Basslownia

Themen zum Bau von E-Bässen

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Basslownia

#1

Beitrag von penfield » 09.04.2017, 19:34

Nachdem es hier bei uns immer noch zu kalt fürs Lackieren ist, möchte ich zwischenzeitlich von einem Nebenprojekt berichten.

Zur Geschichte: Unser Bassist beschwerte sich dereinst bei einer Probe (nach nicht einmal vier Stunden Spielzeit :roll: ) über Kreuzschmerzen (er feiert auch bald einen runden Geburtstag).

So kam mir, während ich mit umgehängter Ultraleichtgitarre aus Paulowniaholz seinen Schmerzäußerungen eher verständnislos gegenüberstand 8) , sein Elend mich aber dennoch rührte (think) , die Idee, einen Bass aus Paulownia zu bauen.

Paulowniaholz hat sich ja, wie im Forum nachzulesen, als Gitarrenhalsholz bereits bewährt. Konsequenter Weise stellt sich deshalb auch irgendwann die Frage, ob es dem deutlich größeren Saitenzug eines fünfsaitigen Basses gewachsen ist - So kam es also zu meinem allerersten Bassbauprojekt. Baubeginn war vor dem Quickbirdprojekt.
Nachdem dieses jetzt abgeschlossen ist, geht´s mit dem hier, Basslownia, munter weiter.
Aufgrund der langen Quickbird Pause wird die Berichterstattung in wenigen Posts up to date und zeitnah sein.

Zum Ausprobieren entschied ich mich für ein Throughneckdesign, Mensur 34‘‘ (864mm); der Hals besteht aus einem Regalstollen (58mmx38mm) flankiert von zwei (19mmx32mm) Paulownia Latten (Bauhaus).

(Hier werden die letzten Reste meiner allerersten Flasche Titebond verbraten )
Eigentlich wollte ich Furnier(e) dazwischen leimen, aber der Mittelstreifen ist so breit, dass die Furniere erst beim Korpusübergang zu sehen gewesen wären; inzwischen ist aber auch klar geworden, dass ich deckend lackieren werde.
Vorne und hinten auf gleich gebracht und abgerichtet. Hals in 15° geschäftet und mit frischem Titebond, dieses Mal ein größeres Gebinde, geleimt
Und bezwungen…
Trussrod Kanal gefräst und 580mm Zwei-Wege Stab eingepasst
Als Griffbrettmaterial wählte ich Micarta (6mm Platte). Das Griffbrett wurde zurecht-, die Bundschlitze eingesägt
Die Dotmarkierungen sind gebohrt und mit weiß gefärbtem Epoxy gefüllt. Eine Methode, die sich bereits beim Doppelhalsprojekt bewährt hat (und mit der ich auch die „Bünde“ hätte machen sollen)
Das Abkleben muss nicht sein (funktioniert auch nicht 100%ig), vereinfacht aber das Entfernen von überschüssigem Epoxy ungemein
Da unser Bassist ein Bundloser Geselle ist, habe ich statt der Bünde Furnierstreifen (Birne) mit gefärbtem Epoxy eingeklebt
Das war das erste Mal, dass ich das versuchte, weshalb ich es ziemlich verpfuscht habe.
Die Bundschlitze sollten deutlich breiter als die Furnierdicke sein, damit die Furnierstreifen ordentlich eingeklebt werden können. Trocken passten sie zwar (eng), aber mit Epoxy dann nicht mehr so. Ich denke, dass das Epoxy relativ rasch ins dünne Furnier gesaugt wird und die Furnierstreifen deshalb aufquellen und dadurch nicht nur an Volumen gewinnen, sondern auch an Steifigkeit verlieren.
Man kann das Furnier zwar begrenzt in die Schlitze hinein zwängen, aber es bricht oder reißt dann oft und diese Stücke brechen, auch wenn man sie ergänzt und repariert, bei einer späteren Bearbeitung gern aus.
Weiter sollte man helles Furnier nicht mit gefärbtem Expoxy verkleben, da dieses offenbar tief ins Furnier eingesaugt wird und das Furnier verfärbt.
Hier ein Probeliegen des Griffbrettes auf dem Hals
Wie gesagt, das war der Stand vor dem Quickiebird. Dann war Pause.
Jetzt fehlen nur noch ein paar Posts bis zu einer zeitnahen Berichterstattung.

BGP
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Re: Basslownia

#2

Beitrag von zappl » 09.04.2017, 20:52

Cool, da bin ich mal gespannt welches Endgewicht damit bei Bässen zu erreichen ist. Wird's ein 4- oder 5-Saiter?

Verstehe ich das richtig, dass du das Paulownia aus dem Möbelbau und Baumarkt beziehst? Ist das dann bereits trocken genug?

Hätte man die Furnier nicht mit dünnflüssigem CA einkleben können?
Gruß, Sebastian
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Re: Basslownia

#3

Beitrag von DoppelM » 09.04.2017, 21:15

Mit CA gehts auf jeden Fall. Das war mein aller-aller-allererstes Bastelprojekt an meinem allerersten Bass (Yamaha, 50 DM, damals)

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Re: Basslownia

#4

Beitrag von AsturHero » 09.04.2017, 22:27

wie hart ist denn Micarta? weil ansonsten sieht das Griffbrett bei fretless schnell unansehnlich aus..zB eine dicke Schicht aus mehreren dünnen CA-Schichten auf Hochglanz poliert hilft da schon gegen Abrieb
lg Antonio

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Re: Basslownia

#5

Beitrag von Poldi » 10.04.2017, 06:47

Sehr schön bis jetzt.
Ist natürlich schade das die Furnierstäbchen so dunkel geworden sind.

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Re: Basslownia

#6

Beitrag von penfield » 10.04.2017, 11:04

-Danke.

-Es wird ein 5 Saiter.

-Das Holz ist Paulownia aus dem Bauhaus. Das ist meiner Erfahrung nach eines der wenigen Bauhaushölzer, die großteils gerade, formstabil und trocken sind. Man muss das Material allerdings vor Ort aussortieren. Alles ist nicht geeignet - Bauhaus Qualität halt ;)
Die Regalstollen und Latten sind meist in Ordnung, sollten aber möglichst gerade sein. Die Platten enthalten als Leimholz oft Holzteile, die für die weitere Bearbeitung nicht geeignet sind. Vor allem hinsichtlich Faserrichtung und Ästen, aber auch seltsame bräunliche Stellen, die eine Art zwischending zwischen Stirnholz, Ast und unbrauchbarer Faserrichtung darstellen, noch dazu sehr weich sind, irgendwie "strauchartig" und die ich nur von Paulownia kenne. Man kann das aber selbst mit meiner rudimentären Holzerfahrung gut erkennen.

- Micarta habe ich schon bei der fretless Gitarre von mir (Doppelhals) verwendet und eignet sich, meiner Erfahrung nach, als fretless Griffbrettmaterial sehr gut. Wie der Dauerbetrieb mit Basssaiten ist, kann ich noch nicht sagen. Mein Bassspieler lackiert seine Griffbretter, egal welches Material, routinemäßig mit 2K PU-Lack. Ich überlege, das in diesem Fall auch zu machen; spart das Abkleben beim Klarlacken 8) (Eventuell repariere ich vorher noch die Markierungen).

- Wenn man zu dämlich ist, Furnier ordentlich einzukleben, muss man, oder besser die Optik darunter leiden 8) .
Da das Griffbrett sonst in Ordnung war, und es eigentlich eh nur Markierungen sind, und ich viel zu ungeduldig und genervt war, es noch einmal zu machen, habe ich es dabei belassen. Es ist im Wesentlichen ja ein Prototyp-Experimentierstück oder so ähnlich.
Ärgerlich, wenn man es eigentlich besser weiß. (Ich hätte die bewährte Epoxymethode verwenden sollen :roll:)

Heute Abend oder Morgen gibt es den nächsten Beitrag.
LGP

Nachtrag: Ich würde für Furniere keine CA Klaber, sondern, so wie hier, Epoxy nehmen, wegen des besseren Füllvermögens. (Wenn auch kein gefärbtes Epoxy beim nächsten Mal...)
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Basslownia (2. Teil)

#7

Beitrag von penfield » 10.04.2017, 17:11

Nach einer recht langen Pause (von Monaten, in denen u.a. der Quickbird entstand) ging es erst kürzlich mit dem Aufleimen des Griffbrettes weiter.

Zunächst die Bohrungen für die Verrutschsicherungsstifte
Weil ich nicht sicher war, ob mein Experiment funktionierte, suchte ich einen Kleber, der sich im Falle eines Misserfolges für das Recycling des Griffbrettes wieder lösen lassen würde. Da zu dieser Zeit der Fischleim im Forum eine Renaissance erlebte (und es für Hautleim definitiv zu kalt war in der Werkstatt), versuchte ich es damit.

Nach einem erfolgreichen Klebeversuch mit Probestücken, deckte ich den Truss rod kanal ab und trug Fischleim auf
Dann positionieren und die Verrutschungssicherungsstifte einschlagen
und zwingen
24 Stunden später die (für mich nicht ganz selbstverständliche) Erkenntnis:
Fischleim klebt (auch große Stücke) Micarta auf Holz und das ausgezeichnet.
(Das Fischleim sogar Frischhaltefolie klebt, wurde vor kurzem von Capricky gepostet)
Später wurde seitlich besägt
Weil keine meiner Frässchablonen passte, habe ich einfach eine MDF Latte aufgeklebt und so die Seiten gefräst
Das machte viel Dreck.
Hauptsächlich schuppenartige, in ihrer Größe recht konsistente, graue Späne.

Dann mit Hilfe einer selbsterstellten Kopfplattenschablone die Kopfplatte gefräst
Anschließend die Mechanikenlöcher markiert und diese Mal habe ich mit wirklich bemüht, dass die Bohrlöcher gerade sind (man beachte diesbezüglich die turmartige Headstockauflage)
Durchgebohrt. habe ich mit einem 14er Bohrer, staunend ob der Dimensionen einer Bassgitarre
Vor dem großen Experiment, dem Aufziehen der Saiten, musste das Halsprofil nachgebessert werden.
Wäre der Hals zu dick, wäre eine Abschätzung der Stabilität nicht so gut möglich;
allerdings wollte ich den Hals, weil eben die Möglichkeit bestand, dass er dem Saitenzugkräften nicht standhielt, und dabei zerbrach, auch nicht vollständig ausarbeiten.
Ich einigte mich auf einen Kompromiss von ca. 30mm (inkl. Griffbrett, also etwa 24mm Holz und 6mm Griffbrett).

Zum Entfernen des Materials verwendete ich meinen Spindelschleifer, eines der wenigen Geräte, die ich besitze, bei denen die Staubabsaugung wirklich ausgezeichnet funktioniert.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Brücke zu hoch war und der Spindelschleifer schon aufgebaut, machte ich mich gleich ans Ausarbeiten des Brückenbereiches.
Nachdem die Kopflatte hinten auf die richtige Dicke geschliffen war, montierte ich die Mechaniken. Ich habe mich bemüht, sie ordentlich auszurichten (weil ich ja letztens zu Recht obdessen gerügt worden war - leider werde ich das nie perfekt hinbekommen...)
Ein Kerzlein brennt, erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, und schon steht Ostern vor der Tür.

Seit mir eine von diesen Mechanikenschrauben abgerissen ist und ich ein paar Kreuzschlitze versaut habe, bin ich immer sehr pedantisch darauf bedacht, ordentlich zu bohren und zu schrauben.

Um das Schrauben leicht zu machen, tunke ich die Schraubenspitzen in Wachs, dann flutscht es besser.
Nächster Schritt ist die Brücke und dann wird es spannend, das Saiten aufziehen.

Das Ganze dann Morgen, denn ich muss heute noch weg.
Prost, P
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Re: Basslownia

#8

Beitrag von Haddock » 11.04.2017, 08:45

Guten Morgen,

saubere Arbeit!

Gruss
Urs

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Re: Basslownia

#9

Beitrag von zappl » 11.04.2017, 10:25

penfield hat geschrieben:
10.04.2017, 11:04
-Das Holz ist Paulownia aus dem Bauhaus. Das ist meiner Erfahrung nach eines der wenigen Bauhaushölzer, die großteils gerade, formstabil und trocken sind. Man muss das Material allerdings vor Ort aussortieren. Alles ist nicht geeignet - Bauhaus Qualität halt ;)

[...]

Nachtrag: Ich würde für Furniere keine CA Klaber, sondern, so wie hier, Epoxy nehmen, wegen des besseren Füllvermögens. (Wenn auch kein gefärbtes Epoxy beim nächsten Mal...)
Danke, beim nächsten Baumarktbesuch muss ich mal schauen was dort angeboten wird. Die Eigenschaften, vorallem die geringe Dichte, hab mich jetzt schon neugierig gemacht... ;)

Apropos, zum Micarta, wie sieht's da eigentlich aus mit Auffüllen von Spalten bei z.B. Inlays mit Schleifstaub-Epoxi/CA? Funktioniert das ähnlich gut und wenig sichtbar wie bei z.B. Ebenholz?
Gruß, Sebastian
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Re: Basslownia

#10

Beitrag von Poldi » 11.04.2017, 10:38

Ich bin ja jetzt auch mal gespannt wie sich das Holz unter Saitenzug verhält.
Scheint ja eine echte Alternative zu den handelsübliche Hölzern zu sein.

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Re: Basslownia

#11

Beitrag von penfield » 11.04.2017, 12:09

- Paulownia hat viele Vorteile: Der Preis, leicht zugänglich und sehr, sehr leicht.
Einziger echter Nachteil von Paulownia ist, (abgesehen davon, dass es nur Leimholz gibt), dass es doch recht weich ist.

Bei mir geht es ohne Dellen meist nicht. Man kann sie zwar vor dem Finish ganz gut ausbügeln, aber das Holz ist zugegeben anfällig gegenüber Stößen und Klingen und Spitzen und stumpfen Sachen, sogar gegenüber Fingernägeln.

Mit dem Finish kann man das natürlich verbessern. Holzhärter und Epoxy Porenfüller helfen da sehr. Ordentlich gehärteter PU Lack erfahrungsgemäß ebenfalls.
Trotzdem, als mir der SGmaster letztens umgefallen ist, hat er einen nicht sehr tiefen, aber doch deutlichen Abdruck des Mikroständerfußes abbekommen, auf dem er landete.

Zur weiteren Rechtfertigung meiner Holzwahl, ob dieses Nachteils, möchte ich aber noch erwähnen, dass meine Original Gibson SG mit Satin finish genauso anfällig auf Kratzer, Fingernägel und Stöße ist. Aber es ist wohl generell keine gute Idee, Instrumente mit spitzen oder auch stumpfen Gegenständen zu traktieren oder ungebremst der Schwerkraft auszusetzen ;)

- Man kann den Schleifstaub zwar recht gut mit CA Kleber zum Auffüllen verwenden, aber den Farbunterschied sieht man bestimmt, da der Micarta Schleifstaub grau ist. Es ist da vielleicht besser, gefärbtes Epoxy zu nehmen - jetzt einmal abgesehen vom Verkleben von Furnier ;)

- Ob Paulownia eine vollwertige (Holz) Alternative ist, muss jeder natürlich selbst entscheiden. Ob und wie es den Klang möglicherweise beeinflusst, kann ich nicht beurteilen, weil ich zumindest bei Egitarren nicht an einen besonderen Einfluss des Holzes auf den Klang glaube bzw. ich derartige Unterschiede einfach nicht wahrnehmen kann.
Ich bin mir allerdings sicher, dass man routinemäßig manche Holzanteile einer/s Gitarre/Basses durch Paulownia ersetzen und damit Gewicht sparen könnte.

- Ursprünglich wollte ich den Hals als Laminat bauen, mit einem Ahorn Kern - aber dann siegte meine Neugier und ich wollte die Saitenwirkung direkt beobachten können.

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Re: Basslownia

#12

Beitrag von helferlain » 11.04.2017, 14:45

penfield hat geschrieben:
11.04.2017, 12:09
... Ob und wie es den Klang möglicherweise beeinflusst, kann ich nicht beurteilen, weil ich zumindest bei Egitarren nicht an einen besonderen Einfluss des Holzes auf den Klang glaube bzw. ich derartige Unterschiede einfach nicht wahrnehmen kann.
Ich bin mir allerdings sicher, dass man routinemäßig manche Holzanteile einer/s Gitarre/Basses durch Paulownia ersetzen und damit Gewicht sparen könnte. ...
Unabhängig vom "Holzklang" gibt es ja noch ein paar physikalische Faktoren wie Masse, Steifigkeit, die eine Rolle spielen können.

Nach meinem subjektiven Empfinden bei meinen Experimenten mit Paulownia merkt man schon, dass das Material eine geringere Masse hat
( [joke] es fühlt sich irgendwie leichter an :) [/joke] ).

Owohl nur mit Nylonsaiten bespannnt, hatte ich bei meinem Prototyp den Eindruck, dass der Hals anders mitschwingt als man es es von härteren / schwereren Hölzern kennt. Der Eindruck wurde ohne Hinweise von anderen Testpersonen geteilt. Vor allem beim Anspielen der tieferen Saiten (normale Gitarrenstimmung). Daher bis ich doch schon gespannt, welchen Eindruck du von dem fertigen Bass hast. Von Bässen hört man eher mal, dass es Probleme mit Deadspost oder Resonanzen gibt.

Zur Gewichtsreduzierung im Korpusbereich würde ich sofort wieder auf Paulownia zurückgreifen, beim Hals bleibt es spannend :)
Grüße, helferlain
|:... exo/morph ...:|:... PSSP ...:|

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Re: Basslownia

#13

Beitrag von penfield » 11.04.2017, 22:13

Da hast du natürlich recht, Helferlain, all diese physikalischen Eigenschaften machen sich bestimmt bemerkbar.
Ich wollte keineswegs den Eindruck erwecken, dass dem nicht so sei.

Allein deshalb bin ich schon sehr neugierig, wie sich das Holz auf den Basston auswirkt.

Allerdings muss ich das Ding zuerst noch fertig bauen 8)
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Re: Basslownia (3.Teil)

#14

Beitrag von penfield » 11.04.2017, 22:35

Weiter ging es mit dem Positionieren der Brücke
Ich verwende dazu eine Art Wollschnur, die man sehr gut spannen kann
Die Brück´ ist verschraubt!
Provisorischer Sattel, mit doppelseitigem Klebeband fixiert
Dann wurde es spannend...

Halsstab eingestellt (leichter backbow).

Die Saiten liegen bereit...
Schnell noch die Höhe der Brücke mit dem Stahllineal kontrolliert
Dann eine Zäsur im Spannungsbogen.

Nicht zuletzt, weil die Aussagekraft des Experimentes hoch sein sollte, habe ich dann doch ein wenig am Halsprofil herum getan – natürlich aber auch, um meinen neuen Schweifhobel auszuprobieren.
Ich muss sagen, das ist ein wirklich tolles Gerät, mit dem das Profilieren ein Vergnügen ist
(auch wenn nur ein billiger Kunzhobel).

(Im Hintergrund ruht Les Paulownia - manchmal fragte ich mich, ob sie jemals fertig wird :roll: )
Aber dann gab es kein zurück. Die ersten Saiten ein und aufgezogen.
Schließlich ist es vollbracht
Ich habe ja eigentlich erwartet, dass der Hals beim Stimmen zerbirst und mir um die Ohren fliegt...
Aber es ist nichts dergleichen geschehen
Sieht etwas rudimentär aus, hält aber, was es verspricht.
Das ist jetzt über eine Woche her und der Hals ist meiner Messungen/Einschätzung nach unverändert.

Die Stimmung hält sich ebenfalls ausgezeichnet.
Man kann sogar darauf herumzupfen, aber der Ton ist zu leise, um ihn so aufzunehmen, dass man irgendwelche objektiven Klangaussagen treffen könnte.
Bin, wie vorhin gepostet, schon neugierig, wie der Bass letztendlich klingt.

Weil ich mit dem Ergebnis so weit zufrieden war, habe ich heute Abend begonnen, weiterzubauen.
Darüber berichte ich dann morgen.
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Re: Basslownia

#15

Beitrag von Poldi » 12.04.2017, 05:41

Das sieht ja schon vielversprechend aus.
Welche Stärke hat der Hals jetzt?

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Re: Basslownia

#16

Beitrag von penfield » 12.04.2017, 09:41

etwa 24mm Holz und 6mm Griffbrett
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Re: Basslownia (4. Teil)

#17

Beitrag von penfield » 12.04.2017, 20:08

Nachdem die Konstruktion mehr als eine Woche überstanden und sogar die Stimmung sehr gut gehalten hatte, habe ich gestern weitergemacht.
Zunächst natürlich alles abmontiert.
Dann Radiusschleifen - ist nicht gerade meine Lieblingstätigkeit :roll:
Dementsprechend brauche ich dafür üblicher Weise Tage.
Aufgrund arbeitbedingter Frustration brauchte ich dieses Mal nur etwas über einer Stunde 8) .

Danach ging es mir (mit Ausnahme meiner Hände und Schultern) besser, aber leider trat ein, was ich befürchtet hatte: Die Furniere sind teilweise beim Schleifen ausgebrochen bzw. waren einige nicht tief genug und sind daher an den Rändern weggeschliffen worden.

Ärgerlich sind vor allem die beim Ausbrechen der Furniere entstandenen Löcher.
Ich habe das Problem so gelöst: In die entstandenen Lücken Superkleber gefüllt und das Micarta, solange der Kleber noch nicht fest war, mit 320er Korn geschliffen. Der Schleifstaub wurde vom Sekundenkleber in den Lücken gefangen und hat (beinahe) die gleiche Farbe wie das (vom Epoxy verfärbte) Furnier. An manchen Stellen musste ich zwar mehrmals drüber kleben/schleifen aber ich konnte so alle Lücken beseitigen.

Auffüllen mit Micartastaub ist durch den Farbunterschied nicht wirklich unauffällig. Ich denke, dass ungefärbtes Epoxy für kleinere Risse/Spalten/Öffnungen besser wäre und vielleicht sogar für Inlays verwendbar.

Für Dots und Bundmarkierungen werde ich in Zukunft aber bei Micarta wieder die Füllmethode verwenden.

Mit dem Post hier ist die Berichterstattung up to date.
Kommende Posts erfolgen dann zeitnah, quasi in Echtzeit ;) .
Heute aber mache ich eine Werkstattpause.
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Re: Basslownia

#18

Beitrag von AsturHero » 12.04.2017, 21:50

wenn ich das so sehe (danke übrigens das du so detailliert auf den Hals eingehst) sollte ich so lange ich am Griffbrett fuhrwerke möglichst nur den Hals auf die richtige Breite gebracht haben aber noch nicht wirklich die unterseite gemacht haben, so dass ich einfacher links und rechts Leisten anzwinge um zB Schleifarbeiten etc. durchzuführen....
lg Antonio

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Re: Basslownia

#19

Beitrag von Poldi » 13.04.2017, 05:37

AsturHero hat geschrieben:
12.04.2017, 21:50
wenn ich das so sehe (danke übrigens das du so detailliert auf den Hals eingehst) sollte ich so lange ich am Griffbrett fuhrwerke möglichst nur den Hals auf die richtige Breite gebracht haben aber noch nicht wirklich die unterseite gemacht haben, so dass ich einfacher links und rechts Leisten anzwinge um zB Schleifarbeiten etc. durchzuführen....
So macht man das eigentlich immer.
Wenn Du erst den Hals bearbeitest dann kannst Du ihn nicht nur schlecht spannen, es besteht auch die Gefahr das Du beim Radiusschleifen
den Hals in der Mitte runterdrückst. Dann schleiftst Du dir eine Kuhle.
In penfields Fall kann ich die Vorgehensweise schon verstehen, er wollte ja erst mal einen Versuch machen ob der überhaupt hält.

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Re: Basslownia

#20

Beitrag von penfield » 13.04.2017, 14:07

Ja AHero, es ist, wie Poldi schreibt.

Um die Aussagekraft zu erhöhen wollte ich zwar die Halsform quasi grundsätzlich abbilden, allerdings habe ich den Bereich der Halskrone (?), also die Halsrückseite im Bereich um die Mittellinie, extra flach belassen, um eine spätere Bearbeitung, wie eben das Radiussen, zu vereinfachen. Hat ganz gut funktioniert.

Was Poldi betreffend des Durchbiegens beim Radiusschleifen anspricht, gilt ganz besonders bei Paulowniahälsen, da diese recht biegefreudig sind. (So ein Paulownia Hals reagiert auch in Echtzeit auf die kleinste Verstellung des Halsstabes.)
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Basslownia (5. Teil)

#21

Beitrag von penfield » 15.04.2017, 12:52

Nach dem Radius und Pause, ging es noch einmal ans Halsprofil.

Der (Testphasen) Hals maß zwar (nur) 30mm (mit Griffbrett) wirkte aber (nicht nur auf den Bildern) recht klobig.
Die Bässe, die ich kenne, hauptsächlich Ibanez Modelle, haben jedenfalls schlankere Hälse, die sich sehr (viel) angenehm(er) greifen.

Ich hobelte den Hals daher auf 23mm (Holz+Griffbrett).

Versteift durch das Micarta Griffbrett hatte ich zwar keine Sorge, dass sich der erschlankte Hals verziehen, geschweige denn brechen würde, allerdings hatte ich dann doch ein wenig Bedenken betreffend die Langzeitstabilität, weshalb ich spontan beschloss, den Hals ein wenig zu verstärken.

Ich habe darüber schon länger nachgedacht (das zu "spontan" ;) ) und damit gehadert, weil mir bewusst war, dass ich dadurch das Expermiment "reiner" Paulownia Bass verfälsche. Aus diesem Grund verspüre ich wohl jetzt auch Bedarf meine Entscheidung zu rechtfertigen.

Seit Baubeginn habe ich viel über Bassbau gelesen. Die Bauformen von Basshälsen sind vielfältig.
Häufig wird mit CFK versteift, werden Laminate aus verschiedenen Hölzern verwendet und/oder Unterstützungen wie Skunkstripes eingebaut, obwohl alle diese Hälse „ordentliche“, d.h. traditionell bewährte Halshölzer wie Ahorn verwenden.

In diesem Sinne wollte ich vor allem auf lange Sicht kein Risiko eingehen.
Das Höchste Ziel ist ja immer, ein spielbares Instrument zu bauen.

Zur weiteren Rechtfertigung: Gewichtsmäßig spielt das CFK keine Rolle. zudem sind die Stäbe relativ klein dimensioniert (Als Sandwich ca. 2,5x5mm). Ich denke auch, dass die Versteifung hauptsächlich gegen den Saitenzug wirkt, weshalb ich mir wenig Einfluss auf das Klangverhalten erwarte und das Experiment Paulowniabass dadurch auch nicht gefährdet sehe... (ein bissl ein schlechte Gewissen habe ich aber trotzdem und hoffe, dass euer Interesse jetzt nicht schlagartig erlischt... (whistle) )

Die Idee, die CFK Stäbe in der Skunkstripeposition zu verbauen, stammt von einem Bekannten; so soll dem Saitenzug, auch mit relativ gering dimensionierten Stäben besser entgegengewirkt werden als bei einem Einbau unter dem Griffbrett seitlich vom Trussrod wo die CFK Stäbe eher gegen das Verdrehen wirken. (Zumindest habe ich es so verstanden... (think) ).

Der Einbau ging recht zügig. Das Ganze war so "spontan", dass ich die Stäbe griffbereit hatte.
Zunächst habe ich einen Kanal dafür gefräst. Wie der Zufall wollte, passte der Hals in meine Führung für´s Radiusschleifen.
(sonst hätte es länger gedauert)
Das Fräsen (mit Seitenanschlag) war daher kein Problem, wurde aber trotzdem nicht besonders schön (wegen der Tücken des Seitenanschlags).

Dann musste ich, weil mein kleinster Fräser 2mm war, die CFK Stäbe aber ein wenig breiter, nur noch ein wenig feilen und beiteln bis die Stäbe passten
Dann Epoxy gemischt, in den Kanal gefüllt, die erste Stange eingelegt, noch mehr Epoxy drauf, die zweite Stange eingelegt und mit Epoxy aufgefüllt.

Abgeklebt und abgedeckt mit Frischhaltefolie
Weil ich keine passende Presseinlage finden konnte, verwendete ich einen übriggebliebenen CFK Stab
Was es gebracht hat, werde ich mir heute Nachmittag anschauen.
Ich bin zuversichtlich. Ist ein klassischer Fall von: Nutzt´s nichts, schad´s nicht. 8)

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Re: Basslownia

#22

Beitrag von Poldi » 15.04.2017, 13:03

Ich denke mal das die Entscheidung mit den CFK Stäben richtig war.

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Re: Basslownia

#23

Beitrag von ihminen » 16.04.2017, 09:21

Wie gut integriert sich denn der CFK-Stab in die Hals-Oberfläche auf der Rückseite? Lässt sich das gut plan schleifen? Oder wird der Stab noch von einer Holzschicht "begraben"?

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Re: Basslownia

#24

Beitrag von penfield » 16.04.2017, 10:26

Danke, Poldi, die Entscheidung war nicht leicht .

Da das Epoxy ausgehärtet schien, machte ich gestern ein paar vorsichtige Biegetests: Der Hals ist zwar noch durch der/die/das(?) Trussrod beeinflussbar, aber scheint insgesamt deutlich weniger biegefreudig.

Der Kanal, Ihminem, ist mit Epoxy (fast) auf Niveau des Holzes aufgefüllt. Ich werde das noch mit Epoxy oder Spachtel vor dem Finish auf Niveau ausgleichen und gleichschleifen, für eine Holzfüllung ist zu wenig Platz und um ehrlich zu sein, an die Möglichkeit habe ich gar nicht gedacht; dachte immer nur ans Füllen mit Epoxy/Spachtel.

Die Fortsetzung kommt bald.
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Basslownia (6. Teil)

#25

Beitrag von penfield » 16.04.2017, 12:27

Und hier ist sie schon, die Fortsetzung 8)

Ergänzend zu den CFK Stäben: um die Aushärtung des Epoxy zu beschleunigen, habe ich den Hals o/n bei 32°C gelagert.

Anschließend begann ich gestern mit den Seitenteilen und dem Halsfuß.

Nach einigen früheren Überlegungen, hatte ich mich (mit mir) auf eine Sandwichkonstruktion geeinigt, bestehend aus zwei Paulowniaplatten und einer 10mm Pappelsperrholz Zwischenlage, die ein Mittelbinding aufnehmen soll.
Hier ein Bild der (ungeordneten) Summe aller Schablonen und Seitenteile und des Aufdoppelungsstreifens für den Halsfuß.
Aufleimen der Aufdoppelung des Halsfußes
Und wieder einmal pressen.
Die Faser des Doppelholzes geht quer zur Faserrichtung der anderen Teile, ich wollte aber für den Doppelstreifen
nicht extra eine ganze Platte zersägen und es wird ohnehin deckend lackiert...
Da der Abschnitt keinerlei Belastung ausgesetzt ist (und ich ungeduldig war),
habe ich nach 1 Stunde Presszeit die Zwingen abgebaut und weitergemacht.

Hier die fürs Aussägen und Fräsen angeordneten Einzelteile der Seitenflügel
Weil ich die Zwischenlage zur Aufnahme des Mittelbindings vor dem Verleimen noch bearbeiten musste, habe ich die Platten und Schablonen, damit sie nicht auseinanderklaffen oder verrutschen können, fest miteinander verschraubt.

Bohren und Versenken, damit die Schrauben das Gleiten über den Frästisch nicht behindern können
Schrauben
Besägen
Fräsen
Dann die Zwischenlage beschliffen, ca. 1,5mm vom Rand mussten weg.
Da ich kein Anreißwerkzeug habe, versuchte ich zunächst mit Bleistift zu markieren und schließlich auf Augenmaß zu arbeiten.
Das hat erstaunlich gut geklappt.
Anschließend die Seitenteile verleimt.
Dafür verwendete ich Fischleim - eigentlich nur aus eine Laune heraus
Das ging sich mit den Zwingen gerade so aus
Bitte die gelbe Zwinge zu beachten, das ist meine einzige "Markenzwinge", eine Stanley.

Wenn es eine einfache Möglichkeit gäbe, ein Mittelbinding zu fräsen, könnte man sich diese Umwege sparen.
Vielleicht ein Jig mit dem man die Fräse horizontal (seitliche liegend) und in der Höhe verstellbar betreiben kann?
So eine Art Pin-Router, bei dem die höhenverstellbar Fräse seitlich liegt?
Bin leider nicht so der Jig-Konstrukteur :? :oops:

Nachmittags geht´s weiter :D

BGP
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