Kugellagergeführtes Planerjig für die Oberfräse

Schablonen und Hilfskonstruktionen

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Re: Eure neuesten Errungenschaften...

#1

Beitrag von kehrdesign » 16.01.2015, 18:09

Dann mal 'n kurzer Nachtrag:

Habe mir Helferleins und caprickys Hinweise durch den Kopf gehen lassen und (bevor ich den sauschweren Maschinentisch anschleppe) mal die Variante „Werkstück fest - Oberfräse beweglich“ aufgebaut:
Die Führung „Holz auf Schiene“ hat (wie nicht anders zu erwarten) verkantet und unregelmäßig gehemmt. Also lautet der Beschluss: „Kugellager sind ein Muss“ ...
... drei Rillenkugellager 696 (6 x 15 x 5) zur horizontalen Führung (senkrechte Achse) und vier Stück für die vertikale Auflage (waagrechte Achse). Ja und dank präziser Arbeit (der neue Bohrständer macht's möglich) beim Herstellen der stirnseitigen Bohrungen für die Lagerachsen liegt die Fräsbrücke auch wackelfrei. Damit's auch während des Fräsens so bleibt, habe ich Filzstreifchen neben den Lagern platziert, die die Rollbahnen schmutzfrei halten sollen.

Der erste Test signalisiert perfekte Funktion, kein Vergleich zu der Gleitvariante.
Sorry Jan, nun hat die ursprüngliche Idee mit dem schweren Tisch und der motorisch getriebenen Niederhalte- und Vorschubrolle kaum noch Chancen auf Umsetzung, zumindest in absehbarer Zeit.
.
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Re: Eure neuesten Errungenschaften...

#2

Beitrag von Haddock » 16.01.2015, 18:26

Guten Abend,

sensationell Dein Tisch! Danke!

Gruss
Urs

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Re: Eure neuesten Errungenschaften...

#3

Beitrag von sunrisebrasil » 16.01.2015, 22:45

Falk das sieht sehr gut aus,
auch ich richte nur noch auf Alu ab..... aber mit Kugellagern, das ist ja schon fast wieder..... (whistle) (whistle)
Einfach perfekt!
Grüße
Markus

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Re: Eure neuesten Errungenschaften...

#4

Beitrag von capricky » 18.01.2015, 13:18

sunrisebrasil hat geschrieben:Falk das sieht sehr gut aus,
Also das Teil ist schon wirklich gut und ich denke, es hat einen eigenen thread verdient, statt im offtopic versteckt zu werden. ;)

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Re: Kugellagergeführtes Planerjig für die Oberfräse

#5

Beitrag von liz » 18.01.2015, 17:16

Ich finde das Teil gut, richte aber trotzdem mit dem Hobel ab (baeh)

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Re: Kugellagergeführtes Planerjig für die Oberfräse

#6

Beitrag von capricky » 18.01.2015, 17:24

liz hat geschrieben:Ich finde das Teil gut, richte aber trotzdem mit dem Hobel ab (baeh)
Das überlegst Du Dir, wenn es dann mal 1,5cm bei einem Body sind! :cry:
Den letzten Millimeter kann man ja immer noch mit dem Handhobel machen und frech behaupten: "hab' ich alles mit dem Hobel gemacht!" :badgrin:

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Re: Kugellagergeführtes Planerjig für die Oberfräse

#7

Beitrag von liz » 18.01.2015, 18:02

capricky hat geschrieben:
liz hat geschrieben:Ich finde das Teil gut, richte aber trotzdem mit dem Hobel ab (baeh)
Das überlegst Du Dir, wenn es dann mal 1,5cm bei einem Body sind! :cry:
Den letzten Millimeter kann man ja immer noch mit dem Handhobel machen und frech behaupten: "hab' ich alles mit dem Hobel gemacht!" :badgrin:

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Geht auch ganz schnell, wenn man quer zur Faser wegholzt. Aber ich hab ja ne Dickenhobelmaschine... (whistle)

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Re: Kugellagergeführtes Planerjig für die Oberfräse

#8

Beitrag von Arsen » 18.01.2015, 18:18

Cooles Teil! (Sowas brauch ich auch :D )

Wie hast du es geschafft die Kugellager so präzise einzubauen? - Da kommt es ja sicher auf den 10tel mm an... (think)
Wie sind sie befestigt, mit im Holz eingelassenen Achsen?
[Wenn dir langweilig ist darfst du gerne noch ein paar Detailaufnahmen einstellen :D ]
Gruß, Arsen

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Re: Kugellagergeführtes Planerjig für die Oberfräse

#9

Beitrag von capricky » 18.01.2015, 18:28

Die brauchen gar nicht präzise eingebaut sein, sie dienen doch nur der Reibungsminimierung.... aber die Höhenausrichtung muss dann doch schon genau sein... (think)
Also, wie haste das gemacht?

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Re: Kugellagergeführtes Planerjig für die Oberfräse

#10

Beitrag von kehrdesign » 18.01.2015, 20:28

8) eigentlich ganz einfach ;) :

a) die zu bohrende Fräsbrücke an der Vorderseite der Werkbank exakt im rechten Winkel zur Tischfläche ausgerichtet,

b) die Bohrspindel mittels einer im Futter eingespannten Spitze über der Horizontalsupport des Bohrständers exakt 6 mm über Werkbankkante hinaus (also im Abstand von 6 mm zur bisherigen Auflageäche der Fräsbrücke) positioniert und festgezogen,

c) um eine Verlaufen der Bohrung im Multiplex zu minimieren mittels Zentrierbohrer vorgebohrt,

d) die 6 mm-Bohrung mit einem langen Bohrer auf volle Tiefe gebohrt,

e) nachdem ich die anderen drei Bohrungen auf die gleiche Weise und ohne Veränderung der horizontalen Spindelposition fertig hatte, an den Lagerpositionen jeweils einen 8er Schlitz für die Lager gefräst,

f) eine 6 mm-Achse aus Stahl (vorne leicht angespitzt/abgerundet) jeweils in die vier Bohrungen eingeschoben und dabei die Lager einschließlich passender Distanzscheiben "eingefädelt" und

g) die Bohrungen mittels entfernbarer Holzpins verschlossen, so dass die Lagerachsen nicht herausrutschen können.


Die Kontrolle hat ergeben, dass bis auf ein Lager alle im Bereich 1,5 +/- 0,1 mm herausstanden. Das danebenliegende Lager habe ich wieder entfernt und knapp daneben nochmal die Bohrprozedur wiederholt, natürlich mit unveränderter Bohrspindelposition. Dann lag auch das vierte Lager im selben Toleranzbereich. Mit den Lagern auf ner plangeschliffenen Mamorplatte (die ich üblicherweise zum Bundabrichten nutze) aufliegend hat das Teil kaum merklich gewackelt, mit der Oberfräse belastet war kein Spiel mehr zu spüren.

Dennoch habe ich mit meinem langschäftigen HM-Wendeplattenfräser über die so ausgerüstete Fräsbrücke das gesamte Auflagebett ganz leicht überfräst. Das hätte ich mir auch sparen können; die ganz leichte, "naschende" Spanabnahme war auf der ganzen Fläche gleichmäßig.
Das ist sicher auch darauf zurückzuführen, dass ich die "Banden" vor dem Aufsetzen der ALU-Führungsschienen mittels Oberfräse mit dem Werkstückbett als Basis überfräst habe. Dazu hatte ich die Oberfräse einseitig überhängend auf einer dicken Holzplatte aufgeschraubt und mit dieser Platte die Fräse im Werkstückbett geführt - also theoretische Fertigungstoleranz = Null.


Zu den Horizontal-Führungslagern: hier habe ich für die Lagerachsen jeweils mit 6 mm durchgebohrt und eine M6er Schraube von der Lagerseite her mittels Mutter relativ fest verschraubt, auf den überstehenden M6er Bolzen jeweils U-Scheibe, Lager, Federring platziert und mittels Mutter festgespannt. Da das Lager auf dem M6er Gewinde etwas Spiel hat, lässt sich beim Festziehen der Muttern die Führung auf der Schiene nahezu spielfrei einstellen.
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Re: Kugellagergeführtes Planerjig für die Oberfräse

#11

Beitrag von kehrdesign » 18.01.2015, 20:42

Arsen hat geschrieben:... mit im Holz eingelassenen Achsen?
[Wenn dir langweilig ist darfst du gerne noch ein paar Detailaufnahmen einstellen :D ]
Detailaufnahmen würden auch nicht mehr offenbaren, als ich eben verbal dargestellt habe, höchstens, dass ich's mit dem Entgraten in Erwartung des Ergebnisses nicht so ernst genommen habe. ;)
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Re: Kugellagergeführtes Planerjig für die Oberfräse

#12

Beitrag von gitabou » 18.01.2015, 20:59

Das Teil ist wirklich sehr gelungen! Vor allem die Lagerung mit den Kugellagern finde ich gut. Wie lange hast du für den Bau gebraucht?
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Re: Kugellagergeführtes Planerjig für die Oberfräse

#13

Beitrag von Arsen » 18.01.2015, 21:00

Danke für die ausführliche Erklärung!
Da brauche ich auch keine Bilder mehr ;)
Hört sich eigentlich recht simpel an (vorausgesetzt man hat einen gescheiten Bohrständer :D ).
Gruß, Arsen

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Re: Kugellagergeführtes Planerjig für die Oberfräse

#14

Beitrag von kehrdesign » 18.01.2015, 21:10

gitabou hat geschrieben:...Wie lange hast du für den Bau gebraucht?
für die Gleitlagerversion ohne Leimtrockenzeit ca. vier Stunden einschließlich knapper Skizzierung des Aufbaues und der Hauptmaße.

Die Lagerung habe ich dann in den Wartezeiten (ich hatte den Inhalt einiger Archiv-CDs und -DVDs auf die Harddisk zurück zu kopieren) zwischen 16-Uhr-Kaffee- und Abendbrotzeit eingebaut. Für die Vermessung, Nacharbeit und endgültige Einstellung sind am nächsten Morgen nochmal 2 h draufgegangen.
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