast du aber nicht zu Hause in der Werkstatt gemacht? :shock: :shock:
Das gibt doch eine Riesensauerei.

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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#22

Beitrag von penfield » 26.01.2019, 13:39

Poldi hat geschrieben:
26.01.2019, 11:18
Ja, der Tipp mit dem Winkelschleifer und den Fächerscheiben kam damals von mir.
Das hast du aber nicht zu Hause in der Werkstatt gemacht? :shock: :shock:
Das gibt doch eine Riesensauerei.
Habe ich mich richtig erinnert (dance a).

Stimmt, gibt eine Riesensauerei - frag´ nicht, warum ich das weiß -, aber ich habe daraus gelernt und es dieses Mal draußen gemacht.
Funktioniert wunderbar.
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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#23

Beitrag von penfield » 27.01.2019, 21:15

Dank nochmals an Poldi für die Winkelschleifermethode.

Ehe es ans große Spachteln ging, war noch eine Kleinigkeit zu erledigen. Beim Fräsen der Halstasche ist randseitig ein etwa furnierdicker Streifen stehengeblieben, dessen Verbindung zum Korpus unten bereits durch Einsetzen des Halsfußes gerissen war. Diese Stelle habe ich bereinigt.
Dann war es so weit, die Lücken zu schließen. Eine ganze Weile habe ich mit einem kleinen Spatel, möglichst geringe Mengen Spachtel in diverse Lücken des Holzes gestopft. Die Ausrisse habe ich ebenfalls mit Spachtel, wenn auch mit deutlich größeren Mengen, zugekleistert; eine andere Möglichkeit diese zu schließen sah ich nicht, etwas Einzuleimen, meine ich, wäre letztendlich noch auffallender gewesen. Mich stören diese Spachtelstellen (mit diesem Spachtel) nicht so sehr, aber selbstverständlich ist es so nicht optimal.
Hier ein Abschnitt des Basskorpus mit dem einen, besonders grauslichen Ausriss.
Von vorne
Die Gitarre ist da bereits fertig gespachtelt und liegt im Hintergrund auf der Bench.

Im Moment sieht das noch ziemlich grauslich aus, aber ich hoffe sehr, dass das durch die Nachbearbeitung besser wird.
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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#24

Beitrag von penfield » 28.01.2019, 17:18

Nach ein paar Tagen Trocknungszeit im Warmen, war der nächste Schritt fällig. Ein spannender Schritt, denn das Ergebnis der Spachtelaktion sieht ja, wie schon erwähnt, grauslich aus.

Der Plan war daher, dies, sofern möglich, zu bereinigen und Spachtel/Holz/Binding auf eine Eben zu bringen. Dafür verwendete ich eine zunächst eine Klinge
Das war eine eher zähe Angelegenheit. Schließlich habe ich, dort wo das Holz über das Binding stand auch geschliffen. Dies wollte ich eigentlich vermeiden, weil ich das Binding nicht zerkratzen wollten, aber die Klinge war eindeutig nicht wirksam genug.
Aber auch diese Arbeitsweise war recht zäh, also wurde ich ungeduldig und schliff am Ende mit der Schleifmaschine rundum so lange, bis das Binding leichte Kratzer hatte, die ich dann mit einer Klinge leicht beheben konnte. Wie sich herausstellte ging das so wesentlich einfacher, schneller und schöner als vermutet. Hier das (Zwischen)Ergebnis
Wie man an den Flecken sieht, bin ich damit aber leider noch nicht fertig. Da muss ich noch ein paar Stunden investieren, um das halbwegs hinzukriegen.

Wie man ebenfalls erahnen kann, ist der darunterliegende Basskorpus überhaupt noch nicht bearbeitet.
Der kommt dann nachher auch noch dran. Für Unterhaltung ist die nächsten Abende also gesorgt. Hurra. ;)
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Re: Semmelblonde Jazzmasters

#25

Beitrag von penfield » 31.01.2019, 16:47

Als ich letztens mit müden Fingern wieder zu schleifen begann, fiel mir plötzlich ein, dass ich dafür eigentlich das ideale Werkzeug besitze
Eine Elektrobandfeile!
(Dank an Capricky für den Hinweis, dass es so etwas gibt).
Damit kann man quasi mühelos entlang des Bindings schleifen, wenn man aufpasst sogar ohne dieses zu zerkratzen.

Aber trotz Elektrobandfeile eine langwierige Angelegenheit. Beim Gitarrenkorpus ging es noch, denn da passte die Bindingkanaltiefe ziemlich genau zur Bindingstärke, das Bassbinding war deutlich stärker (2mm) und stand stellenweise recht deutlich über. Das war zwar keine Überraschung, aber machte mehr Arbeit mit der Klinge als gedacht. Hier ein „Span“ des Bindings.
Wie sich dann herausstellte, war die Verspachtelung stellenweise nicht tief genug in die Lücken eingebracht, weshalb sich diese Lücken nach entsprechenden Materialabtrag wieder öffneten. Da es nur wenige und kleine Stellen waren, entschied ich mich gegen Kunstharz und verwendete Naturkosmetik (Schleifstaub/Schellack).
Nach zwei Abenden des Schabens und Schleifens, wähne ich mich endlich fertig (und auch am Ende meiner Geduld).

Nach dem Ausbügeln von ein paar Druckstellen, fehlt nur noch ein ordentlicher rundum Schliff.
Dann könnte ich, wenn es nicht so kalt wäre, mit dem Finish beginnen.
SGmaster, Peacemaster 3P90, Double neck fretless/fretted,
Quickbird, Basslownia, FrameBird, Violin Bass Bausatz.
Sollte an Les Paulownia arbeiten, hat aber den Umbau der Mystery Guitar und jetzt noch der Semmelblonden JMs eingeschoben...

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