Bauthread - Dicker Alfred

Themen zum Bau von E-Bässen

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fonzarelli
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Bauthread - Dicker Alfred

#1

Beitrag von fonzarelli » 27.02.2017, 10:27

Hallo,

nach langjähriger Forenmitgliedschaft starte ich heute meinen ersten Bauthread, nachdem ich bislang nur direkt die Endergebnisse meiner Bemühungen präsentiert habe (und auch das seltener als mir lieb wäre).

Geplant ist ein 4 saitiger Bass mit einer 35"-34" Mensur, der in H-E-A-D gestimmt werden soll.
Die Korpusform ist sehr stark vom Musicman Big Al inspiriert. Man könnte auch sagen kopiert, aber ein wenig anders ist er dann doch.
Korpus: Treppenstufenmahagoni
Hals: Ahorn
Griffbrett: Ziricote
Mechaniken: Gotoh GB707
Pickups: Noch nicht klar, entweder gebraucht oder was feines vom Chinesen
Bridge: ABM Single Bridges oder Kopien davon (lohnt sich der Aufpreis zu den ABM Originalen?)

Der Bau wird wohl aufgrund knapp bemessener Freizeit nur recht schleppend vorangehen, aber dieses Problem kennen ja viele.
Wo es geht und Sinn macht wird wieder meine CNC Fräse zum Einsatz kommen.
Dummerweise ist sie für die grösseren Teile (Hals, Griffbrett) etwas zu klein, so dass ich davon höchstens gestückelte Schablonen herstellen kann. Aber das ist ja auch schon was wert.

Schönen Gruß

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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#2

Beitrag von AsturHero » 27.02.2017, 11:24

Die Form spricht mich schon mal sehr an :)

Aber was ist Treppenstufenmahagoni?????
lg Antonio

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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#3

Beitrag von thoto » 27.02.2017, 12:13

AsturHero hat geschrieben:
27.02.2017, 11:24
Die Form spricht mich schon mal sehr an :)

Aber was ist Treppenstufenmahagoni?????
Wahrscheinlich Mahagoni, welches voher als Treppenstufen genutzt wurde... ;)
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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#4

Beitrag von fonzarelli » 27.02.2017, 12:31

Genau das: Alte Treppenstufen aus einer unbekannten Mahagoniart. (oder einem ganz anderen Holz)

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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#5

Beitrag von capricky » 27.02.2017, 13:00

Gefällt mir gut der Entwurf. Ich denke der ist nicht anders als der MusicMan, der ist besser! 8)

Zum Preis der ABM hardware kann ich nur den alten Spruch wiederholen: "den Preis hat man schon lange vergessen, da freut man sich immer noch über die Qualität der Teile!"

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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#6

Beitrag von fonzarelli » 28.02.2017, 09:43

Ok, da kenn ich auch einen passenden Spruch: "Ich bin zu arm um billig einzukaufen". Daher werden es wohl die ABMs werden.
Gute Hardware vermittelt ja auch eine gewisse Wertigkeit.

So und nun, was bisher geschah:
Verleimter Korpusrohling & Griffbrett:

Der Korpus wurde noch ein wenig dünner gefräst und dann mit dem Handhobel wieder geglättet. Jetzt hat er eine Dicke von ca. 41mm.
Noch buckelig:
Und fertig gehobelt:
Die Schablone für den Korpus, frisch gefräst und verleimt. Meiner Fräse fehlen ca. 5mm Verfahrweg in der Breite, deshalb die Stückelung.
Und der bereits in Form gefräste Hals mitsamt Schablone und Trussrod:
Hier noch die zwei Schablonen für die Kopfplatte:
Am Ende soll es in etwa so aussehen wie im letzten Bild: Mit einer kleinen Stufe zwischen der runden Variante und der MM Form.

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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#7

Beitrag von Poldi » 28.02.2017, 14:17

Sieht Klasse aus. Gutes gelingen.

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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#8

Beitrag von MiLe » 28.02.2017, 14:52

Ich kenn' das Original nicht und von Bässen hab' ich keine Ahnung, aber der Arbeitstitel gefällt mir :)
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#9

Beitrag von filzkopf » 28.02.2017, 15:03

Ich find den Titel auch super!! :)

Und ich freu mich auf den Thread!
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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#10

Beitrag von clonewood » 28.02.2017, 17:53

Die Korpusform ist sehr stark vom Musicman Big Al inspiriert. Man könnte auch sagen kopiert, aber ein wenig anders ist er dann doch.
Mir fällt zu der Korpusform spontan die Galanti Grand Prix ein ..... sorry ...... ich bin durch Googelei betreffend Gem (Galanti Electronic Music) Verstärkern etwas verseucht.....

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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#11

Beitrag von AsturHero » 28.02.2017, 18:27

irgentwie finde ich, das früher die Gitarren und Bässe viel "sexier" und unterschiedlicher waren als heutige Modelle...(ohne das es Boutique-oder Custom Shop Gitten waren)
lg Antonio

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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#12

Beitrag von DoppelM » 28.02.2017, 21:53

Klar, da haben ja auch nich alle die selben 6 Pickupformen und 3 Brücken genutzt ;)
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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#13

Beitrag von Haddock » 03.03.2017, 10:17

Hallo,

gefällt mir auch, Dein Entwurf! Viel Spass beim Bau.

Gruss
Urs

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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#14

Beitrag von fonzarelli » 06.03.2017, 09:50

Danke für positiven Rückmeldungen zum Entwurf.
Üblicherweise ruft das Design der Originale ja recht gespaltene Meinungen hervor. Die einen lieben es, die anderen finden es furchtbar.
Ich geh hjetzt einfach mal davon aus, dass es hier im Forum genaus so ist, der eine Teil aber nur zu höflich ist es laut zu sagen :D

So, am Wochenende ging es ein wenig weiter.

Das Griffbrett zugesägt, aufgeklebt und bündig gefräst:
Und die Bundschlitze ausgemessen und eingesägt.
Wie genau ist eigentlich genau genug bei den Bundpositionen?
Wesentlich genauer als auf einen halben mm +/- evtl. leichte Tendenz zum ganz genauen Wert ist doch händisch kaum möglich, oder?

Ich bin noch am überlegen wie ich den Sattel ins Griffbrett setzte.
Entweder in einer Nut nur im Griffbrett, oder ich säge das Griffbrett an der Sattelposition ab, füge den Sattel an und leime auf der anderen Seite wieder ein Stückchen Holz an.
sad.png
sad.png (1.19 KiB) 3669 mal betrachtet
Hat eine dieser Varianten Nachteile ggü. der anderen?

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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#15

Beitrag von MiLe » 06.03.2017, 10:35

Variante 1 ist wohl leichter handwerklich umzusetzen und spart eine Leimschicht zwischen Sattel und Hals. Davon ausgehend, daß die Verleimung des Endstückes mindestens so stabil ist wie das Griffbrett-Holz in Maserrichtung, würde ich also Variante 1 bevorzugen. Brauchst halt 'nen höheren Basis-Sattel ;)

Zur Genauigkeit: Keine Ahnung, was da ein halber mm ausmacht, aber gerade in den hohen Lagen, wo 9 mm schon einen Halbton ausmachen, dürfte man das schon hören.
Ich hab's so gemacht, dass ich mir mit der dig. Schieblehre erst ein 10-cm-Raster auf ein zentral verlaufendes Klebeband habe und ausgehend von diesen Zwischenpositionen dann die Bundpositionen angerissen. Da addieren sich dann zwar auch wieder 2 Fehlertoleranzen, aber durch die (hoffentliche) Genauigkeit der Schieblehre + die relative Genauigkeit des Anreißens gegenüber einem Stift sollte das eigenlich auch halbwegs passen. Meinen Linealen > 40 cm traue ich jedenfalls nicht so recht ;). Obwohl - ist ja eigentlich egal, solange man alles mit dem gleichen Lineal misst, dann hat man halt schlimmstenfalls statt 'ner 628er Mensur eine 629er. Ist wohl verschmerzbar.
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#16

Beitrag von Arsen » 06.03.2017, 12:48

Ich kann zur erforderlichen Genauigkeit auch nichts sagen. Ich nutze gefräste Schablonen, weil ich mir die händische Genauigkeit an dieser Stelle bisher nicht zugetraut habe.

Von Incra gibt es Stahllineale mit 1/4 mm Skalierung und zugehörigen Anreißlöchern.
(Siehe Dieter Schmid: https://www.feinewerkzeuge.de/incra.html - Ich finde die Teile auch recht bezahlbar.)
Damit kann man schon mal mindestens 1/4 mm Genauigkeit erreichen, wenn man einen Wert dazwischen hat, kann man evtl sogar noch zwischen zwei nebeneinander liegenden 1/4 mm-Markierungen einen Strich setzen und kommt so noch näher an den Sollwert.
Die größte Größe die ich auf die Schnelle gefunden habe sind 30 cm - das reicht immerhin fast zum 12. Bund.
Gruß, Arsen

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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#17

Beitrag von fonzarelli » 06.03.2017, 12:55

Das Anzeichnen ist ja nur ein Teil der Aktion, das 0,6mm Sägeblatt muss ja auch noch genauestens auf die hauchdünne Markierung gesetzt und mit einer gewissen Kraft beweget werden ohne zu verrutschen.
Ich hab mein Stahllineal an die Sattelposition angelegt und von da aus gemessen. So sollte ich immerhin keinen aufaddierten Fehler bekommen.

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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#18

Beitrag von Arsen » 06.03.2017, 13:26

Man kann die angeritzte Markierung mit einem Skalpell o.ä. registrieren und dann einen Anschlag für die Säge daran anstoßen.
Das müsste ziemlich wiederholgenau sein.
Gruß, Arsen

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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#19

Beitrag von bea » 06.03.2017, 14:38

fonzarelli hat geschrieben:
06.03.2017, 12:55
Das Anzeichnen ist ja nur ein Teil der Aktion, das 0,6mm Sägeblatt muss ja auch noch genauestens auf die hauchdünne Markierung gesetzt und mit einer gewissen Kraft beweget werden ohne zu verrutschen.
Man kann z.b. mit dem Stechbeitel auf einer Seite des Schlitzes eine kleine Kerbe ausschneiden. Dann würde die andere Flanke als Sägeblattführung dienen.

Was ebenfalls funktioniert, ist eine Hartholzblock als Sägeblattführung (Ahorn? Buche? ), genau rechtwinklig abgerichtet, mit zwei (!) Schraubzwingen auf dem Griffbrett befestigt. Das kann man genau genug hinbekommen.
LG

Beate

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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#20

Beitrag von MiLe » 06.03.2017, 15:38

Zur Genauigkeit des Anzeichnens hab' ich gerade mal was probiert:

Mensur in Corel-Draw konstruiert: 22 Rechtecke, jedes davon in der Breite der einzelnen Bundabstände definiert, Knoten an Knoten aneinandergesetzt: 4 Minuten.
Dann auf meinem einfachen Brother Farblaser ausgedruckt (auf 2 Seiten A4quer mit Passmarken). Per dig. Schieblehre nachgemessene Differenz 1.-22. Bund bei einer 635er Mensur: 0,02 mm. Hätte nicht gedacht, daß so ein Ducker so genau arbeitet. :shock:

Das Ganze eigent sich gut als Einmal-Schablone, mit der man per Skalpell einfach und sehr genau anreißen kann. Beim Sägen hilft sie natürlich nicht, aber ich klebe ja auch :p
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#21

Beitrag von bea » 06.03.2017, 16:03

Hast Du auch schon mal die erforderliche Genauigkeit abgeschätzt? Einschließlich des Einflusses des Abrichtens und Feilens der Bundkronen?
LG

Beate

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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#22

Beitrag von fonzarelli » 06.03.2017, 16:40

bea hat geschrieben:
06.03.2017, 16:03
Hast Du auch schon mal die erforderliche Genauigkeit abgeschätzt? Einschließlich des Einflusses des Abrichtens und Feilens der Bundkronen?
Genau das war ja meine Frage: Wie genau MUSS es denn wirklich sein?


Die Methode mit der ausgedruckten Schablone ist gut, die hab ich oft beim Bau meiner Fräse verwendet:
Bauteil entworfen, gedruckt und die Bohrungen durchs Papier angekörnt.
Das klappt super, solange alles auf ein einzelnes Blatt passt.
Blätter stückeln geht notfalls auch, man muss allerdings mehr aufpassen.

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#23

Beitrag von MiLe » 06.03.2017, 17:32

fonzarelli hat geschrieben:
06.03.2017, 16:40
Blätter stückeln geht notfalls auch, man muss allerdings mehr aufpassen.
Deswegen die Passmarken ;) Wenn die Software so was nicht zur Verfügung stellt, einfrach einige Kreuze auf die Bögen und mit reichlich Überlappung ausdrucken. Ich war jedenfalls baff erstaunt, wie wenig Abweichung (eigentlich gar keine) mein Drucker zur Schieblehre zeigt. Kann natürlich auch Glück sein und von Exemplar zu Exemplar streuen, man sollte vor Verwendung jedenfalls nachmessen ;)

Zur Genauigkeit:

Wenn ich das richtig rechne, entspricht eine Änderung von 1,0 mm am 18 Bund e-Saite einer Frequenzänderung von rund 4 Hz von 932 auf 936 Hz. Ob man das störend wahrnimmt, dürfte von vielen Faktoren abhängig und recht subjektiv sein: Öhrchen, Saitenlage, präziser Fingersatz.......

Spätestens am 63. Bund wird's kritisch, da beträgt der Abstand zwischen 63 und 64 noch 1mm. 1 mm Fehler ist dann ein glatter Halbtonschritt :lol:
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Bauthread - Dicker Alfred

#24

Beitrag von bea » 06.03.2017, 17:52

fonzarelli hat geschrieben:
06.03.2017, 16:40
Genau das war ja meine Frage: Wie genau MUSS es denn wirklich sein?
Geht es denn wirklich wesentlich genauer als, sagen wir mal 1/6 mm? Oder 0.2 mm Abweichung - wieviel ist das in Relation zur Mensur? Welche Abweichungen in Cent ergeben sich?
Wie groß sind die Fehler durch die Notwendigkeit zur Kompensation, die hier verbleibenden Restfehler? Wie gut schaffe ich es, die Saiten beim Greifen nicht doch ein klein wenig zu ziehen? Wie genau bekomme ich die Stegkompensation und eine eventuelle Sattelkompensation in der Praxis überhaupt eingestellt?

Beim Bau der Archtop hatte ich mal abgeschätzt, dass 0.2 mm Differenz zu einem konstanten Bezugspunkt, z.B Sattel oder Mensurpunkt in der Praxis vollkommen ausreichend sein sollten. Genauer konnte ich damals mit meiner Spielzeugschieblehre gar nicht messen. Wichtig ist vor allem, dass man sicherstellt, dass sich diese Fehler nicht von Bund zu Bund hochschaukeln. DAS würde in der Tat stören - aber nichtmal bei den nicht bundreinen Wander- und Billigkonzertgitarren aus meiner Jugendzeit war das Problem die Mensur, sondern die gerne mal fehlende Stegkompensation.
LG

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#25

Beitrag von kehrdesign » 06.03.2017, 18:34

bea hat geschrieben: ... - aber nichtmal bei den nicht bundreinen Wander- und Billigkonzertgitarren aus meiner Jugendzeit war das Problem die Mensur, sondern die gerne mal fehlende Stegkompensation. ...
Da werden ja überwiegend in der 0-ten Lage Akkorde gespielt; ich empfand die (umsponnene und) leer gestimmte g-Saite immer völlig daneben, sobald sie gegriffen wurde. Bei dieser typischen Spielweise halte ich die Sattelkompensation für noch bedeutungsvoller als die oktavreine Position bzw. Kompensation des Steges und erst recht die zehntelmillimetergenaue Bundierung.

Ich wage zu behaupten, dass, wer zwei Zehntelmillimeter Abweichung der Bundposition vom Sollwert sicher hört, mogelt und ganz sicher jemand, der die Sattelkompensation für unnötig ansieht. Dazu muss ich nichtmal rechnen.
... und dazu, jenseits eines 32. Bund noch zu greifen, hülle ich mich in Schweigen ...
Um etwas zu verhindern finden sich immer Gründe, um etwas zu erreichen findet man Lösungen.
______________________
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